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    20-Oct-2015
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Standort Schweiz

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  • STANDORT SCHWEIZGrosse Herausforderungen neuer FokusRAHMENBEDINGUNGEN, ANALYSEN, PERSPEKTIVEN

  • 5 Standortpromotion Schweiz Gemeinsam Strken zeigen JEAN-DANIEL GERBER, STAATSEKRETR, DIREKTOR SECO

    7 Chancen und Grenzen des Standort-Fderalismus JEAN-MICHEL CINA, PRSIDENT DER VOLKSWIRTSCHAFTSDIREKTOREN-

    KONFERENZ

    9 Standort Schweiz 2015 Das Projekt DANIEL KNG, CEO OSEC

    13 12 Punkte zur Standortpromotion der Schweiz MEDARD MEIER / BEAT LEIMBACHER

    Markt und Strategie

    19 Wie der Ansiedlungsprozess zu organisieren ist PRICEWATERHOUSECOOPERS 31 Zielgruppen (Branchen) fr die Schweizer Standortfrderung CREDIT SUISSE 39 Die wichtigsten Ziellnder fr die Schweizer Standortwerbung 2015 bis 2020 CREDIT SUISSE 57 Standort-Promotion: Zentrale Anforderungen an den Marktauftritt THE BOSTON CONSULTING GROUP

    79 Wie sich der Marktzugang zur Schweiz professionalisieren lsst ACCENTURE

    Wie die Schweiz gesehen wird

    95 Wie internationale Manager den Standort Schweiz beurteilen ERNST & YOUNG105 Auf welche Standortfaktoren setzt die Schweiz? DELOITTE

    INHALT

  • Rahmenbedingungen

    121 Unternehmenssteuern es besteht Handlungsbedarf KPMG133 Wo die Schweiz Spitze verkrpert: Bildung, Forschung und Innovation ETH145 Standort Schweiz: Rechtliche Rahmenbedingungen BAKER & MCKENZIE

    159 Herausgeber 160 Impressum

  • 5STANDORT SCHWEIZ | GROSSE HERAUSFORDERUNGEN NEUER FOKUS OSEC

    Standortpromotion Schweiz Gemeinsam Strken zeigen

    Jean-Daniel Gerber, Staatssekretr und Direktor Staatssekretariat fr Wirtschaft (Seco)

    Die Schweiz zhlt in einem international hrter werdenden Wettbewerb nach wie vor zur Spitzengruppe der attraktivsten Unternehmensstand-orte. Der Global Competitiveness Report 20092010 des World Eco-nomic Forum (WEF) zum Beispiel setzt die Schweiz auf Platz 1 der wett-bewerbsfhigsten Nationen. Die Schweiz ist also ein ausgezeichnetes Produkt, welches Bund, Kantone und Gemeinden im Ausland bewer-ben knnen.

    Die Promotion des Standortes Schweiz ist jedoch komplex. Stndig wechselnde Rahmenbedingungen auf internationaler und nationaler Ebe-ne, vielfltige Bedrfnisse der Unternehmen, unterschiedliche Strate- gien der Kantone und weiterer Partner all diese Faktoren fhren zu diversen Erwartungen der Akteure. Gleichzeitig wissen wir, dass ein einheitlicher Auftritt von Bund und Kantonen matchentscheidend sein kann. Im Interesse des Standorts Schweiz ist deshalb der stndige Dia-log und eine wirkungsvolle Koordination unter allen Partnern von grsster Bedeutung.

    Einige der wichtigsten privaten Akteure haben nun auf Anregung von Osec eine eigene Standortbestimmung vorgenommen. Herausgekommen sind innovative Vorschlge und Ideen, wie die Standortpromotion aus Sicht der privaten Unternehmen ausgerichtet werden sollte. Der Bund wird nun die Verbesserungsvorschlge berprfen und wenn geeignet in seine Bot-schaft ber die Standortfrderung 2012-2015 einfliessen lassen. Die politi-sche Debatte steht 2011 im Bundesparlament an.

    Operationell ist der Bund seit 2008 nicht mehr selbst in der Standort-promotion ttig. Die privat organisierte Osec hat den Auftrag erhalten, in Kooperation mit den Kantonen und privaten Organisationen die nach- 5

  • 6OSECSTANDORTpROMOTION SCHWEIZ GEMEINSAM STRKEN ZEIGEN

    haltige Ansiedlung auslndischer Unternehmen zu frdern. Osec ver-mittelt dabei Grundlageninformationen ber die Schweiz, organisiert Investorenseminare und andere Promotionsaktivitten. Damit ergnzt Osec die Anstrengungen der Kantone und der privaten Unternehmen und ntzt Synergien mit der Exportfrderung, etwa ber den Einsatz ihres Netzes von Aussenstellen.

    Ich danke den Unternehmen fr ihre wertvollen Vorschlge und freue mich auf eine konstruktive Debatte ber die nchsten Jahre hinweg im gemeinsamen Bestreben, das gute Produkt Unternehmensstandort Schweiz noch zielgerichteter und effizienter bekannt zu machen.

  • 7STANDORT SCHWEIZ | GROSSE HERAUSFORDERUNGEN NEUER FOKUS OSEC

    Jean-Michel Cina, Prsident der Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz

    Vom Genfersee bis an den Bodensee, von Chiasso bis nach Basel sie-deln sich Jahr fr Jahr Unternehmen aus der ganzen Welt an, die neue Ar-beitspltze schaffen, forschen, exportieren, Niederlassungen grnden und nicht zuletzt auch Steuern zahlen. Schlagkrftige Standortpromo-tionen tragen wesentlich zu diesen erfolgreichen Unternehmensansied-lungen bei.

    Ansiedlungspolitik ist zunchst einmal Aufgabe der Kantone. Sie ken-nen ihr Wirtschaftsgefge und sind daher in der Lage, die Vorzge und Geschftsmglichkeiten ihrer Region zu verkaufen. Der Wettbewerb zwischen den Kantonen fhrt dazu, dass sie ihre Standortattraktivitt laufend optimieren: Unternehmenssteuern werden gesenkt, neues In-dustrieland wird erschlossen, Broflchen werden zur Verfgung ge-stellt und die Verkehrsanbindungen werden verbessert. Die kantonalen Wirtschaftsfrderstellen werben aber auch mit weichen Standortfak-toren wie landschaftlichen Vorzgen und schnellen Entscheiden um die Gunst der auslndischen Unternehmen.

    Dank diesem Wettbewerb zwischen den Kantonen erhht sich auch die Standortattraktivitt der Schweiz jedes Jahr, denn die Schweiz ist die Summe der Kantone: Geht es den Gliedstaaten wirtschaftlich gut, pros-periert das gesamte Land. Fderalismus und Subsidiarittsprinzip gel-ten auch in der Standortpromotion. Sie drfen aber nicht dazu fhren, dass man sich den globalen Entwicklungen verschliesst. Die Konkurrenz um ansiedlungswillige Unternehmen hat sich weltweit verschrft und drfte nach dieser Krise nochmals zunehmen. Unzhlige Standorte ste-hen in einem usserst harten Wettbewerb um die besten Unternehmen. Daher mssen auch die Kantone der Schweiz nicht nur ihre Standort- attraktivitt laufend optimieren, sondern auch ihre Krfte bndeln, um sich im Ausland gemeinsam noch besser zu vermarkten.

    Chancen und Grenzen des Standort-Fderalismus

  • 8OSECCHANCEN UND GRENZEN DES STANDORT-FDERALISMUS

    Die Kantone haben dies erkannt und sich regional in der exogenen Wirt-schaftsfrderung zusammengeschlossen in Organisationen wie Greater Zurich Area, Greater Geneva Berne Area oder Basel Area. Aber auch die Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen bzw. den gemeinsamen Organisationen der Kantone muss unvoreingenommen analysiert und gegebenenfalls angepasst werden. Ziel muss es sein, dass unsere Kun-den, d.h. ansiedlungsinteressierte Firmen, optimal betreut werden und sich schliesslich in der Schweiz niederlassen.

    Die vorliegenden Beitrge von Unternehmen und Institutionen zeigen in-teressante Aspekte auf, wie wir unsere Standortpromotion international noch besser positionieren knnen. Ich schtze diese Vielfalt an Ideen und freue mich auf spannende und intensive Diskussionen.

  • 9STANDORT SCHWEIZ | GROSSE HERAUSFORDERUNGEN NEUER FOKUS OSEC

    Daniel Kng, CEO Osec

    Die Standortpromotion fr die Schweiz auf nationaler Ebene ist eine Erfolgsgeschichte. Und dies, obgleich es sie als solche bis vor wenigen Jahren eigentlich noch gar nicht gab, denn Standortmarketing ist eine hoheitliche Aufgabe der Kantone. Ein zustzliches, vom Bund ins Leben gerufenes Programm fr die Vermarktung der gesamten Schweiz als Unternehmensstandort gibt es erst seit 1996, und seit dem 1. Januar 2008 sind wir von der Osec dafr zustndig. Unser Leistungsspektrum wird vom Seco und von den Kantonen in Leistungsauftrgen definiert. Es umfasst die Koordination der Standortpromotion zwischen Bund und Kantonen, die Vermittlung von Informationen zum Unternehmensstand-ort Schweiz und die Bereitstellung entsprechender Plattformen. Dafr stehen uns vom geschtzten Gesamtbudget von etwa 30 Millionen Fran-ken, das schweizweit fr die Standortpromotion im Ausland ausgegeben wird, etwa 6 Millionen zur Verfgung. Die brigen 24 Millionen verteilen sich auf die Kantone und die von ihnen zur Bndelung der Krfte ins Le-ben gerufenen regionalen Organisationen.

    Mit der Finanzkrise werden die Signale immer strker, dass wir die heu-tige starke Position der Schweiz als Ansiedlungsland fr Unternehmen in der Welt nur halten werden knnen, wenn wir die heutige Aufgabentei-lung bei der Standortpromotion sowie die unter den Partnern vereinbar-ten Prozesse mutig hinterfragen und neue, zukunftsweisende Konzep-te entwickeln. Es geht dabei nicht um ein Verndern der vorgegebenen Rahmenbedingungen, sondern um eine Optimierung der Rollenverteilung und der Prozesse.

    In Erfllung unserer Koordinationsaufgabe haben wir die Initiative er-griffen, bestehendes Wissen zu bndeln und als Diskussionsgrundlage aufzubereiten. Wir haben neun mit der Standortfrderung verbundene Institutionen eingeladen, die Schweizer Standortpromotion aus ihrer

    Standort Schweiz 2015 Das projekt

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    OSECSTANDORT SCHWEIZ 2015 DAS pROjEKT

    ganz individuellen Sicht zu beurteilen. Wir haben mit ihnen zusammen Themenblcke bestimmt, ihnen aber dann bei der Ausgestaltung vllig freie Hand gelassen. Herausgekommen ist eine Sammlung von Beitr-gen, die die derzeitige Meinungsvielfalt wiedergeben, die Probleme zum Teil kontrovers und provokativ sichtbar machen und die Handlungsop-tionen aufgrund praktischer Erfahrungen skizzieren. Sie widerspiegeln einzig und allein die Meinung der Autoren. Unsere eigene Meinung ist in keinen dieser Beitrge eingeflossen.

    Um die ganze Sache fr den Leser griffiger zu gestalten, haben wir den anerkannten Publizisten Medard Meier um die Umsetzung der individuel-len Beitrge in die vorliegende Broschre gebeten. Er hat zusammen mit dem Projektkoordinator Beat Leimbacher im Namen der neun Autoren die wichtigsten Aussagen der Artikel in zwlf Punkten zusammengefasst und dabei Kanten, Ecken und Widersprche nicht abgeschliffen.

    Ich