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    08-Mar-2021
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A2: Personen und Figuren portraitieren.

Personen charakterisieren …

Das Portrait

Abb.: Velazquez portraitiert die spanische Infantin Mararita Teresa (ca 1660). Bildquelle: Wikipedia

Abb.: Egon Schiele: Selbstportrait (1912; Ausschnitt); Bildquelle: Leopold-Museum Wien

Was ist ein Portrait?

· Bedeutet Bildnis

· eigentlich/ursprünglich: bildliche Darstellung einer Person als Zeichnung oder Gemälde oder Skulptur

· für uns: bildliche Darstellung einer Person mithilfe von Sprache; ein Gemälde über eine Person mit den Mitteln der Sprache

· wichtig: ein Portrait ist mehr als eine reine Personenbeschreibung; es hat den Anspruch, auch den Charakter / die Persönlichkeit einer Person / das ganz Besondere an einer Person sichtbar zu machen

· ein Portrait ist immer auch durch die „Handschrift“ der Person, die das Portrait macht, gefärbt. Ein guter Porträtist hat eine eigene „Handschrift“ und einen eigenen Stil.

· Ein „gutes“ Portrait hat eine Aussage oder eine „Botschaft“, die sich dem Leser vermittelt (z. B. die portraitierte Person steht stellvertretend für eine Personengruppe; die portraitierte Person wird auf eine neue / überraschende Weise gezeigt). Der Leser erfährt etwas Relevantes (Erkenntnisgewinn). Der Leser bekommt etwas zum Nachdenken.

· Spezialfall: Selbstportrait

· Sonderfall: Portrait eines Ortes (Stadt, …) oder Portrait einer Epoche oder Portrait einer Familie …. (Aber der Normalfall ist: Es geht es um Menschen!)

Was ist der Inhalt eines Portraits?

· Im Mittelpunkt steht eine Person. Die Person wird unter einem bestimmten Blickwinkel und in Bezug auf ein bestimmtes Thema portraitiert. (Analogie zum gemalten Portrait: Technik, Licht / Schatten / Farben / Situation, in der Person ist)

· Eine Person hat unterschiedliche Rollen. Man muss sich entscheiden, in welcher Rolle man eine Person portraitiert; z. B. Rolle der Rebellin, Rolle der Schülerin, Rolle der Tänzerin, Rolle der Tochter, … (Analogie zum gemalten Portrait: Positionierung der Person; Aussehen, Styling und Kleidung, Umgebung und Hintergrund, ….)

· Die Darstellung der Person hat eine Oberflächenstruktur (Aussehen und Verhalten in bestimmten Situationen). Dahinter zeigt sich aber auch eine Tiefenstruktur (Persönlichkeit, Charakter, Denken, Fühlen, Weltbild der Person, Träume, …

· Es gibt einen konkreten Hintergrund, der ebenfalls etwas über die Person aussagt (Raum, in dem ich eine Person portraitieren kann: Zimmer, Natur, Tanzlokal, …)

· Ein Portrait beinhaltet vor allem Beobachtungen: Was macht die Person? Szenen, in denen uns die Person begegnet Selbstaussagen: Was sagt die Person über sich selbst? Was sagt sie über „ihr Thema“? Was sagt sie sonst noch? Fremdaussagen: Was sagen andere / dritte über die Person (Freunde, Eltern, Gegner, …)

Wie schreibt man ein Portrait?

· Häufig: szenischer Einstieg

· Wechsel zwischen Beobachtung / szenischer Darstellung, kommentierenden Selbstaussagen und kommentierenden Fremdaussagen

· Stimmige Balance zwischen Nähe / Distanz zwischen portraitierter Person und AutorIn

· Faire Bewertung der portraitierten Person (weder Huldigung noch Verdammung)

· Der Text braucht eine Dramaturgie; häufig / bewährt:

· Einstiegsszene / Einstiegseindruck / „Türöffner“ zur Person /

· Annäherung an die Figur; Vordergrund (Beschreibung von außen) und Hintergrund (Kommentar durch Autor, Selbstaussagen, Fremdaussagen) im Wechsel

· Höhepunkt / Kernpunkt / Schlüsselszene in der Mitte oder gegen den Schluss (Spannungsbogen)

· Ausstiegsszene oder anderer Schlusspunkt

Arbeitsaufgaben:

A1: Schau dir an, wie die Autorin Annette Langer die Sängerin Jackie Evancho portraitiert (KD S. 44). Welche Szenen hält sie fest? Welche Hintergrundinformationen führt sie an? Gibt es einen Höhepunkt im Portrait? Was sagen andere über Jacke Evancho? Was sagt die Portraitistin Langer? Welches Urteil fällt sie? Was gibt sie den Lesern zum Nachdenken mit auf den Weg?

A2: Betrachte die Portraits von Velazquez und Schiele: Wie würdest du die „Handschrift“ der Maler bezeichnen? Wie setzen die Maler die Figuren in Szene? Wie wollen sie die Figuren erscheinen lassen? Welche Botschaft vermitteln sie? Was geben sie den Lesern evt. zum Nachdenken mit?

A3: Stell dir vor, du machst ein Portrait über eine Person, die du gut kennst. Was ist das Interessante an dieser Person? Zu welchem Thema würdest du die Person portraitieren? In welchen Situationen würdest du die Person zeigen? Welche Fragen würdest du der Person stellen? Welche anderen Personen würdest du noch befragen? Welches Gesamtbild von der Person möchtest du zeigen? Welches Urteil sollten sich deine LeserInnen über die Person machen? Worüber sollten deine LeserInnen nachdenken, nachdem sie das Portrait gelesen haben?