script neurologie

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    28-Dec-2015
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NeurologieDie neurologische Untersuchung gedacht als Einstieg ins Fachgebiet: worauf kommt es an?1. AnamneseEigenanamnese: vom Pat. selbst, also das, was er erzhltFremdanamnese: von Angehrigen, Betreuenden berichtet2. orientierende Allgemeinuntersuchung einschlielich Hautbetrachtung Wechselbeziehung zur Innere Medizin und Orthopdie 3. Kopf: Form? Klopfschmerz? Druckschmerz der Nervenaustrittspunkte im Gesicht? Prfung auf Nackensteifigkeit: Meningismus, ein wichtiges Symptom bei Meningitis, nicht zu verwechseln mit Nackenverspannungen, die ebenfalls schmerzhaft sein knnen. Prfvariante bei Kindern: SAB (Subarachnoidalblutung) - Knie kssen4. Hirnnervenprfung: auf jeder Seite gibt es 12 Stck, die also stets im Seitenvergleich geprft werden. Zur Lage und Aufgabe der Hirnnerven: Siehe Rckseite, im folgenden die Tests:I. Riechnerv: Auch der Trigeminusnerv ist am Riechen beteiligt. Daher werden Riechstrungen oft als Geschmacksstrungen (Alles schmeckt gleich!) empfunden. Es gibt spezielle Trigeminusreizstoffe wie Salmiak, auf die der Patient bei einer Riechnervenlsion noch reagiert. Wer angibt, gar nichts zu riechen, ist entweder ein Simulant (mit Rentenbegehren zum Beispiel nach Schdel-Hirn-Trauma) oder hat eine zerstrte Nasenschleimhaut.II. Sehnerv: orientierende Prfung an Tafeln mit Buchstaben oder Bildern, Prfung des Gesichtsfeldes mit der sog. Fingerperimetrie: fr das Gesichtsfeld. Durch eine Augenhintergrundspiegelung (Ophthalmoskopie) knnen Sehnerveneintritt und Gefe auf der Netzhaut beurteilt werden.III, IV und VI. sind die Nerven fr Augenbewegungen: sie werden berprft, in dem der Patient dem Finger des Untersuchers in alle Richtungen folgt und schlielich ganz nah an seine Nase heran: Akkomodation folgt, wobei der Untersucher auf Pupillomotorik (weit = Mydriasis weite Pupille (bei Fernsicht und im Dunkeln); eng = Miosis enge Pupillen (im Hellen und Nahsicht)); Symmetrie usw. achtet, der Patient darauf, ob es zu Doppelbildern kommt als Hinweis auf Augenmuskellhmung.V. Trigeminusnerv ist der sensible Gesichtsnerv mit seinen drei Anteilen ( daher Drillingsnerv) fr Stirn, Mittelgesicht und Unterkieferregion. Er ist auch fr den Hornhautreflex zustndig und versorgt motorisch die Kaumuskulatur. Wichtiges Krankheitsbild: TrigeminusneuralgieVII. Facialis = Gesichtsnerv versorgt die sog. Mimischen Gesichtsmuskeln, die wir fr alle Grimassen benutzen. Durch Aufforderung des Patienten zum Grimassieren wird er auch berprft. Wichtig ist die Unterscheidung in periphere (der Nerv wurde an seine Austrittsstelle im Bereich der Ohrspeicheldrse geschdigt, zum Beispiel durch Tumore oder Schlge auf Speicheldrse oder durch einen Virusinfekt). Facialisparese: Hier kann der Patient das betroffene Auge nicht mehr schlieen, es droht Austrocknungsgefahr. Bei der zentralen Facialisparese, zum Beispiel hufig bei Apoplex gelingt Augenschluss und Stirnrunzeln noch, aber Pfeifen nicht mehrVIII. Gehr- und Gleichgewichtssinn verlaufen in demselben Hirnnerven. Zur Hrprfung flstert der Untersucher hinter vorgehaltener Hand, ergnzt durch Aufsetzen der Stimmgabel auf den Schdel (berprft Knochenleitung im Vergleich zur Luftleitung)Gleichgewichtsprfung sind mit Blindgang, Seiltnzergang, Unterberger Tretversuch, Romberg- Versuch mglich, dabei wird allerdings auch das Kleinhirn und die Tiefensensibilitt mit beurteilt.Der Nystagmus = Augenschlagen ist ebenfalls ein Hinweis auf Strung in diesem Bereich und fhrt zum Beispiel bei Multiple Sklerose, Innenohrschdigung auf.IX. Schlundnerv: steuert die Schluckmuskulatur und ist am Wrgereflex beteiligt.X. der Vagusnerv verlsst als einziger die Kopfregion und vagabundiert durch den Krper, wo er den Hauptteil des Parasympathicus (Ruhenerv) ausmacht. Wrgereflex und Stellung des Gaumensegels dienen seiner berprfung.XI. Nervus accessorius versorgt den Kopfdreh- und Nickmuskel sowie den Schulterheber.XII. Zungenmuskelnerv: bei Lhmung weicht die Zunge (durch Atrophie) zur gelhmten Seite abHirnnerven:I. N. olfaktorius (Geruchsnerv)II. N. opticus (Sehnerv)III. N. oculomotoriusIV. N. trochlearisV. N. trigeminus VI. N. abducensVII. N. facialisVIII. N. vestibulocochlearis IX. N. glossopharyngeus X. N. vagusXI. N. accessorius XII. N. hypoglossus5. Prfung der Motorik:Tonus = ist der Spannungszustand der Muskulaturkann pathologisch erhht sein: HypertonusDabei unterscheiden wir zwei Formen: der Hypertonus mit sog. Taschenmesserphnomen heit Spastik, der wachsartige Widerstand mit Zahnradphnomen heit Rigor.Spastik ist typisch zum Beispiel fr alten Apoplex (nach 6 Wochen), whrend der Rigor ein Leitsymptom der M. Parkinson ist.Der erniedrigte Muskeltonus heit: Hypotonus.Muskelkraft, gemessen und angegeben mit Kraftgraden von 0 (gar nichts, weder sicht- noch tastbar) bis 5 (volle Kraftentfaltung gegen Widerstand) in Anlehnung an Janda. Minimale Abschwchungen lassen sich im Armvorhalteversuch mit geschlossenen Augen aufdecken auch an den Beinen durchfhrbar).Folgende Fachbegriffe sind wichtig:Plegie: komplette LhmungParese: inkomplette LhmungHemi- (-plegie oder -parese): Halbseitenlhmung, komplettTetra-: alle 4 Gliedmaen sind gelhmtPara-: 2 Gliedmaen (meistens beide Beine, selten Arme)Zur orientierenden Muskelprfung (bevor sie in die detaillierten Muskelfunktionstests gehen) dient sie folgende Tabelle:zugehriges Rckenmarksegmentzu testende der Bewegung

C5Armheben

C6Armbeugen

C7Armstrecken

C8Daumen an Kleinfinger legen und halten

Th1Fingenspreizen

L4Kniestrecken

L5Fersenstand bzw. Zehen zur Nase ziehen

S1Zehenstand und Fuauenrand heben

Mgliche Bewegungsstrungen mssen Sie ebenfalls benennen knnen:Hyperkinesien = unwillkrliche berbeweglichkeitTremor: Zittern, dabei unterscheiden wir in einen Ruhetremor (z.B.Parkinson) und Intentions (z.B. Kleinhirnschden). Er kann grob- oder feinschlgig sein und auch psychisch oder medikaments ausgelst werden.Chorea: VeitstanzAthetose: langsame, schrauben- oder wurmfrmige BewegungenBallismus: stammbetonte WurmbewegungenTic nerveux: Augenzuckungen6. KoordinationIst das Zusammenspiel verschiedener Leistungen des Bewegungsapparates und wird folgendermaen geprft: Gangbild; Ataxie: Gangunsicherheit, meist wie betrunken Feinmotorik, zum Beispiel Glhbirnen eindrehen Dysdiadochokinese: gestrte Feinmotorik Finger- Nase und Barany Zeige- Versuch Knie- Hacken- Versuch Romberg- Stehversuch Unterberger- Tretversuch7. ReflexeDie Reflexe werden stets auf beiden Seiten Geprft und das Reflexniveau insgesamt bercksichtigt, um eventuell Strungen aufzudecken.Eigenreflexe: sind besonders aussagekrftig, da nicht ermdbar und nicht unterdrckbar. Es werden routinemig geprft: BSR: Biceps- Sehnen- Reflex TSR: Trizeps- Sehnen- Reflex PSR: Patellar- Sehnen- Reflex ASR: Achilles- Sehnen- ReflexVon den Fremdreflexen werden routinemig ob die Bauchhautreflex in den verschiedenen Etagen berprft; die Aussagekraft ist begrenzt, da sie auch beim Gesunden nicht immer vorhanden sind. Weitere Fremdreflexe wie Cremasterreflex, Analreflex, NIereflex, Augenlidreflex werden nur bei besonderen Fragestellungen berprft.Es gibt auch pathologische Reflexe: hier ist der Babinski-Reflex der wichtigste: in dem ersten Lebensjahr pathologisch! Bei Schdigung: Pyramidenbahnschdigung. Bei Menschen jenseits des ersten Lebensjahre ist er immer pathologisch und Hinweis auf Pyramidenbahnschdigung (Pyramidenbahn ist fr Willkrmotorik)Nachdem wir Muskelkraft, -tonus und Reflexe berprft haben, knnen wir zwischen periphere und zentrale Lhmungen wie folgt unterscheiden:PareseMuskelkraftTonusEigenreflexePathologische ReflexeAtrophie

periphervermindertvermindertkeinekeineja

zentralverminderterhhtgesteigertjaja

8. SensibilittsprfungEs gibt unterschiedliche Qualitten der Sensibilitt und die Zugehrigen Bahnen haben unterschiedliche Verlufe im Nervensystem, daher ist die Unterscheidung wichtig!Es gibt die Oberflchen = epikritische Sensibilitt mit Berhrungsempfinden im Seitenvergleich Diskrimination (= Unterscheidung)Und die Tiefensensibilitt: Propriozeption, deren Messfhler (Rezeptoren) in der Tiefe des Gewebes wie Muskeln, Sehnen, Gelenke liegen. Wir berprfen: Schmerz Temperatur Vibrationsempfinden (Pallsthesie) Gelenksstellung9. Vegetatives NervensystemOrientierend beurteilen wir Schweisekretion und Haar- und Nagelwachstum als Hinweis auf intakte Trophik: Gewebe, ErnhrungszustandWeiterhin geben uns der Schellong- Test und die Sinusarrhythmie Hinweise auf Strungen des Vegetativums.Vagustest: Druck auf Augpfel, Carotisdruck10. Psychischer BefundDa Neurologie und Psychiatrie (frher: Nervenheilkunde) eng miteinander verwandt sind, wird auch stets ein kurzer Befund des jeweils anderen Teilgebietes erhoben. Dabei achten wir auf: Verhalten einschlielich Hygiene, Kleidung, Kontakt (wie kommt jemand auf mich zu?) Wachheit und Bewutseinszustand: Somnolenz: Schlfrigkeit Sopor: tiefe Schlfrigkeit (reagiert noch auf Schmerzreize) Koma: nicht erweckbar Vigilanz: Wachheit Sprache: Aphasie: Sprachstrung oder des Dysarthrophonie ( Artikulationsstrungen ) Motorische Broca- Aphasie: Sprachausfhrungsstrungen/ Sprachwerkzeugestrungen sensorische Wernicke Aphasie: Sprachverstndnisstrungen globale Aphasie: motorische und sensorisch amnestische Aphasie: vergessen von Wrtern Apraxie: Unfhigkeit zu sinnvollen Handlungsablufen Agnosie: nicht erkennen mit der Sonderform der Neglect: Vernachlssigung der Betroffenen Krperseite Konzentration und Aufmerksamkeit: Radio rckwrts buchstabieren Auffassungsgabe: Geschichte erzhlen und nacherzhlen Orientierung: zeitlich, rumlich, situativ, personenbezogen Gedchtnis: Kurz- und Langzeitgedchtnis Amnesie: Gedchtnislcke (retro- bzw. anterograd) Windstrungen knnen formal, zum Beispiel Prfung Denkhemmung oder inhaltlich, zum Beispiel Wahnvorstellungen sein Wahrnehmungsstrungen umfassen illusionre Verkennung: da ist was, wir verkennen und sowie Halluzinationen: Sinnestuschungen Emulsionen/ AffekteEs gibt verschiedenen Tests zur berprfung der psychischen Befundes, d