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  • Umsetzung Dosis-Massnahmen-Konzept (DMK):Massnahmen zur Verringerung der Strahlenexposition

    nach einem Kernkraftwerksunfall

    (Massnahmenkatalog DMK)

    Arbeitsgruppe Auswertung und Massnahmen KomABC

    Genehmigt durch die Eidg. Kommmission fr ABC-Schutz

    anlsslich der Sitzung vom 18. November 2003

  • .

  • Inhaltsverzeichnis

    KomABC Massnahmenkatalog 2003 - 1 -

    INHALTSVERZEICHNIS

    Seite

    1. Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

    2. Grundstze zur Umsetzung des DMK . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

    3. Ableitung von phasenspezifischen Dosiseingreifwerten aus dem DMK . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

    4. Entscheidungsgrundlagen im Ereignisfall . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27

    Anhang:

    1 Dosis-Massnahmen-Konzept. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81

    2 Faustregeln und Schutzfaktoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83

    3 Verwendete Abkrzungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85

    4 Begriffe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86

    5 Literatur und Grundlagen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87

  • - 2 - KomABC Massnahmenkatalog 2003

  • KomABC Massnahmenkatalog 2003 - 3 -

    1. Einleitung

    1.1. Ausgangslage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

    1.2. Zielsetzung der Arbeitsgruppe Auswertung und Massnahmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

    1.3. Struktur und Inhalte des Dokuments. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

    1.4. An wen ist der Massnahmenkatalog gerichtet? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

  • - 4 - KomABC Massnahmenkatalog 2003

  • 1 Strahlenschutzverordnung vom 22. Juni 1994, SR 814.5012 Verordnung ber die Einsatzorganisation bei erhhter Radioaktivitt (VEOR) vom 26. Juni 1991, SR

    732.323 UDS: untere Dosisschwelle; ODS: obere Dosisschwelle

    _________________________

    Einleitung

    KomABC Massnahmenkatalog 2003 - 5 -

    1.1. Ausgangslage

    Fr Ereignisse, die eine Gefhrdung der Bevlkerung durch erhhte Radioaktivitt hervor-rufen knnen, gilt zustzlich zu den Bestimmungen der Strahlenschutzverordnung (StSV 1) die Verordnung ber die Einsatzorganisation bei erhhter Radioaktivitt (VEOR 2). Die VE-OR regelt Zustndigkeit, Organisation und Einsatz der Organe des Bundes in Fllen, in de-nen die Bevlkerung und Umwelt durch erhhte Radioaktivitt gefhrdet sind oder sein kn-nen. Die Grundlage fr die Anordnung und das Beantragen von Schutzmassnahmen als Folge eines Ereignisses mit erhhter Radioaktivitt bildet das Dosis-Massnahmen-Konzept (DMK). Das DMK ist im Anhang der VEOR aufgefhrt (siehe auch Anhang 1).

    Das DMK gibt der Einsatzorganisation bei erhhter Radioaktivitt (EOR) den Rahmen fr die Anordnung von Schutzmassnahmen mit dem Ziel, das gesundheitliche Risiko der Be-vlkerung nach einem Ereignis mit erhhter Radioaktivitt klein zu halten. Die ad hoc Grup-pe DMK der KomABC, welche die Kriterien fr das DMK im Jahre 1990 festgelegt hat (Lit. [2.1]), hat dabei folgende Grundstze bercksichtigt:

    " Jede Schutzmassnahme muss in einem vernnftigen Verhltnis zur eingesparten Do-sis stehen.

    Das DMK muss universell, das heisst auf alle denkbaren Ereignisse anwendbar sein.

    Das DMK muss so flexibel sein, dass es den Besonderheiten des einzelnen Ereignis-ses angepasst werden kann; es schreibt somit nicht alles bis in die Einzelheiten vor.

    Wegen der angestrebten universellen Gltigkeit des DMK muss die Ausarbeitung der Schutzmassnahmen zweistufig erfolgen. Das DMK [...] gibt zunchst nur den Rahmen; in einem zweiten Schritt mssen innerhalb dieses Rahmens die Beziehungen zwischen Do-sis und Schutzmassnahmen ereignisspezifisch verfeinert werden.[...] Das DMK muss [...] ein breites Spektrum mglicher Auswirkungen abdecken. Zwischen den Ereignissen bestehen ausserordentlich grosse Unterschiede [...]. Daraus folgt noch einmal die Notwendigkeit, das DMK flexibel zu gestalten; derselbe Strauss von Schutz-massnahmen kann nicht gleichermassen auf alle Ereignisse anwendbar sein. "Kleine" Er-eignisse lassen sich "luxuriser" meistern als grosse Katastrophen. Es ist Aufgabe der entsprechenden Arbeitsgruppen der KOMAC, das universelle DMK fr die einzelnen Er-eignisse zu konkretisieren und zu verfeinern."

    Im DMK wurde fr jede der aufgefhrten Massnahmen ein Dosisband mit zwei Schwellen (UDS, ODS 3) festgelegt, bei deren berschreitung die entsprechende Massnahmen ergrif-fen werden kann (UDS) bzw. ergriffen werden muss (ODS). Die Dosis im DMK bezieht sich immer auf die Dosis, welche durch Exposition oder Inkorporation whrend des ersten Jah-res nach dem Ereignis ohne die in Betracht gezogene Schutzmassnahme zu erwarten ist. Fr den direkten Einsatz im Ereignisfall sind diese Dosisbnder aus folgenden Grnden nicht geeignet:

    Zu Beginn eines Ereignisses wird es kaum mglich sein, eine Prognose der Dosis fr das erste Jahr zu erstellen, da der weitere Ereignisverlauf und dessen lngerfristigen Auswirkungen auf die Umgebung zu wenig bekannt sind. Die Beurteilung wird sich

  • Einleitung

    - 6 - KomABC Massnahmenkatalog 2003

    daher am Anfang eines Ereignisses auf die Akutphase (Wolkenphase) beschrnken. Nach der Akutphase, wenn die Ausgangslage stabil und fr die weitere Beurteilung fun-dierte Messungen aus der Umgebung vorliegen, ist eine Prognose ber einen lngeren Zeitraum mglich.

    Die Dosisbnder im DMK lassen einen Handlungsspielraum offen, der im Ereignisfall, wenn schnelle Entscheide getroffen werden mssen, nicht sinnvoll ist.

    1.2. Zielsetzung der Arbeitsgruppe Auswertung und Massnahmen

    Die Arbeitsgruppe Auswertung und Massnahmen der KomABC hat fr den Fall Kernkraftwerksunfall phasenspezifische Dosiseingreifwerte und phasenspezifische messbare Entscheidungskriterien aus dem DMK abgeleitet (Abb. 1). Diese Werte ermg-lichen im Ereignisfall eine schnelle und zeitgerechte Entscheidung. Sie garantieren ausser-dem, dass die im DMK festgelegten Dosisbnder eingehalten werden.

    DMK

    phasenspezifischeDosiseingreifwerteFall KKW

    Wolkenphase(1 - 2 Tage)

    Bodenphase(1 Jahr)

    messbareEntscheidungskriterien z.B. Anlageparameter z.B. Ortsdosisleistung

    Dosisband (mSv)UDS ODS

    fixer Wert (mSv)

    fixer Wert

    Ableitung

    Ableitung

    Abb. 1: Herleitung von phasenspezifischen Dosiseingreifwerten und messbaren Entscheidungs-kriterien

    Bezglich Herleitung von messbaren Entscheidungskriterien und Beurteilung von Massnah-men hat sich die Arbeitsgruppe vor allem auf die Akutphase, d.h. die Wolkenphase und die erste Lockerungsphase nach Ende des Wolkendurchzugs, beschrnkt. Die Entscheidungs-kriterien, welche in der Vorbereitung aus dem DMK abgeleitet wurden, basieren aus-schliesslich auf Planungsszenarien (Lit. [8.1]). Diese sollten im Ereignisfall nur soweit als Entscheidungsgrundlage herangezogen werden, solange keine detaillierteren ereignis-spezifische Messungen aus der Umgebung vorliegen. Sobald nuklidspezifische Messungen verfgbar sind, sollte der Zusammenhang zwischen Dosis und nuklidspezifischen Messwer-ten neu ermittelt werden.

    Die in diesem Papier aufgefhrten Dosiseingreifwerte und messbaren Entscheidungs-kriterien sollen deshalb die Grundlage fr die Anordnung von Massnahmen bilden,

    wenn in der Akutphase keine Zeit fr eine spezifische Anpassung der Massnahmen an die tatschliche Ereignissituation mglich ist und

    solange Informationen ber das Ereignis fehlen, welche eine detailliertere Beurteilung als diejenige zulassen, welche in der Vorbereitung durchgefhrt wurde.

    Sobald detaillierte Informationen vorliegen und mehr Zeit fr eine Entscheidung vorhanden ist, sollen die vordefinierten Entscheidungswerte aufgrund der spezifischen Ereignis-situation und den sozialen und politischen Faktoren optimiert werden. Fr den Fall, dass im Ereignisfall unzureichende Messdaten vorliegen und keine Entschei-dung anhand der vordefinierten messbaren Entscheidungskriterien mglich ist, wurde ein

  • 4 Verordnung ber Fremd- und Inhaltsstoffe in Lebensmittel vom 26. Juni 1995, SR 817.021.23

    _________________________

    Einleitung

    KomABC Massnahmenkatalog 2003 - 7 -

    Standardvorgehen definiert, welches den Unsicherheiten entsprechend vorsorglich gross-zgig Massnahmen vorsieht.

    1.3. Struktur und Inhalte des Dokuments

    Der vorliegende Massnahmenkatalog ist eine Zusammenfassung aus mehreren von der Ar-beitsgruppe Auswertung und Massnahmen separat erarbeiteten Papieren (Lit. [3.1] - [3.6]). Er fhrt die wesentlichen Ergebnisse der Umsetzung des DMK auf. Das Dokument ist so aufgebaut, dass das Kapitel 4 im Ereignisfall auch als Entscheidungsgrundlage bentzt werden kann.

    Kapitel 2

    In Kapitel 2 werden die Grundstze fr die Umsetzung des DMK beschrieben, welche von der Arbeitsgruppe definiert wurden.

    Kapitel 3

    In Kapitel 3 werden die von der Arbeitsgruppe abgeleiteten phasenspezifischen Dosisein-greifwerte mit einer kurzen Begrndung aufgefhrt. Die Arbeitsgruppe hat sich bei der Her-leitung von phasenspezifischen Dosiseingreifwerten vor allem auf die im DMK expli