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Die Minol ZENNER Connect GmbH (MZ Connect) stand am ZENNER-Messe-stand auf der E-world 2019 im Mit-telpunkt vieler Gesprche. Nur weni-ge Tage zuvor war das Unternehmen, das als deutschlandweiter Anbieter fr den Aufbau und Betrieb von LoRaWAN-Funknetzen auftritt, ge-grndet worden. Mit diesem zustzlichen Ange-bot kann ZENNER nun die gesamte Prozesskette fr Anwendungen im Bereich Internet of Things (IoT) abdecken von der Netzplanung ber den Bau bis zum Betrieb.

Das Feedback von Stadtwerken und Energie-versorgern sei insgesamt sehr positiv gewesen, berichtete MZ Connect-Geschftsfhrer Marcus Kirchdrfer nach der Messe. Zu den wesentlichen Erkenntnissen zhle, dass groe Stadtwerke den Betrieb von LoRaWAN-Netzen tendenziell eher in Eigenregie bewerkstelligen mchten. Beim Gros der kleinen und mittelgroen Versorger hinge-gen, die nicht ber die ntigen eigenen Ressour-cen verfgen oder bewusst einen partnerschaft-lichen Weg anstreben, sei das Interesse am MZ Connect-Angebot sehr lebhaft.

Heterogene WissensbasisDer Informationsstand zu LoRaWAN ist bei den Versorgern extrem unterschiedlich, hat Kirch-drfer beobachtet. Grere Stadtwerke, die eine eigene IT-Abteilung haben und gegebenenfalls einen Betriebsfunk unterhalten, sind bereits voll im Bilde. Diese haben uns sehr konkrete Fragen zu technischen und organisatorischen Details ge-stellt. Wir haben aber auch Stadtwerke erlebt, die noch ganz am Anfang der Lernkurve stehen und vorrangig ihre Wissensbasis erweitern wollten. Bei den potentiellen Anwendungen konzentrie-

re sich das Interesse vorrangig auf die Themen Mehrspartenauslesung und Submetering.

Ein erstes Projekt hat Minol ZENNER Connect bereits in der Immobilienbranche realisiert. Der Start weiterer Piloten, etwa im Einzelhandel, ste-he unmittelbar bevor, wie Kirchdrfer berichtet. Inhaltlich gehe es auch hier um das Fernauslesen von Energiezhlern. Hinsichtlich der technischen Infrastruktur sei der Bedarf jedoch anders gela-gert. Industrieunternehmen haben in der Regel keinerlei Interesse, sich mit Kommunikations-infrastrukturen und deren Betrieb zu befassen, erklrt Kirchdrfer. Sie mchten, dass wir Kon-nektivitt zur Verfgung stellen, damit bestimm-te Prozesse, die bisher nicht optimal ablaufen, digitalisiert und damit automatisiert werden knnen.

Niedrige EinstiegsbarrierenAuch wenn mittlerweile zahlreiche Stadtwerke und Energieversorger teils umfangreiche LoRa-WAN-Vorhaben gestartet haben allein ZENNER betreut mittlerweile rund 80 operative IoT-Pilot-projekte sei im Energiebereich an vielen Stellen noch berzeugungsarbeit zu leisten. Wir ver-suchen, die IoT-Einstiegsbarriere fr Kunden so niedrig wie mglich zu halten und sind fr viele Formen der Zusammenarbeit offen, so Kirchdr-fer. Wir untersttzen Unternehmen, denen es ausschlielich um die Nutzung von IoT-Konnekti-vitt geht, ebenso wie solche, die LoRaWAN-End-gerte und -Gateways selbst erwerben, einbau-en und warten wollen. In diesem Fall fokussieren wir uns auf alle Systeme und Prozesse im Hinter-grund: also den Betrieb der Backend-Systeme und das gesamte Datenmanagement, vom Gate-way-Management bis zur IoT-Anwendung.

Die neue Minol ZENNER Connect GmbH

untersttzt als Dienst-leister den Aufbau von

LoRaWAN-Netzen. Durch Verknpfung

lokaler Infrastrukturen soll ein mglichst flchendeckendes

Funknetz entstehen.

Minol ZENNER Connect will mit Flexibilitt und partner-schaftlichem Miteinander punkten und der Aussicht fr die Versorger, beim wichtigen Zukunftsthema IoT selbst die Kont-rolle zu behalten. Gerade im Stadtwerkeumfeld ist es so, dass die Unternehmen den Betrieb der Endgerte in der eigenen Hand behalten wollen, wei Kirchdrfer aus zahlreichen Ge-sprchen. Wir ermglichen es den Kunden, sich auf die fr IoT wichtigen Endgerte zu konzentrieren, und nehmen den Kunden den Betrieb der LoRaWAN Gateways und das Erfllen regulatorischer Anforderungen ab.

Zum Beispiel beim Einhalten der Pflichten gegenber der Bundesnetzagentur. Auch wenn LoRaWAN noch eine Nischen-anwendung ist, rckt der Betrieb der Netze in den Fokus der Bundesnetzagentur. Das heit, es gibt eine Meldepflicht, es sind gewisse Sicherheitskriterien zu erfllen und es ist eine saubere Trennung von Verkehrs- und Personendaten zu ge-whrleisten. Darber hinaus besteht Auskunftspflicht, wenn beispielsweise Bundeskriminalamt oder Staatsanwaltschaft im Falle einer Straftataufklrung Dateneinsicht verlangen. All dies gilt allerdings erst dann, wenn externe Anwendungen auf dem stadtwerkseigenen LoRa-WAN-Netz laufen egal ob dies entgeltlich oder unentgeltlich geschieht, klrt Kirchdrfer auf. Wenn ein Stadtwerk beispiels-weise nur die eigenen Zhler abliest und nichts anderes mit diesem Netz macht, handelt es sich meist um eine interne Anwendung, die nicht unter die Regulationsbestimmungen fllt. Werden damit allerdings fr das Rathaus beispielsweise die Feuerwehrzufahrten ber-wacht, greifen die regulatori-schen Regeln.

Roaming bei LoRaWAN-NetzenEin Thema, das bei vielen Fragen aufwirft, ist das Roaming zwischen LoRaWAN-Netzen. Minol ZENNER Connect hatte auf der E-world ber diese Option ffentlich informiert. Wie funktioniert das Roaming technisch? Und fr wen ist das unter welchen Umstnden interessant?

Im Gegensatz zum Mobilfunk kommen bei LoRaWAN kei-ne SIM-Karten zum Einsatz. Dadurch ist ein Wechsel zwischen LoRaWAN-Netzen viel einfacher mglich. Es reicht, dass die Netzanbieter im Backend eine Datenweiterleitung vereinba-ren wobei die Verschlsselung der Daten selbstverstndlich erhalten bleibt. Whrend das nationale Roaming bei 5G aktuell nur diskutiert wird, ist es bei LoRaWAN von Anfang an Teil der Architektur, erlutert Hartmut Ritter, Geschftsfhrer von MZ

Connect. LoRaWAN-Roaming ist zum Beispiel fr Unterneh-men interessant, die bewegliche Gter wie Fahrzeuge oder Baumaschinen verfolgen wollen. In Sdwestdeutschland, wo Minol ZENNER Connect fr die Minol Messtechnik zahlreiche LoRaWAN-Gateways betreibt und damit vielerorts schon heute eine durchgngige Netzabdeckung bereitstellt, sei das sogar ohne Roaming mglich. Auf Deutschland bezogen, wre ein solcher Service aber nur durch einen Schulterschluss der LoRa-WAN-Netzbetreiber mglich, die ihre Infrastrukturen verbinden.

Ein anderes Szenario fr Roaming entsteht beispielsweise, wenn MZ Connect bereits ein LoRaWAN-Netz fr einen Kun-den (etwa aus der Wohnungswirtschaft) betreibt, und das rt-liche Stadtwerk parallel ein eigenes LoRaWAN-Netz aufbaut. In dieser Situation wre es ressourcentechnisch nicht klug, Infrastrukturen doppelt zu errichten, erlutert Kirchdrfer. Von einem Roaming-Agreement profitieren beide Seiten. Wir erreichen so auch Bereiche, in denen wir wegen mangelnder Kundendichte keine eigenen LoRaWAN-Gateways aufstellen wrden. Das Stadtwerk andererseits braucht in den von uns

mit LoRaWAN-Antennen ausgestatteten Liegen-schaften keine eigene Hardware zu verbauen, um zum Beispiel Ener-giezhler fernauslesen zu knnen. Durch Roaming lassen sich die Plne bei-der Unternehmen also intelligenter und kosten-gnstiger umsetzen.

Konnektivitt nach BedarfMinol ZENNER Connect verfolgt das Fernziel, ein flchendeckendes LoRa-WAN-Netz in Deutsch-land aufzubauen, was aber nicht heit, dass dies bis in den letzten Winkel Realitt wird. Das wre in Deutschland mit seiner Topologie und ver-teilten Siedlungsstruktur

schwierig und wenig sinnvoll, erklrt Marcus Kirchdrfer. Wir bringen Konnektivitt dorthin, wo sie bentigt wird. Unser Rollout-Plan bewegt sich deshalb entlang den Standorten un-serer Zielgruppe, sprich Stadtwerke, Immobilienwirtschaft und Industriesektor. Letztlich geht es darum, LoRaWAN als Techno-logie in Deutschland so weit zu bringen, dass wir den groen Telekommunikationsanbietern die Stirn bieten knnen. Und da sind wir auf dem richtigen Weg. (vb)

Kontakt: Minol ZENNER Connect GmbH, Markus Kirchdrfer, 70771 Leinfelden-Echterdingen, Tel: +49 (0)711 120449-0 , info@mz-connect.com

Auf der E-world 2019 stellte sich das neue Unternehmen Minol ZENNER Connect vor. Von links nach rechts: Dr. Hartmut Ritter, Geschftsfhrer Minol ZENNER Connect; Ren Claussen, Leiter Geschftsbereich IoT & Digitale Lsungen bei ZENNER Internatio-nal; Sascha Schlosser, Geschfts-fhrer ZENNER International; Marcus Kirchdrfer, Geschftsfh-rer Minol ZENNER Connect.

LoRaWAN-Netz fr Deutschland

Foto: ZENNER International

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