Tutorium f¼r Internes Rechnungswesen an der FH .IBL - Bildung von VP; Sekund¤r- kosten...

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    Internes Rechnungswesen

    an der FH Dsseldorf

    Nadia Nayseh

    In Anlehnung an die Lehrbcher: Haberstock Kostenrechnung, Olfert Kostenrechnung

    sowie Schmolke/Deitermann Industrielles Rechnungswesen

    Dieses Skript ist nicht Vollstndig. Geschrieben wurde es lediglich um grundlegenden Dinge zu erklren und um euch ein Skript mitzugeben, da die Zeit im Tutorium doch hufig sehr knapp ist. Ich bernehme natrlich keinerlei Gewhr auf Richtigkeit oder Vollstndigkeit. Ein zustzliches

    Lehrbuch schadet sicherlich nicht. Anregungen gerne unter nadia.nayseh@fh-duesseldorf.de

  • Inhaltsverzeichnis I. Einfhrung in die Kostenrechnung 1. Begriffsdefinitionen 1.1 externes und internes Rechnungswesen 1.2 Grundlegende Begriffe des Rechnungswesens 1.3 Bewertung der Vorrte 1.4 Kostenerfassung 1.5 Kostenauflsung 2. Kostenrechnungsarten

    2.1 Vollkostenrechnung (VKR) 2.2 Teilkostenrechnung (TKR) 2.3 Ermittlung des Betriebsergebnisses (BE)

    2.3.1 Gesamtkostenverfahren (GKV) 2.3.2 Umsatzkostenverfahren (UKV)

    3. Gliederung der Kostenrechnung 3.1 Kostenartenrechnung 3.2 Kostenstellenrechnung 3.3 Kostentrgerrechnung II. Kostenrechnungssysteme

    1. Istkostenrechnung 1.1 Innerbetriebliche Leistungsverrechnung

    2. Normalkostenrechnung 2.1 starre Normalkostenrechnung 2.2 flexible Normalkostenrechnung

    3. Plankostenrechnung 3.1 starre Plankostenrechnung 3.2 flexible Plankostenrechnung

    III. Grenzplankostenrechnung / Deckungsbeitragsrechnung

    1. Direct Costing 2. Break-even-Analyse

    2.1 wertmige BEA 2.2 mengenmige BEA

    3. Fixkostendeckungsrechnung 4. Preisuntergrenze 5. Zusatzauftrge 6. optimales Produktionsprogramm

    6.1 ohne Engpass 6.2 mit einem Engpass

    7. Eigenfertigung oder Fremdbezug 7.1 make or buy bei freien Kapazitten 7.2 make or buy bei Engpass 7.3 kritische Menge

    8. optimales Produktionsprogramm mit mehreren Engpssen 8.1 graphische Lsung 8.2 lineare Programmierung

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  • I. Einfhrung in die Kostenrechnung 1. Begriffsdefinitionen 1.1 Externes und Internes Rechnungswesen externes Rechnungswesen (bzw. Finanz- oder Geschftsbuchhaltung) Die Finanzbuchhaltung erfasst alle Vermgens- und Schuldenposten der Unternehmung (= unternehmensbezogen). Hierber ermglicht die Bilanz am Ende des Geschftsjahres einen berblick. In der Finanzbuchhaltung sind alle Arten von Aufwendungen und Ertrgen einer Rechnungsperiode enthalten. Unabhngig davon, ob sie betriebsbedingt oder betriebsfremd sind. Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV-Konto) weist somit das Gesamtergebnis der Unternehmung aus. Ertrge > Aufwendungen = Gesamtgewinn Ertrge < Aufwendungen = Gesamtverlust internes Rechnungswesen = Kosten- und Leistungsrechnung = innerbetriebliche Planungs- und Kontrollrechnung Die Kosten- und Leistungsrechnung ist betriebsbezogen und befasst sich nur mit den Kosten und Leistungen, die in einem engen Zusammenhang mit den betrieblichen Ttigkeiten der Unternehmung stehen. ( Beschaffung, Produktion und Absatz) Die Gegenberstellung von Kosten (z.B. Materialkosten) und Leistungen (z.B. Umsatzerlse) einer Rechnungsperiode ergibt das Betriebsergebnis = das Ergebnis der eigentlichen betrieblichen Ttigkeit. Leistungen > Kosten = Betriebsgewinn Leistungen < Kosten = Betriebsverlust

    Aufgaben und Zweck der Kosten- und Leistungsrechnung Erfassung, Aufbereitung und Analyse von Kosten und Leistungswerten zur Information des Managements fr die Entscheidungsfindung * Kontrollrechnung * Planungsrechnung (Grundlage unternehmerischer Entscheidung) * Dokumentationsrechnung

    1.2 Grundlegende Begriffe des Rechnungswesens Auszahlung - (Kasse) - Einzahlung

    Ausgabe - (Geldvermgen) - Einnahme

    Aufwand - (Gesamtvermgen) - Ertrag

    Kosten - (Betriebsnotwendiges Vermgen) - Leistung

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  • Auszahlung Zahlungsmittelbestand nimmt ab Beispiele: Barentnahmen, Barkufe Einzahlungen Zahlungsmittelbestand nimmt zu Beispiele: Bareinlagen, Barverkufe Ausgabe Geldvermgen nimmt ab = Wert aller zugegangenen Gter und Dienstleistungen pro Periode = Beschaffungswert Einnahmen Geldvermgen nimmt zu = Wert aller veruerten Leistungen pro Periode = Umsatz Aufwendungen Wert aller verbrauchten Gter und Dienstleistungen innerhalb einer Rechnungsperiode. Sie betreffen nicht unmittelbar die Produktion. a. Zweckaufwand = aus dem Betriebszweck heraus

    b. Neutraler Aufwand: - betriebsfremd (z.B. Spenden, Kursverluste) - periodenfremd (z.B. GewSteuer-Nachzahlung) - auerordentlich (z.B. Anlagenverkauf unter Buchwert)

    Ertrge Wert aller erbrachten Leistungen pro Periode. Kosten Wert aller verbrauchten Gter und Dienstleistungen pro Periode fr die Erstellung

    der eigentlichen / typischen betrieblichen Leistungen. = betriebliche Aufwendungen Leistung Leistungen sind das Ergebnis der erstellten Gter und Dienstleistungen. = betriebliche Ertrge Betriebsertrag Wert aller erbrachten Leistungen pro Periode im Rahmen der eigentlichen

    betrieblichen Ttigkeit (=Erls). Kasse = Zahlungsmittelbestand = Bestand an liquiden Mitteln (= Bargeld und

    Sichtguthaben) Geldvermgen Kasse + Forderungen Verbindlichkeiten Gesamtvermgen Geldvermgen + Sachvermgen

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  • Exkurs 1.3 Bewertung der Vorrte Zum Vorratsvermgen eines Betriebes zhlen: Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Unfertige und Fertige Erzeugnisse Handelswaren Zum Bilanzstichtag sind die Vorrte mithilfe einer krperlichen Inventur zu erfassen und zu bewerten. Anstelle dieser Stichtagsinventur kann u.a. auch eine permanente Inventur durchgefhrt werden. Eine Einzelbewertung gestaltet sich schwierig bei solchen Vorrten, die aus verschiedenen Lieferungen und Preisen zusammengesetzt sind. Bei gleichartigen Vorrten ist deshalb eine Sammel- bzw. Gruppenbewertung erlaubt. Dies erfolgt in Form einer Durchschnittsbewertung oder Verbrauchsfolgebewertung. 1.3.1 Durchschnittsbewertung a) Jhrliche Durchschnittsbewertung

    Die durchschnittlichen Anschaffungskosten werden aus der Dividende von Gesamtmenge und Gesamtwert (aus Anfangsbestand und Zugngen) ermittelt. Die durchschnittlichen Anschaffungskosten mssen dann mit den Anschaffungskosten (Preis) am 31. Dezember verglichen werden. Der niedrigere Wert bildet nach dem strengen Niederstwertprinzip den Bilanzansatz.

    b) permanente Durchschnittsbewertung

    Die durchschnittlichen Anschaffungskosten werden hier laufend (permanent) nach jedem Lagerzugang und abgang anhand der notwendigen Lagerkartei ermittelt. Das Ergebnis ist folglich genauer. Zum Bilanzstichtag erhlt man die durchschnittlichen Anschaffungskosten des Endbestandes. Die wiederum mit den Anschaffungskosten (Preis) am 31. Dezember verglichen werden und so unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzip der Bilanzansatz gefunden wird.

    1.3.2 Verbrauchsfolgebewertung

    Gleichartige Vorratsbestnde knnen aufgrund unterstellter Verbrauchsfolgen bewertet werden. Der so ermittelte fiktive Anschaffungspreis ist ebenfalls mit dem Tageswert zum Bilanzstichtag zu vergleichen. Der niedrigere Wert ist anzusetzen. Die gngigsten Methoden sind: Lifo last in first out

    Fifo first in first out

    Hifo highest in first out

    Lofo lowest in first out a) Lifo-Verfahren

    Hier wird unterstellt, dass stets die zuletzt erworbenen Gegenstnde zuerst wieder verbraucht werden. Der Endbestand setzt sich somit aus dem Anfangsbestand und den ersten Zugngen zusammen und ist zu diesen anfnglichen Preisen zu bewerten. Folglich fhrt das Lifo-Verfahren bei steigenden Preisen zu einer niedrigeren Bewertung des Endbestandes.

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  • b) Fifo-Verfahren Hier wird davon ausgegangen, dass die zuerst angeschafften Gter auch zuerst verbraucht worden sind. Der Endbestand zum Bilanzstichtag stammt somit aus den letzten Einkufen und wird zu diesen Preisen bewertet.

    c) Hifo-Verfahren

    Die zu hchsten Preisen erworbenen Gter werden zuerst verbraucht. Dadurch fliet Kapital schneller wieder ins Unternehmen zurck. Bei konstant steigenden Preisen gleicht es dem Lifo-Verfahren, bei konstant sinkenden Preisen dem Fifo-Verfahren.

    d) Lofo-Verfahren

    Die am gnstigsten erworbenen Gter werden zuerst verbraucht. Der Endbestand folglich mit den hchsten Preisen bewertet. Bei konstant steigenden Preisen gleicht dies dem Fifo-Verfahren, bei konstant sinkenden Preisen dem Lifo-Verfahren.

    Fr die Bewertung am Bilanzstichtag ist steuerlich nur die permanente und periodische Durchschnittsbewertung sowie das Lifo-Verfahren zulssig.

    1.4 Kostenerfassung Unterscheidung in Einzelkosten und Gemeinkosten! Einzelkosten (= direkte Kosten) Einzelkosten werden einem Kostentrger unmittelbar zugerechnet. Sie werden daher von der Kostenartenrechnung direkt in die Kostentrgerrechnung bernommen. Bsp. fr Einzelkosten: Materialkosten, Einzellohnkosten, Sondereinzelkosten der Fertigung (z.B. Spezialwerkzeuge, Lizenzgebhren) Gemeinkosten Gemeinkosten knnen den Kostentrgern nicht unmittelbar zugerechnet werden, da sie fr mehrere oder alle Kostentrger entstanden sind. Die Zurechnung auf die Kostentrger erfolgt indirekt durch Zuschlge (Verrechnungsstze). Die Gemeinkosten werden ber die Kostenstellenrechnung den Kostentrgern zugerechnet. Bsp. fr Gemeinkosten: Kosten der Lagerhaltung, Kosten fr Hilfs- und Betriebsstoffe (Materialgemeinkosten), Werbungskosten (Vertriebsgemeinkosten)

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  • 1.5 Kostenauflsung Die Kosten lassen sic