Was bezweckt der Religionsunterricht? · PDF file OBWALDEN Sarnen Seite 4/5 Schwendi Seite 6...

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    20-Aug-2020
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  • Obwalden

    Sarnen Seite 4/5

    Schwendi Seite 6

    Kägiswil Seite 7

    alpnach Seite 8/9

    Sachseln • Flüeli Seite 10/11

    Giswil Seite 12/13

    lungern • bürglen Seite 14/15

    Kerns • St. niklausen Seite 16/17

    Melchtal Seite 18

    15/2013 11. bis 31. August

    Was bezweckt der Religionsunterricht? Mit dem Start ins neue Schuljahr beginnt auch der Religionsunter­

    richt an den Schulen wieder. Hat ein konfessioneller Unterricht

    in einer weltoffenen und neutralen Schule überhaupt noch Platz?

    Welches sind seine Ziele? Seite 2/3

    (Bild: Felix Koch)

  • 2 Thema

    Religionsunterricht: Wichtiger Beitrag zur Allgemeinbildung

    Religionsunterricht – (nicht) wegzudenken? Der Religionsunterricht ist ein Teil der religiösen Bildung und hat sei- nen Platz im Schulalltag. Doch hat ein konfessioneller Unterricht heute noch seine Berechtigung in einer weltoffenen und neutralen Schule?

    Mit dem Start ins neue Schuljahr be­ ginnt auch der Religionsunterricht auf allen Stufen. Nebst dem katholi­ schen Religionsunterricht wird in der Schule von der 1. bis 6. Klasse das Fach Ethik und Religionen erteilt. In vielen Pfarreien finden ergänzend unterschiedliche Angebote für Eltern und Kinder im Vorschulalter statt. Selbst für Eltern werden Kurse paral­ lel zum Sakramentenunterricht der Kinder angeboten. Dies ist ein breites Angebot und es stellt sich die Frage: Lohnt sich der grosse Aufwand?

    Abschied vom Rekrutierungsgedanken Wenn wir den Religionsunterricht als «Rekrutierungskurs für junge Chris­

    ten» verstehen, müssen wir die oben gestellte Frage sicher negativ beant­ worten. Obwohl seit Jahren die meis­ ten Schweizerinnen und Schweizer den Religionsunterricht einer Lan­ deskirche besucht haben, nimmt die Anzahl der Gläubigen in den Lan­ deskirchen nicht zu. Dem Religions­ unterricht gelingt es also nicht, die Nachwuchssicherung zu gewährleis­ ten! Da helfen auch nicht, das Fach «Ethik und Religionen» und die ver­ schiedenen familienkatechetischen Angebote.

    Ein wichtiger Dienst der Kirche Wenn wir den Religionsunterricht als Dienstleistung der Kirchen an die jungen Menschen und Familien ver­ stehen, fällt die Antwort eher positiv aus. Der Religionsunterricht versucht den Kindern, Jugendlichen und Fa­ milien eine Orientierung in der gros­ sen Vielfalt von religiösen Angeboten und Tendenzen zu geben. In einer Zeit, wo viele ihren eigenen Glauben aus diversen Lehren zusammenstel­ len, ist es immer wichtiger, ein fun­ diertes Grundwissen in religiösen und spirituellen Fragen zu besitzen.

    Soll wirklich jeder glauben, was er will? Heute höre ich sehr viel die Meinung, es soll doch jeder glauben, was er will. Grundsätzlich unterstütze ich diese freie Wahl des Glaubens und der Reli­ gion. Es sollte uns aber bewusst sein, dass es auch falsche, menschenver­ achtende und gefährliche Glaubens­ vorstellungen gibt. In dieser Vielfalt ist es wichtig, gesunde Glaubensrich­ tungen von krankmachendem Irr­

    glauben zu unterscheiden. Dies ist nicht immer einfach und erfordert von jedem Menschen eine religiöse Reife.

    Auch die Leistungsgesell- schaft braucht Religion Und genau darauf zielt die religiöse Bildung mit ihrem vielfältigen Ange­ bot. In diesem Sinne ist für mich die religiöse Bildung eine Pflicht für die Kirchen und die Schulen. Folgende Karikatur hat meine Auf­ merksamkeit auf sich gezogen. Auch beim wiederholten Anschauen muss ich schmunzeln und amüsiere mich köstlich. Der Karikaturist bringt es mit so einer einfachen Zeichnung auf den Punkt: Was müssen wir heute in der Schule lernen und was ist über­ haupt lebenswichtig?

    Ich will natürlich jetzt keine bildungs­ politische Diskussion führen und mich auch nicht zur Anzahl der spie­ lerisch zu lernenden Fremdsprachen äussern. Die Karikatur fordert mich auf über die lebenswichtigen Sachen nachzudenken.

    Der Religionsunterricht versucht, eine Orientierung in der grossen Vielfalt von religiösen Angeboten und Tenden- zen zu geben. (Bilder: zvg)

  • Thema 3

    In einer durch Leistung stark gepräg­ ten Gesellschaft und in einer techni­ sierten Welt suchen immer mehr Menschen nach einem Ausgleich in der spirituellen Welt. Das spirituelle Angebot ist gross. Es ist nicht unbe­ dingt einfach sich da zurechtzufinden. Nicht alle Angebote führen zum Heil! Vermehrt sehen wir bei Spitzensport­ lern und Wirtschaftsvertretern, dass sie in ihrem Leben dem Glauben und der Spiritualität einen festen Platz ge­ ben. Der Glaube gibt ihnen den Rück­ halt in dieser Leistungsgesellschaft und hilft ihnen mit Rückschlägen und Erfolgen umzugehen.

    Lernen mit Rückschlägen und Erfolgen umzugehen Mit diesen Rückschlägen und Erfol­ gen müssen wir alle fertig werden. Nur in der virtuellen Computerwelt haben wir die Möglichkeit, alle Miss­ erfolge ständig zu löschen, nochmals ein Leben zu erhalten und es noch einmal zu probieren. Im realen Leben ist es anders. Eine gute religiöse Erziehung setzt ge­ nau da an. Sie versucht den Kindern und Jugendlichen zu zeigen, wie wir mit unseren Gefühlen umgehen kön­ nen. Sie lehrt uns, dass der Mensch nicht eine biologische Maschine ist.

    Wir Menschen besitzen eine Seele. Unser Körper ist durch und durch mit unserer Seele verbunden. Ohne eine gesunde Seele ist auch unser Körper nicht gesund.

    Eine lebenslange Aufgabe Im Religionsunterricht erlebe ich alle Jahre viele interessante Gespräche und auch kritische Auseinanderset­ zungen. In all den Diskussionen und in den unterschiedlichen Meinun­ gen und Vorstellungen «über Gott und die Welt» merke ich immer wie­ der, wie mir mein christlicher Glaube eine wahre Stütze und Orientierung ist. Die lebensfrohe, befreiende Bot­ schaft von Jesus wird in dieser gros­ sen Vielfalt erst recht aktuell. Religiöse Bildung ist eine lebenslange Aufgabe. Diese Aufgabe kann nicht an einige Spezialisten delegiert werden. Gespräche unter Kollegen und in den Familien sind wichtige Bestandteile. Und Religion wird sich nie ganz un­ terrichten oder bilden lassen. Im End effekt geht es um den Alltag, um den täglich gelebten Glauben, um Rituale und Feiern. Dafür braucht es einen gesunden Glauben. Diesen Glauben wünsche ich uns allen.

    Felix Koch, Religionspädagoge Alpnach

    Ein Moscheebesuch in Emmenbrücke steht bei der 1. IOS auf dem Programm.

    Blockunterricht in Alpnach Seit einem Jahr wird in Alpnach der Religionsunterricht in der IOS in der Form von Blockhalbtagen und Block­ tagen durchgeführt. Mit der Einfüh­ rung der IOS in Alpnach wurde auch der Religionsunterricht an der Schule neu organisiert. In der 1. IOS werden die Schülerinnen und Schüler zu 9 Religions­Blockmorgen eingeladen, in der 2. IOS zu 5 Ganz tagesblöcken und in der 3. IOS finden nebst den Blocktagen ein Kurzlager, die Besin­ nungstage statt. Ein kleiner Überblick der Themen zeigt die Vielfalt des Reli­ gionsunterrichts auf: 1. IOS/9 Vormittage: 1. Mein Standpunkt/Was ist mir wichtig im Leben? 2. Die Bibel/Hat die Bibel recht? 3. Vorbilder und Heilige 4. Weihnachtsbräuche 5. Was sind meine Werte und meine Entscheidungshilfen? 6. Ostern/Postenlauf zum Thema Leid, Tod und Auferstehung 7. Weltreligionen/ein Überblick 8. Besuch einer Moschee 9. Meine Vorstellungen von Gott 2. IOS/5 Blocktage: 1. Meine Sehnsüchte und Träume 2. Tod: Was kommt danach? 3. Heilige Zeiten/Heilige Zeichen 4. Was ist ein gesunder Glaube?/ Infos zu Okkultismus und Sekten 5. Expedition Gott/Über meinen Glauben in der Natur nachdenken 3. IOS/1½ Projekttage und 2½ Besinnungstage 1. Mein Glaubensweg in die Zukunft 2. Besinnungstage/Religionslager: Mein Leben und mein Glaube Der Blockunterricht ermöglicht uns ein Thema in verschiedenen Formen zu besprechen. Momente der Wis­ sensvermittlung und des Frontalun­ terrichts können gut mit Postenläu­ fen, Gruppenarbeiten und Exkursio­ nen ergänzt werden. Diese Vielfalt an methodischen Möglichkeiten wird von Schülern und Religionslehrper­ sonen sehr geschätzt. (fk)

  • Thema 19

    Wallfahrtsführer der Schweiz

    111 Wallfahrtsorte in Wort und Bild Feinschmecker wählen ihre Lokale nach dem Gault Millau oder dem Guide Michelin. Passionierten Pil- gern steht mit dem neuen «Wall- fahrtsführer der Schweiz» ein ver- gleichbares Kompendium zur Ver- fügung.

    Als Herausgeber zeichnet der lang­ jährige Hitzkircher Seminardirektor Lothar Kaiser (79) aus Malters. Exakt 111 Gnadenorte, von der bescheide­ nen Kapelle bis zur prunkvollen Ab­ teikirche, sind darin beschrieben. Alle haben sich finanziell an der Entste­ hung des Wallfahrtsführers beteiligt. Für den Kanton Luzern hat der Wall­ fahrtsführer besondere Bedeutung: 31 Wallfahrtsorte liegen im ehema­ ligen Vorort der katholischen Eidge­ nossenschaft. Dazu gehören archi­ tektonische Perlen wie die Stiftskir­ che Beromünster und die Wallfahrts­ kirche «Unserer Lieben Frau in Hergiswald», aber auch so spezielle Stätten wie die Felsenkapelle auf Rigi Kaltbad und die Lourdes­Grotte in Marbach. Aus neuster Zeit stam­ men die Antoniuskapelle in Traselin­ gen (Hildisrieden) und der 2009 ein­ geweihte Adolph­Kolping­Andachts­ raum in der Kirche Baldegg.

    Für 20 Schafe nach Santiago Die anschaulich präzisen, nach Kan­ tonen geordneten Beschreibungen der einzelnen Wallfahrtsorte umfas­ sen auf maximal vier Seiten die Rub­ riken Lage, Legende/Geschichte und Sehenswertes. Ein Informationskäst­ chen vervollständigt die Texte. Das Werk ist reich und stimmig bebildert. In einem Punkt we