Umstellung auf ökologischen Weinbau - gfrs.de · PDF fileKonventionell wirtschaftende...

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    04-Jun-2018
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  • UMSTELLUNG AUF KOLOGISCHEN WEINBAU

    Die Landesregierung untersttzt Sie in Ihrer Entschei-dung, sowohl finanziell als auch mit einer umfassenden Beratung durch das Kompetenzzentrum kologischer Landbau Rheinland-Pfalz (KL) in Bad Kreuznach

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    INHALT

    Vorwort 2

    Was ist kologischer Weinbau? 4

    Die EG-ko-Rahmenvorschriften 5

    Umstellung auf den kologischen Landbau 6Umstellungsbeginn und Umstellungsdauer 6Teilbetriebsumstellung (Parallelerzeugung) 6Gnstige Voraussetzungen fr die Umstellung 7Planung der Umstellung 8Dngung und Humuswirtschaft 9Saatgut und Pflanzgut 11Pflanzengesundheit 11Buchfhrung ber die pflanzliche Erzeugung 13

    Richtlinien fr die Kellerwirtschaft 14

    Kennzeichnung 19Das Kennzeichnungssystem 19Kennzeichnung von Umstellungsprodukten 20

    Kontrollverfahren 22Grnde fr die Kontrolle 22Durchfhrung des Kontrollverfahrens 22

    Frderung 24EULLa 24Zeitschriften zum kologischen Landbau (Auswahl) 25

    Organisationen 26kologische Anbauverbnde (Auswahl) 27Staatliche Beratung 28

    Beratungsangebot des Kompetenzzentrums kologischer Landbau (KL) Rheinland-Pfalz 29

    Impressum 32

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    VORWORT

    Immer mehr Menschen wollen kologisch erzeugte Produkte kaufen. ko-Produkte sind aus unserem Warenkorb nicht mehr wegzudenken. Die Ver-braucherinnen und Verbraucher erkennen die besonderen Umweltleistungen des kologischen Landbaus an und sind auch bereit, fr regional und umwelt-freundlich erzeugte, hochwertige Produkte einen zustzlichen Preisaufschlag zu zahlen. Rheinland-pflzische Weine aus kologischem Anbau belegen Spitzenpositionen bei Prmierungen und erlauben eine hohe Wertschpfung je Flcheneinheit. Der kologische Weinbau ist eine moderne, junge und hoch-komplizierte Wirtschaftsweise, die viele gesellschaftliche Leistungen verbrau-chernah erbringt.

    Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz will daher die Winzerinnen und Win-zer dabei untersttzen, ihre Erzeugung strker auf die Interessen der Verbrau-cherinnen und Verbraucher auszurichten.

    Im Jahr 2013 bewirtschafteten in Rheinland-Pfalz 1.149 Betriebe 52.592 ha kologisch. 399 Betriebe davon bewirtschafteten eine Rebflche von 4.887 ha nach kologischen Grundstzen. Das entspricht einem Anteil von 7,6 % der bestockten Rebflche in Rheinland-Pfalz. Der kologische Weinbau ist eine besonders verantwortungsvolle Produktionsweise. Er dient dem Schutz unserer Umwelt und dem nachhaltigen Umgang mit den natrlichen Ressourcen. Daher

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    ist es auch mein Ziel, den kologischen Land- und Weinbau auszuweiten und strker zu frdern, weiter zu strken und die Winzer und Winzerinnen zu unter-sttzen.

    Mit dieser Broschre mchte ich Ihnen, liebe Winzerinnen und Winzer, eine fachliche Information ber die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit der Umstellung auf kologischen Weinbau geben, anhand derer Sie herausfinden knnen, ob die kologische Landbewirtschaftung eine interessante Alternative fr Sie darstellt.

    Die Broschre allein drfte als Entscheidungshilfe fr den endgltigen Schritt zur Umstellung auf den kologischen Landbau aber nicht ausreichen. Daher bietet Ihnen das Land im Kompetenzzentrum kologischer Landbau (KL) in Bad Kreuznach und Oppenheim eine neutrale, kompetente und kostenlose Beratung an.

    Ich wrde mich freuen, wenn Sie in der besonderen fachlichen Herausforderung des kologischen Weinbaus eine Zukunftschance fr sich und Ihre Familie sehen knnten und wnsche Ihnen auf dem Weg dazu viel Erfolg.

    Ulrike HfkenMinisterin fr Umwelt, Landwirtschaft, Ernhrung, Weinbau und Forsten

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    WAS IST KOLOGISCHERWEINBAU?Der kologische Landbau und der kologische Weinbau sind Verfahren der landwirtschaftlichen Produktion nach definierten Rechtsvorschriften, die sich deutlich von anderen landwirtschaftlichen Vorschriften unterscheiden. Der Kreislaufgedanke ist die Leitidee des kologischen Landbaus. Im Idealfall wird ein Biobetrieb lediglich durch die Nutzung seiner eigenen Ressourcen in ge-schlossenen Stoff- und Energiekreislufen bewirtschaftet.

    Boden und Bodenpflege nehmen eine zentrale Rolle im kologischen Weinbau ein.

    Durch die strikte Begrenzung in den Betriebsmitteln z. B. bei den Dnge-,Bodenverbesserungs- und Pflanzenschutzmitteln mssen ko-Winzer zur Ab-wehr von Krankheiten und Schdlingen alle zur Verfgung stehenden vorbeu-genden Manahmen ausschpfen.

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    DIE EG-KO-RAHMENVORSCHRIFTENDie in den Rahmenvorschriften (VO (EG) Nr. 834/2007 (Basisverordnung) und VO (EG) Nr. 889/2008 (Durchfhrungsverordnung) aufgefhrten Vorschriften des kologischen Landbaus mssen Agrarbetriebe mindestens erfllen, damit ihr Produkt als Erzeugnis aus kologischem Landbau stammend gekennzeichnet werden darf. Der kowinzer muss sich als Betrieb daher einem routinemigen Kontrollverfahren unterziehen, das den gemeinschaftlichen Mindestanforderun-gen entspricht. In Deutschland wird diese Kontrolle von privaten Kontrollstellen durchgefhrt, die staatlich zugelassen und berwacht werden.

    Von besonderer Bedeutung fr umstellungsinteressierte Betriebe sind die in den EG-ko-Rahmenvorschriften enthaltenen Umstellungsregelungen. Die Broschre hat daher zum Ziel, diese Regelungen in ihren Grundzgen besonders zu erlutern.

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    UMSTELLUNG AUF DENKOLOGISCHEN WEINBAUUmstellungsbeginn und Umstellungsdauer

    Der Umstellungszeitraum beginnt, wenn der Erzeuger seine Ttigkeit gemeldet und seinen Betrieb und seine Flchen dem vorgeschriebenen Kontrollsystem unterstellt hat. Die Umstellungsphase ist beendet, wenn die Dauer des Um-stellungszeitraums durchlaufen ist. Die Lnge des Umstellungszeitraumes der Flchen ist in den Regelungen der Basisverordnung festgelegt.

    Bei mehrjhrigen Kulturen, wie den Reben, betrgt die Umstellungsdauer, die durchlaufen werden muss, bevor die geernteten Trauben oder der daraus her-gestellte Wein mit einem ko-Hinweis vermarktet werden darf, mindestens 3 Jahre. Es ist daher sinnvoll, dass ein Betrieb sich vor einer bevorstehenden Ernte bei einer Kontrollstelle anmeldet, um die Zeit bis zur ersten ko-Ernte mg-lichst kurz zu halten.

    Teilbetriebsumstellung (Parallelerzeugung)

    Im Sinne des kologischen Landbaus ist die Umstellung des gesamten Betriebes eine logische Schlussfolgerung. Deshalb ist gem den Vorgaben der EU der gesamte landwirtschaftliche Betrieb nach den Vorschriften fr die kologische/biologische Produktion zu bewirtschaften. Auch die kologischen Anbauver-bnde fordern die Gesamtbetriebsumstellung als eine Voraussetzung fr die Mitgliedschaft. Ebenso ist bei Inanspruchnahme der Frderung durch das Land Rheinland-Pfalz im Rahmen der Manahmen Entwicklung von Umwelt, Landwirtschaft und Landschaft (EULLa-Manahmen) eine Gesamtbetriebsum-stellung erforderlich.

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    UMSTELLUNG AUF DENKOLOGISCHEN WEINBAU

    In manchen Fllen mchte ein Betrieb jedoch z. B. zur Vermeidung eines zu hohen oder noch nicht berschaubaren Produktionsrisikos fr einen Betriebs-zweig nicht den gesamten Betrieb umstellen. Hier ermglichen die EG-ko-Rahmenvorschriften dem Erzeuger in bestimmten, streng begrenzten Fllen die parallele Erzeugung von kologischen/biologischen und nichtkologischen/nichtbiologischen Produkten (Parallelerzeugung).

    Einzelheiten sollten in diesen Fllen unbedingt mit der Beratung durch das Kompetenzzentrum kologischer Landbau (KL) am Dienstleistungszentrum Lndlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrck in Bad Kreuznach und der Auf-sichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) abgeklrt werden.

    Gnstige Voraussetzungen fr die Umstellung

    Einfach gestaltet sich die Umstellung auf kologischen Weinbau, wenn die folgenden Voraussetzungen im Betrieb gegeben sind:

    Eine hohe Motivation der Betriebsleitung und die Zustimmung der Familien- angehrigen sind vorhanden.

    Der konventionelle Betrieb wurde bisher erfolgreich bewirtschaftet.

    Es besteht bereits ein Kontakt/Austausch mit kologisch wirtschaftenden Betrieben.

    Es sind bereits Maschinen zur Unterstockbearbeitung und zur Einsaat von Begrnungen vorhanden.

    Es sind keine zustzlichen Investitionen erforderlich.

    Der Betrieb verfgt bereits ber eine Direktvermarktung oder hat eine zu friedenstellende Absatzmglichkeit fr Trauben oder Fassweine aus kolo- gischer Produktion in Aussicht.

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    Planung der Umstellung

    In der Regel plant ein Winzer die Umstellung in Zusammenarbeit mit einem Spezialberater. Als Erstes wird die Ausgangssituation des Betriebes ermittelt (Fhigkeiten, Betriebsausstattung usw.). Dann werden Zielvorstellungen fr den zuknftigen kobetrieb entwickelt (z. B. Arbeitsbelastung und betriebliche Schwerpunkte). Im Anschluss daran erfolgt die Zielplanung: Zunchst werden ein Pflanzenschutzplan und ein Begrnungsplan erstellt.

    TIPP Sichern Sie sich durch eine rechtzeitige Kontaktaufnahme mit dem zustndigen Umstellungsberater des KL die fachliche Untersttzung beim Umstellungsprozess und nutzen Sie die Qualifizierungsangebote des KL bzw. der Weinbaufachstellen und der Anbauverbnde des ko-logischen Weinbaus.

    Zeitablauf des Umstellungsprozesses

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    Dngung und Humuswirtschaft

    Die Bodenfruchtbarkeit ist die Basis fr die Pflanzenernhrung im kolandbau. Vor dem Einsatz von Dngemitteln steht zunchst die Forderung, dass die na-trliche Fruchtbarkeit und biologische Aktivitt zu erhalten oder durch geeig-nete Manahmen zu steigern sind.

    Mgliche Manahmen sind u. a.:

    a) Einsaat von Leguminosen, Grndngungspflanzen, Krutern oder Tiefwurz- lern in der Begrnung

    b) Dngung mit Wirtschaftsdnger tierischer Herkunft aus extensiver Haltung

    c) Einarbeitung von anderem organischen Material, gegeb