Rechnungswesen & Controlling 03/14

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Fachzeitschrift des grössten Schweizer Verbandes in Rechnungslegung und Controlling veb.ch

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  • Das Fachmagazin von veb.ch kurz praxisorientiert aktuell 3 I 2014

    Als Mitautor des Schweizer Kontenrahmen KMU erhalte ich immer wieder Anfragen zur korrekten Handhabung von betriebsfremd und ausserordentlich. Im neuen Rech-nungslegungsrecht sind sowohl betriebsfremder Aufwand und betriebsfremder Ertrag wie ausserordentlicher, ein-maliger oder periodenfremder Aufwand und Ertrag Be-standteil der Mindestgliederung der Erfolgsrechnung. Im Schweizer Kontenrahmen KMU nden sich diese Positio-nen in den Hauptgruppen 80 beziehungsweise 85 wieder, zudem in der Klasse 7 Betrieblicher Nebenerfolg.

    Meine erste Antwort ist immer die gleiche: Mich interessiert eigentlich nur, was einem Unternehmen unter dem Strich bleibt. Was davor gezeigt wird, ist oft willkrlich vom Ma-nagement gesteuert, dient Ausreden oder manipuliert Be-triebsmargen (wie EBITDA, EBIT). Deshalb: Betriebsfremd gibt es fr mich nicht, ausserordentliche Positionen wenn berhaupt nur in ganz wenigen Einzelfllen. Im brigen gilt fr die nachfolgenden Ausfhrungen das Prinzip der Wesentlichkeit.

    1. Betriebsfremder Aufwand und ErtragSwiss GAAP FER wie das Schweizer Handbuch der Wirtschaftsprfung denieren Geschftsvorflle als be-

    Buchhalter, macht Euch das Leben nicht selbst schwer!

    Swiss GAAP FER Update: Sitzungsergebnisse der Fachkommission vom 17.6.2014

    IFRS Update: Neuregelungen zu der Umsatzlegung und der Finanzinstrumente

    Recht: Grundstze der Vertragsgestaltung

    Buchtipp: veb.ch Praxiskommentar zum neuen Rechnungslegungsrecht

    rechnungswesen&controlling

    Fortsetzung Seite 4

  • 2 Editorial

    Wir heissen 208 Kolleginnen und Kollegen willkommen. Sie sind dem veb.ch beigetreten.

    8000 Mitglieder in der ganzen Schweiz knnen sich nicht tuschen: Es macht sich jeden Tag bezahlt, beim veb.ch dabei zu sein! Der veb.ch ist der grsste Schweizer Fachverband fr Rechnungslegung, Control-ling und Rechnungswesen. Der veb.ch ist erfolgreicher Seminaranbieter. Der veb.ch frdert Bekanntheit, Aner-kennung und Entwicklung von Fachausweis und Diplom und der dualen Ausbildung in Wirtschaft, ffentlichkeit und Politik; er ist vom Bund beauftragter Mittrger der eidgenssisch anerkannten Fachausweis- und Diplom-prfung. Der veb.ch bringt seine Mitglieder an den Puls der Wirtschaft und nher zum Erfolg. www.veb.ch

    Patricia AbtMichael AchermannChristian AckermannMarc AdeOliver AelligFranziska Aerschmann-BorerBruno AeschbacherMaja AllemannRoger AltAntonio AmatoKarin AmietDaniela Adelheid Ammeter BucherFlorian AmstutzYvonne Auf der MaurMartin BalmerReto BalmerChristian BalschunAdrian BangerterJolanda BarmettlerJeannette BartaKenneth BaumgartnerCorina BerchtoldClaudia BeckSalome BergerDaniel BertschingerNicole BitzerMarion BollmannBruno BosshardSandra BrmAndr BchiUrs BuholzerPatrick BrgiTiziano CalamaioCristiana CelliMatthias DhlerDominic DietrichAndr DobmannFabian DommerErnst DossenbachMarlise EberliFabian EggerSibylle ErniIrmgard Felber

    Maria FlckigerSimone FluriStephan FllmiThomas FreyRoger FriesChristian FrhlichMichele FronteCaroline FglisterDelia GggelerJrg GhwilerMichelle GaioMartin GantenbeinBeatrice GasserTherese GasserAdrian GerberMelanie GertschSabrina Gholampour-FahandariRoman GigerJean-Luc GnomblerouMarek GossnerMimmo GresiaAlain GrossenbacherMarkus GruberMiriam GulerRegula Hagen HagenbuchNicole HaldemannSabrina Haller-StattiStephan HamannIrne HamannJanine HartmannKartal HaskalkanPetra HauserDanny HeftiAndr HegglinAndreas HeierliTarcisi HendryTina HergerMax HinderChristian HirschiMathias HirschiToni HoferPeter HoffmannMartin Hofmann

    Roger HollensteinChristian HuserAlessandra IstriceOlivier JeanmonodAlejandra KallenDagmar Kaluza DagmarSonja KasparManuela KaufmannStephanie KindlhoferMatthias KneubhlHans-Ulrich KollerPascal KronenbergMichael KhneFabian KndigJulia KnziJo KnzleBettina LanelliSandra LtschSusanne LaubscherPatrik LengacherBernadette LenhardAndrea LeuzingerMatthias LohnerArlette LuginbhlUrs ManetschDaniel ManigliaAnnett ManzkeFrank MarxerMarlene MathisDaniel MaurerSven MautschPriska MeierYvonne MerzMatthias MerzMelanie MeuryPascale MeyerSabine A. MichelAri MosbacherMelanie MllerMarkus MllerNicole Mller-OttClaudia Andrea NeisiusAnnette OeltjenFelix OrtDavid Perrottet

    Marco PeterRegula PsterDominik PfosterSarah PiccinniRenata PlaggeBruno PlatterNicole PreisigBernhard ReusserFranziska RichnerNathalie RomerIrene RuchThomas RediSusanne ReggHanspeter RuossChristian SagerRobert SahlerSeraina SantarossaCharlotte SchferMarkus SchrzMarkus SchererPatrizia SchmidTony SchmidMichael SchneiderKatjana SchneiterOlga SchwallerCline SchwanderSaid SelimovicEzio SelmiAndreas SennMarkus SerwartRen SieberHanspeter SimmenFlorian SommerBarbara SommerNorbert SondereggerNicolas SpaarMichael SprriFabian SpycherMichael StadelmannBarbara StaubErnst SteffenHans-Peter SteinerNathalie SteinerChristina StcklFabian Strssle

    veb.ch I Talacker 34Postfach I 8021 Zrich 043 336 50 30

    Stephanie StraubSheila-Andrea StuderKarin StutzPatrick StynerSabrina ThnyPatrick TrachselRudolf TraffeletFranziska TrenklerChristian UdryGladys van BurghAlain VeuveMonika Vogler-HessRalph von AllmenMaria von BorriesSindy WachsmuthTobias WagnerDenise WagnerMartina WehrenOna WerkmeisterMarcel WidlerAngelika WinklerMatias WolfRita WoodtliSabrina WestDilek YilmazRobert ZellerKatja ZimmermannSusanne ZinggChristian ZingreLorenz P. ZwahlenMarc ZweiackerKarin Zwicker

  • 3Inhaltsverzeichnis

    EditorialHandhabung betriebsfremd und ausserordentlich 1

    ControllingControlling-Leitbild in der Praxis 7Buchtipp Bonittsrisiken 11

    RechnungslegungSwiss GAAP FER Update 13 IFRS Update 15 Risikomanagement und IKS 20

    Schweizer Kontenrahmen KMUAuswirkungen auf die Kennzahlenberechnung 23

    SteuernRevision des Steuerstrafrechts 25Teilrevision Mehrwertsteuergesetz 27

    RechtGrundstze der Vertragsgestaltung 29Whistleblowing Beratung 31 Aktuelle Gerichtsentscheide 32

    Aus- und WeiterbildungMndliche Expertenprfung: Der 5-Punkte-Plan 35 Aus der Controller Akademie 39Internationale Weiterbildung EMA 40

    PersnlichInterview mit Joseph Catalano, Prsident Swisco 42

    SwiscoPlan comptable suisse PME 45

    vebmediaNetix-Start in der Schweiz 47 Google AdWords 48

    Aus dem veb.chRegionalgruppen/Impressum 50Aus der Geschftsstelle 51 Aktuelle Veranstaltungen 52

    Inhaltsverzeichnis

  • Editorial4

    triebsfremd, wenn sie sich klar von der gewhnlichen Ge-schftsttigkeit des Unternehmens unterscheiden und mit einer gewissen Regelmssigkeit auftreten. Sie erwhnen als Beispiel die Aufwendungen und Ertrge aus nicht be-trieblichen Sachanlagen.

    Wichtig zu wissen: Aufwand und Ertrag mssen getrennt ausgewiesen werden (Bruttoprinzip); es besteht keine Picht zumindest nicht explizit zur Erluterung des be-triebsfremden Aufwands und Ertrags im Anhang.

    Auf Fragen begrnde ich meine Meinung, warum es fr mich betriebsfremd nicht gibt, mit verschiedenen Argu-menten und untermaure diese gerne mit Praxisbeispielen:Alles, was in einer rechtlichen Einheit wie in einer Ak-

    tiengesellschaft geschieht, gehrt grundstzlich zum Betrieb und muss auch ber die Zweckbestimmung in den Statuten abgedeckt sein.

    Auch nicht betriebliche Anlagen (es knnten auch Ver-pichtungen nicht betrieblich sein!) sind geschftsstra-tegisch motiviert oder in vielen Fllen werden Gewinne nicht oder unvollstndig ausgeschttet und thesauriert und in der Folge in unterschiedliche kurz- und langfris-tige Anlagen angelegt. Dies sind bewusste Entscheide der verantwortlichen Unternehmensorgane, mglich wren ja Ausschttungen oder Kapitalrckzahlungen und die Vornahme von Anlagen ausserhalb der recht-lichen Einheit. Verblffend: Wird die betriebsfremde Ttigkeit in eine neu zu grndende Tochtergesellschaft ausgegliedert, welche nur diese zum Zweck hat, haben wir das Problem gelst auch bei einer Konsolidation der Gesellschaften!

    Bei einem Hotel-und Restaurationsbetrieb am See knnte man auf den ersten Blick die angeschlossene Bootsvermietung als nicht betriebsnotwendig taxieren. Protiert das Hauptgeschft aber nicht durch zustz-liche durstige und hungrige Kunden der Bootsvermie-tung (Synergien)? Msste ich konsequenterweise nicht auch die Management Attention (Personalaufwand) auf den Bootsbetrieb beziffern und als nicht betriebs-notwendig ausscheiden? Gemeinsame Werbung aus-einandernehmen und separaten Aufwandspositionen zuweisen?

    Mein Lieblingsbeispiel ist der Aktiventausch. Nehmen wir an, wir haben ssige Mittel zur Verfgung, welche wir auf lngere Frist voraussichtlich (?) nicht bentigen, und sie sind als kurzfristige Geldanlagen angelegt und bilanziert. In der Regel ndet sich der Zinsertrag in der Erfolgsrechnung unter dem Finanzertrag wie-der. Investieren wir nun aus Renditegrnden in eine andere Anlageklasse und nehmen somit einen Akti-ventausch vor, kaufen beispielsweise mit den ssigen Mitteln eine Wohnliegenschaft (100% eigennanziert), dann stellt sich folgende (theoretische) Frage, ber die man lange philosophieren kann: Wird diese nun zu einer nichtbetrieblichen Sachanlage und zeigen wir den Mietertrag und -aufwand als betriebsfremd? Nach einigen Monaten bentigt das Unternehmen Mittel fr

    betrieblich bedingte Investitionen (z.B. Erhhung wor-king capital) und nimmt deshalb auf die Wohnliegen-schaft eine Hypothek auf. Was ist nun mit den Hypo-thekarzinsen betrieblich oder betriebsfremd? Und: Wie ist eigentlich die nichtbetriebliche Anlage nan- ziert Fremdkapital, Eigenkapital? Eine entsprechende Zuweisung der Passivseite scheint mir in der Praxis unmglich konsequenterweise mssten dann ja mit kalkulatorischen Zinsen gearbeitet werden.

    Weiter: Vielleicht hngen die auf der Aktivseite ber-ssigen Mittel mit einer gebildeten Rckstellung fr die Sicherung des dauernden Gedeihens zusammen, also rein betrieblich motiviert (lasse