Betriebliches Eingliederungsmanagement. - IKK classic .Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

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  • Betriebliches Eingliederungsmanagement.Informationen zur Umsetzung

    ikk-classic.de

  • Inhaltsverzeichnis

    BEM das steckt dahinter ............................................................................................... Seite 4 5

    Auf einen Blick wichtige Fragen und Antworten zum BEM ........ Seite 6 7

    Interviews mit Experten ................................................................................................... Seite 8 11

    Systematisch zum Erfolg ..................................................................................................... Seite 12

    BEM bei der IKK classic ......................................................................................................... Seite 13

    Die fnf Schritte ..................................................................................................................... Seite 14 19

    Fallbeispiele/BEM in der Praxis ............................................................................... Seite 20 21

    Erfolgsfaktoren fr das BEM ............................................................................................ Seite 22

    Untersttzer im BEM ............................................................................................................... Seite 23

  • BetrieblichesEingliederungsmanagement (BEM) das steckt dahinter

    Die Gesundheit der Mitarbeiter ist eine der wichtigsten

    Voraussetzungen fr Produktivitt, wirtschaftlichen

    Erfolg und Wettbewerbsfhigkeit im Betrieb. Das gilt

    selbstverstndlich auch im Handwerk. Krankheitsbe-

    dingte Ausflle wirken sich in Klein- und Mittelbetrieben

    wegen der geringeren Anzahl von Mitarbeitern direkt

    in den Arbeitsablufen und Dienstleistungen aus.

    Auerdem werden die Mitarbeiter lter und bentigen

    gesundheitliche Untersttzung.

    Ziel eines betrieblichen Eingliederungsmanagements

    (BEM) ist es, die Arbeitsfhigkeit der MItarbeiter nach

    krankheitsbedingten Ausfllen so gut wie mglich

    wiederherzustellen und damit auch dauerhaft die Ge-

    sundheit der Mitarbeiter zu strken. So hilft das BEM

    den Beschftigten und dem Arbeitgeber.

    Der Gesetzgeber hat das Betriebliche Eingliederungs-

    management im Sozialgesetzbuch ( 84 Abs. 2 SGB IX)

    verankert. Damit tragen die Unternehmen fr die Ge-

    sundheit ihrer Beschftigten Verantwortung. Das Gesetz

    gibt Arbeitgebern einen Rahmen und damit auch

    Handlungssicherheit, wie Mitarbeiter nach lngerer

    Arbeitsunfhigkeit wieder in den betrieblichen Ablauf

    integriert werden knnen.

    Mit dieser Broschre erfahren Sie, was genau BEM bein-

    haltet und wie es praktisch in Ihrem Betrieb umgesetzt

    werden kann.

    5BEM das steckt dahinter

  • Auf einen Blick wichtige Fragen und Antworten zum BEM

    Was ist ein betriebliches Eingliederungs-

    management (BEM)?

    Mit einem BEM sollen Arbeitgeber konsequent alle

    Mglichkeiten nutzen, die Arbeitsunfhigkeit ihrer

    Beschftigten zu berwinden, erneuter Arbeitsunfhig-

    keit vorzubeugen und den Arbeitsplatz des betroffenen

    Beschftigten zu erhalten. Ziel des betrieblichen Ein-

    gliederungsmanagements ist dabei auch, die Gesund-

    heit des Mitarbeiters dauerhaft zu strken.

    Welche Vorteile bringt das BEM?

    BEM ist ein geeignetes Mittel, um die Gesundheit der

    betroffenen Mitarbeiter zu erhalten und somit deren

    Wissen und Fachkompetenz im Betrieb zu sichern.

    Auerdem haben Lsungen, die im BEM fr den Ein-

    zelnen gefunden werden, manchmal auch positive

    Auswirkungen fr die gesamte Belegschaft. Mittels BEM

    knnen mgliche Rehabilitationsbedarfe frhzeitig er-

    kannt und entsprechende Rehabilitationsmanahmen

    eingeleitet werden. Auf diese Weise wird es mglich,

    die Gesundheit der Mitarbeiter zu stabilisieren.

    Schlielich verbessert BEM das Betriebsklima und das

    Image eines Arbeitgebers. So sehen Mitarbeiter, wie

    ein verantwortungsvoller Betrieb mit gesundheitlich

    beeintrchtigten Kollegen umgeht. Das BEM wird damit

    zu einem Gewinn fr alle Beteiligten im Betrieb.

    Wann wird ein BEM angeboten?

    Laut gesetzlicher Regelung sind Mitarbeiter in das

    BEM einzubeziehen, die in den letzten zwlf Monaten

    insgesamt lnger als sechs Wochen ununterbrochen

    oder wiederholt arbeitsunfhig waren. Die Prfung

    dieser Frist sollte jedoch nicht als wichtigstes Ent-

    scheidungskriterium fr oder gegen ein BEM genutzt

    werden. In manchen Fllen ist es auch sinnvoll BEM

    anzubieten, wenn nicht exakt 42 Arbeitsunfhigkeits-

    tage vorliegen oder die Jahresfrist vor der sechsten

    Woche abgelaufen ist.

    Gilt ein BEM fr alle Arten von Erkrankungen, ob

    psychische oder krperliche?

    Ja, denn die Verpflichtung zur Durchfhrung eines

    BEM ist von der Art der Erkrankung unabhngig. Die

    konkreten Vereinbarungen und Manahmen innerhalb

    eines BEM richten sich natrlich an der jeweiligen

    Erkrankung aus.

    Wer hat Anspruch auf Durchfhrung eines BEM?

    Die gesetzliche Verpflichtung gilt fr alle Beschftigten,

    auch fr Teilzeitkrfte oder schwerbehinderte Mitar-

    beiter, unabhngig von der wchentlichen Arbeitszeit.

    Muss jeder Arbeitgeber ein BEM durchfhren?

    Das Gesetz trifft keine Differenzierungen etwa nach

    der Gre des Betriebes. Alle Arbeitgeber sind ver-

    pflichtet, BEM mit ihren Beschftigten durchzufhren.

    Kann ein BEM auch ohne die Zustimmung der

    betroffenen Person durchgefhrt werden?

    Nein, die Zustimmung des betroffenen Arbeitnehmers

    ist fr die Durchfhrung eines BEM zwingend erforder-

    lich. Es ist daher sinnvoll, den Arbeitnehmer zunchst

    darber zu informieren, warum der Arbeitgeber nach

    sechs Wochen Arbeitsunfhigkeit an ihn herantritt,

    welches Ziel dies hat und wer in dem Verfahren beteiligt

    werden soll. Der Mitarbeiter kann seine Zustimmung

    im laufenden BEM jederzeit wieder zurckziehen.

    Muss die Diagnose/Erkrankung

    offengelegt werden?

    Nein. Auch der behandelnde Arzt darf keine Informa-

    tionen ohne Entbindung der Schweigepflicht seitens

    des Mitarbeiters gegenber Arbeitgeber und auch

    nicht gegenber dem Betriebsarzt geben. Manchmal

    lassen sich aber tatschlich leichter Lsungen finden,

    wenn alle Beteiligten wissen, um welche Erkrankung

    es sich handelt. Hilfreich ist es hier, wenn Regelungen

    vorliegen, die den vertraulichen Umgang mit diesem

    Wissens beschreiben.

    Mssen Interessenvertretungen wie Betriebsrat

    und Schwerbehindertenvertreter in ein BEM ein-

    bezogen werden?

    Ja. Betriebs-/Personalrat und Schwerbehinderten-

    vertretung haben im BEM Mitbestimmungsrechte. Die

    Durchfhrung eines BEM ist aber nicht davon abhngig,

    ob es eine Interessenvertretung im Betrieb gibt. Wenn

    aber doch, dann sollten Sie das BEM am besten gleich

    zusammen mit Ihrer Mitarbeitervertretung bzw.

    Schwerbehindertenvertretern entwickeln.

    Was passiert, wenn die betroffene Person die

    Durchfhrung eines BEM ablehnt?

    Wird die Durchfhrung eines BEM nicht gewnscht, so

    hat dies keine unmittelbaren Konsequenzen. Die Ent-

    scheidung gegen ein BEM muss auch nicht begrndet

    werden. Hat der Mitarbeiter allerdings das BEM abge-

    lehnt und wird betriebsbedingt gekndigt, kann er

    sich in einem eventuellen Arbeitsgerichtsverfahren

    dann nicht darauf berufen, dass ein BEM nicht durch-

    gefhrt wurde und entsprechende Anpassungen des

    Arbeitsplatzes nicht wenigstens versucht wurden.

    Welche Konsequenzen hat es fr den Arbeit-

    geber, wenn er kein BEM anbietet?

    BEM hat den Sinn, den Mitarbeiter trotz mglicher Ein-

    schrnkungen weiter zu beschftigen. Besteht fr den

    Arbeitgeber keine Mglichkeit mehr, den Arbeitnehmer

    wegen dessen gesundheitlicher Beeintrchtigung weiter

    zu beschftigen, kann auch das BEM vor einer Kndi-

    gung nicht schtzen. Ohne Angebot eines BEM mssen

    Sie gegebenenfalls vor dem Arbeitsgericht beweisen,

    dass Sie alles Mgliche getan haben, um den Arbeits-

    platz zu erhalten. Das gilt fr alle Kndigungen, auf die

    das Kndigungsschutzgesetz (KSchG) anwendbar ist.

    Umso wichtiger ist es fr Arbeitgeber, die Durchfhrung

    des BEM lckenlos zu dokumentieren.

    7Auf einen Blick

  • Interview

    Keine Pflicht, sondern echte HilfeExperteninterview Klaus Leuchter

    Herr Leuchter, auf was sollten kleinere Hand-

    werksbetriebe besonders achten, wenn sie zum

    ersten Mal ein betriebliches Eingliederungs-

    management (BEM) durchfhren?

    Oftmals lst der Begriff BEM Unsicherheiten aus, weil

    er formal wirkt und das Gefhl auslst, damit nicht

    allein umgehen zu knnen. Da hilft es, sich auf seinen

    Menschenverstand zu verlassen und ohne Vorbehalte

    mit seinem Mitarbeiter ins Gesprch zu gehen. Zu den

    Kernfragen zhlt die Nachfrage, wie es dem Mitarbei-

    ter zurzeit geht, ob es einen Zusammenhang mit der

    Arbeit gibt und was im Betrieb getan werden kann,

    dass die Arbeit wieder aufgenommen und neue Arbeits-

    unfhigkeit vermieden werden kann. Zur Sicherheit

    sollte der Mitarbeiter gebeten werden, eine Erklrung

    zu unterschreiben, dass er mit dem BEM einverstanden

    ist. Diese Erklrung gehrt in die Personalakte.

    Wer fhrt im kleinen Betrieb das BEM hauptver-

    antwortlich durch? Nur der Betriebsinhaber?

    In der Regel ist es im Kleinbetrieb der Inhaber, eventuell

    zustzlich die mitarbeitende Unternehmerfrau. Es ka