Wilkommen in Österreich: weil jeder Mensch zählt!

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    23-Jul-2016
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Erste Bank und Sparkassen haben sich seit jeher für das Gemeinwohl in Österreich eingesetzt. Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, ein gutes Umfeld für schutzsuchende Menschen zu schaffen. Viele Initiativen gibt es bereits, darunter das kostenlose Habenkonto für AsylwerberInnen von Erste Bank und Sparkassen. Willkommen in Österreich: weil jeder Mensch zählt möchte MitarbeiterInnen der Erste Bank und Sparkassen sowie alle Interessierten für die Situation der Flüchtlinge sensibilisieren und für ehrenamtliches Engagement gewinnen. www.weil-jeder-mensch-zaehlt.at

Transcript of Wilkommen in Österreich: weil jeder Mensch zählt!

  • Gemeinsames Engagement fr Flchtlinge Informationen fr freiwillige

    HelferInnen und alle Interessierten

    WILLKOMMEN IN STERREICH:

    WEIL JEDER MENSCH ZHLT!

  • Willkommen in sterreich: weil jeder

    Mensch zhlt

    Unzhlige Menschen mssen derzeit aus ihrer Heimat fliehen und suchen Schutz und Sicherheit in Europa. Viele kommen auch zu uns nach sterreich. Vielfach schlgt den Schutzsuchenden noch immer groe Skepsis entgegen. Doch die Erfahrung hat gezeigt, dass klare und umfas-sende Informationen, z.B. ber die Zahl der in sterreich bereits aufgenommenen Geflchteten, ber die Hhe des Taschengelds oder den Verlauf des Asylverfahrens zu einer wesentlich greren Bereitschaft fhren, Flchtende will-kommen zu heien und aufzunehmen.

    Erste Bank und Sparkassen haben sich seit jeher fr das Gemeinwohl in sterreich eingesetzt. Wir mchten einen Beitrag dazu leisten, ein gutes Umfeld fr schutzsuchende Menschen zu schaffen. Dieses Infokartenset begleitet die Initiative Willkommen in sterreich: weil jeder Mensch zhlt, die MitarbeiterInnen der Erste Bank und Sparkassen fr die Situation der Flchtenden sensibilisieren und fr freiwilliges Engagement gewinnen mchte. Es ist bei vie-len Menschen so gut angekommen, dass diese inzwischen dritte korrigierte Auflage nun auch allen anderen freiwilli-gen HelferInnen und Interessierten zur Verfgung gestellt werden soll.

  • Die vorliegenden Informationen sollen alle, die sich fr Geflchtete in sterreich einsetzen und sie in der eigenen Gemeinde, im eigenen Umfeld willkommen heien, mit guten Argumenten, Fakten, aktuellen Informationen, Antworten auf mgliche Fragen, Tipps und konkreten Vorschlgen fr eigenes Engagement untersttzen.

    Wir freuen uns, wenn Sie mithilfe dieser Informationen selbst wertvolle Aufklrungsarbeit leisten knnen.

    Auf der Webseite www.weil-jeder-mensch-zaehlt.at finden Sie weitere Informationen und vor allem eine Linksammlung zu allen in der Flchtlingsarbeit aktiven Organisationen.

    Die hier verwendeten Zahlen und Daten entsprechen dem Stand vom Mai 2016, soweit nicht anders angegeben.

    www.weil-jeder-mensch-zaehlt.at

  • Was sind AsylwerberInnen/

    Asylsuchende?

    AsylwerberInnen oder Asylsuchende stellen in sterreich bei der Polizei einen Asylantrag und ersuchen damit um Aufnahme und Schutz vor Verfolgung. Ihr Asylverfahren ist noch nicht abgeschlossen, d.h. es wurde noch nicht darber entschieden, ob sie in sterreich bleiben knnen oder nicht. Asylsuchende erhalten fr die Dauer ihres Asylverfahrens eine Aufenthaltsberechtigung und sind legal in sterreich. Der Begriff Asylant wird ebenfalls verwendet, hat aber im Alltagsgebrauch eine abwertende Bedeutung bekommen.

  • BEGRIFFE UND DEFINITIONEN

  • Was ist ein Konventionsflchtling?

    Gem der Genfer Flchtlingskonvention (GFK) gelten Personen als Flchtlinge, die aufgrund einer der Konventionsgrnde (ethnische Zugehrigkeit, Religion, Nationalitt, Zugehrigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe, politische Gesinnung) verfolgt werden und gleichzeitig keinen Schutz des Herkunftsstaates genieen. Aus welchen Grnden jemand als Flchtling anerkannt werden kann, ist in der GFK und im sterreichischen Asylgesetz genau definiert. sterreich hat die Genfer Flchtlingskonvention 1954 ratifiziert und sich zur Aufnahme und Versorgung von Flchtlingen verpflichtet.

    Konventionsflchtlinge sind Menschen, denen Asyl zuerkannt wurde. Sie haben das Recht, zunchst drei Jahre in sterreich zu bleiben. Dann wird geprft, ob Grnde fr eine Aberkennung des Asylstatus bestehen. Sofern die Voraussetzungen fr eine Aberkennung, etwa eine dauerhafte Vernderung der politischen Verhltnisse im Herkunftsland, nicht gegeben sind, gilt die Aufenthaltsberechtigung automatisch fr eine unbefristete Dauer. Konventionsflchtlinge sind in fast allen Belangen sterreichischen StaatsbrgerInnen gleichgestellt.

  • BEGRIFFE UND DEFINITIONEN

  • Was bedeutet subsidirer Schutz?

    Subsidir Schutzberechtigte sind Personen, deren Asylantrag zwar abgewiesen wurde, aber deren Leben oder Gesundheit im Herkunftsland bedroht wird, beispielsweise aufgrund eines Brgerkrieges, wegen Folter oder unmenschlicher Strafe oder Behandlung. Subsidir Schutzberechtigte gelten somit nicht als Flchtlinge im Sinne der Genfer Flchtlingskonvention, erhalten jedoch eine befristete Aufenthaltsbewilligung, die verlngert werden kann. Subsidir Schutzberechtige haben einen schwcheren rechtlichen Status, der auch einige Einschrnkungen hinsichtlich des Anspruches auf bestimmte Sozialleistungen mit sich bringt.

  • BEGRIFFE UND DEFINITIONEN

  • Was ist ein UMF unbegleiteter minder-

    jhriger Flchtling?

    Ein Jugendlicher, der unter 18 Jahre alt ist und ohne Begleitperson oder Erziehungsberechtigte nach sterreich geflchtet ist und hier einen Asylantrag stellt, ist ein UMF. Dasheit, Minderjhrige mssen genau wie Erwachsene ein Asylverfahren durchlaufen.

    Auf der Flucht wurden viele Kinder von ihren Eltern getrennt, nicht wenige minderjhrige AsylwerberInnen haben gar keine Eltern mehr. Sie unterliegen einem besonderen Schutz, werden normalerweise in altersadquaten Einrichtungen betreut und haben auch besonderen Schutz im Asylverfahren. All dies endet mit Vollendung des 18. Lebensjahres.

  • Es gibt eine Reihe von kinder- und jugendspezifischen anerkannten Fluchtgrnden, so z.B. drohende Zwangsre-krutierung als Kindersoldaten, Zwangsverheiratung, Geni-talverstmmelung, Kinderhandel und sexuelle Ausbeutung. Beim Umgang mit unbegleiteten minderjhrigen Flchtlin-gen ist die UN-Kinderrechtskonvention zu beachten.

    9,4!% der AntragsstellerInnen in sterreich sind unbe-gleitete minderjhrige Flchtlinge, d.h. insgesamt stellten 2015 ber 8.380 unbegleitete Kinder und Jugendliche einen Asylantrag. 2016 wurden bis 31. Mrz 1.612 Antrge gestellt.

    Quelle: Bundesministerium fr Inneres

  • Warum werden Flchtlinge mitunter als Illegale bezeichnet?

    Als Illegale oder illegalisierte Menschen werden umgangssprachlich Personen bezeichnet, die sich in einem Land aufhalten, obwohl sie keine gltige Aufenthaltsgenehmigung besitzen. Fr Menschen auf der Flucht ist die illegale Einreise jedoch hufig die einzige Mglichkeit, berhaupt in ein anderes Land zu kommen. Die Einreise ohne gltige Dokumente ist fr Flchtende auch nicht strafbar. In der Genfer Flchtlingskonvention ist festgehalten, dass Flchtlinge, die nicht auf legalem Weg in ein Land eingereist sind, nicht bestraft werden drfen, wenn sie sich unverzglich bei den Behrden melden und die illegale Einreise rechtfertigen knnen. Fr die Dauer ihres Asylverfahrens erhalten Asylsuchende eine vorlufige Aufenthaltsberechtigung und sind somit legal in sterreich.

  • BEGRIFFE UND DEFINITIONEN

  • Was sind MigrantInnen?

    Ein Migrant oder eine Migrantin ist eine Person, die ihre Heimat blicherweise freiwillig verlsst, um ihre persnlichen Lebensbedingungen zu verbessern, um zu arbeiten oder aus familiren Grnden. Manche MigrantInnen verlassen ihre Heimat aber auch aufgrund extremer Armut und Not diese Menschen sind aber nach den Gesetzen grundstzlich keine Flchtlinge. sterreich kann frei entscheiden, ob und wie viele MigrantInnen aufgenommen werden sollen. Nur BrgerInnen der EU und einiger weiterer europischer Staaten steht es frei, in jedes Land der Europischen Union zuzuwandern. Aktuell stammt die grte Gruppe von MigrantInnen in sterreich aus dem europischen Raum und hier vor allem aus Deutschland.

  • BEGRIFFE UND DEFINITIONEN

  • Wen bezeichnet man als Schlepper?

    SchlepperInnen sind Personen, die wissentlich und meistens fr Geld Menschen ohne gltige Reisedokumente bei der Ein- oder Durchreise in andere Lnder helfen, weil sie diese nicht auf legalem Weg erreichen knnen. Dafr, dass diese SchlepperInnen Menschen ber die Grenzen schmuggeln, bezahlen die meisten viel Geld und nicht wenige auch mit ihrem Leben.

    Tatschlich werden Flchtlinge durch europische Grenzregelungen gezwungen, auf die Dienste von Schleppern zurckzugreifen. Seit 2001 das Botschaftsasyl in den Herkunftslndern abgeschafft wurde, gibt es fr die meisten Flchtenden keine legale Mglichkeit der Einreise in die EU.

    Im Mrz 2016 ist ein Abkommen zwischen der EU und der Trkei in Kraft getreten, das vorsieht, eine bestimmte Anzahl syrischer Flchtender per Flugzeug nach einem festgelegten Schlssel auf die Lnder der EU zu verteilen. Dieser Plan muss sich in der Praxis jedoch erst beweisen und betrifft nur syrische Flchtende. Menschen, die aus anderen Staaten flchten, haben nach wie vor (abgesehen von der Familienzusammenfhrung) keine legale Mglichkeit in die EU zu gelangen.

  • Fr einige wenige Flchtende, welche besonders vulnerablen Gruppen angehren, gibt es die Mglichkeit ber ein Resettlement-Programm von Staaten aufgenommen zu werden. Die Staaten entscheiden dabei selbst, wie viele Personen sie aufnehmen mchten. sterreich hat sich bereit erklrt insgesamt 1.500 syrische Flchtende auf diesem Weg aufzunehmen. Zielgruppe sind vor allem bedrohte Frauen, schutzbedrftige Familien mit Kindern und verfolgte Minderheiten wie Christen.

    Von Schlepperei zu unterscheiden ist der Begriff des Menschenhandels. Menschenhandel bedeutet laut UN-Definition die Anwerbung, Befrderung, Verbringung, Beherbergung oder Aufnahme von Personen unter Androhung oder Anwendung von Gewalt, Entfhrung, Tuschung oder Ausnutzung besonderer Hilflosigkeit zum Zweck der Arbeitsausbeutung.

  • Was ist die Genfer Flchtlingskonvention?

    Die Genfer Flchtlingskonvention (GFK) ist das wichtigste vlkerrechtliche Dokument fr den Schutz von Flchtlingen. Sie legt klar fest, wer als Flchtling anerkannt wird und welche Rechte und Pflichten damit verbunden sind. Rund 150 Staaten haben die GFK ratifiziert, darunter auch sterreich. Mit der Ratifizierung hat sich s