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  • Praxisleitfaden BEM-Austria

    www.bem-austria.at

    Betriebliches Eingliederungsmanagement

  • 2 Grußwort

    Erfolgreiche Eingliederung nach längeren Kranken- ständen ist für Unternehmen ein wichtiges und spannendes Thema.

    Hierbei ergeben sich vielfältige Fragestellungen in den Feldern Arbeit, Krankheit, Behinderung und Rehabilitation. Ein geeignetes Personalmanage- menttool hilft und unterstützt die Unternehmen die Problemstellungen zielgerichtet und erfolgverspre- chend anzugehen.

    In diesem Kontext ist die Einführung von BEM- Betriebliches Eingliederungsmanagement in Unter- nehmen zielführend. Durch strukturelle und fach- liche Maßnahmen kann die Rückkehr und Beschäfti- gung mit Erkrankungen bzw. Chronifizierungen und Behinderungen professionell und präventiv ge- staltet werden.

    Bei der Projektentwicklung und Implementierung von BEM hat sich ein oberösterreichischer Weg - BEM-Austria - herauskristallisiert. Die Erfahrungs- werte aus der Praxis zahlreicher oberösterreichi- scher Unternehmen (KMU's und Großbetriebe) sind im vorliegenden Praxisleitfaden kompakt darge- stellt. Damit wollen wir die Unternehmen ermutigen und befähigen das Thema Eingliederung aktiv zu managen , um Lösungen und Maßnahmen für eine erfolgreiche Beschäftigung aller Mitarbeitenden sicher stellen.

    Das von uns initiierte und geförderte Betriebs- service verfügt über eine hohe Unternehmens- beratungsexpertise bei der Implementierung von BEM und der Begleitung von Eingliederungsfällen und steht OÖ Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite.

    Grußwort

    Dr. Christa Aistleitner Landesstellenleiterin Sozialministeriumservice, Landesstelle Oberösterreich

  • Inhaltsverzeichnis 3

    Grußwort

    Inhaltsverzeichnis

    Artikel

    Warum braucht es BEM? Was ist BEM konkret? Das Fundament – Grundprinzipien im BEM Wer erhält ein Angebot zum BEM? - Zugangskriterien Kontaktaufnahme zum BEM-Berechtigten Betrieb und Einzelperson im Dialog - Eingliederungsgespräche AkteurInnen im Eingliederungsprozess Wann ins Boot holen? - Einbindung der Führungskräfte Vom Projekt zum Alltag - Unternehmenskommunikation Praxisrelevante rechtliche Regelungen in Österreich Ausblick für Ihr BEM

    Gut zurück? - Unsere Angebote

    Impressum

    Inhaltsverzeichnis

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  • 4 www.bem-austria.at

    Warum braucht es BEM?

    zu reduzieren, sowie die Gesundheit der Mitarbei- tenden wiederherzustellen und möglichst lange zu erhalten?

    Stellwerk BEM

    Geeignete Strukturen, gelebte Prozesse und systematisierte Vorgehensweisen sind ein wesentli- cher Garant für den professionellen Umgang mit diesen Themen. Im Umgang mit länger Erkrankten bzw. absenten Mitarbeitenden ist BEM – Betriebli- ches Eingliederungsmanagement ein erprobtes und praxistaugliches Personalmanagementtool.

    Damit werden auch die Steilkurven der Eingliede- rung nach längerem Krankenstand für die Betroffe- nen, die Belegschaft, die Führungskräfte und das Management fahrbar.

    Vertrauen entwickeln

    Stellen Sie sich vor, Sie selbst sind länger krank. Was

    Im Unternehmen die Weichen richtig stellen

    Unternehmen befinden sich in der Schnelllebigkeit der globalisierten Businesswelt oft wie auf einer Achterbahnfahrt – hinauf und hinab, um die Kurve, Looping,… Mit Höhen und Tiefen sind auch die Mitarbeitenden konfrontiert. Wir alle wissen nicht, wo uns die Fahrt hinführt und wie sie verläuft.

    Aber wir wissen, dass derzeit in Österreich 3,6 % der Krankenstandsfälle der Beschäftigten länger als sechs Wochen andauern und diese 37,8 % der Krankenstandstage verursachen (WIFO 2014, S. 12 ).

    Aufgrund der Demografie und dem längeren Verbleib im Erwerbsleben werden das Durch- schnittsalter und die Langzeitkrankenstände sowie gesundheitliche Einschränkungen in Unternehmen künftig zunehmen.

    Wie kann es daher gelingen, Langzeitkrankenstände

  • Warum braucht es BEM? 5

    Wie entwickelt sich die Altersstruktur in Ihrer Belegschaft in den kommenden fünf Jahren?

    Wie hoch ist die Anzahl der Langzeit- krankenstände (länger als sechs Wochen) der letzten fünf Jahre?

    Welche Weichen wurden im Bereich Eingliederung bereits gestellt?

    Wie möchten Sie, dass Ihr Unternehmen bei längerem Krankenstand mit Ihnen umgeht?

    wäre Ihnen wichtig, wenn Sie wieder zurückkom- men? Wie möchten Sie, dass die AkteurInnen des Unternehmens mit Ihnen umgehen?

    Um an Lösungen und Perspektiven bei der betriebli- chen Eingliederung arbeiten zu können, braucht es Vertrauen, Kooperation und Dialoge. Diese Haltung hat Auswirkung auf die Kultur im Unternehmen und das Führungsverhalten, das sich wiederum auf die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten auswirkt. Auf solch einem „guten Boden“ werden umsetzbare Lösungen und Maßnahmen für das Unternehmen und die/den Betroffene/n möglich.

    BEM bringt …

    … vertiefendes Wissen, Verständnis sowie Hand- lungs- und Steuerungsmöglichkeiten zu Absenzen und Eingliederung nach längeren Krankenständen im Unternehmen.

    … Eingliederungsfälle, die nicht „dem Zufall über- lassen“ werden. Dies wirkt sich auf die Unterneh- menskultur und die Attraktivität nach innen und außen aus.

    … die gezielte Nutzung etwaiger externer Unterstüt- zungsangebote und Förderungen.

    … einen Beitrag zur Deeskalation beim Thema Eingliederung.

    … ein Zurückgreifen auf die Ressourcen von Mit- arbeitenden, die länger krank waren, im Sinne der künftigen Fachkräftesicherung.

    … Kosten- und Ressourcentransparenz zum Personal- thema Betriebliche Eingliederung.

    … überprüfbare Wirkungen von Maßnahmen und Interventionen der Personalarbeit.

    … eine Senkung der Fehlzeiten, da frühzeitig aktiv interveniert wird.

    Checkbox

    ”BEM – weil uns die Gesundheit unserer MitarbeiterInnen wich�g istUnsere MitarbeiterInnen sind die Basis unseres Erfolgs - daher gilt es diese auch zufördern und zu schützen.Durch das Betriebliche Eingliederungsmanagement (kurz: BEM) wollen wir nachhal�g dazu beitragen, die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer MitarbeiterInnen am

    Arbeitsplatz und darüber hinaus langfris�g zu erhalten und zu stärken.

    Katrin Ebetsberger-Katerl, B.A.

    Human Capital Development Manager

    Miba Sinter Austria GmbH

  • 6 www.bem-austria.at

    matisch ein Angebot zur freiwilligen Teilnahme am BEM. Stufenweise wird die Eingliederung mit geschulten BEM-Beauftragten unter Einbeziehung der Führungskräfte geplant und Maßnahmen werden umgesetzt. Die Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz ist das primäre Ziel.

    BEM ist eine wesentliche Säule des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Wie im Arbeits- schutz wird BEM von mehreren AkteurInnen, sogenannten BEM-Beauftragten, gemanagt.

    Dadurch entsteht eine höhere Lösungsqualität und damit einhergehend erhält das Unternehmen Hinweise für präventive Maßnahmen. Den BEM- Berechtigten stehen mehrere BEM-Beauftragte im Eingliederungsfall zur Verfügung, die sie für ihren BEM-Prozess frei auswählen können.

    In Österreich haben Unternehmen zukunftsorien- tiert auf freiwilliger Basis BEM – Betriebliches Eingliederungsmanagement als erprobtes Perso-

    Gut geplante Schritte ins Unternehmen

    BEM - Betriebliches Eingliederungsmanagement ist ein strukturiertes und geplantes Vorgehen, das bei längeren Krankenständen bzw. Abwesenheiten in Unternehmen eingesetzt wird. Es dient zur Erhal- tung der Gesundheit und vermindert Abwesen- heitszeiten. Die Rückkehr und Eingliederung wird aktiv gestaltet und erfolgt Stufe für Stufe:

    1. Kontaktaufnahme zu den betroffenen Mitarbei- tenden

    2. Gemeinsame Gespräche mit dem Ziel die Eingliederung zu planen

    3. Maßnahmen entwickeln und umsetzen um die Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen

    Der Betrieb erarbeitet und stellt eine Struktur für alle Mitarbeitenden zur Verfügung, um die Rückkehr nach längerem Krankenstand aktiv zu managen. Die sogenannten BEM-Berechtigten bekommen auto-

    Was ist BEM konkret?

  • Was ist BEM konkret? 7

    Wie viele Mitarbeitende waren in den letzten zwölf Monaten länger krank (mehr als sechs Wochen)?

    Wie gehen Sie mit dem Thema Eingliederung derzeit um?

    Wie ist Ihr BGM strukturell ausgebaut, welche Prozesse gibt es und zu welchen Ergebnissen kommen Sie?

    nalmanagementtool entwickelt und eingeführt. Dabei hat sich ein österreichischer Weg - BEM- Austria – herauskristallisiert.

    Was haben Unternehmen und Mitar- beitende zu tun?

    Bei einer längeren Erkrankung bzw. Abwesenheit stellen sich sowohl für das Unternehmen als auch für die Mitarbeitenden Fragen: � Wie können die fehlenden Personalressourcen

    kompensiert werden? Welches Know-how steht zur Verfügung? Welche Auswirkungen kommen auf das Unternehmen zu?

    � Welche Anknüpfungsmöglichkeiten bestehen bei der Rückkehr? Was erwartet den/die BEM- Berechtigten? Wie sehen die KollegInnen die längere Abwesenheit?

    Damit die Eingliederung nach längerem Kranken- stand gelingen kann, sind beide - Unternehmen und BEM-Berechtigte - gefragt, die Eingliederung aktiv zu gestalten: � Was kann ich als Unternehmen tun, damit die

    Rückkehr gelingt?

    � Was können die Beiträge als MitarbeiterIn sein?

    BEM in drei Sätzen

    B B– Der etrieb managt aktiv mit AkteurInnen des Betriebs (z.B. Personalverantwortliche, Betriebsrä-

    te, Präventivfachkräfte) d