Fach Rechnungswesen

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  • Berufliche Schulen

    des Landes Hessen

    Lehrplan Berufliches Gymnasium Fachrichtung Wirtschaft Fach Rechnungswesen

  • Berufliches Gymnasium, Fachrichtung Wirtschaft Fach Rechnungswesen

    Inhaltsverzeichnis

    Teil A Grundlegung fr das Fach Rechnungswesen 2 1 Aufgaben und Ziele des Faches 2 2 Didaktisch methodische Grundlagen 2 3 Umgang mit dem Lehrplan 2

    Teil B Unterrichtspraktischer Teil 4 1 bersicht der Kursthemen und Stundenanstze 4 2 Einfhrungsphase (Jahrgangsstufe 11) 5

    11.1 Grundlagen der Industriebuchfhrung 5 11.2 Buchung wesentlicher industrieller Wertschpfungsprozesse 7

    3 Qualifikationsphase (Jahrgangsstufe 12) 9 GK 12.1 Jahresabschluss und Bewertung 9 GK 12.2 Kostenrechnung I 11

    3 Qualifikationsphase (Jahrgangsstufe 13) 14 GK 13.1 Auswertung des Jahresabschlusses 14 GK 13.2 Kostenrechung II 17

    Abschlussprofil am Ende der Qualifikationsphase 19

    (2005) http://berufliche.bildung.hessen.de 1 von 21

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    Teil A Grundlegung fr das Fach Rechnungswesen 1 Aufgaben und Ziele des Faches Mit dem Wandel der Arbeits-, Organisations- und Produktionsprozesse im Bereich der Wirt-schaft haben sich die Anforderungen an das Beschftigungssystem gendert. Die traditionel-len Vorstellungen von Betriebs- und Arbeitsorganisationen werden in den Unternehmen zu-nehmend durch neue Konzepte der Arbeitsorganisation und Mitarbeiterfhrung abgelst. Un-ternehmensphilosophien haben neue Orientierungen erfahren: permanente Optimierung, Pro-zessdenken, dynamische Weiterentwicklung der Organisationsformen u.a. Eine entwickelte Sozialkompetenz der Beschftigten, insbesondere ihre Fhigkeit und Bereitschaft zur Kom-munikation und zielgerichteten Zusammenarbeit mit anderen ist Voraussetzung dafr, die Handlungsspielrume und Verantwortungsbereiche der neuen Organisationsformen auszu-schpfen sowie die Unternehmensphilosophien umsetzen zu knnen. Solche Vernderungen im Unternehmensbereich strahlen auf staatliche Verwaltung, behrdliche Strukturen und Ar-beitsprozesse aus und prgen soziale sowie gesellschaftlich - politische Entwicklungen. Gleichzeitig werden die konomischen, kologischen, technologischen und gesellschaftlichen Zusammenhnge und Entwicklungen komplexer und unbersichtlicher. In der Gesellschaft von morgen entscheidet die Qualitt des Wissens und der erworbenen Handlungskompetenz ber die Chancen des Einzelnen und unserer Gesellschaft. Auf Mglichkeiten der Umsetzung der Besonderen Bildungs- und Erziehungsaufgaben in den einzelnen Aufgabengebieten gem 6, Abs. 4 HSchG wird in einem eigenen Abschnitt ge-sondert hingewiesen. Der Unterricht im Fach Rechnungswesen des beruflichen Gymnasiums muss dazu fhren, dass die im entsprechenden Abschlussprofil formulierten Anforderungen von den Schlerinnen und Schlern erreicht werden knnen.

    2 Didaktisch methodische Grundlagen Auf der Basis der Aufgaben und Zieldefinitionen werden im Unterricht Lernprozesse initiiert, bei denen die aktive Arbeit der Lerngruppe im Vordergrund steht und der Erwerb von Fach-wissen eng gekoppelt ist an die Erprobung verschiedener Lern- und Arbeitsformen. Nicht das Wissen allein ist Unterrichtsziel, sondern auch wie es handlungs- und problembezogen er-worben werden kann. Somit ist ein Wechsel zwischen handlungs- und problembezogenem Lernen sowie zwischen begrifflich sachlicher Systematisierung und kritisch konstruktiver Reflexion der Inhalte in den jeweiligen Lernangeboten sicherzustellen. Unterrichtsvorhaben werden dabei zunehmend komplexer mit offenen Fragestellungen kon-zipiert, um die Mglichkeiten der Schlerinnen und Schler zu frdern, kreativ Probleme zu lsen, selbststndig zu arbeiten, vielfltige Informationsquellen zu erschlieen und zu nutzen sowie Selbstvertrauen in die eigenen Fhigkeiten zu entwickeln. Die Schlerinnen und Schler sollen fcherbergreifend authentische Erfahrungen im Rah-men von Projekten, Erkundungen, Planspielen und Fallstudien sammeln. Der Computer wird zunehmend zur Gewinnung von Informationen und als Abrechnungs- und Entscheidungsinstrument eingesetzt (vgl. 1 Aufgaben und Ziele des Faches). Die Anwendung des Computers mit Programmen des Rechnungswesens ermglicht dabei in besonderem Mae selbststndiges und selbstgesteuertes Arbeiten der Schlerinnen und Schler.

    3 Umgang mit dem Lehrplan Fr jede Jahrgangsstufe sind verbindliche Kursthemen vorgegeben, die durch ergnzende Stichworte konkretisiert werden. Diese Unterrichtsinhalte stellen das Kerncurriculum des je-weiligen Faches dar und beanspruchen ca. zwei Drittel der insgesamt zur Verfgung stehen-

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    den Unterrichtszeit. Die restliche Zeit wird durch Schulcurricula ergnzt, wobei die ausgewie-senen fakultativen Unterrichtsinhalte als Anregung dienen. Die Aufgaben fr die schriftliche Abiturprfung beziehen sich auf die hier ausgewiesenen Un-terrichtsinhalte aus den Grundkursen der ersten drei Halbjahre der Qualifikationsphase. Die Aufgaben der mndlichen Abiturprfung knnen sich zustzlich auf die Unterrichtsinhalte des Prfungshalbjahres (13.2) beziehen.

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    Teil B Unterrichtspraktischer Teil

    1 bersicht der Kursthemen und Stundenanstze

    Kursthemen Stundenansatz

    11.1 Grundlagen der Industriebuchfhrung 401)

    11.2 Buchung wesentlicher industrieller Wertschpfungsprozesse 401)

    GK 12.1 Jahresabschluss und Bewertung 60

    GK 12.2 Kostenrechnung I 60

    GK 13.1 Auswertung des Jahresabschlusses 60

    GK 13.2 Kostenrechnung II 60

    1) Bei Kompensationsunterricht 60 Stunden

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    2 Einfhrungsphase (Jahrgangsstufe 11)

    11.1 Grundlagen der Industriebuchfhrung

    Begrndung In der Einfhrungsphase (Jahrgangsstufe 11.1) wird das grundlegende Verstndnis fr die Buchfhrung vermittelt. Dabei wird die Buchfhrung als ein System dargestellt, das die Wer-testrme eines Betriebes erfasst, transparent macht und so Entscheidungsgrundlagen zur Verfgung stellt. Zunchst wird mit Hilfe von Inventur und Inventar ein Erfolgsvergleich auf Grundlage eines Eigenkapitalvergleichs durchgefhrt. Anschlieend wird die Bilanz eingefhrt und in die ent-sprechenden Konten aufgelst, um Geschftsflle zeitnah zu erfassen. Die Buchungen erfol-gen im Grund- und im Hauptbuch, um das System der doppelten Buchfhrung zu verdeutli-chen. Zentraler Bestandteil der Geschftsbuchfhrung ist die Darstellung und Buchung der Erfolgs-vorgnge. Vertiefend werden in diesem Zusammenhang die Lagerbestandsvernderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sowie die Abschreibung des abnutzbaren Anlage-vermgens behandelt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der betriebswirtschaftlichen und buchhalterischen Darstellung der Umsatzsteuer, ohne die die meisten Geschftsflle nur un-vollstndig erfasst werden knnen. Am Ende des Halbjahres werden die Privatvorgnge er-fasst, bevor ein einfacher Geschftsfall komplett gebucht wird. In diesem Zusammenhang bietet sich die Mglichkeit zum Einsatz eines Finanzbuchhaltungsprogramms an.

    Verbindliche Unterrichtsinhalte Stichworte und Hinweise

    Aufgaben des betrieblichen Rechnungswesens Dokumentation, Rechenschaftslegung und Infor-mation, Kontrolle, Disposition

    Unterscheidung der Teilgebiete des betrieblichen Rechnungswesens

    Finanzbuchhaltung, Kosten- und Leistungsrech-nung, Statistik, Planungsrechnung

    Begrndung der Notwendigkeit der Inventur Mengen- und / oder wertmige Bestandsauf-nahme zu einem bestimmten Stichtag, Inventur-vereinfachungsverfahren

    Gliederung des Inventars und Ermittlung des Reinvermgens

    Vermgen, Schulden, Eigenkapital (Reinvermgen als Differenz zwischen Vermgen und Schulden)

    Erfolgsermittlung durch Eigenkapitalvergleich

    Zusammenhang zwischen Inventar und Bilanz Bilanz als Zusammenfassung des Inventars dar-stellen, Gliederung und Struktur der Bilanz, Bi-lanzgleichung (Vermgen = Kapital)

    Beschreibung der nderungen als Folge von Ge-schftsfllen

    Bilanzvernderungen (Aktivtausch, Passivtausch, Bilanzverlngerung, Bilanzverkrzung)

    Auflsung der Bilanz in Bestandskonten Aktivkonten, Passivkonten

    Buchung von Geschftsfllen und Fhren der Be-standskonten anhand von Grund- und Hauptbuch

    Aufstellung einer (eines) Erffnungsbilanz (Kon-tos), Buchung der Anfangsbestnde, Buchung der Geschftsflle aufgrund von Belegen im Grund-buch (Buchungsstze) und im Hauptbuch (Bu-

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    chung auf Konten), Abschluss der Bestandskon-ten, Aufstellung eines Schlussbilanzkontos

    Buchung von Aufwendungen und Ertrgen auf den Erfolgskonten

    Eigenkapitalvernderungen durch Aufwendungen und Ertrge, Erfolgskonten als Unterkonten des Eigenkapitalkontos, Abschluss der Erfolgskonten ber das Gewinn- und Verlustkonto

    Gewinn- und Verlustrechnung unter Bercksichti-gung der Bestandsvernderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

    Darstellung der Bestandsmehrung als Ertrag und der Bestandsminderung als Aufwand, Buchen der Bestandsvernderungen

    Begrndung der Notwendigkeit der Abschreibung von Vermgensgegenstnden des abnutzbaren Anlagevermgens und Berechnung des Wertever-zehrs nach verschiedenen Abschreibungsmetho-den

    Wertminderung durch Nutzung, technischen Fort-schritt, natrlichen Verschlei, auergewhnliche Ereignisse, lineare und degressive Abschrei-bungsmethoden (Abschreibungssatz, Abschrei-bungsbetrag, Nutzungsdauer)

    Buchung der Abschreibung auf das abnutzbare Anlagevermgen

    Buchungsstze und Fhren der Konten

    Darstellung des Wesens der Umsatzsteuer und Ermittlung der Zahllast

    Aufzeigen der Besteuerung des Mehrwerts auf jeder Umsatzstufe mit dem Ziel, nur den End-verbraucher mit der Steuer zu belasten, Zahllast als Differenz zwischen Umsatzsteuer und Vor-steuer

    Buchung der Umsatzsteuer beim Ein- und Verkauf Umsatzsteuerkonto, Vorsteuerkonto, Bilanzierung der Zahllast oder des Vorsteuerberhangs

    Buchung von Privatentnahmen und -einlagen Darstellung des Privatkontos als Unterkonto des Eigenkapitalkontos, Privatentnahmen und -einlagen, unentgeltliche Entnahme von Gegens-tnden und sonstigen Leistungen Abschluss des Privatkontos ber das Eigenkapitalkonto

    Buchung einfacher Geschftsgnge und Ab-schluss der Konten

    Buchen von Beleggeschftsgngen (ggf. mithilfe eines Buchfhrungsprogramms)

    Fakultative Unterrichtsinhalte Stichworte und Hinweise

    Erluterung des Begriffs der Anschaffungskos-ten Privatentnahmen sonstiger Leistungen

    Listenpreis, Anschaffungskosten Pkw- und Telefonnutzung nach der jeweils aktuell gltigen Regelung

    Arbeitsmethoden der Schlerinnen und Schler / Hinweise und Erluterungen Siehe Teil A , Punkt 2

    Bercksichtigung von Aufgabengebieten ( 6 Abs. 4 HSchG) Rechtserziehung, informations- und kommunikationstechnische Grundbildung und Mediener-ziehung

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    11.2 Buchung wesentlicher industrieller Wertschpfungsprozesse

    Begrndung In der Einfhrungsphase (Jahrgangsstufe 11.1) wurden die Grundlagen der Buchfhrungs-technik vermittelt und damit die Voraussetzungen geschaffen Wertestrme zu erfassen und zu dokumentieren. Aufbauend auf dieses grundlegende Verstndnis von Buchfhrung, soll in der Jahrgangsstufe 11.2 im Rahmen der Finanzbuchhaltung vertiefend auf ausgewhlte in-dustrielle Wertschpfungsprozesse eingegangen werden. Hierbei steht der Beschaffungs- und Absatzbereich in Industriebetrieben im Vordergrund. Da Industriebetriebe Werkstoffe zur Senkung der Lagerkosten meist erst dann anliefern lassen, wenn sie in der Fertigung bentigt werden (Just-in-time-Fertigung), soll im Beschaffungsbe-reich neben der Bestandsmethode ausfhrlich die Aufwandsmethode behandelt werden. Ein weiterer Schwerpunkt stellt die Betrachtung des Personalbereichs eines Betriebes dar. Nicht nur die erhebliche Bedeutung der Personalkosten fr eine Unternehmung ist eine di-daktische Legitimation des Themas, sondern auch der zuknftige Status der Schlerinnen und Schler als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Einen Praxisbezug erhlt der Kurs Finanzbuchhaltung durch die Anwendung eines Finanz-buchhaltungsprogramms, das zudem dem Gedanken des Projektunterrichts Rechnung trgt. Das Ergebnis dieser Anwendung ist der Abschluss eines kompletten Geschftsgangs mit der Darlegung der G. u. V. - Rechnung und der Schlussbilanz. Der Zeitpunkt der Anwendung soll zu Beginn des Jahrgangsstufe 11.2 liegen, um inhaltliche berforderungen auszuschlieen. Fakultativ kann zum Ende des Kurses ein auf den ersten Fall aufbauender Geschftsgang gebucht werden.

    Verbindliche Unterrichtsinhalte Stichworte und Hinweise

    Organisation der Buchfhrung durch Indust-riekontenrahmen und Kontenplan Bestandsorientierte und aufwandsorientierte Buchung im Beschaffungsbereich Buchung im Absatzbereich

    Aufgaben und Aufbau des IKR, Kontenklassen des Rechnungskreises I, Kontenrahmen und Kontenplan Einkauf von Werkstoffen, Bezugskosten, Rcksendungen, Preisnachlsse wegen Mn-gelrgen, Liefererboni und Liefererskonti Umsatzerlse und Vertriebskosten, Rcksen-dungen, Preisnachlsse wegen Mngelrgen, Kundenboni und Kundenskonti

    Buchung der Sonderflle im Beschaffungs- und Absatzbereich Buchung im Personalbereich

    Buchung mit einem Finanzbuchhaltungspro-gramm

    Ein- und Verkauf von Handelswaren Grundlagen der Lohn- und Gehaltsbuchun-gen: Ermittlung der Steuer- und Sozialversi-cherungsabzge Buchungen von Lhnen und Gehltern, Vor-schssen, geldwerten Vorteilen und verm-genswirksamen Leistungen Finanzbuchhaltung in der betrieblichen Praxis, Offene-Posten-Buchhaltung, Stammdaten-pflege, Buchung eines einfachen Geschfts-gangs mit Abschluss

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    Fakultative Unterrichtsinhalte Stichworte und Hinweise

    Buchung im Zahlungs- und Finanzbereich Kalkulation Vertiefende Anwendung eines Finanzbuchhal-tungsprogramms

    Scheckverkehr und Anzahlungen Grundlegende Buchungen beim Leasingneh-mer Ermittlung des Bezugspreises Buchen eines komplexen Geschftsgangs

    Arbeitsmethoden der Schlerinnen und Schler / Hinweise und Erluterungen Gem den Vorgaben der didaktisch methodischen Grundlagen (vgl. Teil A 2 ) ist je nach inhaltlichen Vorgaben der Unterricht handlungs- und projektorientiert zu gestalten und die unternehmerische Prozessorientierung hervorzuheben.

    Querverweise Die Themenschwerpunkte Buchen im Finanzbereich, Personalbereich und Beschaffungs- und Absatzbereich bedrfen der wechselseitigen vertiefenden Reflexion mit dem Unterrichts-fach Wirtschaftslehre. Bei den Inhalten des Faches lassen sich vielfach Bezge zur Datenverarbeitung, zur Text-verarbeitung und zu Prsentationstechniken herstellen. Zum Beispiel knnen Rechnungen, Gut- bzw. Lastschriften als Buchungsbelege durch Textverarbeitungsprogramme erstellt wer-den. Fr die Prsentation von Einzel- und Gruppenarbeitsergebnissen ist die Anwendung von Prsentationstechniken elementar.

    Bercksichtigung von Aufgabengebieten ( 6 Abs. 4 HSchG) Rechtserziehung, informations- und kommunikationstechnische Grundbildung und Mediener-ziehung

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    3 Qualifikationsphase (Jahrgangsstufe 12)

    GK 12.1 Jahresabschluss und Bewertung

    Begrndung Nachdem in der Einfhrungsphase ein grundlegendes Verstndnis der Buchfhrung geschaf-fen und anhand ausgewhlter industrieller Wertschpfungsprozesse vertieft wurde, muss ein Unternehmen am Ende eines jeden Wirtschaftsjahres einen aussagekrftigen, den gesetzli-chen Vorschriften gengenden Jahresabschluss erstellen. Dabei ist zunchst eine periodengerechte Erfolgsermittlung sicherzustellen, indem sonstige Forderungen / Verbindlichkeiten, Rechnungsabgrenzungsposten sowie Rckstellungen buch-halterisch erfasst und die finanziellen Auswirkungen auf das Betriebsergebnis erarbeitet wer-den. Im Rahmen des Jahresabschlusses stellt sich die Frage nach einer betriebwirtschaftlich sinn-vollen, aber auch gesetzlich zulssigen Bewertung der Vermgenspositionen und der Schul-den. Die zu bercksichtigenden Bewertungsgrundstze werden ganz konkret auf die Bewer-tung des Anlagevermgens sowie des Umlaufvermgens angewandt. Beim abnutzbaren An-lagevermgen liegt ein Schwerpunkt auf den verschiedenen Abschreibungsmethoden, wh-rend die Bewertung der Vorrte und der Forderungen die Schwerpunkte bei der Bewertung des Umlaufvermgens bilden. Abschlieend ist die Bewertung der Schulden vorzunehmen. Einen wichtigen Exkurs im Rahmen des Jahresabschlusses bilden die Grundzge der inter-nationalen Rechnungslegung nach IFRS, denn deutsche Unternehmen, die an internationa-len Kapitalmrkten Kapital nachfragen, mssen einen solchen international verstndlichen und vergleichbaren Jahresabschluss vorlegen.

    Verbindliche Unterrichtsinhalte Stichworte und Hinweise

    berblick ber die Jahresabschlussarbeiten Gliederung des Jahresabschlusses fr Einzel-unternehmen / Personengesellschaften sowie fr Kapitalgesellschaften, Aufgaben des Jahresabschlusses

    Zeitliche Abgrenzung der Aufwendungen und Ertrge

    Periodengerechte Erfolgsermittlung, Darstel-lung der Auswirkung auf den Jahreserfolg: Sonstige Forderungen / Verbindlichkeiten Aktive / passive Rechnungsabgrenzungspos-ten Rckstellungen, Passivierungspflicht bzw. Passivierungswahlrecht

    Bewertung des nicht abnutzbaren sowie des abnutzbaren Anlagevermgens

    Anschaffungskosten (AK) einschlielich der Anschaffungspreisnebenkosten und der -minderungen), Herstellungskosten (HK) Abschreibung der Sachanlagen: planmig, auerplanmig, Wechsel der Abschrei-bungsmethoden (degressiv zu linear), leis-tungsabhngige Abschreibung, geringwertige Wirtschaftsgter, fortgefhrte AK / HK Bewertungsprinzipien: Vorsichts-(Imparitts-)

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    prinzip, gemildertes und strenges Nie-derstwertprinzip Bewertungsunterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz (z.B. Wertaufholungsgebot)

    Bewertung des Umlaufvermgens

    Bewertung der Vorrte

    Anschaffungs- /Herstellungskosten, strenges Niederstwertprinzip

    Einfache und permanente Durchschnittsbe-wertung, Verbrauchsfolgeverfahren: steuer- und han-delsrechtliche Behandlung von Lifo und Fifo

    Bewertung der Forderungen Einteilung der Forderungen in einwandfreie, zweifelhafte, uneinbringliche Direkte Abschreibung von uneinbringlichen Forderungen, Einzelwertberichtigung zweifel-hafter Forderungen

    Bewertung der Schulden Rckzahlungsbetrag, Hchstwertprinzip Whrungsverbindlichkeiten, Darlehen

    Exkurs: Grundzge der internationalen Rech-nungslegung nach IAS / IFRS

    Darstellung der Bestandteile des IAS / IFRS Jahresabschlusses Wesentliche Abweichungen zwischen IAS / IFRS und der deutschen Rechnungslegung, insbesondere in der Bewertung

    Fakultative Unterrichtsinhalte Stichworte und Hinweise

    Bewertung der Forderungen

    Ergnzende Vorschriften fr Kapitalgesell-schaften

    Pauschalwertberichtigung inklusive Anpas-sungsbuchung zum Bilanzstichtag Kombination von Einzelwert- und Pauschal-wertberichtigung Publizitts- und Prfungspflicht nach Gren-merkmalen, Gliederung der Bilanz, Positionen des Eigenkapitals, Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung

    Arbeitsmethoden der Schlerinnen und Schler / Hinweise und Erluterungen Siehe Teil A , Punkt 2

    Bercksichtigung von Aufgabengebieten ( 6 Abs. 4 HSchG) Rechtserziehung, informations- und kommunikationstechnische Grundbildung und Mediener-ziehung

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    GK 12.2 Kostenrechnung I

    Begrndung Im Mittelpunkt dieses Kurses stehen die Erfassung und Auswertung der betriebsbedingten Aufwendungen und Ertrge (Kosten und Leistungen), die Ermittlung des Betriebsergebnisses sowie die Kalkulation der hergestellten Erzeugnisse. Diese Sichtweise auf der Grundlage der Vollkosten wird ergnzt durch die Grundzge der Deckungsbeitragsrechnung, mit deren L-sungsmglichkeiten vor allem kurzfristige unternehmerische Entscheidungen getroffen wer-den knnen. Neben den rein rechnerischen Aspekten wird in diesem Zusammenhang vor allem die Rolle der Kostenrechnung (KLR) als Informations-, Kontroll- und Planungsinstrument hervorzuhe-ben sein. Ein erheblicher Teil der Inhalte dieses Kurses kann fcherbergreifend unterrichtet werden. So lassen sich z.B. die Ergebnistabelle, der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) und die Zu-schlagskalkulation besonders gut mit Hilfe eines Tabellenkalkulationsprogrammes (im Fach Datenverarbeitung) darstellen und berechnen. Grundstzlich basieren viele Kursinhalte auf originr betriebswirtschaftlichen Fragestellungen und das Rechnungswesen stellt die dafr notwendigen Lsungsinstrumente zur Verfgung. Insofern sind Verbindungen zum Fach Wirtschaftslehre nicht nur erwnscht, sondern unum-gnglich. Ausgehend von der Erarbeitung der notwendigen Grundbegriffe aus der KLR wird zunchst die Abgrenzungsrechnung als Filter fr die nicht betrieblichen Aufwendungen und Ertrge Grundlage der Errterungen sein. Die Deckungsbeitragsrechnung ndert den Blickwinkel der Betrachtung, indem nicht mehr alle Kostenarten (Vollkostenrechnung) Gegenstand der Preisermittlung sind, sondern nur noch die variablen Kosten als Richtschnur fr marktorientierte unternehmerische Entschei-dungen herangezogen werden (Teilkostenrechnung).

    Verbindliche Unterrichtsinhalte Stichworte und Hinweise

    Aufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung Kalkulation der betrieblichen Leistungen Kontrolle der Wirtschaftlichkeit Bereitstellung von Daten fr betriebliche Ent-scheidungen

    Teilgebiete der Kosten- und Leistungsrech-nung

    Kostenartenrechnung Kostenstellenrechnung Kostentrgerstckrechnung Kostentrgerzeitrechnung

    Abgrenzungsrechnung: Ertrag und Leistung Aufwand und Kosten

    Neutraler Ertrag, betrieblicher Ertrag, Leis-tung Neutraler Aufwand, Zweckaufwand, Grund-kosten, Zusatzkosten, Anderskosten

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    Kalkulatorische Kosten Abschreibungen Zinsen Wagnisse Unternehmerlohn

    Abstimmung der Kosten- und Leistungsrech-nung mit der Finanzbuchhaltung

    Ergebnistabelle Betriebsergebnis, Neutrales Ergebnis, Ge-samtergebnis

    Kostenartenrechnung Aufgaben der Kostenartenrechnung Abhngigkeit der Kosten von der Beschfti-gung: Abhngigkeit der variablen, fixen und der Mischkosten von der Beschftigung Kostenplanung bei linearem Kostenverlauf (Break-even-point-Analyse)

    Kostenstellenrechnung: Kriterien fr die Gliederung eines Betriebes in Kostenstellen Verteilung der Kostenarten auf die Kostenstel-len Maschinenstundensatzrechnung

    Betriebliche Kostenstellen: Haupt- und Hilfskostenstellen Betriebsabrechnungsbogen Kostenstellengemeinkosten Kostenstelleneinzelkosten Istzuschlagsstze Berechnung der Selbstkosten Vor- und Nachkalkulation mit Ist- und Normal-zuschlagsstzen Kostenstellenber- und unterdeckung Umsatzergebnis, Betriebsergebnis Maschinenabhngige Fertigungsgemeinkos-ten Restgemeinkosten Berechnung des Maschinenstundensatzes

    Vergleich zwischen Vollkosten- und Teilkos-tenrechnung Grundzge der Deckungsbeitragsrechnung als Stckrechnung Deckungsbeitragsrechnung als Periodenrech-nung in einem Einprodukt-Unternehmen

    Nachteile der Vollkostenrechnung bei kurzfris-tig zu treffenden marktorientierten Entschei-dungen Deckungsbeitrag Gewinnschwellenmenge Auswirkungen von Preisnderungen auf die Gewinnschwellenmenge Deckungsbeitrag und Betriebsergebnis Break-even-point mit Kosten und Erlsen Auswirkungen von Erweiterungsinvestitionen und Kostennderungen

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    Fakultative Unterrichtsinhalte Stichworte und Hinweise

    Kostenstellenrechnung Zusammenhang zwischen Fertigungspro-gramm und Kostentrgerstckrechnung

    Erweiterter und mehrstufiger BAB Kalkulationsverfahren: Divisionskalkulation quivalenzziffernrechnung

    Arbeitsmethoden der Schlerinnen und Schler / Hinweise und Erluterungen Siehe Teil A , Punkt 2

    Querverweise Bei vielen Unterrichtsinhalten bietet sich der Einsatz eines Tabellenkalkulationsprogrammes an. Eine enge Zusammenarbeit bzw. Abstimmung mit den Lehrkrften im Fach Datenverar-beitung und im Fach Wirtschaftslehre ist daher unumgnglich (fcherbergreifender Ansatz).

    Bercksichtigung von Aufgabengebieten ( 6 Abs. 4 HSchG) Informations- und kommunikationstechnische Grundbildung und Medienerziehung

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    3 Qualifikationsphase (Jahrgangsstufe 13)

    GK 13.1 Auswertung des Jahresabschlusses

    Begrndung Durch eine kritische Analyse der Zahlen des Jahresabschlusses gewinnt ein Industriebetrieb Erkenntnisse ber seine Marktstellung und legt Daten zur Unternehmenssteuerung fest (in-terne Bilanzanalyse). Die Ergebnisse sind jedoch nicht nur fr die Geschftsleitung von auerordentlicher Bedeu-tung, sondern auch fr Auenstehende. Glubiger (z.B. Lieferer, Geldgeber), Institute und Verbnde versuchen durch die Analyse der verffentlichten bzw. vorgelegten Jahresab-schlsse Einblicke in eine Unternehmung zu gewinnen (externe Bilanzanalyse). Die Schlerinnen und Schler sollen also in diesem Lehrgang Unternehmen insgesamt und in Teilbereichen hinsichtlich der Vermgens-, Finanz- und Erfolgslage statisch und dyna-misch analysieren und beurteilen. Dabei wird durch die dynamische Betrachtung besonders die unternehmerische Prozessorientierung deutlich.

    Verbindliche Unterrichtsinhalte Stichworte und Hinweise

    Aufgaben, Ziele und Grenzen der exter-nen und internen Auswertung eines Jah-resabschlusses

    Informationsgrundlagen: Bilanz, Gewinn- und Ver-lustrechnung, Anhang und Lagebericht Beurteilung der wirtschaftlichen Lage einer Unter-nehmung hinsichtlich der Vermgens- und Finanz-lage, der Anlagenfinanzierung, der Liquiditt, der Finanzierungs- und Investitionsstrme sowie der Erfolgsrechnung Statische, dynamische und evtl. branchenspezifi-sche Betrachtung Grenzen der externen Analyse: Stichtagsbezogen-heit, Vollstndigkeit und Zukunftbezogenheit der Daten

    Erstellen einer Strukturbilanz Umgliederung und Gruppierung von Posten einer umfangreichen Bilanz Darstellung in absoluten und relativen Werten

    Ermittlung und Beurteilung wesentlicher Kennzahlen der Kapitalstruktur

    Grad der finanziellen Unabhngigkeit, Grad der Verschuldung, Anteil des langfristigen und kurzfris-tigen Fremdkapitals, Grad der Selbstfinanzierung

    Ermittlung und Beurteilung wesentlicher Kennzahlen der Anlagenfinanzierung

    Deckungsgrad I und II

    Ermittlung und Beurteilung wesentlicher Kennzahlen der Vermgensstruktur

    Anlagenintensitt, Anteil des Umlaufvermgens, Vorrats- und Forderungsquote

    Ermittlung und Beurteilung wesentlicher Kennzahlen der Liquiditt

    Liquiditt I und II

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    Finanzierungs- sowie Investitionsvor-gnge eines Geschftsjahres ermitteln und beurteilen

    Bewegungsbilanz mit und ohne Anlagenspiegel

    Aufbereitung der Gewinn- und Verlustrechnung

    Umgliederung von Gewinn- und Verlustposten, Darstellung in absoluten und relativen Werten

    Ermittlung und Beurteilung wesentlicher Kennzahlen der Erfolgsrechnung, nm-lich der Rentabilitt, der Selbstfinanzie-rungskraft und der Ertragskraft des in-vestierten Kapitals Komplette Analyse eines Jahresab-schlusses einer mittelstndischen Un-ternehmung (aus der nheren Region der Schule) Vertiefende Anwendung der Inhalte durch Tabellenkalkulationsprogramme mit grafischen Darstellungen

    Eigenkapitalrentabilitt, Gesamtkapitalrentabilitt und Umsatzrentabilitt (Leverage Effekt) Cashflow und Cashflow-Umsatzrate Return on Investment Praxisbezug mit Anwendung aller Kennzahlen EDV gesttzte Anwendung aller Kennzahlen als statische und dynamische Betrachtung

    Fakultative Unterrichtsinhalte Stichworte und Hinweise

    Exkursion zu einem Kreditinstitut Ermittlung besonderer Erfolgskennzah-len

    Thema: Externe Analyse eines Jahresabschlusses als Ent-scheidungsinstrument fr die berprfung der Kreditwrdigkeit von Unternehmen Umsatzintensitt (relatives Verhltnis der Umsatzer-lse zu den betrieblichen Ertrgen) Materialaufwandsintensitt (relatives Verhltnis der Materialaufwendungen zu den betrieblichen Auf-wendungen) Personalintensitt (relatives Verhltnis des Perso-nalaufwands zu den betrieblichen Aufwendungen)

    Arbeitsmethoden der Schlerinnen und Schler / Hinweise und Erluterungen Um den Realittsbezug zu gewhrleisten, ist es notwendig, die Vertiefung der Unterrichtsin-halte durch den regelmigen EDV - Einsatz mit entsprechenden Computerprogrammen vor-zunehmen. Dem ganzheitlichen, handlungsorientierten Unterrichtsansatz wird besonders Rechnung getragen, indem abschlieend eine komplexe Analyse einer mittelstndischen Un-ternehmung (aus der nheren Umgebung der Schule) durchzufhren ist. Durch die Exkursion zu einem Kreditinstitut sollen die Unterrichtsinhalte der externen Bilanz-analyse in der Realitt berprft werden.

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    Querverweise Die Umsetzung dieses Kursthemas bedingt stndig eine ganzheitliche, vorrangig mikroko-nomische Sichtweise und ist somit eng mit den Inhalten des Leistungskurses Wirtschaftslehre verbunden. Besonders die Interpretation von Kennzahlen beinhaltet immer die Frage nach unternehmerischen Ursachen und ihren Kausalitten. Die Beantwortung dieser Frage ver-langt von den Schlerinnen und Schlern eine umfassende Sichtweise von wirtschaftlichen Zusammenhngen, die nicht nur im Fach Rechnungswesen, sondern auch in dem o.a. Leis-tungskurs erlutert werden. Auerdem kann in dem Fach Politik und Wirtschaft eine spezielle makrokonomische Betrachtung erfolgen. Auf die Verbindung zum Fach Datenverarbeitung ist bereits bei den o.a. fachdidaktischen berlegungen eingegangen worden.

    Bercksichtigung von Aufgabengebieten ( 6 Abs. 4 HSchG) Rechtserziehung, informations- und kommunikationstechnische Grundbildung und Mediener-ziehung

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  • Berufliches Gymnasium, Fachrichtung Wirtschaft Fach Rechnungswesen

    GK 13.2 Kostenrechung II

    Begrndung Dieser Kurs greift die in Kostenrechnung I gelegten Grundlagen der Deckungsbeitragsrech-nung auf und vertieft sie im Sinne von typischen marktorientierten Entscheidungssituationen. Er wendet sich auerdem der Frage zu, inwieweit die traditionelle Sichtweise der Vollkosten-rechnung mit einem stark auf den Produktionsbereich zugeschnittenen Ansatz die Anforde-rungen an eine tatschlich kostenverursachende Kalkulation der Kundenauftrge zu erfllen vermag. Aufbauend auf den Grundstrukturen der Deckungsbeitragsrechnung stehen zunchst Prob-lemstellungen in Mehrproduktunternehmen zur Diskussion (mehrstufige Deckungsbeitrags-rechnung), die einer marktorientierten Lsung zugefhrt werden sollen (z.B. die Ermittlung des optimalen Produktionsprogrammes). Einen vllig anderen Ansatz als die traditionelle Voll- oder Plankostenrechnung verfolgt die Prozesskostenrechnung. Hierbei wird die produktionslastige Sichtweise zugunsten einer str-keren Einbeziehung anderer Unternehmensbereiche (z.B. Forschung und Entwicklung sowie Kundenservice) aufgegeben, die Proportionalitt von Gemein- und Einzelkosten hinterfragt und die in der Realitt hufig vorherrschende Dominanz der Gemeinkosten gegenber den Einzelkosten strker betont. Ein umfangreiches Beispiel illustriert die Besonderheit dieses Kostenrechnungsverfahrens.

    Verbindliche Unterrichtsinhalte Stichworte und Hinweise Deckungsbeitragsrechnung als Perioden-rechnung im Mehrproduktunternehmen Bestimmung der Preisuntergrenzen Entscheidungssituation: Annahme von Zusatzauftrgen Bestimmung des optimalen Produkti-onsprogrammes Entscheidungssituation: Eigenfertigung oder Fremdbezug

    Vergleich von Produktionsentscheidungen auf der Basis der Voll- und der Teilkostenrechnung Langfristige, kurzfristige und liquidittsorientierte Preisuntergrenze Ergebnisrechnung ohne und mit Bercksichtigung von Zusatzauftrgen Produktionsprogramm nach absoluten und relati-ven Deckungsbeitrgen Entscheidungsgrnde fr Eigenfertigung oder Fremdbezug Beurteilung der Situation unter den Aspekten Kos-ten und Beschftigungsgrad: Knftige Eigenfertigung bei freien Kapazitten Knftiger Fremdbezug, um freie Kapazitten fr andere Erzeugnisse zu schaffen (Bercksichti-gung von Opportunittskosten)

    Grundlagen der Prozesskostenrechnung Aufgabe der Fertigungsorientierung in der Kosten-rechnung zugunsten einer auf Teilprozessen ba-sierenden Betrachtung Ttigkeiten als Verursacher von Gemeinkosten Ermittlung von Teilprozessen ber eine Ttig-keitsanalyse Bestimmung der Gemeinkosten fr die Teilpro-zesse Festlegung der Kostentreiber Berechnung der Prozesskostenstze

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    Beispiel einer Prozesskostenkalkulation Kalkulationsbeispiel Fakultative Unterrichtsinhalte

    Stichworte und Hinweise

    Controlling als Fhrungsinstrument im Industriebetrieb

    Aufgabenbereich des Controllers

    Bercksichtigung von Aufgabengebieten ( 6 Abs. 4 HSchG) Informations- und kommunikationstechnische Grundbildung und Medienerziehung

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    Abschlussprofil am Ende der Qualifikationsphase Oberstes Ziel des Unterrichtes im Fach Rechnungswesen ist die Ausbildung der Sach-, Me-thoden-, Sozial- und Handlungskompetenz. Die Schlerinnen und Schler sollen zur gleich-berechtigten und aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben befhigt werden. Eine zent-rale Bedeutung kommt der Studierfhigkeit zu Allgemeine Ziele Verantwortungsbewusstes und zielgerichtetes

    Anwenden kaufmnnischer und betriebswirt-schaftlicher Realitten, wie sie sich in unserer Wirtschaft darstellen Bedeutung des Faktors Bildung fr die Entfaltung des Einzelnen und die Wettbewerbsfhigkeit der Gesellschaft erkennen Einordnung der Voraussetzungen, Chancen, Risi-ken und Folgen betriebswirtschaftlicher und wirt-schaftspolitischer Manahmen fr die Lebens- und Arbeitswelt

    Fachspezifische Ziele und Kenntnisse Fr die Schlerinnen und Schler im Fach Rech-nungswesen bedeuten die eingangs formulierten Zielsetzungen im Zusammenhang mit dem Erwerb der fachlichen Qualifikationen, dass sie - anhand von Belegen (bzw. Geschftsfllen),

    die im Rahmen eines Geschftsprozesses an-fallen, den Wertefluss eines Unternehmens erfassen

    - die doppelte Buchfhrung als Dokumentati-ons- und Informationsinstrument beherrschen und dazu praxisgerechte Software nutzen

    - Jahresabschlussarbeiten vorbereiten und Be-wertungsentscheidungen unter Bercksichti-gung betrieblicher Interessen und geltender Bewertungsvorschriften treffen

    - den Jahresabschluss aufbereiten und Kenn-zahlen zur Beurteilung eines Unternehmens ermitteln

    - beim betrieblichen Leistungserstellungspro-zess entstehende Kosten und Leistungen er-fassen

    - den Wertschpfungsbeitrag einzelner Produk-te oder Leistungen sowie den Betriebserfolg berechnen und beurteilen

    - exemplarisch Verfahren des Controllings als Berichts-, Kontroll- und Planungsinstrument zur Steuerung von Geschftsprozessen ein-setzen

    - betriebswirtschaftliche Kennzahlen fr die Vorbereitung von Entscheidungen nutzen

    - die Auswirkungen getroffener Entscheidungen

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    auf die Kostensituation des Unternehmens beurteilen und ein differenziertes Kostenbe-wusstsein entwickeln

    - ein Tabellenkalkulationsprogramm zur Analy-se und Darstellung betriebswirtschaftlicher Zusammenhnge einsetzen.

    Methoden Gleichzeitig verlangen die in den allgemeinen Zie-len formulierten vernderten unternehmerischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Anforderungsprofile aber auch, dass die Schle-rinnen und Schler in die Lage versetzt werden, - die konomische Realitt nicht nur monokau-

    sal, sondern auch prozesshaft, vernetzt, funk-tional, wandelbar, ideologieausgesetzt und in-teressenbestimmt zu begreifen,

    - das Verstndnis von Systemzusammenhngen in der Wirtschaft zu entwickeln, zu erweitern und zu vertiefen,

    - Denkstrategien durch logisches, fcherber-greifendes und schlussfolgerndes Vorgehen zu entwickeln,

    - zweckmige und alternative Lsungsverfah-ren zu entwickeln,

    - praxisrelevante Arbeitstechniken wie selbst-stndiges Arbeiten, kooperatives Verhalten und entscheidungsorientiertes Vorgehen an-zuwenden,

    - grundlegende personale und soziale Kompe-tenzen sowie methodische Fhigkeiten und Kenntnisse weiterzuentwickeln, so dass eine kompetente Mitwirkung in der Organisation, Gestaltung und Auswertung von Lern- und Ar-beitsprozessen im Team mglich ist,

    - Formalverhaltensweisen wie przise Darstel-lungs- und Ergebnisprsentationstechniken, sorgfltiges und systematisches Arbeiten wei-ter zu entwickeln und zu festigen,

    - die Notwendigkeit zu selbstndigem und lebens-langem Lernen zu erkennen.

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    InhaltsverzeichnisTeil A Grundlegung fr das Fach Rechnungswesen1 Aufgaben und Ziele des Faches2 Didaktisch methodische Grundlagen3 Umgang mit dem Lehrplan

    Teil B Unterrichtspraktischer Teil1 bersicht der Kursthemen und Stundenanstze2 Einfhrungsphase (Jahrgangsstufe 11)11.1 Grundlagen der Industriebuchfhrung11.2 Buchung wesentlicher industrieller Wertschpfungsprozesse

    3 Qualifikationsphase (Jahrgangsstufe 12)GK 12.1 Jahresabschluss und BewertungGK 12.2 Kostenrechnung I

    3 Qualifikationsphase (Jahrgangsstufe 13)GK 13.1 Auswertung des JahresabschlussesGK 13.2 Kostenrechung II

    Abschlussprofil am Ende der Qualifikationsphase