Verarbeitungsanleitung fermacell Gipsfaser- Platten

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    22-Mar-2022
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FE
Unterkonstruktionen S. 12
Fugenausbildungen S. 24
Anschlüsse und Bewegungsfugen S. 38
Konstruktionsdetails im Dachgeschossausbau S. 43
Oberflächenqualität S. 45
Oberflächengestaltung S. 50
Lastenbefestigung S. 66
01 fermacell® Gipsfaser-Platten Platteneigenschaften
fermacell® Gipsfaser-Platten be- stehen aus Gips und Papierfasern, die in einem Re cyc lingver fahren aus Papier gewonnen werden.
Diese beiden natürlichen Roh- stoffe werden gemischt und nach Zugabe von Wasser – ohne weitere Binde mittel – unter hohem Druck zu stabilen Platten gepresst, getrocknet, beidseitig ober flächenhydrophobiert und auf die benötigten Formate zuge- schnit ten.
Durch Wasser reagiert der Gips, durchdringt und umhüllt die Fasern. Das bewirkt die hohe Stabilität und Nicht brenn barkeit von fermacell® Platten. Aufgrund der Materialzu- sammensetzung ist die fermacell® Gipsfaser-Platte eine Bau-, Feuer- schutz- und Feuchtraum-Platte zugleich, die beidseitig homogene Platten eigenschaften besitzt. Auf der Rückseite der fermacell® Gips- faser-Platten sind die Angaben zur Güte über wachung sowie die Produktions daten aufgedruckt.
Baubiologie und Güteüberwachung
Bei den fermacell Produkten handelt es sich um Erzeugnisse, die den Er- fordernissen des Institutes für Bau- biologie Rosenheim ent sprechen und so einen wichtigen Beitrag zu einem gesunden Wohnen leisten.
Die Verleihung des Zertifikats „Pro- dukt Emissionsarm“ des renommier- ten Kölner eco-INSTITUTS zeigt, dass fermacell® Gipsfaser-Platten den strengen gesundheitlichen und ökolo- gischen Anforde rungen entsprechen.
fermacell® Gipsfaser-Platten enthalten keine gesund heits- gefährdenden Stoffe. Das Fehlen von Leimen schließt eine Geruchs beläs tigung aus.
5FERMACELL® GIPSFASER-PLATTEN
Die Qualitätseigenschaften der fermacell Produkte werden in unse- ren nach DIN ISO 9001 zertifizierten Fertigungsstätten durch Eigenüber- wachung lau fend kontrolliert und darüber hinaus im Rahmen von Über- wachungsverträgen durch amtliche Material prüfanstalten einer ständigen Qualitäts- und Gütekontrolle unter- zogen.
Bauphysikalisches Verhalten
Schallschutz Prüfungen verschiedener In sti tute bestätigen die her vor ra genden schalldämmenden Eigen schaften von fermacell® Gipsfaser-Platten. Mit unseren geprüften Wand kons- truk t ionen lassen sich sehr hohe Luftschall dämm werte erreichen. Entsprechende Prüfungszeugnisse können angefordert werden.
Brandschutz fermacell® Gipsfaser-Platten, 10/12,5/15/18 mm dick, zuge lassen nach ETA-03/0050, nichtbrennbar, Klasse A2-s1 d0 nach EN 13501-1. Prüfungszeugnisse über Feuer- widerstands klassen F30 bis F120 von deutschen und euro päischen Materialprüf ämtern für Wand- und Decken konstruk tionen liegen vor und können bei Bedarf angefordert werden.
Wärmeschutz
Die vom Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz (MPA-Braunschweig) nach DIN 52 612 geprüfte Wärme leitfä hig keit beträgt für die fermacell® Gipsfaser-Platten λR = 0,32 W/mK, der Diffusions - widerstandszahl μ = 13. Rohdichte 1 150 ± 50 kg/m³.
Statische Mitwirkung
fermacell® Gipsfaser-Platten werden zur Beplankung und Bekleidung von Bauteilen verwendet. Sie dürfen sowohl tragend als auch aussteifend verwendet werden.
Die fermacell® Gipsfaser-Platten dürfen in den Nutzungsklassen 1 und 2 gemäß DIN EN 1995-1-1* eingesetzt werden.
* DIN EN 1995-1-1:2010-10 - Eurocode 5; Bemessung und Konstruktion von Holzbauten; Teil 1-1, Allgemeines
02 Anwendungsgebiete
TIPP: Besonders wirtschaftlich : nur ein Plattentyp für Ausbau, Brandschutz und Feuchtraum erforderlich.
Die Anwendungsgebiete Bevorzugte Einsatzgebiete der fermacell® Gipsfaser-Platte: · Leichte Trennwände mit Stahl- und
Holz -Unter kon struktion · Wand-Vorsatzschalen · Dach ge schoss ausbauten · Unterdecken
fermacell® Gipsfaser-Platte · Stabil, belastbar und widerstands-
fähig gegen mechanische Belas- tungen
· Universelle Bau-, Feuerschutz- und Feuchtraum-Platte
· Sorgt für gutes Raumklima – baubiologisch geprüft
Dicke 10 mm 12,5 mm 15 mm 18 mm
Flächengewicht m² 11,5 kg 14,5 kg 17,5 kg 21 kg
Formate" in mm
6 ANWENDUNGSGEBIETE
2
Es ist gelungen, die luft reini- gende Wirkung von Schafwolle mit der fermacell® Gipsfaser- Platte zu kombinieren.
fermacell® Gipsfaser-Platten greenline fermacell® greenline trägt aktiv zur Gesundheit der Menschen bei und bindet in der Raumluft enthaltene Schadstoffe wie Aldehyde und Ketone – auch unter Beschichtungen. Die Schadstoff-Aufnahme kapazität hat Langzeitwirkung. Die Wirkung von fermacell® greenline wurde vom Kölner eco-INSTITUT untersucht und bestätigt.
fermacell® greenline funktioniert am besten unter diffusionsoffenen An- strichen und wird wie die herkömm- liche fermacell® Gipsfaser-Platte verarbeitet.
fermacell® Gipsfaser-Platte greenline · Bindet zusätzlich in der Raumluft
enthaltene Schadstoffe wie Alde- hyde und Ketone
· Die Schadstoff-Aufnahmekapazität hat Langzeitwirkung
Lagerung und Transport fermacell® Gipsfaser-Platten werden auf Paletten geliefert und sollen grundsätzlich auf einer ebenen Unterlage flach und trocken gelagert werden.
Feucht gewordene Platten dürfen erst nach dem Austrocknen ver arbeitet werden.
Die Platten sind auf der Bau stelle hochkant zu trans por tieren.
Hinweis: Die Holzpalette ist aus wert vollen Rohstoffen gefertigt. Ihr Fach händler führt sie gerne an die James Hardie Europe GmbH zurück.
Lagerung der fermacell® Gipsfaser-Platten
8 VERARBEITUNG
Allgemeine Verarbeitungs bedingungen Für eine einwandfreie Ausführungs- qualität mit fermacell® Gipsfaser- Platten sind folgende Bedingungen einzuhalten: · Relative Luftfeuchte ≤ 80 % · Raumtemperatur ≥ + 5 °C · Klebertemperatur ≥ + 10 °C · Platten an das Raumklima an-
passen und keine wesentlichen Veränderungen in den folgenden 12 Stunden
· Niedrige Temperaturen und niedrige relative Luftfeuchte verlängern die Aushärtungszeit des Klebers
· Fugenverspachtelung und Fein- spachtelarbeiten bei relativer Luftfeuchte ≤ 70 %
· Dies entspricht einer Plattenrest- feuchte von ≤ 1,3 %
· Nassputze und -estriche müssen vor den Spachtelarbeiten ausge- führt und trocken sein
· Heiß- und Gussasphalt muss vor der Fugenverspachtelung einge- bracht werden
· Bei Klebefugentechnik ist ein nach- träglicher Einbau bei ausreichen- der Hitze abführung und Lüftung möglich
· Gasbrenner-Beheizung kann wegen der Gefahr von Tauwasser- bildung zu Schäden führen
· Dies gilt vor allem für kalte Innen- bereiche mit schlechter Durchlüf- tung
· Schnelles, schockartiges Aufheizen ist zu vermeiden
Werkzeuge zur Bearbeitung fermacell® Gips faser-Platten lassen sich problemlos mit im Trocken- bau-Bereich üblichem Werkzeug be- und verarbeiten. Spezialwerkzeuge sind nicht erforderlich.
9VERARBEITUNG
3
Sägen der Platten Zuschnitt kann auch erfolgen mit · Handkreissäge · Fuchsschwanz · Stichsäge
Es empfiehlt sich eine Handkreissäge mit Hartmetallbestückung und gerin- ger Drehzahl sowie einer Absaugung mit Nachlauf.
Die Platten mit dem fermacell™ Plattenreißer oder einem stabilen Klingenmesser mithilfe einer Führung einritzen.
Die vorgeritzte Linie an die Arbeits- tisch- oder Stapelkante schieben und den kleineren Plattenteil über die Kante brechen. Rück sei tiges Ein ritzen oder - schnei den ist nicht erfor derlich.
10 VERARBEITUNG
3
Das Glatthobeln der Kanten der fermacell® Gipsfaser-Platten ist nur dann erforderlich, wenn die Platten- kanten als Außenecken oder Sicht- kanten aus gebildet werden sollen.
Befestigung
Schrauben fermacell® Gips faser-Platten unter Verwendung spezieller fermacell™ Schnell bau schrau ben direkt und ohne vorzubohren auf Holz oder Stahl- Unter konstruktion befes tigen. Andere Schrau ben arten sind nicht geeignet. Empfehlung: Bohr schrauber (Nenn- drehzahl mind. 4 000 U/min) oder Schraub vorsätze auf handels üblichen Bohr ma schi nen.
Klammern Einfacher, schneller und so mit wirt- schaftlicher ist die Befestigung mit Klammern (Holz-Unterkonstruktion oder Platte auf Platte).
Angaben zu Schraub- und Klammer- abständen siehe Tabellen ab Seite 20.
TIPP: U-förmige Ausklinkung an zwei Seiten einsägen und eine Seite ritzen und brechen.
fermacell® Gips faser-Platten können bis an die Kante (ca. 10 mm) ge schraubt und geklammert werden – ohne auszubrechen.
Weitere Informationen
11VERARBEITUNG
3
Vorbedingungen für Wand- und Deckeneinsatz Die Unterkonstruktion kann aus Holz (Lattung, Holzrahmenkonstruktion) oder aus Stahl profilen bestehen.
Wer den die Platten genagelt, darf die Unterkonstruk tion nicht federn.
Auflagebreite je Plattenkante ≥ 15 mm.
Das für die Unterkonstruk tion ver- wendete Holz muss für den Holzbau allgemein geeignet und beim Einbau trocken sein.
Stahlprofile für die Unterkonst- ruktion sowie Verbindungs- und Befestigungs teile müssen gegen Korrosion geschützt sein. Die Min- destblechdicke beträgt 0,6 mm.
Hinweis: Die Querschnitts abmessungen der Profile für Wand- und Deckenkonstruk tionen ent- sprechen DIN 18182-1 und sind den jewei ligen bau- technischen Infor mationen zu entnehmen.
13UNTERKONSTRUKTIONEN
4
Bei den Unterkonstruktions Ab- ständen auch das jeweils zur Aus- führung kommende Plat tenformat berück sichti gen.
Hierbei ist zu beachten, dass vorzugs- weise die jeweils längere Platten- kante auf der Unterkonstruktion liegt.
Maximale Achsabstände1) der Wandunterkonstruktion in mm bei unter- schiedlichen Dicken der jeweils ersten/unteren Lage der fermacell Bekleidung
10 mm 12,5 mm 15 mm 18 mm
500 625 750 900 2)
1) Angaben gelten für ständige Umgebungs klimata bis 80 % relative Luftfeuchte. 2) Aufgrund eines gesonderten Nachweises kann bei Montagewand 1 S 33 für die 18 mm
dicke fermacell® Platte ein Unterkonstruk tionsabstand von 1 000 mm gewählt werden.
Randbedingungen · Die angegebenen Achsabstände
· Bekleidungen dürfen nicht durch Zusatzlasten (z. B. Dämmstoffe) beansprucht werden
· Einzellasten bis 0,06 kN (in An- lehnung an DIN 18181:2008-10) je Achsabstand und je Meter sind berücksichtigt
· Bei Brandschutzanforderungen sind die Angaben der jeweiligen Prüfzeugnisse zu beachten
Überlappungsmaße der unter- schiedlichen CW-Ständerprofile
Profil Überlappung -ü-
Achsabstände Unterkonstruktion bei Decken und Dachschrägen
Bei größeren Wand- bzw. Raum- höhen kann eine Verlängerung der CW-Ständerprofile erforderlich werden. Hierbei ist, wie in der neben- stehenden Tabelle dargestellt, zu verfahren.
14 UNTERKONSTRUKTIONEN
Leichte Trennwände
Die Befestigungsmittel (Dübel, Schrauben) für die Unter kon struktion müssen auf den Untergrund abge- stimmt sein.
Ab stand der Befesti gungs punkte: · Horizontal (Boden- und Decken-
anschluss) max. 700 mm · Vertikal (Wandanschluss) max.
1 000 mm
Bei unebenen Bau teilen und er höhten Schall schutz anfor de rungen die Abstände der Befestigungspunkte re du zieren.
Montage der vertikalen Ständer: · Bei Stahlprofilen ohne weitere
Befes ti gung in die Decken- und Boden -profile einstellen
· Bei Holz-Unter konstruktion mit Stichnägeln oder Win keln fixieren
Montage der CW-Ständerprofile Montage der Holzständer mit Stiftnagel oder Stahlwinkel
Weitere Informationen Details finden Sie online im Handbuch: „fermacell® Gips faser-Platten im Trockenbau“ unter www.fermacell.de/downloads
15UNTERKONSTRUKTIONEN
4
Deckenbekleidungen
Bei Decken die tragenden Teile der Unterkonstruktion gemäß der Tabelle S. 17 ausführen.
Andere Unterkonstruktionen so be- messen, dass die zulässige Durchbie- gung von 1/500 der Stützweite nicht überschritten wird. In der Tabelle S. 17 ist die zu lässige Durch biegung berücksichtigt. Die Achsmaße der Tragprofile bzw. Traglatten sind abhängig von der Plattendicke und Zusatzlasten.
Die Unter konstruktion unter- einander mit dafür geeigneten Befestigungsmitteln verbinden: · Bei Holz mit Schrauben bzw. kreuz-
weise eingetriebenen Nä geln oder Klammern (DIN 1052)
· Bei Stahlprofilen mit speziellen Verbindern
Abgehängte Unterdecken
Für abgehängte Decken handelsüb- liche Abhän ger verwenden: · Nonius-Hänger · Loch- oder Schlitzbandeisen · Drähte · Gewindestangen
Zur Befestigung dieser Kon s truk- tionen an Massiv decken sind für diesen Anwendungs- und Belas- tungsfall geeignete, bauaufsichtlich zugelassene Dübel einzusetzen.
Den Querschnitt der Abhänger beson- ders bei Feuerschutz-Konstruktionen und doppel lagiger fermacell Be- kleidung so bemessen, dass eine statische Sicherheit der daran abzu- hängenden Decke gewähr leistet ist.
Direkt befestigte Decke mit Holz-Unterkonstruktion
Abgehängte Decke mit Stahl-Unterkonstruktion
Stützweite: Tragprofil
a
b
f
Stützweite: Grundlattung (Abhänger) nach Tabelle rechts
Stützweite: Traglattung
Stützweite: Grundlattung (Befestigungsmittel) nach Tabelle rechts
Stützweite: fermacell Bekleidung (Traglattung) nach Tabelle rechts
Stützweite: Traglattung
Unterkonstruktion in mm zulässige Stützweite in mm bei einer Gesamtlast3)
bis 15 kg/m²
bis 30 kg/m²
bis 50 kg/m²
Grundprofil CD 60 × 27 × 06 900 750 600 a
Tragprofil CD 60 × 27 × 06 1 000 1 000 750 b
Holzlatten (Breite x Höhe) [mm]
Grundlatte direkt befestigt
60 × 40 1 000 850 700
Grundlatte, abgehängt
Traglatte
48 × 24 700 600 500
e50 × 30 850 750 600
60 × 40 1 100 1 000 900 1) handelsübliche Profile aus Stahlblech (gemäß DIN 18182 bzw. DIN EN 14195) 2) nur in Verbindung mit Traglatten von 50 mm Breite und 30 mm Höhe 3) Bei der Ermittlung der Gesamtlast sind auch eventuell vorhandene Zusatzlasten wie
z. B. Deckenleuchten oder Einbauteile zu berücksichtigen.
Anwendungs- bereich/ Konstruktions - art
Einbausituation Nutzungsklasse: relative Luft- feuchte
Max. Achsabstände Trag- lattung/ Tragprofil in mm bei unterschied lichen Dicken der fermacell® Gipsfaser-Platten
Skizze
420 500 550 625 f
Einbau und/oder Nutzung mit zeit- weise höherer Luftfeuchtigkeit 2)
335 420 500 550 f
1) z. B. häusliche Feuchträume von Wohnbereichen oder Räume ähnlicher Beanspruchung mit nutzungsbedingt zeitweise hoher Luftfeuchte
2) z. B. beim Einbringen von Nassestrich oder Putz bzw. bei Überschreitung der zuvor genannten Einbausituation, jedoch nicht in Räumen mit nutzungsbedingt ständig hoher Luftfeuchte (Nassräumen etc.)
Achsabstände, Stützweiten, Profil- und Latten quer schnitte von Decken be klei dungen und abgehängten Unterdecken
18 BEFESTIGUNGSMITTEL UND -ABSTÄNDE
05 Befestigungsmittel und -abstände
fermacell® Gipsfaser-Platten auf Holz mit Klammern oder fermacell™ Schnellbau schrau ben be festigen.
Für Metall profile bis 0,7 mm Blechdi- cke fermacell™ Schnell bau schrau ben verwenden. Bei Profilen mit dickeren Blechen, z. B. U-Aussteifungsprofilen, fermacell™ Schnellbau schrau ben mit Bohrspitze ein setzen.
Alle Befestigungsmittel sind in den fermacell® Gipsfaser-Platten ca. 2 mm tief zu versenken und mit fermacell™ Fugen- oder Feinspachtel zu verspachteln.
Die fermacell® Gipsfaser-Platten spannungsfrei anbringen.
Bei der Schraubfolge darauf achten, dass auf den Befes tigungsachsen (Unter konstruk tion): · Entweder von der Mitte der Platte
aus gehend zu den Rändern hin be- festigt wird (z. B. im Wandbereich)
· Oder von einem Plattenrand fortlaufend zum an deren Rand ge- arbeitet wird
Dabei darauf achten, dass die Platten fest an die Unter konstruktion ge- drückt werden.
Auf keinen Fall zuerst alle Ecken und dann die Plat ten mitten befestigen.
Klammern auf Holz-Unterkonstruktion
Schrauben auf Stahl-Unterkonstruktion
· Erste Lage dicht stoßen, keine Verspachtelung der ersten Lage erforderlich.
Spreizklammern mit: · Drahtdicke ≥ 1,5 mm · Verlaufspitze · Klammerlänge 2–3 mm kürzer, als
beide Plattenlagen zusammen dick sind
Hinweis: Alle Befestigungs mittel müssen aus reichend gegen Korrosion geschützt sein.
Klammern der fermacell® Gipsfaser-Platte auf fermacell® Gipsfaser-Platte (unterkonstruktionsneutral)
Eine Klammerliste verschiedener Hersteller können Sie über unsere Webseite anfordern: www.fermacell.de/kontakt.php
Zubehör / benötigtes Material
fermacell™ Schnellbauschraube mit Bohrspitze, 3,5 × 30 mm Art.-Nr. 79052
5
Stumpf gestoßen
Spachtelfuge
Ober flächen
6
Vorbedingungen Die Plattenstöße sind mit ausrei- chender Fugenbreite vorzusehen und abhängig von der Plattendicke: · 5–8 mm bei 10 mm · 6–9 mm bei 12,5 mm · 7–10 mm bei 15 mm bzw. 18 mm
Die staubfreien Fugen ohne Fugen- bänder mit fermacell™ Fugenspachtel schließen. Die Schraubköpfe oder Klammer- rücken mit dem gleichen Material verspachteln.
Achtung! Abgebundene Gipsreste ver- kür zen die Abbindezeit einer neuen Mischung im selben Gefäß erheblich. Nachträglich kein Wasser dazugeben. Der Spachtel verliert an Festigkeit.
Anrühren des fermacell™ Fugenspachtels
· Mischungsverhältnis: ca. 1 kg Fu genspachtel in ca. 0,6 l Wasser
· Etwa 2–5 Minuten sumpfen lassen · Klumpenfrei durchrühren (die Ver-
wendung eines Motor quirls kann die Abbinde zeit beeinflussen)
· Bei zu dünn geratener Mas se Fu- genspachtel nachstreuen (Spachtel soll von einer senkrecht gehaltenen Kelle so eben nicht abrutschen)
· Die Mischung bleibt ca. 35 Minuten verarbeitbar
Verspachteln Die Verspachtelung erfolgt durch Vorspachtelung und Nachspach- telung (Feinspachtelung). Vor der Feinspachtelung sollte die Vorspach- telung durchge trock net sein.
Den fermacell™ Fugen spachtel plattentief in die Fugen eindrücken.
Um eine beidseitige Flanken haftung zu erreichen, den Spachtel gegen eine Platten kante drücken und zur gegen überliegenden Kante abziehen (Fischgrätenmuster). Ebenso die versenk ten Köpfe der
25FUGENAUSBILDUNGEN
6
Be festi gungsmittel sowie etwaige Beschädigungen verspachteln. Evtl. Unebenheiten können nach dem Aushärten der ersten Verspachtelung plan geschliffen werden (Schleifgitter oder Schleif papier, Körnung 60). Nach dem Abfegen des Schleif staubes die Feinspachtelung vor nehmen.
Hinweis: Bei beginnender Ver stei fung des Spachtels nicht mehr weiter ver ar beiten.
Materialbedarf Mit 1 kg fermacell™ Fugen spachtel können etwa 7–8 lfd. m Fugen sowie die dazu gehörigen Befestigungsmittel ver spachtelt werden.
Das entspricht etwa 0,2 kg/m² bei der Plattenabmessung 1 500 × 1 000 mm.
Ein 5 kg Ge binde fermacell™ Fugen- spachtel reicht für ca. 25 m² Wandflä- che, ein 20-kg-Sack für ca. 100 m².
Bei der raumhohen Platte liegt der Fugenspachtelbedarf bei ca. 0,1 kg/m².
Weitere Details zu den unterschiedlichen Fugenausführungen finden Sie im Handbuch „fermacell® Gipsfaser-Platten im Trockenbau – Planung und Verarbeitung“ online unter www.fermacell.de/downloads
Zubehör
frei sein · Vorzugs weise die vom Werk
zuge schnittenen Plattenkanten verwenden
· Am Bau zugeschnittene Platten müssen scharfkantig und gerade gesägt sein
· Aus schließlich fermacell™ Fugen- kleber oder fermacell™ Fugen- kleber greenline verwenden
· Die Kleberschnur auf der Mitte der Plattenkante auf tragen, nicht auf das Ständerwerk
Klebefuge
Dann den fermacell™ Fugen kleber auf die Plattenkante auftragen.
Anschließend die zweite Platte dicht gegen die erste drücken.
27FUGENAUSBILDUNGEN
6
· Der Kleber muss beim Zusammen- pressen der Platten kanten die Fuge komplett füllen (der Kleber ist auf der Fuge sichtbar)
· Fugenbreite maximal 1 mm, jedoch nicht auf Null zusammendrücken
· Je nach Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit ist der Kleber nach ca. 18 bis 36 Stunden aus gehärtet
Weiterverarbeitung Anschlie ßend den Fugenbereich und die ver senkten Befesti gungs-
mittel mit dem fermacell™ Fugen -, Fein- oder Gips-Flächenspachtel nach spach teln.
Kleb stoff abstoßen Den überschüssigen Kleber nach dem Aushärten voll ständig abstoßen, z. B. mit dem fermacell™ Kleb stoff- abstoßer, einem Spach tel oder einem breiten Stech eisen.
Zubehör
Fugenausführung Je zwei Platten mit abgeflachter Trocken bau-Kante (TB-Kante) stumpf stoßen.
Im Bereich der TB-Kante das selbst- klebende fermacell™ Armierungs- band TB vor dem Verspachteln auf die Trockenbau-Kante kleben.
Den fermacell™ Fugenspachtel mit Druck durch die Maschen des Armierungsbandes in den Fugen- grund drücken und den abgeflachten Bereich voll ausspachteln.
Alternative Ausführung Alternativ kann auch der fermacell™ Papier-Bewehrungsstreifen verwen- det werden. Hier wird die TB-Kante mit fermacell™ Fugen spachtel vor- gefüllt, das Band eingelegt, blasen- und faltenfrei angedrückt und ab- gespachtelt.
Glätten Nach dem Austrocknen des Fugen- spachtels den Fugen bereich in Abhängigkeit von der gewünschten Quali täts stufe mit einem zweiten Spachtel auftrag glätten.
Hinweis: Ausführung der Qualitäts- stufen Q1 bis Q4 siehe Kapitel 10.
29FUGENAUSBILDUNGEN
6
Verlegung
Die fermacell® Gips faser-Platten mit der TB-Kante verschnitt frei im schleppenden Ver band verlegen: · Versatz der Platten unter einander:
mindes tens 200 mm · Kreuzfugen sind nicht zulässig!
Bei mehrlagigen Bekleidung kann die erste Lage aus Platten ohne TB-Kanten aus ge führt und auf das Verspachteln verzichtet werden. · Fugen versatz zwischen der ersten
und zweiten Lage: mindestens 200 mm
Wird in der unteren Lage die TB-Kante eingesetzt, den ab ge- flachten Bereich bei Schall- und Brandschutzanforderungen mit fermacell™ Fugenspachtel füllen.
Verlegung im schleppenden Verband
≥ 2 00
≥ 12≥ 12Randabstände Die Rand ab stände der Befestigungs- mittel sind entsprechend der rechten Skizze für nicht tragende Wandkons- truktionen einzu halten.
Variante mit einer TB-Kante, einer bauseits zugeschnitte- nen Kante und fermacell™ Fugenspachtel6–9 mm
Fugenvariante TB-Kante und bauseits zugeschnittene Kante
fermacell™ Fugenspachtel
Zubehör
2 000 × 1 250 × 12,5 mm 4 × 0,3 kg/m²
2 540 × 1 250 × 2,5 mm 2 × 0,2 kg/m²
1 500 × 1 000 × 10 mm 4 × 0,2 kg/m²
Ausführung der horizontalen Fugen bei Montagewänden
Horizontale Fugen können die Stabi li tät frei stehender Trocken bau - -Konstruk tionen schwächen. Daher sollten sie ver mieden bzw. minimiert und raumhohe Platten ein gesetzt werden.
Sind sie dennoch erfor derlich, sollten sie bei stark beanspruchten Wänden vorzugs weise im oberen Wandbereich angeordnet und als Klebefuge aus- gebildet werden.
Fugenausbil dung der äußeren Be- kleidungslage als: · Klebefuge · Spachtelfuge · TB-Kante
Hinweis: Bei horizontalen Platten kanten ist zu beachten, dass diese unmittelbar vor dem Aufbringen des Fugen klebers zu ent stau ben sind. Gleiches gilt bei der Ausführung mit der Spachtelfugentechnik.
Horizontale Klebefuge 1. Untere Lage stumpf gestoßen 2. Äußere Lage als Klebefuge
m ax
. 1 m
07 Trockenputz mit fermacell® Gipsfaser-Platten
Anforderungen an den Untergrund Der Untergrund muss trocken sein und genügend Festig keit besitzen, möglichst eben und schwindfrei sein. Von außen darf keine Feuchtigkeit in den Untergrund gelangen.
Lehm oder Lehmputz ist als Unter- grund nicht geeignet.
Hartschäume bedürfen einer beson- deren Beratung.
Loser Putz, alte Anstriche, restliche Tapeten, Tapeten kleister, Schalöle und Verschmutzungen vor dem An- bringen der Platten entfernen.
Ist Guss asphalt vorge sehen, darf das Ansetzen der fermacell® Gipsfaser-Platten mit Ansetzbinder und das Verfugen erst nach dem Erkalten des Estrichs vorgenommen werden.
Wegen der speziellen Eigen schaften des fermacell™ Ansetzbinders braucht stark saugender Untergrund, wie beispielsweise Poren beton, nicht besonders vor behandelt (z. B. vor- genässt) zu werden.
Kleine Wandunebenheiten bis zu 20 mm bei der Verlegung durch Ansetz binder batzen ausgleichen. Da- rüber hinaus sind Unter fütterungen erforderlich.
Sind Unsicherheiten hinsicht lich der Festigkeiten des Unter grundes zu erwarten, sollte eine mechanische Befestigung – mit Holzlatten etc. – gewählt werden.
32 TROCKENPUTZ
7
Verarbeitung an normal ebenem Untergrund wie Mauerwerk aus Mauer ziegeln, Kalk sand steinen oder Hohlblock- steinen.
fermacell™ Ansetzbinder batzen- bzw. streifenförmig auf der Platten- rückseite oder…