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    TEIL VII

    Konzepte & praxisbeispieleartikel, Kommentare, Transkripte

    Loseblattsammlung zur Ergnzung des Workbooks

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    TEIL VIIKonzepte & Praxisbeispiele

    Handbuch Manipulation Copyright by Eike Rappmund

    www.handbuch-manipulation.de

    Das Werk, einschlielich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschtzt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Autors unzulssig.

    Dies gilt insbesondere fr die elektronische oder sonstige Vervielfltigung, bersetzung, Verbreitung und ffentliche Zugnglichmachung.

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    praxis Konzepte

    street scam Illegale Manipulationsstrategien

    Quellen Derren Brown: Russian Scam

    Web: .../street-scam/ Youtube: http://www.youtube.com/user/MrSuggestio

    Bildquelle: Derren Brown, by Seamus Ryan

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    street scam

    Kriminelle Manipulation

    Street Scam, oder Russion Scam nennt man ganz allgemein die Strategie, mit der man mittels eines teuflischen Mix aus Hyp-nose, nonverbale Einflussnahme, ein wenig NLP und gewrzt mit einem berzeugenden Auftreten, suggestible Menschen auf der Strasse leicht berauben kann. Derren Brown zeigt in zwei Bei-spielen, wie dieser Mix perfekt dargeboten und mit den passenden Probanden tatschlich innerhalb weniger Minuten zum Ziel fhrt.

    alltagsmanipulationWie einfach eine gute strategie doch funktionieren kann

    Hypnose, Manipulation oder Strategien fr effektive Einfluss-nahme so denkt man seien immer aufwendig, umfangreich, kompliziert und von daher auch schwerfllig in ihrer Handha-bung. Das zumindest ist ein Glaubenssatz, den ich in all meinen Workshops immer wieder antreffe. Fest gebrannt in den Hirn-windungen, scheint es ein Bild, eines ausgelieferten Probanden zu geben, der willenlos in den Fngen eines trickreichen Hypno-tiseurs sich alsbald zu einem rosa Karnickel verwandelt. Wenn zumindest nicht dieses Bild, dann gehrt doch wenigstens der Glaubenssatz dazu, dass Manipulation und Einflussnahme im-mer ein ganz spezielles Setting und passende, hchst suggestible Probanden bedrfe.

    Das der erste Glaubenssatz definitiv falsch ist, das belegt uns nicht nur die Werbung alltglich. Einflussnahme ist kein hoch-geistiger, verkopfter und komplexer akt verbaler, nonverbaler oder systemischer Einflussnahme. Manipulation geschieht subtil: meist indirekt, immer bedrfnisorientiert und verspielt. Das die

    Handbuch: Bedrfnisse (75ff)

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    gewhlte Strategie zu der Erlebniswelt des Gegenbers passen muss, dass wiederum ist richtig (s.h. Rapport). Hchst suggestibel (im Sinne der Hypnotherapie) muss hingegen niemand sein um auf entsprechend dargebotene angebote eines Dritten einzustei-gen. Wir alle sind extrem beeinflussbar, vor allem wenn es darum geht, die Vielzahl unserer Bedrfnisse befriedigt zu bekommen.

    Jegliche Manipulations-strategie die an den Bedrf-nissen seines Gegenbers ansetzt, hat zumindest schon einmal einen guten Start. In dem oben angebotenem Bei-spiel von Derren Brown ist der Einstieg denkbar simpel: Das systemisch bedingte Be-drfnis, als eine hilfsbereite Person wahrgenommen zu werden, ffnet ihm hier die Tr. Derart Bedrfnisse geh-ren zu den mchtigsten, mus-terbedingten Verarbeitungs-prozessen in unserem Hirn berhaupt. Immerhin ist das eigene berleben seit Millio-nen von Jahren an das ber-leben der Gruppe gekoppelt. Sicherlich hat sich der ausdruck systemkonformen Handelns und Entscheidens seit dem ein wenig verndert, die grundlegende Verarbeitungsroutine rattert jedoch unverndert in den Untiefen und Windungen unseres Gehirns.

    Handbuch: Rapport (110ff)

    Handbuch: Gehirn/Erfolgsge-

    schichte (46f)

    Gehirn/Funktionsweise Erwartung &

    Besttigung (65f)

    Seamus Ryan

    Derren Victor brown (27.02.1971), so heit er eigentlich richtig, dieser kleine Englnder,der zu den grten Mentalisten zumindest hier in Eu-ropa gehrt. Begonnen hat Derren Brown seine Karriere wie fast jeder Andere, als Zauberknstler. Erst als ihm der englische Sender: Channel 4 das Angebot machte, eine Serie mit dem Titel: Mind Control aufzuneh-men, erlangte er seinen stetig wach-senden Ruhm.

    Handbuch: Bedrfnisse (75ff), soz. Bezugsysteme

    (81f)

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    transkriptDer Manipulations-algorithmus: street scam in zeitlupe

    Im Beispiel, der von Derren Brown prsentierten Street Scam, kommt ein guter Mix aus Grundlagen zusammen, die wir vor allem aus der Hypnose (s.h. Erickson) und aus der NLP (s.h. Grinder) als Handlungsformate kennen. aus seiner Prsentation lassen sich beispielhaft gut die Grundlagen ableiten, die wir bei jeder erfolgreichen Manipulationsstrategie finden werden.

    alles ist beziehung

    Einflussnahme kann ohne eine tragfhige Beziehung nicht funktionieren. Diesen zielgerichteten Beziehungsaufbau nennt man: Rapport. Fr einen stabilen Rapport muss man nun auch nicht studiert haben. In aller Regel bilden wir automatisch Rap-port zu einem Gesprchspartner her, vor allem dann, wenn er uns sympathisch ist. In unserem Beispiel tut dies Derren Brown durch einfaches Spiegeln. Um zu testen, ob der Rapport wirklich steht, testet man diesen am Besten. Man geht in den Lead. Folgt Dein Gegenber, dann kann man sich einer tragfhigen Beziehungs-basis gewiss sein. Zumindest fr den Moment.

    Das passende Muster triggern

    Um sich eben nicht in einer rationalen und bewussten Dis-kussion zu verstricken, zielt jede Manipulationsstrategie auf unbewusste Musterprozesse. Derlei Verarbeitungs- und Hand-lungsmuster unseres Gehirns dienen einzig allein dem Zweck, die Befriedigung unserer Bedrfnisse zu garantieren. Das fngt beim berleben an und hrt irgendwo beim Erleuchtet-sein-wollen auf. Musterprozesse sind alles andere, nur nicht bewusst. Und da unwillkrliche Prozesse immer strker, schneller, effektiver und konomischer sind, als jeglicher bewusster Gedanke je sein knnte, bilden sie die tragfhige Basis der Einflussnahme. Nur, das passende Muster muss es eben auch sein.

    Ob sein Opfer grundstzlich darauf anspringt, auch mus-tergesteuert zu reagieren, testet Derren Brown mit dem Hands-hake Pattern. auf den ersten anlauf regiert er nicht, aber beim

    Handbuch: Hypnotische Sprach-muster (187ff),

    NLP (203f)

    Handbuch: Rapport (110ff)

    Handbuch: Funktionsweisen/ Gehirn (49ff)

    Handbuch: Musterunterbrechung (92)

    Handbuch: Spiegeln (115f)

    Leading (120f)

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    zweiten Mal beit er zu. Er greift die ausgestreckte Hand. Um diesen State, mustergesteuerter Reaktionsrituale zu behalten, unterbricht Derren Brown das Hnde-Schtteln-Ritual, in dem er die Hand seines Opfers nicht wie gewohnt loslsst (s.h. Pat-tern Interrupt).

    Welches Muster knnte besser passen, als eines, bei dem es ums Geben und Nehmen geht? Und genau so ein Verarbeitungs-ritual sucht Derren. Er findet es in dem systemischen Prozess der Reziprozitt. Dieses Muster besagt, dass wir Menschen von einem nahezu frmlichen Drang beseelt werden, etwas zurck geben zu wollen, wenn uns etwas gegeben wird. Das fngt bei einem schlichten Gefallen an und Endet bei der Geburtstagseinladung (s.h. Cialdini). Hier drckt Derren seinem Opfer schlicht seine Wasserflasche in die Hand. Er gibt ihm etwas. Das dieser rituelle akt auch noch weitere Wirkfaktoren hat, will ich an dieser Stelle nicht weiter ausfhren. Fr seine Zwecke reicht dieser einfache akt, um das Verarbeitungsritual der Reziprozitt anzustoen.

    zieleinlauf

    Die beste Manipulationsstrategie ntzt nichts, wenn man nicht zum Punkt kommt. Derren kommt sehr direkt zum Punkt. Nimm meins,! Gib mir Deins,! ist schlicht seine direkte auf-forderung. Keine Zaubersprche oder Beschwrungsrituale. Er verlsst sich Hundertprozentig darauf, dass sein Opfer nicht aus seiner vollautomatischen Verarbeitungs- und Handlungs-trance aufwachen wird. Und: er tut es auch nicht! Zumindest nicht in diesem Moment.

    Das dieser Moment auch noch ein wenig anhlt, dafr sorgt er in dem er zum abschluss wieder an dem Punkt ansetzt, an dem alles Begonnen hat: Der Einstiegsfrage, dem nonverbalen Pacen und natrlich dem Hndeschtteln. an diese Sequenz ist in der inneren Erlebniswelt seines Opfers immer noch der Eintritt in die Verwirrung und das abtauchen in seine Trance gekoppelt. Mit dem erneuten Schtteln der Hnde lst Derren Brown diesen anker aus und verschafft sich dadurch einen Vorsprung.

    Handbuch: Reziprozitt (265ff)

    Handbuch: Heuristik (65)

    Handbuch: Befehle (250)

    Tag Questions (242)

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    8-10 Sekunden spter erwacht das bewusste Hirn seines Ge-sprchspartners und gewinnt wieder Oberhand. Das innere Un-gleichgewicht, die Dissonanz in der Verarbeitung des gerade Er-lebten, steht dem armen ins Gesicht geschrieben. Noch halbwegs irritiert dreht er um und such verunsichert den Manipulator.

    Grundlegende einzelformatebaukasten

    Rapport Pacing & Leading Passende Mustertrigger Musterunterbrecher systemische Mustertrigger Priming/Bahnung direkte/indirekte Sugge