Grundlagenprogramm der EVP Schweiz

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    19-Mar-2016
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Grundlagenprogramm der Evangelischen Volkspartei der Schweiz (EVP) aus dem Jahre 1979

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  • Grundlagenprogramm

    Christliche Werte.Menschliche Politik.

  • Christsein in der PolitikDie Evangelische Volkspartei der Schweiz (EVP) ist ein Zusammenschluss von Menschen, die als Christen ihre politische Verantwortung erkannt haben und sie in Gemeinde, Kanton, Bund und in den weltweiten Zusammenhngen wahr-nehmen wollen. Sie steht allen Frauen und Mnnern oen, die den vorliegen-den Grundstzen zustimmen knnen.

    Kein MonopolanspruchAls eine Partei unter anderen erhebt die EVP nicht den Anspruch, den evangeli-schen Standpunkt allein zu vertreten.

    Ausgangspunkt der EVP-PolitikDas Evangelium nimmt Wert und Wrde des Menschen ernst. Es wendet sich gegen jede Bevormundung des Gewissens und schrft es fr die soziale Ver-antwortung. Dies verpichtet uns zu einem verantwortungsvollen politischen Handeln.

    Bedrohung des MenschenWir bejahen die freiheitliche, demokratische und soziale Ordnung, in die wir hin-eingestellt sind, sehen sie aber bedroht

    durch die Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht;

    durch die Komplexitt unserer technischen Zivilisation, die uns Entscheide abverlangt, deren Tragweite schwer abzusehen ist;

    durch die militrischen Zerstrungspotentiale, die sich stndig vergrssern;

    durch die wachsende Verechtung von Politik, Wirtschaft und Verwaltung, die es schwer macht, Entscheidungsprozesse zu durchschauen;

    durch den Verlust der Einsicht, dass Freiheit ohne Verantwortung, Rechte ohne Pichten, Politik ohne Wertmassstbe zwangslug Unfreiheit, Unrecht und Unfrieden hervorbringen;

    vor allem aber durch den Wahn des Menschen, alle Probleme aus eigener Kraft lsen zu knnen.

    Das Evangelium gibt uns Impulse

  • Grundlagenprogramm

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    Glaube, Honung, LiebeDer Glaube befreit uns zum Handeln. Er lsst uns nicht resignieren. Unsere Auf-gabe ist es mitzuhelfen, diese Welt menschenwrdig zu gestalten.

    Menschliche GrenzenUnser Parteiname ist kein Gtezeichen, sondern eine stndige Anforderung an uns selber. Im Wissen darum, dass jede politische Anstrengung einen vorlu-gen Charakter hat und dass jeder Mensch sich irren kann, versuchen wir

    Politik als einen Dienst und nicht als einen Kampf um Macht und Prestige aufzu-fassen;

    unvoreingenommen auch andere Meinungen zu erwgen und den richtig erkannten Standpunkt wahrhaftig, oen und mutig zu vertreten;

    der Erstarrung in politischen Blcken entgegenzuwirken;

    in der politischen Auseinandersetzung zur Vershnung beizutragen.

  • 4VolksparteiDie EVP nennt sich eine Volkspartei, weil in ihr Angehrige aller gesellschaftli-chen Bereiche mitarbeiten und mitbestimmen.

    Wirtschaftliche ungebundenDie EVP ist unabhngig von Verbnden, Firmen und Institutionen, aber auch von den Kirchen und Gemeinschaften, denen ihre Mitglieder angehren.Einsatz fr die SchwchstenDie EVP vertritt keine Interessengruppen, will sich aber besonders fr jene Men-schen einsetzen, die trotz Sozialpartnerschaft und Sozialversicherungen von der modernen Gesellschaft vernachlssigt, gemieden oder berfordert werden. In diesem Sinn kann sie auch Sprecherin christlicher Sozialwerke sein.

    Auf Werte xiertUnsere Grundwerte sind die ethischen Forderungen des Evangeliums, die wir in eine sachgerechte Politik umsetzen wollen. Wir sind uns freilich bewusst, dass sich dabei unterschiedliche, mitunter sogar widersprchliche Folgerungen ergeben knnen. Darum kennen wir kein Parteidiktat. Die Mitglieder der EVP sind in erster Linie ihrem Gewissen verpichtet.

    Der Mensch als EinzelwesenFest steht aber, dass jeder Mensch als Einzelwesen ernst zu nehmen ist, unge-achtet seiner Leistung und seines Ansehens. Seine Person ist einmalig und unverfgbar. Zu ihrer Entfaltung bedarf sie der Freiheit von wirtschaftlichen und staatlichen Zwngen, aber auch der Freiheit von Not und Angst. Dafr set-zen wir uns ein.

    Ideologisch ungebundenIm Wissen um die Unvollkommenheit und Vergnglichkeit aller von Menschen errichteten Ordnungen lehnen wir politische Heilslehren ab. Weder knnen wir alles Neue als fortschrittlich noch alles Alte als erhaltenswert betrachten.

    Freiheit wozu?Diese Ungebundenheit ermglicht uns, aus dem herkmmlichen Links-Rechts-Schema auszubrechen. Wir sehen unsere Aufgabe nicht nur im Ausgleich und in der Vermittlung, sondern auch darin, bersehene und verdrngte Probleme aufzugreifen und zukunftsweisende Lsungen zu erarbeiten.

    Wir wollen dem Menschen ein wrdiges Dasein sichern

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    Verantwortung fr die MenschenFest steht auch, dass jeder Mensch als Glied der Gesellschaft der Zuwendung seiner Mitmenschen und der Hilfe der Gemeinschaft bedarf. Darum hat jeder auch fr die anderen da zu sein, wie es dem Gebot der Nchstenliebe entspricht. Der Macht des Strkeren ist das Recht des Schwcheren entgegenzusetzen.

    Verantwortung fr die Dritte WeltDies gilt nicht nur fr den Bereich unseres Staates, sondern auch fr den interna-tionalen Bereich, wo sich reiche Industrieund arme Entwicklungslnder gegen-berstehen.

    Verantwortung fr die UmweltDie Natur und ihre Gaben sind uns anvertraut, damit wir sie unter grsstmg-licher Schonung verwalten und auch spteren Generationen erhalten, statt sie aus Verschwendungs- und Protsucht zu plndern und zu zerstren.

    Trger der VerantwortungWas der Mensch allein oder im Zusammenschluss mit anderen, was die Familie oder die Gemeinde erfllen knnen, soll ihnen berlassen sein. Was sie berfor-dert, ist an grssere Gemeinschaften zu delegieren.

    Der Staat als NotordnungDer Staat, den wir mitgestalten wollen, soll sich seines Charakters als unvoll-kommene und vorluge Ordnung bewusst bleiben, indem er den Menschen schtzt, aber nicht bedrngt, indem er Hilfe bietet, ohne die Selbsthilfe zu schwchen.

  • 6Der ParteiprsidentDr. Ruedi Aeschbacher, Nationalrat

    Der GeneralsekretrJoel Blunier

    Evangelische Volkspartei der Schweiz (EVP)

    Das Evangelium ist kein Programmersatz. Fr die Lsung der politischen All-tagsprobleme liefert es keine xfertigen Rezepte. Das Evangelium ist auch keine Ideologie, die uns anleitet wie wir einen Idealstaat schaen knnen. Das Reich Gottes oder anders gesagt: das Paradies auf Erden ist politisch nicht mach-bar. Wohl aber sind im Evangelium Grundwerte zu nden, von denen her eine Politik, die sich evangelisch nennt, zu entwickeln ist.

    Das Grundlagenprogramm hlt die wesentlichen Punkte fest. Es wurde von der Delegiertenversammlung am 20. Januar 1979 in Zrich genehmigt.

  • Pour commander ce programme en franais veuillez vous adresser :

    Parti Evanglique Suisse (PEV)Josefstrasse 32Case postale 73348023 Zurich

    Tlphone : 044 272 71 00Tlfax : 044 272 14 37

    E-Mail : info@evppev.chInternet : www.evppev.ch

  • Evangelische Volkspartei der Schweiz (EVP)Josefstrasse 32Postfach 73348023 Zrich

    Telefon: 044 272 71 00Telefax: 044 272 14 37

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