Strukturbericht Gesundheit 2016 - ag.ch · PDF fileBMG Betriebliches Gesundheitsmanagement BMI...

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  • DEPARTEMENT GESUNDHEIT UND SOZIALES

    Strukturbericht Gesundheit 2016

  • 1Strukturbericht Gesundheit 2016

    Vorwort

    Vor Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, liegt der erste Strukturbericht ber die Gesundheit im Kanton Aargau.

    Diesen Primeur gibt es, weil das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) neu zwischen strategischem und operativem Berichtswesen unterscheidet. Die in berarbeitung befind-liche Gesundheitspolitische Gesamtplanung (GGpl) dient dabei als Hauptreferenzpunkt fr strategische Weichenstellungen des Grossen Rats, derweil der Strukturbericht ein kantonaler Gesundheitsbericht und damit Teil des operativen Berichtswesens des Kantons ist. Er kann als Pendant zum Sozialbericht betrachtet werden, der als Grundlage fr die Sozialpolitische Planung diente.

    Der Strukturbericht hat zum Zweck, alle relevanten Gesundheits- und Versorgungsdaten im aargauischen Gesundheitswesen abzubilden. Das ist der Anspruch, den wir uns gesetzt ha-ben. Das ist der Anspruch, den wir einlsen. Weil der Strukturbericht als Basis fr die Erar-beitung der GGpl einen 360-Grad-Blick haben musste. Weil sich die Strategie nur aus einer umfassenden Optik herleiten lsst. Und weil sich die Strategie letztlich auch nur an einer Rundum-Sicht spiegeln lsst.

    Knftig wird eine periodische Aktualisierung des Strukturberichts mit Fokus auf jeweils einen strategisch bedeutenden Versorgungsschwerpunkt mit entsprechendem Handlungsbedarf erfolgen. Damit werden die bestehenden Leitbilder und Konzeptionen im Gesundheitsbe-reich nach und nach integriert beziehungsweise abgelst. Langfristig gilt der Strukturbericht als Instrument zur berprfung der strategischen Schwerpunkte in der GGpl 2025. Die ent-sprechenden Indikatoren sind zu entwickeln, sobald die GGpl 2025 im Grossen Rat beraten wurde. Die knftigen Strukturberichte werden in der Folge eine ausschliesslich beschreiben-de Form haben. Und sie werden auch nicht mehr Struktur-, sondern Gesundheitsberichte genannt werden.

    Ich danke Ihnen fr das Interesse, sich in die Innereien des aargauischen Gesundheitswesens zu vertiefen. Ich kann Ihnen versichern: Es lohnt sich, weil das Ganze mehr als die Summe der Einzelteile ist.

    Susanne Hochuli, LandammannVorsteherin des Departements Gesundheit und Soziales

  • 2 Strukturbericht Gesundheit 2016

    Inhaltsverzeichnis

    Abkrzungsverzeichnis 4 Einleitung 5 1 Soziale Einflussfaktoren von Gesundheit 12 1.1 Bevlkerung 13 1.1.1 Bevlkerungsentwicklung 13 1.1.2 Bevlkerungsstruktur 15 1.2 Haushalts- und Lebensformen 18 1.3 Bildung und Beschftigung 19 1.4 Wichtigste Ergebnisse 22 2 Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten 24 2.1 Gesundheitszustand 25 2.1.1 Physischer Gesundheitszustand 26 2.1.2 Psychischer Gesundheitszustand 27 2.2 Gesundheitsverhalten 30 2.2.1 Schutzfaktoren 31 2.2.2 Risikofaktoren 34 2.3 Wichtigste Ergebnisse 36 3 Gesundheitssystem 38 3.1 Integrierte Versorgung und eHealth 38 3.1.1 Programm eHealth Aargau 2015 39 3.1.2 Masterplan Integrierte Versorgung Aargau 20142017 43 3.2 Ambulante Versorgung 46 3.2.1 Medizinalberufe 48 3.2.2 Weitere Gesundheitsberufe 52 3.2.3 Rettungswesen 54 3.2.4 Wichtigste Ergebnisse 56 3.3 Spitalversorgung 57 3.3.1 Akutsomatik 58 3.3.2 Psychiatrie 72 3.3.3 Rehabilitation 78 3.3.4 Ausbildungsverpflichtung 82 3.3.5 Wichtigste Ergebnisse 85 3.4 Langzeitversorgung 86 3.4.1 Stationre Langzeitversorgung 87 3.4.2 Ambulante Langzeitversorgung 101 3.4.3 Wichtigste Ergebnisse 107 3.5 Gesundheitsfrderung und Prvention 108 3.5.1 Aktivitten in den Bereichen Gesundheitsfrderung und Prvention 109 3.5.2 Gesundheitsfrderung im Kanton Aargau 110 3.5.3 Prvention im Kanton Aargau 114 3.6 Wichtigste Ergebnisse 115

  • 3Strukturbericht Gesundheit 2016

    4 Finanzierung, Kosten und volkswirtschaftlicher Nutzen des Gesundheitssystems 116 4.1 Finanzierung des Gesundheitswesens 117 4.2 Krankenversicherungsprmien 119 4.3 Kosten des Gesundheitswesens 121 4.3.1 Kosten der Spitalversorgung 123 4.3.2 Kosten der Langzeitversorgung 129 4.3.3 Kosten der Gesundheitsfrderung und Prvention 131 4.4 Volkswirtschaftlicher Nutzen des Gesundheitswesens 134 4.5 Wichtigste Ergebnisse 135 Quellenverzeichnis 138

  • 4 Strukturbericht Gesundheit 2016

    Abkrzungsverzeichnis

    AAA Alpine Air AmbulanceAFP Aufgaben- und FinanzplanungAGS Assistentin / Assistent GesundheitAHV Alters- und HinterlassenenversicherungAKH Ausserkantonale HospitalisationBIP BruttoinlandproduktBM BerufsmaturaBMG Betriebliches GesundheitsmanagementBMI Body Mass IndexBV BundesverfassungCMI Case Mix IndexDRG Diagnosis Related Groups (Diagnosebezogene Fallgruppen)EFZ Eidgenssisches FhigkeitszeugnisEL ErgnzungsleistungenELG ErgnzungsleistungsgesetzELS 144 Einsatzleitstelle 144EPDG Bundesgesetz ber das elektronische PatientendossierFA FachausweisFaBe Fachfrau / Fachmann BetreuungFaGe Fachfrau / Fachmann GesundheitFMH Verbindung der Schweizer rztinnen und rzteGDK Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktorenGesG GesundheitsgesetzIDAG Gesetz ber die Information der ffentlichkeit, den Datenschutz und das ArchivwesenIV InvalidenversicherungIVG InvalidenversicherungsgesetzIVR Interverband fr RettungswesenKLV Krankenpflege-LeistungsverordnungKNZ Kantonale NotrufzentraleKV KantonsverfassungKVG KrankenversicherungsgesetzKVV KrankenversicherungsverordnungMAD Mittlere AufenthaltsdauerMIVAG Masterplan Integrierte Versorgung AargauMPA Medizinische Praxisassistentin / Medizinischer PraxisassistentNDS NachdiplomstudienOKP Obligatorische KrankenpflegeversicherungPflG PflegegesetzPPP Public Private PartnershipREGA Schweizerische RettungsflugwachtRepla RegionalplanungsverbandSGI Schweizerische Gesellschaft fr IntensivmedizinSpiG SpitalgesetzSPLG Spitalplanungs-LeistungsgruppenUVG UnfallversicherungsgesetzVZ Vollzeitquivalente

  • 5Strukturbericht Gesundheit 2016

    Einleitung

    Der Strukturbericht Gesundheit 2016 hat zum Ziel, den Gesundheitszustand, das Gesundheits-verhalten sowie das Gesundheitssystem im Kanton Aargau aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Diese Perspektiven beinhalten zunchst die sozialen Einflussfaktoren, welche die Rahmenbedingungen fr die Gesundheit der Aargauerinnen und Aargauer schaffen. Fr die Darstellung der Gesundheit im Kanton Aargau sind in erste Linie der Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten der aargauischen Bevlkerung massgeblich. Neben den indivi-duellen Aspekten ist ein im Krankheitsfall angemessenes Versorgungssystem notwendig. So wird im Strukturbericht ebenfalls der Status Quo des aargauischen Versorgungssystems be-schrieben. Ebendieses Versorgungssystem muss auch finanzierbar bleiben, weshalb schluss- endlich ausgewhlte Finanzierungsdaten des Gesundheitssystems dargestellt werden.

    Somit basiert der Strukturbericht auf dem Verstndnis, dass strukturelle Rahmenbedingun-gen ebenso wie individuelles Gesundheitsverhalten fr die Gesundheit der aargauischen Be-vlkerung relevant sind. Folglich ist der Bericht in die genannten Perspektiven gegliedert: Das erste Kapitel enthlt die sozialen Einflussfaktoren von Gesundheit, das zweite Kapitel Daten zu individuellen Befhigungsaspekten (Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten), das dritte Kapitel Versorgungsdaten und das vierte Kapitel die Finanzierung, Kostenentwicklung und volkswirtschaftliche Kennzahlen des Gesundheitssystems.

    Der Strukturbericht hat den Anspruch, das aargauische Gesundheitswesen aus zahlreichen Perspektiven darzustellen, weshalb eine Vielzahl von Quellen genutzt wurde. Aufgrund der Quellenvielfalt sind die Daten zu den einzelnen Themengebieten nicht immer in derselben Detailliertheit verfgbar. So fehlt in manchen Bereichen eine valide Datengrundlage, um die Versorgungssituation im Kanton Aargau vollstndig darzustellen dies gilt zum Beispiel fr die ambulante Versorgung durch niedergelassene Leistungserbringer, aber auch fr Palliative Care, interkantonale Vergleiche der Gesundheitskosten und weitere ebenfalls relevante Ge-sundheits- und Versorgungsbereiche. In einigen Teilbereichen werden somit schweizerische Daten ausgewiesen, insofern keine aargauischen Daten verfgbar sind. Weiterhin ist darauf hinzuweisen, dass aufgrund des Publikationszeitpunkts des Strukturberichts die Daten nicht in allen Bereichen gleich aktuell sind. Es werden jeweils die aktuellsten verfgbaren Daten dargestellt. ltere Referenzjahre werden dennoch dargestellt, um Trends zu unterlegen.

    Im Zuge der laufenden Revision der Gesundheitspolitischen Gesamtplanung (GGpl) unter-scheidet das Departement Gesundheit und Soziales neu zwischen strategischem und operati-vem Berichtswesen. Die GGpl dient als Hauptreferenzpunkt fr strategische Weichenstellun-gen des Grossen Rats. Der vorliegende Strukturbericht 2016 ist wiederum Teil des operativen Berichtswesens. Dem Strukturbericht kommt im Jahr 2016 die zustzliche Funktion zu, die Datengrundlage fr die Strategien in der GGpl 2025 abzubilden. Die GGpl 2025 wird Ende des Jahres 2016 im Grossen Rat beraten. Knftig ist eine periodische Gesundheitsbericht-erstattung geplant, in der ausgewhlte Kennzahlen mit Fokus auf jeweils einen strategisch bedeutenden Versorgungsschwerpunkt mit entsprechendem Handlungsbedarf prsentiert werden. Jene Kennzahlen werden es ermglichen, mit den in Zukunft festzulegenden Indika-toren die strategischen Schwerpunkte aus der GGpl 2025 an der Ist-Situation zu berprfen und zu legitimieren. Weiterhin wird die Gesundheitsberichterstattung als Datengrundlage fr die eigenstndigen Planungsinstrumente im stationren Akut- und Langzeitbereich (Spital- und Pflegeheimliste) ergnzend nutzbar sein. Damit werden die bestehenden Leitbilder und Konzeptionen im Gesundheitsbereich nach und nach integriert beziehungsweise abgelst.

  • 6 Strukturbericht Gesundheit 2016

    Rechtsgrundlagen

    Bund und Kanton teilen sich die Kompetenzen im Gesundheitswesen. Gemss der staats-rechtliche