Museum Francisco - Carolinum. - Startseite - Forum .2015-04-07  zweite Objekt liegt von da ab

download Museum Francisco - Carolinum. - Startseite - Forum .2015-04-07  zweite Objekt liegt von da ab

of 13

  • date post

    17-Sep-2018
  • Category

    Documents

  • view

    214
  • download

    0

Embed Size (px)

Transcript of Museum Francisco - Carolinum. - Startseite - Forum .2015-04-07  zweite Objekt liegt von da ab

  • 69. Jahres-Berichtdes

    Museum Francisco - Carolinum.Hebst der 63. Lieferung

    der

    Beitrge zur Landeskunde

    sterreich ob der Enns.

    Linz 1911.

    Verlag des Vereines Museum Francisco-Carolinum.

    Druck von J. Wimmer.

  • Bilderaus der

    Archologischen Umgebung von Linz.a D

    = Mit 12 Figuren. =

    D D

    Von

    Ludwig Benesch.

  • 167

    Hiemit ist freilich eine groe archologische Arbeit angedeutet;um so grer, als die Zahl der Forscher, welche sich in dieserRichtung bettigen, dazu ganz unzureichend ist.1)

    II. Alte Hochwarten in Obersterreich.

    Whrend der von mir im Jahre 1910 im Mhlviertel unter-nommenen archologischen Forschungstouren gelang es mir, zweialte strategische Stellungen festzulegen, die, meiner Ansicht nach,sowohl was Lage wie Plan betrifft, nur einstige Wach- und Signal-posten sein konnten. Des einen dieser Objekte wurde schon beider Schilderung der alten Verteidigungsanlagen auf dem Hoch-plateau des Mursbergs in Wort und Bild gedacht ; es ist dies derWachposten oberhalb des Unterdopplergutes (s. Fig. 4). Daszweite Objekt liegt von da ab etwa 7 km sdstlich am stlichenAbhang des Drnberges bei Ottensheim und wird von den An-wohnern der Lehner-Schlohgel" genannt.

    Um dorthin zu gelangen, steige man in der HaltestelleDrnberg der Mhlkreisbahn ab, gehe etwa 1*2 km auf der Straetionauabwrts bis zu dem linkerseits liegenden Hause Nr. 26, dasim Volksmund Minifirg" heit und einst wohl ein Fhrhaus war.Oberhalb desselben sieht man einen greren Bauernhof, dasLehnergut, wo die Erlaubnis zum Betreten des Lehner-Schlo-hgels" und die dazu ntige Wegweisung erteilt wird, so daman dann in etwa zehn Minuten an Ort und Stelle sein kann.2)Dort findet sich die fr solche alte Hochwarten, wie es scheint,typische Terrainbildung, wie sie hier in Fig. 5 dargestellt ist.Da deutet die Zahl 1 einen eifrmigen Hgel an, welcher aufdem Felsenvorsprung aufgehuft wurde, der hier in etwa 50 mHhe ber dem unten zwischen abgestrzten Granitblcken daher-

    *) Selbstverstndlich mte dabei stets die Gleichzeitigkeit der ein-zelnen Festen einer Wehrlinie beachtet werden, um nicht in den Fehler desGeneralmajors v. Opermann zu verfallen, der eine Wehrlinie von der Emsbis zur Ocker" annahm, von der es sich spter herausstellte, da die Burgenderselben verschiedenen Alters waren und von der altgermanischen Zeit bistief ins Mittelalter hineinreichten, also nicht als Einheit zusammengestelltwerden durften.

    -) Wer sich nur auf der Karte 1: 75.000 orientieren will, suche zuerstden Namen Wilhering" auf; rechts desselben steht Edenbgr" und unterdem n desselben sieht man einen kleinen, lichten Kreis, an dessen Ostseiteunterhalb des Buchstabens & der gesuchte Wachposten liegt.

  • rauschenden Sagbachl"1) aus der schroff abstrzenden Lehnehervorragt. Die kleine Platte, auf der sich eine schwache, gruben-artige Vertiefung bemerkbar macht, ist fast eben, von Osten nach

    Westen 24 m lang,von Sden nachNorden 15 m breit,von drei Seitenschwer ersteiglich,also sturmfrei, unddurch zwei teilweiseaus dem Granit ge-hauene Grben vomwestlich liegenden,nur schwach an-steigenden Hinter-land getrennt. Derinnere derselben(2 in Fig. 5) istoben etwa 1 m, deruere mit derZahl 3 bezeichnete,durchschnittlich 9 mbreit ; beide habeneine Tiefe von 1*5 mund sind durch denWall 4 getrennt.Das Material ausdiesen Grben drftewohl auf den Vor-sprung 1 gelegtworden sein, der da-mit eine Erhhungvon etwa 3 m ber

    den Boden der Umgebung erfuhr. In Fig. 5 findet sich auch einDurchschnitt in der Richtung AB, welcher diese Verhltnisse imProfil andeutet, und ungefhr so wrde man diese Situation

    *) So lautet der Name in der Katastralmappe, whrend er in der Karte1 : 25.000 Sgmhlbaeh heit. In der Karte 1 : 75.000 erscheint er namenlos,drfte aber im frhen Mittelalter deozzinpach geheien haben. In seinerStudie Linz zur Zeit der Karolinger" in der Beilage Nr. 45 (1910) zurLinzer Tages-Post" bezieht sieh Oberst Franz Sekker bei einer Kalkulationber die mutmaliehen Grenzen des einstigen Kirchengebietes Puchenau auch

    LEHN ER - SCHLOSSHUGEL.

    Fig. 5.

  • 169

    vorn vorberfahrenden Donaudampfer sehen, wenn sie nicht durcheinen Hochwald verdeckt wre. Von der Platte 1 htte man,wenn die Umgebung derselben baumlos wre, eine gute Aussichtauf die Mndung des Sagbachls in die Donau, dann auf den Laufder letzteren von Puchenau bis Brandstatt, berblickte also dieNiederungen von Wilhering und Eferding, sowie einen Teil desgegenberliegenden Krnbergs.

    Wir haben es hier also offenbar mit einer Uferpartie derDonau z~ tun, wo die Bewohner des linken Ufers das Eindringeneines Feindes vom rechten Ufer her besorgten und daher dieMndung des Sagbachls und deren Umgebung vom Lehner-Schlohgel aus beobachteten. Auch ist es anzunehmen, da diesesschluchtartige Tal entsprechend verhauen" war.

    Eine dritte Hochwarte des Mhlviertels ist jene bei der Ort-schaft Huhnergeschrei, am linken Ufer der Kleinen Mhl, von derMursbergwarte etwa 22 lern nordstlich liegend. Sie ist schonlange bekannt, wurde aber zumeist fr einen Tumulus oder denOrt eines Burgstalles gehalten. W. Pailler hat diese Position imJahre 1890 besichtigt und fr einen Hausberg" erklrt,1) einAusdruck, der auch heute noch nichts Positives bedeutet. Ich bin,wie schon gesagt, der Meinung, da derartige kleine Anlagennur befestigte Wachposten sein konnten, wir es also auch hiermit einem solchen Objekte zu tun haben, wie am Mursberg undam Drnberg, denn die Grundzge der Konstruktion sind die-selben. Auch bei Hhnergeschrei hatte man die Spitze einesHochplateauvorSprunges durch einen Graben vom Hinterlandabgetrennt und derart ausgestaltet, da eine durch bedeutendeAnschttung stark erhhte Platte entstand (1 in Fig. 6) ;wenigstens halte ich die obersten vier Meter des Hgels fr auf-gebracht, und zwar auf eine Granitunterlage, die sich hie undda an den Abhngen in Form von greren Blcken andeutet.

    auf dieses Bchlein. Sollte es wirklich die westliche Grenze des genanntenSprengeis gewesen sein, so drfte diese sich dann vom Ursprnge des Bachesab direkt stlich zu einer auffallenden Felspartie und von da ber die hchsteGranitkuppe der Koglerau und weiter in stlicher Richtung gezogen haben.Vielleicht sind die Reste einer niedrigen Kyklopenmauer, die sich von demGipfel der Koglerau herabziehen, Teile der gesuchten Grenze. Diese mag viel-leicht noch heute, freilich fr andere Verhltnisse, bestehen, denn sie erseheintauch durch Grenzbuchen markiert. Das wre selbstverstndlich erst zu unter-suchen.

    *) Vergi. Mitt. d. k. k. Zentr.-Kom. 1890, XVI, S. 140, Nr. 71, und 1899,XXV, S. 139. Oben fanden sieh damals drei Gruben.

  • 170

    Um die sehr steil aufstrebende Kuppe zieht sich ein mchtigerRundgraben (2, 3), der von einem Walle eingefat ist, von demjedoch die Partie bei 3 heute abgestrzt erscheint. Die kleineLcke des linksseitigen Walles drfte wohl wegen des Wasser-ablaufes schon ursprnglich bestanden haben und damals mitPiloten verwahrt gewesen sein, welche das Wasser durchlieen.Eine gleiche Vorsichtsmaregel bestand wahrscheinlich auch aufder rechten, jetzt abgestrzten Seite; denn da die Grabensohlebei 2 mehrere Meter hher liegt als jene bei 3, so muten vonoben bei Regenwetter bedeutende Mengen Wasser herabstrmen.

    Da die Platte 1 nur etwa 28 m lang und 17 m breit ist, sokann sie wohl nur als der Standort eines greren Wachpostensbetrachtet werden. Auch diese Platte weist eine runde Grube vonvielleicht 3 m Durchmesser auf. Von diesem hohen Standpunktekann man hier das enge Tal der Kleinen Mhl gut berwachenund dieses drfte einst eine Einbruchs- und Ausbruchsstellegewesen sein, denn auch die Rmer scheinen die Ausmndungdesselben vom rechten Ufer aus berwacht zu haben. Wenigstensfand man gegenber Obermhl, wo die Kleine Mhl in die Donaufliet, in der Ortschaft Rograben rmische Gebudereste, eineKupfermnze des Konstantin, eine Fibula etc.

    Hhnergeschrei erreicht man am besten, wenn man mit derMhlkreisbahn nach Neufelden fhrt und von dort aus denSarleinsbacher Postwagen bentzt. In Hhnergeschrei angelangt,gehe man zuerst ber die Brcke, passiere die dort stehendenGebude und blicke dann gegen Nordost ber den Flu, so ragtunser Wachposten nur etwa 200 m entfernt mit seinemmarkantesten Profil vor uns auf und kann dann leicht aufgesuchtwerden. 1)

    Eine vierte Hochwarte de3 Mhlviertels, den sogenanntenKhstein"r, nahm ich schon im Jahre 1905 auf und verffentlichtedarber einen Bericht in der Beilage Nr. 13 der Linzer Tages-Post", Jahrgang 1906, aus dem ich hier das Wichtigstewiederhole :

    Wenn man von dem Dorfe Oberpeilstein auf der Landstraegegen Sden wandert, so erreicht man nach etwa acht Minuten dieStelle, wo der Fahrweg nach Rampesreith stlich abzweigt. Ver-folgt man diesen etwa 300 Schritte weit und schlgt sich dann

    1) Unser Hhlenforscher Herr Lahner hat in Hhnergeschrei eine kleineNachgrabung vorgenommen und einige Scherben gefunden, die mittelalterlichsein sollen.

  • ITI

    rechts in die Bsche, so befindet man sich alsbald auf einemWaldplateau (W in Fig. 7), das an seiner nahe liegenden stlichenGrenze von einem etwa 20 m tief herabgehenden, sehr schroffenAbhnge begrenzt wird. Am Rande dieses Absturzes erhebt sichein eigentmlich gestalteter, 7 m ber das Plateau sich erheben-der, zerklfteter Granitblock, der in einer Plattform P kulminiertund von A aus auf einer schmalen, gewundenen, schiefen Ebeneerstiegen werden kann. Dieser Granitfels ist eine groe Merk-wrdigkeit von Obersterreich, der sagenumwobene Khstein",

    UMWALLTER HGEL BEIHHNERGESCHREI.

    Fig. 6.

    auf dessen Platte P, aus dieser grob herausgemeielt, sich eineetwa 20 cm tiefe, innen 190 cm lange und 80 cm breite ovale, miteinem Wasserabzug an der Ostseite versehene Mulde befindet,deren Form, Lage und Ausdehnung ich auf der Hauptzeichnungin Fig. 7 nur angedeutet, auf dem in der rechten unteren Eckeangefgten Ne