WIEN MUSEUM 01¢â‚¬â€œ06 2015 AUSSTELLUNGEN Direktor Wien...

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    WIEN MUSEUMWIEN MUSEUM

    01–06 2015 AUSSTELLUNGEN VERANSTALTUNGEN

  • 01– 06 2015 AusstellungenAA VerAnstAltungen

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    Inhalt

    Impressum Für den Inhalt verantwortlich: Wien Museum (Direktion Wolfgang Kos). Redaktion: Christine Koblitz, Peter Stuiber. Kalendarium: Denise Fuchs. Grafik: Perndl+Co. Lektorat: Katharina Sacken. Druck- und Satzfehler vorbehalten.

    aUSStEllUnGEn 4 Ich bin ich. Mira Lobe und Susi Weigel 6 Romane Thana. Orte der Roma und Sinti 8 Mythos Galizien 11 Liebes Wien, Deine Ingeborg Strobl 12 Der Ring. Pionierjahre einer Prachtstraße 14 Vorschau Herbst 2015

    VERanStaltUnGEn 15 Vorträge / Diskussionen / Konzerte / Lesungen etc.

    StaDtEXPEDItIOnEn 34 Wo Chinatown sichtbar wird 35 Nordbahnhof, Karl Lueger-Kult 36 Votivkirche, Roma und Sinti in Floridsdorf 37 (Homo-)Sexuelle Topografie, Ingeborg Strobl 38 Hotel Metropole, Galizien in Wien 39 Wohnen an der Ringstraße, Im Stubenviertel

    FÜhRUnGEn 40 Führungen durch die Dauerausstellungen 43 Führungen durch die Sonderausstellungen

    FÜR KInDER 44 Spielstation / Führungen / Workshops / Konzerte / Stadtexpeditionen

    FÜR SChUlEn 48 Führungen, Workshops und Informationsveranstaltungen

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    mit anderen Institutionen erweitert den Horizont und bringt neue Themenzugänge. Gleich zwei wichtige Ausstellungen des ersten Halbjahrs 2015 sind mit Kooperationspartnern entstanden: „Romane Thana. Orte der Roma und Sinti“ (ab 12. Februar) mit der Initiative Minderheiten und dem Romano Centro sowie dem Burgen- ländischen Landesmuseum, „Mythos Galizien“ (ab 26. März) mit dem Internationalen Kultur- zentrum Krakau. Und auch viele Veranstaltungen haben den Hinweis „In Kooperation mit …“.

    Schon zum siebenten Mal also unser Halbjahres- programm-Booklet mit unserem Komplett- angebot – von Live-Musik bis zu großen Vorträ- gen, von Kinderevents bis zu Schulführungen. Das heißt auch: sieben verschiedene Farbtöne, die ein elegantes Spektrum ergeben. Nicht knallig, eher subtil. Die Farbe, für die sich unsere Grafi kpart- ner von Perndl+Co diesmal entschieden haben, könnte man übrigens als „Geggirot“ bezeichnen.

    Wolfgang Kos Direktor Wien Museum

    Im Winter 2014/15 gehört das Wien Museum vor allem den Kindern, sie machen 30 % des Publi- kums aus – ziemlich viel Fröhlichkeit und Wirbel in einer Institution, die vor gar nicht so langer Zeit von respektvoller Ehrfurcht geprägt war. Das hängt natürlich mit der Ausstellung „Ich bin ich. Mira Lobe und Susi Weigel“ zusammen, neben der Klimt-Schau von 2012 die erfolg- reichste Ausstellung des Wien Museums seit dessen Neustart im Jahr 2003 (die Ausstellung läuft noch bis 1. März).

    Der Breitenerfolg war erhofft, aber konnte nicht erwartet werden. Einerseits ist Literatur generell ein schwieriges Museumsthema. Andererseits haben wir uns etwas Ungewöhnliches vorgenom- men, nämlich eine Ausstellung, die für Erwach- sene ebenso nahrhaft und kurzweilig ist wie für Kinder. Mehr noch: Das Museum wurde zu einem Ort, an dem Eltern und Kinder miteinander ins Gespräch kommen, einander Dinge erklären oder auf der Schaukel Bücher vorlesen. Danke dem kuratorischen Team um Lisa Noggler-Gürtler. „Ich bin ich“ wird übrigens im Vorarlberg Museum eine weitere Station machen.

    Ein Museum wie das Wien Museum ist mehr als ein Ort der Publikumsmaximierung. Doch man freut sich natürlich, wenn das Angebot ankommt: 2014 war unser publikumsreichstes Jahr, mit rund 165.000 Gästen allein am Karlsplatz. Das war möglich, weil alle Ausstellungen – auch solche mit recht speziellen Themen – Interesse fanden.

    Auch ein sehr aktives Stadtmuseum gestaltet nicht nur aus eigener Kraft: Zusammenarbeit

    VORWORt

    WIEn MUSEUMWIEn MUSEUM

    Fo to

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    ICh bIn ICh MIrA lOBe unD susI WeIgel

    bIS 1. MäRZ Wien MuseuM Karlsplatz

    aUSStEllUnGEn VERANSTALTUNGEN S. 18, 19 / FÜHRUNGEN S. 40 /

    FÜR KINDER S. 44, 45 / FÜR SCHULEN S. 49

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    Werte wie Toleranz, Solidarität mit Ausgegrenzten und Verän- derungswillen.

    Die Schau erlaubt spannende Einblicke in die Arbeitsweise von Lobe und Weigel. Vor dem Hintergrund ihrer Biografien erschließen sich auch Zusam- menhänge der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Darüber hinaus sind andere bedeuten- de Lobe-IllustratorInnen wie Angelika Kaufmann, Winfried Opgenoorth und Christina Oppermann-Dimow in der Schau präsent.

    Das erfolgreichste Duo der österreichischen Kinderbuch- literatur steht im Mittelpunkt der Ausstellung im Wien Museum, die für Kinder wie für Erwachsene konzipiert ist. Mira Lobe (1913–1995) zählt zu den bedeutendsten Kinder- und JugendbuchautorInnen des 20. Jahrhunderts, insgesamt veröffentlichte sie rund 100 Bücher, die in 30 Sprachen übersetzt wurden. Aus Lobes kongenialer Wort-Bild-Partner- schaft mit der Illustratorin Susi Weigel (1914–1990), die heuer 100 Jahre alt geworden wäre, entstanden 45 Bücher und viele Fortsetzungsgeschichten. Allein die Titel lösen bei Generationen von (Vor-)LeserInnen vielfältige Assoziationen aus: „Das kleine Ich bin ich“, „Die Omama im Apfelbaum“, „Die Geggis“.

    Auf der Seite der Kinder

    „Ich möchte wissen, wer ich bin“. So fragt das ratlose, namenlose Etwas, um sich am Ende der Geschichte als selbst- bewusstes Wesen zu entdecken: „Sicherlich gibt es mich: ICH BIN ICH!“ Immer wieder geht es in Lobes und Weigels Büchern darum, Kindern Ängste zu nehmen und sie zur Eigenständigkeit zu ermutigen. Ohne pädagogischen Zeigefin- ger und stets auf der Seite der Kinder stehend, vermitteln die Geschichten darüber hinaus

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    Die Ausstellung „übersetzt“ das kreative Potenzial der Kinderbücher mit spielerischen Elementen und überraschenden Inszenierungen. Kinder dürfen in der Ausstellung schaukeln und sind eingeladen, frei nach Susi Weigel Papier zu reißen und an der Wand aus den Schnipseln Collagen zu gestalten. Auch eine „Buch- stabenkiste“ steht bereit. Einige Bereiche sind nur für Kinder zugänglich: Hier können sie Geschichten von Mira Lobe hören, gelesen von Cornelius Obonya.

    „Das kleine Ich bin ich“ von Mira Lobe, 1972 © Verlag Jungbrunnen

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    12. FEbRUaR bIS 17. MaI Wien MuseuM Karlsplatz

    aUSStEllUnGEn

    ROManE thana Orte Der rOMA unD sIntI In KOOPERatIOn MIt InItIatIVE MInDERhEItEn, lanDESMUSEUM bURGEnlanD UnD ROManO CEntRO

    VERANSTALTUNGEN S. 19–22, 25–29 / STADTEXPEDITIONEN S. 36 / FÜHRUNGEN S. 43 /

    FÜR KINDER S. 46 / FÜR SCHULEN S. 49, 50

    Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen als Gegenperspektiven elf Beiträge von Menschen aus der Roma- und Sinti- Community, die ihrer Familien- geschichte nachgingen, sich mit ihrer Identität auseinander- setzten oder für die Ausstellung recherchierten, Videointerviews machten oder künstlerische

    Die Ausstellung gibt Einblicke in die Lebenssituation von Roma und Sinti in Österreich und erzählt deren Geschichte und Geschichten. Phasen der Zwangsassimilierung wechsel- ten mit solchen der Ausgren- zung. Im Fokus stehen Orte: die seit dem 18. Jahrhundert bestehenden Siedlungen der Burgendland-Roma ebenso wie traditionelle Plätze in Wien oder Zwangsorte der Verfolgung.

    Geschätzte 90 % der öster- reichischen Roma wurden in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten ermordet. Die wenigen Überlebenden standen nach 1945 vor dem Nichts und wurden systema- tisch benachteiligt. Etliche

    zogen nach Wien, auch in der Hoffnung, nicht erkennbar zu sein. Der überwiegende Teil der heute in Österreich lebenden Roma und Sinti kam als Arbeits- migranten aus Ost- und Südost- europa. Lange Zeit und bis heute lebten viele „im Verborgenen“.

    Darstellungen von Roma und Sinti stammten über Jahrhun- derte hauptsächlich von Nicht- Roma. Dazu gehören romanti- sierende Vorstellungen ebenso wie Bilder der Verachtung. Es existieren kaum historische Selbstzeugnisse. Auf diese Weise wurden Stereotype und Feindbilder festgeschrieben, die letztlich der Legitimation von rassistischer Verfolgung dienten und weiterhin dienen.

    Wandvitrine mit Madonna, um 1960 © Privat

    Ansichtskarte der Oberwarter Romasiedlung, 1930er-Jahre © Landesmuseum Burgenland

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    Wandvitrine mit Madonna, um 1960 © Privat

    Beiträge lieferten. Solche Ge- schichten führen zum Busbahn- hof Erdberg wie zu den Roma- Reinigungskräften im Wiener AKH. Welche Folgen hatte das Oberwarter Attentat von 1995 auf die Menschen in der Roma- siedlung? Von der schmerz- haften Auseinandersetzung

    mit dem Holocaust zeugt eine Gruppe von Gemälden von Ceija Stojka, die vom Wien Museum angekauft wurde. Aus der Vielstimmigkeit der Geschich- ten ergeben sich neue Sicht- weisen auf die Gegenwart, die klischeehafte Wahrnehmun gen durchbrechen.

    Ceija Stojka: Ohne Titel, 1995 © Wien Museum

    Rupa Ratzer und Karl Stojka, um 1950 © Karl Ratzer

    Barka Emini in der Leebstraße in Favoriten, 1999 © Privat

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    MYthOS GalIZIEn