Dem demografischen Wandel mit Ideen begegnen - Praxisbeispiele und Modellprojekte aus Sachsen

Click here to load reader

  • date post

    02-Apr-2016
  • Category

    Documents

  • view

    215
  • download

    1

Embed Size (px)

description

Die Broschüre gibt einen aktuellen Überblick über den Stand der Demografiepolitik des Freistaates Sachsen und beschreibt zehn ausgewählte Projekte, die mithilfe der Förderrichtlinie Demografie unterstützt werden. Die Herangehensweise und das Engagement der Akteure zeigen, dass es sich lohnt, nach Handlungsmöglichkeiten zu suchen, um den Herausforderungen durch den demografischen Wandel zu begegnen. Der Schlussteil der Broschüre listet hilfreiche Internetlinks zum Thema auf.

Transcript of Dem demografischen Wandel mit Ideen begegnen - Praxisbeispiele und Modellprojekte aus Sachsen

  • Dem demografischen Wandel mit Ideen begegnenPraxisbeispiele und Modellprojekte aus dem Freistaat Sachsen

    DEMOGRAFIESACHSEN DENKT VORAUS

    DEMOGRAFIESACHSEN WEITERDENKEN

  • Vorwort ............................................................................................................................................................. 5

    Einleitung ........................................................................................................................................................ 7

    Sachsen stellt sich dem Wandel Grundlagen fr eine erfolgreiche Demografiepolitik ........................................................................ 8

    Praxisbeispiele und Modellprojekte aus dem Freistaat Sachsen ................................... 23

    Sozialnavigator .................................................................................................................................... 26 Pflegenetzwerk Vogtlandkreis ....................................................................................................... 32 DieDEMOGRAFIEfabrik ..................................................................................................................... 38 Haus sucht Idee ................................................................................................................................... 44 Mentoring-Programm IMPULS REGIO ........................................................................................ 50 Zukunftschancen Oberlausitz ........................................................................................................ 56 Zukunft Brandschutz ........................................................................................................................ 62 Betriebliches Gesundheitsmanagement .................................................................................... 68 DemU Deine Entwicklung mit Uns ........................................................................................... 74 Demografieprojekt Kooperatives Wurzener Land .................................................................. 80

    Weiterfhrende Informationen ........................................................................................................ 87

    Internetlinks ................................................................................................................................................... 88

    | 3

    1.2.3.4.5.6.7.8.9.

    10.

    Inhaltsverzeichnis

  • 4 |

  • Liebe Leserin, lieber Leser,

    der Umgang mit der demografischen Entwicklung bleibt ein spannendes Thema in Sachsen. Seit dem Erscheinen des Handbuchs Den demografischen Wandel gestalten Ende 2010 wurden zahlreiche Projekte und Vorhaben im Freistaat Sachsen neu begonnen und durchgefhrt. Zehn Projekte mch-ten wir Ihnen in dieser Broschre vorstellen. Die Themen und Herausforderungen sind regional ganz unterschiedlich. Sie reichen von der Nachwuchssicherung in Sportvereinen bis zu Fragen der Pflege im hohen Alter.

    Mit Hilfe der Frderrichtlinie Demografie der Schsischen Staatskanzlei ist es gelungen, diese Vorhaben zu untersttzen und umzusetzen. Die Vielfalt der Projekte und das Engagement der Akteure vor Ort sollen Mut machen, sich mit dieser Herausforderung auseinanderzusetzen und nach Handlungsmg-lichkeiten, die zu den regionalen Gegebenheiten passen knnen, zu suchen.

    Auf die Folgen des demografischen Wandels gibt es nicht die eine Lsung, sondern vielfltige und regional unterschiedlich wirkende Antworten. Die Staatsregierung untersttzt im Sinne einer aktiven Herangehensweise die Akteure, die nicht abwarten, bis die Prognosen eintreffen, sondern die voraus-schauend denken und handeln. Jeder Einzelne kann letztendlich etwas fr seine Umgebung oder in seinem Verantwortungsbereich unternehmen.

    Dr. Johannes BeermannStaatsminister und Chef der Schsischen Staatskanzlei

    | 5

    Vorwort

  • 6 |

  • | 7

    EinleitungSachsen stellt sich dem Wandel Grundlagen fr eine erfolgreiche Demograf iepolitik

  • 8 |

    Sachsen stellt sich dem Wandel Grundlagen fr eine erfolgreiche Demograf iepolitik

    Wegweiser Sachsen: die demograf ischen Herausforderungen annehmen

    Im Freistaat Sachsen ist der demografische Wandel ein bekanntes und schon traditionel-les Thema der Landes- und Kommunalpoli-tik. Erfahrungen im Umgang mit den Folgen liegen in fast allen Politikbereichen oder in den individuellen Lebensbereichen vor. Die schsische Bevlkerung ist mit diesem Thema vertraut: Umzge organisieren, die Kinder in Bayern besuchen, die Gromut-ter lebt allein im Erzgebirgsdorf, berfllte Straenbahnen in Leipzig oder Dresden, die rstige ltere Nachbarin, die nachmit-tags die Kinder betreut. Der demografische Wandel hat vielfltige individuelle Facetten und beeinflusst doch zum Teil erheblich das gesellschaftliche Leben in Deutschland und in Sachsen.

    Auch wenn das Thema zur Normalitt in Sachsen gehrt, ist es weiterhin eine poli-tische Gestaltungsaufgabe, mit der sich alle politischen Ebenen in Deutschland sachlich und konstruktiv auseinandersetzen mssen. Zu den Grundlagen der Befassung gehrt die sachliche Analyse der demografischen Situ-ation im Land.

    Drei Prozesse, die lngerfristig wirken, bestim-men in Sachsen nach wie vor den demogra-fischen Wandel:

    1. Die Zunahme der Lebenserwartung und die allgemeine Alterung (Zunahme des Durchschnittsalters der Bevlkerung)

    Von 1990 bis Ende 2012 verlor der Freistaat Sachsen rund 800.000 Einwohner. Gleich-zeitig stieg das Durchschnittsalter von 39,4 Jahren auf 46,5 Jahre an. Dieser Alterungs-

    prozess wird weiter anhalten und die Alters-struktur wird sich bis zum Jahr 2030, so die Prognosen des Statistischen Landesamtes, deutlich verndern. Im Jahr 2030 werden in Sachsen voraussichtlich nur noch 3 % der Bevlkerung fnf Jahre und jnger sein. Dagegen steigt der Anteil der ber 80-Jhri-gen auf 11 %. Jeder dritte Sachse wird dann

    Einleitung

    1990

    1992

    1994

    1996

    1998

    2000

    2002

    2004

    2006

    2008

    2010

    2012

    3.500

    3.000

    2.500

    2.000

    1.500

    1.000

    500

    0

    unter 15 Jahren

    15 65 Jahren65 und mehr Jahren

    Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Bevlkerungsfortschreibung auf Basis der Registerdaten vom 03.10.1990; fr Daten bis 2011 Gebietsstand 01.01.2012; 2012: 01.01.2013

    Bevlkerung nach ausgewhlten Altersgruppen in Sachsen 1990 bis 2012

    Bevlkerung im Alter von ... bis unter ... Jahren (in Tausend)

  • | 9

    voraussichtlich ber 65 Jahre alt sein aber hoffentlich noch fit und bei guter Gesund-heit. Wer heute als Mdchen in Sachsen zur Welt kommt, kann mit einer durchschnittli-chen Lebenserwartung von knapp 84 Jahren rechnen, wenn, hypothetisch betrachtet, die gesellschaftlichen und demografischen Entwicklungstrends sich so fortsetzen.

    2. Der allgemeine Rckgang der Bevlkerungszahl

    Seit 1967 sterben in Sachsen jhrlich mehr Menschen, als geboren werden. Das ist der Hauptgrund fr den anhaltenden Bevlke-rungsrckgang. Ein erfreuliches Faktum ist, dass Sachsen seit 2010 Spitzenreiter in der

    Geburtenrate im Vergleich der Lnder ist. Mit knapp 35.000 neugeborenen Kindern im Jahr 2012 lag die Geburtenrate bei ca. 1,5 Kindern pro Frau (Durchschnitt in Deutschland: 1,4). Diese Zahl bedeutet aber auch, dass im Jahr 2012 ca. 14.500 Kinder fehlten, um die Elterngeneration zu ersetzen.

    Natrliche Bevlkerungsentwicklung im Freistaat Sachsen 1955, 1960, 1970, 1980 2012

    Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen; Bevlkerungsfortschreibung auf Basis der Registerdaten vom 03.10.1990; ab 2012 auf Basis der Zensusergebnisse vom 09.05.2011; Hinweis: 1955 1975 Summe der ehemaligen Bezirke Chemnitz, Dresden und Leipzig; ab 1980 Gebietsstand 01.01.2013

    Lebendgeborene Gestorbene

    100.000

    90.000

    80.000

    70.000

    60.000

    50.000

    40.000

    30.000

    20.000

    10.000

    -

    1955

    1960

    1965

    1970

    1975

    1980

    1985

    1990

    1995

    2000

    2005

    2010

    Sachsen stellt sich dem Wandel Grundlagen fr eine erfolgreiche Demografiepolitik

  • 10 |

    Einleitung

    Auch bis zum Ende des dritten Quartals 2013 setzte sich die positive Geburtenent-wicklung in Sachsen leicht fort. Allerdings stiegen auch die Sterbeflle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an.

    Mtter in Sachsen waren bei der Geburt des ersten Kindes 2012 im Durchschnitt 28,2 Jahre alt. Damit liegt das Erstgeburtsalter der Mutter elf Monate unter dem Durchschnitt von Deutschland (im Vergleich 2011: 29,1 Jahre).

    Geburten je 1.000 Einwohner nach Gemeinden 2012

    bis 6

    ber 6 bis 7

    ber 7 bis 8

    ber 8 bis 9ber 9

    Freistaat Sachsen:

    8,5 Lebendgeborene je 1.000 Einwohner

    Lebendgeborene je 1.000 Einwohner

    Fr die einzelnen Gemeinden in Sachsen ergibt sich folgendes Bild (siehe nachfolgen-de Karte). Von einigen Ausnahmen abgesehen, spiegelt das Jahr 2012 auch das Geburtenver-halten der Jahre 2010 und 2011 wider.

    Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Genesis; Lebendgeborene je 1.000 Einwohner bezogen auf die Bevlkerung am 30.06.2012; Bevlkerungsfortschreibung auf Basis der Zensusergebnisse vom 09.05.2011, Gebietsstand 01.01.2013

  • | 11

    Sachsen ist Zuzugsland. Seit 2011 hat Sach-sen wieder mehr Zuzge als Fortzge (posi-tiver Wanderungssaldo). Es sind vor allem junge Leute, die zum Studium nach Sachsen kommen und fr einen positiven Wanderungs-

    saldo hauptschlich in den Stdten Dresden, Leipzig und Chemnitz sorgen. Die meisten von ihnen kommen aus Sachsen-