Versicherungsbetriebslehre I Kapitel 3. Externes Rechnungswesen Rechnungslegung

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  • 3. Externes Rechnungswesen / Rechnungslegung im VU 3.1. Grundlagen 3.2. Die Rechtsgrundlagen der Rechnungslegung nach dem deutschen HGB nach dem deutschen HGB 3.3. Bilanz (nach HGB) 3.4. Gewinn- und Verlustrechnung (nach HGB) 3.5. Anhang und Lagebericht (nach HGB) 3.6. Hinweise zur Jahresabschlussanalyse 3.7. Exkurs: Rechnungslegung nach IAS/IFRS
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  • 3.1. Externes Rechnungswesen / Rechnungslegung im VU (eRW) - die Definition - Das externe Rechnungswesen im VU... - ist die Informationsabgabe ber das Wirtschaftsgeschehen im VU - an Adressaten in der Umwelt des VU - Es ist damit der nach auen gerichtete Teil des Rechnungswesens - Konkret hat das eRW die Aufgabe, den Jahresabschluss und den Lagebericht aufzustellen und bekannt zu machen - Das Ergebnis ist der jhrlich verffentliche Geschftsbericht. Dessen Teile sind der Lagebericht und der Jahresabschluss. Der Jahresabschluss besteht wiederum aus den 3 Teilen Bilanz, Erfolgsrechnung (G+V) und Anhang. - Es gibt zahlreiche gesetzliche Vorschriften fr alle Branchen und Sondervorschriften fr VU. - Es gibt Einzel-Jahresabschlsse und Lageberichte. Auf die Sondervorschriften fr Konzerne wird nachfolgend nicht eingegangen.
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  • 3.1. Externes Rechnungswesen / Rechnungslegung im VU (eRW) - ein Vergleich Vergleich:InternesRechnungswesen Externes Rechnungswesen Ziel bzw. Zweck v.a. Unternehmenssteuerung, auch Controlling und PreiskalkulationInformationsfunktion, Ausschttungsbemessung und Schutzfunktion Adressaten Innerhalb des VU, v.a. das Management des VU Alle Interessenten in der Umwelt des VU, v.a. Unternehmenstrger, Faktorliefernaten, Kunden Kernstck Kosten- und Leistungsrechnung, auch Deckungsbeitragsrechnung Jahresabschluss (Bilanz, Erfolgsrechnung/G+V, Anhang) und Lagebericht Rechtsgrundlage keine Rechtsvorschriften sondern alleine Zweckmigkeitsgedanken Die (Mindest-)Inhalte fr das eRW sind gesetzlich vorgeschrieben/definiert
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  • 3.1. Externes Rechnungswesen / Rechnungslegung im VU (eRW) Einschub: Die interne Rechnungslegung im VU... - Als interne Rechnungslegung bezeichnet man auch die Berichterstattung gegenber dem BaFin (Versicherungsaufsichtbehrde); deren Aufgabe nach VAG die berwachung der dauernden Leistungsfhigkeit des VU ist; dazu werden Informationen bentigt. - Rechtgrundlage bildet die BerVersV (die Verordnung ber die Berichterstattung von VU gegenber der BaFin) - Hier ist detailliert geregelt, welche internen Berichte (Jahres-, Quartalsberichte) abzugeben sind - Ein Beispiel fr interne Berichte ist: es sind detaillierte Sparten- Erfolgsrechnungen erforderlich
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  • 3.1. Externes Rechnungswesen / Rechnungslegung im VU (eRW) - die Ziele - Ziele des externen Rechnungswesens: - die Information anderer Wirtschaftsteilnehmer ber die Geschftsttigkeit des VU, damit sie gute Entscheidungen ber ihre Geschftsbeziehungen zum VU treffen knnen (z.B. Kunde) Im einzelnen kann man drei Funktionen unterscheiden: 1. Ausschttungsbemessungsfunktion: Die Bemessungsgrundlage fr Ausschttungen wird publiziert (z.B. Steuer, Dividende) 2. Informationsfunktion: Es wird Rechenschaft ber das unternehmerische Handeln abgelegt und erlaubt damit eine Kontrollfunktion fr Externe. 3. Schutzfunktion: Die rechtzeitige Info von Geschftspartnern bewahrt vor Risiken und Verlusten; wichtigste Funktion!!
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  • 3.1. Externes Rechnungswesen / Rechnungslegung im VU (eRW) - die Adressaten - Die Publizittspflicht ist im Versicherungssektor ausgeprgter als in anderen Bereichen, da das lagfristige Versicherungsschutzversprechen nur wirksam ist, wenn das VU dann auch zahlungsfhig ist. Die Publizitt soll einen Beitrag zur berwachung leisten. Adressaten des eRW: Adressaten des eRW: - Kunden: VN, Kapitalanlagekunden, sonstige Kunden - Faktorlieferanten: Arbeitnehmer, Vermittler, RVU, Sachmittellieferanten - Unternehmenstrger/Eigenkapitalgeber: Klein- und Groaktionre der AG, VN der VVaG, ffentliche Trger der ffentlich-rechtlichen VU - Weitere Interessenten: Konkurrenten, ffentlichkeit, Fiskus, Versicherungsaufsicht
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  • 3.1. Externes Rechnungswesen / Rechnungslegung im VU (eRW) - die Informationsinteressen - Die Informationsinteressen der einzelnen Interessengruppen unterscheiden sich. VN: Interesse an Schadenzahlungen (d.h. Kapitalausstattung, Sicherheit) und Prmienkalkulation (d.h. Schadenquote und Betriebskostenquote) Kapitalanlagekunden: Kennzahlen des KA-Bereiches Arbeitnehmer, Vermittler: Verdienstmglichkeit und Unternehmenssicherheit RVU: Infos ber die Qualitt des Erstversicherungsgeschftes Wettbewerber: berbetriebliche Vergleiche ffentlichkeit: Sicherungsfunktion und Kapitalsammelbecken machen die Branche vwl. bedeutsam Fiskus und Bafin sind auf das eRW nicht primr angewiesen, da sie eigene Infos direkt erhalten
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  • 3.2 Die Rechtsgrundlagen des eRW (nach dem deutschen HGB) Einschub: IAS/IFRS Die HGB-Rechnungslegung steht im Gegensatz zur IAS/IFRS-Rechnungslegung. Im Rahmen der Globalisierung und Internationalisierung der Kapitalmrkte wurden zunehmend Stimmen laut, die die internationale Harmonisierung und Standardisierung der Rechnungslegungsvorschriften verlangten, um eine Vergleichbarkeit zu ermglichen. Diese einheitlichen Vorschriften IAS (International Accounting Standards) und IFRS (International Financial Reporting Standards) wurden in der EU 2005 verpflichtend fr alle Konzernbilanzen brsennotierter Unternehmen eingefhrt. Das Ziel der IAS/IFRS liegt in der realistischen Darstellung der Unternehmenswerte und gewinne, adressiert an Investoren, Analysten und Aufsichtsbehrden. Die Philosophie der HGB-Rechnungslegung folgt eher den Vorsichtsgrundstzen, da sie v.a. den Schutz der VN zum Ziel hat.
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  • 3.2 Die Rechtsgrundlagen des eRW Unterschiedliche Jahresabschlussziele Glubigerschutz nach HGB Glubigerschutz nach HGB - Erhaltung des Haftungsvermgens durch Begrenzung der Gewinnausschttung - reine Informationsfunktion ist von sekundrer Bedeutung Investorenschutz nach US-GAAP - gegenwrtigen und potenziellen Investoren als Eigenkapitalgebern einen mglichst vollstndigen Einblick in die tatschlichen Verhltnisse der Vermgens-, Finanz- und Ertragslage gewhren.
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  • 3.2 Die Rechtsgrundlagen des eRW (nach dem deutschen HGB) HGB-Rechnungslegung heit nach dem bisher Gesagten also nicht, dass das HGB die alleinige Rechtsquelle ist, sondern meint vielmehr wie beschrieben die gesamte Rechnungslegung nach der HGB-Philosophie wie sie berwiegend fr Einzel-VU in D gebruchlich ist im Gegensatz zur IAS/IFAS-Philosophie. Die Rechtsgrundlagen der handelsrechtlichen Rechnungslegung sind ber verschiedene Gesetze verstreut und daher recht unbersichtlich. Die wichtigsten Bestimmungen finden sich - im HGB (Handelsgesetzbuch) und - in der RechVersV (Verordnung ber die Rechnungslegung in VU). Daneben gibt es relevante Vorschriften - im AktG (Aktionsgesetz) und - im VAG (Versicherungsaufsichtsgesetz).
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  • 3.2 Die Rechtsgrundlagen des eRW (nach dem deutschen HGB) Die genannten Rechtsgrundlagen gelten grundstzlich fr alle Erst- und Rckversicherungsunternehmen (auch wenn sie keine AG sind). Die einzige Ausnahme sind kleinere VVaGs, fr die z.T. erleichternde Vereinfachungsvorschriften gelten. (um... eine im Verhltnis zur Gre der VU unangemessene Belastung zu vermeiden.). Fr die Rechnungslegung von VU sind v.a. branchenspezifische Vorschriften mageblich. Der Jahresabschluss der VU ist tiefer zu gliedern und ausfhrlicher zu erlutern., als der JA anderer Branchen. Diese branchenspezifischen Sondervorschriften finden sich v.a. in den 341 bis 341p des HGB und in der bereits zitierten RechVersV. (Beides wurde in einer EU Novelle 1994 neu gefasst, die auch der EU-Harmonisierung diente.)
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  • 3.2 Die Rechtsgrundlagen des eRW Fristen und Publizitt der Rechnungslegung berblick ber die Fristen: Fr den Jahresabschluss - ErstVU: innerhalb von 4 Monaten - RVU: innerhalb von 10 Monaten (d.h. 6 Monate mehr) Fr die Hauptversammlung - ErstVU: innerhalb von 8 Monaten - RVU: innerhalb von 14 Monaten Fr die Verffentlichung des Jahresabschlusses im Bundesanzeiger - ErstVU: innerhalb von 12 Monaten - RVU: innerhalb von 15 Monaten Die Publizitt: 1. Jeder Versicherte kann den letzten Jahresabschluss anfordern 2. Dem BaFin ist der Jahresabschluss und Lagebericht unverzglich einzureichen.
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  • 3.2 Die Rechtsgrundlagen des eRW Allgemeine und spezielle Ausweisprinzipien Neben den genannten Rechtgrundlagen gibt es noch weitere Ausweisprinzipien: 1. Generelle Abbildungsprinzipien, die fr alle Unternehmen gelten hier sind besonders die GOB zu erwhnen. 2. Spezielle Abbildungsprinzipien, die grundstzlich fr alle Erst- und Rckversicherungsunternehmen gelten. Die GOB (Grundstze ordnungsgemer Buchfhrung) sind immer dann anzuwenden, wenn es Gesetzeslcken oder Zweifelsfragen gibt. Es handelt sich hier um Usancen bzw. gewachsenes Recht, das frher gar nicht kodifiziert (=in einem Gesetz festgeschrieben) war. Inzwischen sind einige der Normen in das HGB aufgenommen. Die speziellen Ausweisprinzipien fr VU gibt es deshalb, weil VU im Vergleich zu anderen Branchen viele Besonderheiten aufzeigen (Vorausfinanzierung der Schadenzahlungen, Zeitraumbezug, zufallsabhngige Schadenkosten, Rckversicherung.... etc).
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  • 3.2 Die Rechtsgrundlagen des eRW Allgemeine und spezielle Ausweisprinzipien berblick ber die allgemeinen Ausweisprinzipien/Grundstze: (GOB oder Grundstze ordnungsgemer Buchfhrung) 1. Grundstze der Bilanzwahrheit 2.