BEM Betriebliches Eingliederungsmanagement Paul M¼ller Disability Manager

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  • BEM Betriebliches Eingliederungsmanagement Paul Mller Disability Manager
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  • Ablauf des Vortrages: Paul Mller Disability Manager Betriebliches Gesundheitsmanagement Ausgangssituation Einfhrung/Umsetzung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements Daten Ziele Vorteile Bestandteile des BEM-Prozesses Datenschutz Organisatorische Einbindung des BEM-Teams
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  • Was ist das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM)? Die gesetzliche Grundlage zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement ( 84 Abs. 2, SGB IX) gilt seit 2004 und verpflichtet alle Arbeitgeber, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (kurz: BEM) in den Betrieben durchzufhren. Es soll frhzeitig gesundheitsbedingte Gefhrdungen der Arbeitsverhltnisse abwenden und gilt fr alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, besonders fr diejenigen, die innerhalb eines Jahres lnger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfhig sind. Die Betriebsgre spielt keine Rolle Paul Mller Disability Manager
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  • Betriebliches Gesundheitsmanagement - Bestandteile - Paul Mller Disability Manager Betriebliches Gesundheitsmanagement Betriebliche Gesundheitsfrderung (SGB V, 20, 74) verhaltensorientierte und verhltnisorientierte Manahmen stufenweise Wiedereingliederung Personalmanagement Personalentwicklung Personalfhrung Personaleinsatz Organisationsentwicklung Leitbild Strategische Leitlinien Fhrungsgrundstze Umweltmanagement Betriebliches Eingliederungsmanagement (SGB IX, 84, Abs.2) Wiedereingliederung Ausgliederungsverhinderung Arbeits- und Gesundheitsschutz (ArbSchG, ASiG)
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  • Ausgangssituation Paul Mller Disability Manager Das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist wichtiger denn je! erhhte Anforderungen an den Beruf Risiko fr gesundheitliche Einschrnkungen demografischer Wandel mehr Krankheitsflle in der Zukunft Sicherheit fr Arbeitnehmer und Arbeitgeber Betriebsvereinbarungen
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  • Ausgangssituation Paul Mller Disability Manager
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  • Was ist BEM nicht? Ein Muss fr den Arbeitnehmer/ in Ein Krankenrckfhrgesprch Paul Mller Disability Manager
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  • Wichtig Paul Mller Disability Manager Wichtig ist die freiwillige Zustimmung und Beteiligung der betroffenen Person. Ohne die freiwillige Zustimmung kann und darf das Eingliederungsmanagement nicht durchgefhrt wer- den. Erst einmal ist es ein Untersttzungsangebot. Eine Ablehnung durch den Betroffenen/die Betroffene darf nicht zu seinen/ihren Lasten gewertet werden. Es sollte aber im eigenen Interesse der Betroffenen liegen, alle Mglichkeiten auszuschpfen erneuter Arbeitsunfhigkeit vorzubeugen und den Arbeitsplatz zu erhalten. In keinem Fall erfllen Krankenrckkehrgesprche diese Anforderungen, da sie nicht freiwillig sind, sondern vom Vorgesetzten angeordnet werden. Sie sind in diesem Zusammenhang kontraproduktiv.
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  • Paul Mller Disability Manager Grundlagen und Zielsetzung des BEM berwindung der Arbeitsunfhigkeit (Rehabilitation) Vorbeugung erneuter Arbeitsunfhigkeit Vermeidung von krankheits- bedingten Kndigungen Erhalt und Frderung der Gesundheit Vermeidung chronischer Erkrankungen und Behinderungen Dauerhafte Sicherung der Arbeitsfhigkeit Verzahnung des BEM mit der betrieblichen Gesundheitspolitik Kurzfristige ZielsetzungenLangfristige Zielsetzungen Beschftigungssicherung durch Prvention und Rehabilitation als Pflichtaufgabe des Arbeitgebers und der Interessenvertretungen
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  • Paul Mller Disability Manager Vorteile eines BEM fr die Mitarbeiter Vorteile eines BEM fr den Betrieb Mitarbeiter fhlt sich in seiner individuellen Situation ernst genommen persnliche Arbeitsunfhigkeit wird reduziert vorhandene Leistungsmglichkeiten werden sinnvoll eingesetzt Einkommenssicherung soziale Kontakte bleiben bestehen Erhhte Motivation Verantwortung fr die eigene Gesundheit wird gestrkt wertvolles Wissen bleibt erhalten Ausfallzeiten werden reduziert Erhalt und optimaler Einsatz der Mitarbeiter der Prozess wird aus einer Hand gesteuert Zusatzbelastungen fr Kollegen sind deutlich vermindert Perspektivisch: Strkung der Verantwortung fr die eigene Gesundheit MitarbeiterBetrieb
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  • Paul Mller Disability Manager Vorteile fr den Betrieb BEM-Team ist Dienstleister und Kooperationspartner im Rahmen der Personalfhrung BEM-Team ist neutraler Ansprechpartner und Fachexperte (Analyse Einschrnkungen/Arbeitsplatz, Gesprchsfhrung, Netzwerke) mehr Planungssicherheit im eigenen Fhrungsbereich Sensibilisierung der Mitarbeiter fr Krankheiten und Fehlzeiten langfristiger Erhalt von Fachkrften Zielsetzung: Arbeitsplatzerhaltung Fhrungskrfte, Vorgesetzte und Kollegen
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  • Paul Mller Disability Manager Mglicher Ablauf des BEM Steuerung des Gesamtprozesses durch Fallbegleiter D o k u m e n t a t i o n
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  • Paul Mller Disability Manager Monatliches standardisiertes Anschreiben an betroffene Mitarbeiter (inkl. Antwortbogen) Arbeitsunfhigkeit grer/gleich 42 Kalendertage, bezogen auf die letzten 12 Monate 14 Ansprechpartner (aus sieben Funktionsbereichen) stehen fr das Informationsgesprch zur Verfgung das Gesprch wird dokumentiert nur ein Brief pro Jahr mglich (Sperrzeit) Formaler Ablauf Der BEM-Prozess
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  • Paul Mller Disability Manager Das Informationsgesprch Information zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement unverbindliches Motivationsgesprch ber Ziele und Beteiligte des BEM informieren Bereitschaft des Mitarbeiters zur Mitwirkung abklren Gemeinsame Beratung, ob BEM sinnvoll Erwartungen/Befrchtungen aufdecken ber mgliche nchste Schritte informieren Entscheidung zur Teilnahme am Erstgesprch bei einem der Fallbegleiter Teilnahme am BEM-Prozess ist freiwillig und kann jederzeit abgebrochen werden
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  • Paul Mller Disability Manager Das Erstgesprch Der Fallbegleiter (CDMP) steuert den Prozess und fhrt das Erstgesprch fr das Erstgesprch planen wir 2 Stunden Zeit ein Fragen zu folgenden Themen (Angaben sind freiwillig): -Person -Aktuelle Ttigkeit -Gesundheitszustand/Erkrankung -bereits durchgefhrte Manahmen ZIELE: Vertrauen aufbauen bzw. vertiefen Grnde fr die Erkrankung aufdecken Zusammenhang mit Arbeitsbedingungen?! Gemeinsam Lsungsanstze entwickeln und nchste Schritte planen es werden ausschlielich relevante Daten erhoben Zusammensetzung des Eingliederungsteams besprechen Nichts ohne den Betroffenen
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  • Paul Mller Disability Manager Mgliche Akteure im BEM
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  • Das Informationsgesprch dokumentierte Gesprchsinhalte Paul Mller Disability Manager Hinweis auf Datenschutz innerhalb des BEM -gestuftes Einwilligungsverfahren (2 Schritte) nach 4 BDSG -nur so viele Daten erheben, wie fr den BEM-Prozess erforderlich Personalakte -Angebot des BEM sowie Teilnahmebogen mit Anfangs- und Enddatum -keine medizinischen Daten, nur von der Arbeitsmedizin attestierte Einschrnkungen Die BEM-Akte -Interne BEM-Dokumentation (z. B. Fragebogen, Protokolle, Manahmenverfolgung) -der Mitarbeiter darf jederzeit in die eigene Akte sehen -Aufbewahrungsfrist: 3 Jahre
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  • Rechtsstellung des BEM Paul Mller Disability Manager Die Durchfhrung des betrieblichen Eingliederungsmanagements ist fr den Arbeitgeber und die betriebliche Interessenvertretung gesetzliche Pflicht. Allerdings ist die Verletzung dieser Pflicht nicht unmittelbar sanktioniert, weshalb ein gewisser Spielraum zur Entscheidung besteht, ob und zu welchem Zeitpunkt das betriebliche Eingliederungsmanagement durchgefhrt werden soll. Die Pflicht zum BEM setzt ein, sobald die zeitliche Grenze von 6 Wochen Arbeitsunfhigkeit berschritten ist. Der Betrachtungszeitraum ist ein Jahr (nicht Kalenderjahr). Unerheblich ist, ob eine zusammenhngende Arbeitsunfhigkeit oder mehrere Arbeitsunfhigkeitszeiten vorliegen.
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  • Folgen eines unterlassenen BEM Paul Mller Disability Manager Ein Versto gegen die Verpflichtung zur Durchfhrung des BEM ist nicht im Ordnungswidrigkeitenkatalog des 156 SGB IX aufgefhrt, sodass er ohne staatliche Sanktionen bleibt Findet das Kndigungsschutzgesetz auf das Arbeitsverhltnis keine Anwendung, fhrt das unterlassene BEM nicht zur Unwirksamkeit der Kndigung. Bei Anwendung des Kndigungsschutzgesetzes kann sich die Unterlassung jedoch auf die Wirksamkeit der krankheitsbedingten Kndigung auswirken:
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  • Folgen eines unterlassenen BEM Paul Mller Disability Manager Die Durchfhrung ist zwar keine formelle Wirksamkeitsvoraussetzung fr die Kndigung. Es kann jedoch ein Versto gegen das "ultima-ratio-Prinzip" vorliegen, der die Kndigung unwirksam macht. Nach diesem allgemeinen Grundsatz des Kndigungsrechts, ist die Kndigung immer nur nach Ausschpfung aller anderen Mglichkeiten als letztes Mittel zulssig. Deshalb ist vor der Beendigung des Arbeitsverhltnisses durch eine krankheitsbedingte Kndigung grundstzlich das BEM durchzufhren.
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  • Die grundlegende Rechtsprechung des BAG zum BEM Paul Mller Disability Manager BAG vom 10.12.2009 (2 AZR 400/08): 1. Die gesetzliche Pflicht des Arbeitgebers zur Durchfhrung eines BEM hat Auswirkungen auf die Verteilung der Darlegungs- und Beweislast im Kndigungsschutzprozess wegen krankheitsbedingter Kndigung. 2. Hat der Arbeitgeber vor Ausspruch der Kndigung kein BEM durchgefhrt, hat er von sich aus darzulegen, weshalb denkbare oder vom Arbeitnehmer aufgezeigte Alternativen zu den bestehenden Beschftigungsbedingungen mit der Aussicht auf eine Reduzierung der Ausfallzeiten nicht in Betracht ko