Strubel-Briefpost an Schweizer Söldner ins Ausland im 19. · PDF file 2017. 3....

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  • Strubel-Briefpost an Schweizer Söldner ins Ausland im 19. Jahrhundert (1850-1861)

    Briefpost an Schweizer Söldner (1854-1863) ist ein kleines, aber seltenes Nebengebiet in meiner Strubel Destinationen Sammlung, angebotene Briefe sind nur schwer erhältlich, und wenn, hauptsächlich nur bei grossen Auktionshäusern.

    Die Dienste für Neapel dauerten bis 1859, sie waren 1789 aufgegeben, dann aber 1825 neu gegründet worden; Der Fall Neapel stand im Mittelpunkt der Diskussion, die schliesslich zur Aufhebung führte. Artikel 11 der Bundesverfassung von 1848 verbot den Abschluss neuer Abkommen ohne die bereits geschlossenen aufzuheben oder die Anwerbung von Einzelpersonen zu verbieten. Erst 1859 wurde jeder Waffendienst für eine fremde Macht ohne ausdrückliche Erlaubnis des Bundesrats verboten, übrig blieb nur noch das Söldnertum der heute noch praktizierenden „Schweizer Garde“

    In Neapel waren folgende Schweizer Regimente (ca. 11000 Mann) stationiert (1825-1859)

    1. Schweizer Regiment, Luzerner Regiment (welscher Uebername „les catzestrèque = Katzenstrecker) von 1825-1859 hauptsächlich ausgehoben in Luzern (7 Kompanien) Uri (1) Nidwalden (2) Obwalden (1) sowie Appenzell Innerrhoden (1), das Regiment wurde 1859 aufgelöst

    2. Schweizer Regiment, Freiburger Regiment (Uebername „les dzozés) von 1825-1859 hauptsächlich ausgehoben in Freiburg und Solothurn (je 6 Kompanien) das Regiment wurde 1859 aufgelöst

    3. Schweizer Regiment, Bündner Regiment (welscher Uebername „les goîtreux = die Kropfigen) 1825-1859 hauptsächlich ausgehoben im Wallis (6 Kompanien) Schwyz (3) und Graubünden (3) das Regiment wurde 1859 aufgelöst

    4. Schweizer Regiment, Berner Regiment (welscher Uebername „les moutses = die Mutzen, Bären) von 1825-1859 hauptsächlich ausgehoben in Bern (12 Kompanien) 1859 wurde das Regiment aufgelöst

    Jägerbataillon 13 (1850 per Privatkapitulation=Truppenstellungsvertrag von Ferdinand II, König beider Sizilien gegründet) 1850-1859 Von den Schweizer Behörden nicht anerkannt; das Regiment wurde mit eidgenössischen Scharfschützen-Stutzer ausgerüstet, beschafft bei Escher Wyss in Zürich, sein Einsatz im scharfen Schuss 1859 bei der Niederschlagung der Revolte des 3. und 4. Schweizer Regiments – ein Schusswechsel zwischen Schweizer Truppen mit einer Schweizer Waffe! - endete mit 49 Todesopfern und beschleunigte die Auflösung der SchweizerTruppen in Neapel. Das Jägerbataillon 13 gehörte nun aber noch vor den anderen 12 Schweizer Bataillonen zur Kerntruppe des Königs. 1859 wurde das Bataillon aufgelöst und mehrheitlich vom 3. Fremdenbataillon übernommen.

    Bild rechts: Trompeter, Oberst und Wachmeister des Jägerbataillon 13

  • Bis dato sind folgende Briefe in meiner Sammlung:

    Heinrich von Blumenthal, Zizers, geb. 09.11.1814 Sohn des Xaver Anton von Blumenthal und der Margaritha geb. Lombris, Leutnant und später Hauptmann in neapolitanischen Diensten, Auszeichnungen: Ritter zweier Orden 1. Klasse

    1) kompletter Brief v. Zizers nach Neapel v. 23.11.1855 (Königreich beider Sizilien), an das 3. Schweizer Regiment in Neapel

    Stabshauptmann Arnold Voegeli, geb. 27.10.1826 in Zürich, verstorben 04.06.1915 Vögeli trat 1841 in die österreichische Ingenieursakademie ein und verliess dieselbe 1846 als Leutnant. Im Jahr 1848 finden wir ihn als Oberleutnant im Geniestab in Italien. Den Feldzug 1848/49 machte Vögeli in der Armee des Feldmarschalls Radetzki mit. Gelegenheit, Beweise seines ruhigen Mutes und seines Wissens und Könnens im Geniefach abzuglegen, bot sich ihm bei der Belagerung des von Sümpfen umgebenen Fort Malghera und später bei der Belagerung und Einnahme von Venedig (1848/1849); Als Belohnung für seine Leistungen bei diesen Belagerungen hat der Kaiser Franz Josef Herrn Vögeli das „Militärverdienstkreuz“ verliehen.

    Die nächsten dem Feldzug folgenden Jahre verbrachte Vögeli in Italien, Istrien und Dalmatien; als Vögeli zum Hauptmann avancierte wurde er nach der Bundesfestung Mainz versetzt; als Chef der österreichischen Genieabteilung in Mainz bot sich Vögeli eine neue Gelegenheit durch kaltblütiges und mutiges Benehmen sich hervorzutun. Es war dies bei dem Brand/Explosion in dem Stadtteil Kästerrich am 18.11.1857. Unter seiner Leitung wurden die geährdeten Artilleriemagazine geräumt, in Anerkennung seiner Dienste erhielt Vögeli den preussischen, roten Adlerorden 3. Klasse, welcher damals in der österreichischen Armee sehr selten war sowie den hessischen Philippsorden.

    1861 verliess Vögeli den österreichischen Militärdienst und kehrte in seine Heimat zurück wo er 1861 zum Major, 1866 zum Oberstleutnant und 1870 zum Oberst befördert wurde. Später ging er in die Zürcher Politik, und war 1883 Präsident des Landesausstellung.

  • Explosion des Pulverturms in Mainz 1857

    2) kompletter Brief v. Zürich nach Mainz v. 19.11.1857, der Brief wurde von seiner besorgten Mutter am Tag nach der Explosion an ihren Sohn geschrieben

  • Name nicht lesbar (Joseph de …..)

    3) Brief v. Genève nach Neapel v. 07.12.1854 (Königreich beider Sizilien), an das 13. Bataillon des Chasseurs in Neapel

    Charles Francois Romanens, Soldat der Schweizer Garde in Macerata beim heiligen Stuhl in Macerata, Kirchenstaat

    4) Brief v. Fribourg nach Macerata (Heiliger Stuhl) v. 24.12.1854, an die 3. Kompanie des 2. Bataillon, Regiment im Dienste des „Heiligen Stuhl“ in Macerata, Kirchenstaat

  • Theodore de Valliere, Hauptmann der 2. Kompanie im 1. Bataillon der „British Swiss Legion“ geb. 1826, gest. 21.11.1894 de Valliere trat 1855 der neu formierten Söldner Legion, der sogenannten „British-Swiss-Legion“ stationiert in Dover, England bei; nach Ausbruch des Krim-Krieges hatte Grossbriannien Schwierigkeiten weitere eigene Soldaten zu aquirieren, und war auf ausländische Söldner Truppen angewiesen, die Rekrutierung begann im Mai 1855 und dauerte bis Februar 1856, die Swiss Legion war ca 3300 Mann stark und wurde vom britischen Oberst Dickson kommandiert, de Valliere hat auch unter General Changarnier in Algerien gedient und wurde später als Oberst Kommandant der Schweizer Artillerie-Schule in Biere. 5) Brief v. Cossonay nach Douvres (Dover) v. 06.09.1855, an Capitaine de Valliere

    Louis de Perrot, Hauptmann der Artillerie in preussischen Diensten in Berlin geb. 13.10.1825, gest. 06.01.1910 Artillerieoffizier der Neuenburger Miliz, 1848-57 preuss. Gardeartillerieoffizier in Berlin und Küstrin (heute Polen) 1857-97 eidg. Artillerieinstruktor. 1866 Missionen in Preussen, 1871 und 1892 in Frankreich. Mitarbeiter versch. Schweizer Militärzeitschriften.

    6) Brief v. Neuchatel nach Berlin v. 05.10.1854, an Hauptmann Louis de Perrot

  • Rodolphe de Hess, Adjudant Major, später Oberst, geb. 1827 im Schloss Regensberg, ZH, gest. 30.07.1885 in Disentis 1847 begann seine militärische Karriere bei der päpstlichen CH-Garde stationiert in Rom, und schloss sich 1854 als Leutnant dem 3. Bataillon de Chasseurs in Neapel an; 1858 wurde er zum Hauptmann befördert als Adjudant Major im 13. Bataillon de Chasseurs in einem Schweizer Regiment eingesetzt, 1860 kehrte er in die Schweiz zurück und wurde Instruktor der kantonalen Zürcher Truppen; de Hess wurde später Major resp. Oberst; 7) Brief von Zürich nach Neapel (Königreich beider Sizilien v. 27.05.1859 an Adjudant Major Rodolphe de Hess

  • Johann Conrad Nüscheler, (11.02.1826-10.05.1910)

    Johann Conrad Nüscheler (1826–1910), Generalmajor in österreichischen Diensten, war der zweitletzte Vertreter der Familie Nüscheler, der fremde Dienste leistete. Der Sohn von Stadtrat und Oberstleutnant David Nüscheler (1792–1871) und Enkel des Ratsherren Conrad Nüscheler (1759– 1856) war über seine Vorfahren mit dem militärischen Virus infiziert. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Zürich und Lausanne beschäftigte er sich ab 1844 mit juristischen Studien in Zürich und München, ehe er 1848 in die österreichische König-Kaiserliche Armee eintrat. 1848 bis 1849 nahm er an den oberitalienischen Kriegen, u. a. unter Feldmarschall Josef Wenzel Radetzky von Radetz (1760–1858), teil, wofür er mit der silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde. Während des Krieges hatte er sich eine Verwundung zugezogen, unter deren Spätfolgen er immer wieder zu leiden hatte. Auch an den oberitalienischen Feldzügen von 1856 und 1864 stand er im Feld. 1869 wurde er zum Major (Kommandant des 7. Bataillons der Tiroler Kaiserjäger in Bregenz), 1876 zum Oberstleutnant und 1878 Oberst befördert und bei den Tiroler Kaiserjägern in Bregenz und Innsbruck eingeteilt. 1882 wurde er – als Krönung seiner Karriere – Kommandant des 59. Infanterie-Regimentes, eines österreichischen Eliteregiments. Bei seiner Dienstentlassung 1883 wurde ihm ehrenhalber der Titel eines Generalmajors a.d. verliehen. Gleichzeitig wurde er in den österreichischen Adelsstand erhoben. Ritter Nüscheler von Neuegg war fortan sein Name, der auf das Nüscheler’sche Haus am Talacker in Zürich bezug nahm. Seinen Ruhestand verlebte er in Wien und Zürich. Mit seinem Tod erlosch die vom Sohn des Pfarrers von Seengen, Matthias Nüscheler (1699–1783), ausgehende Linie, die nach ihrem Wohnsitz «Neuegg» benannt wurde.

    7) Brief von Zürich nach Freystadt, Oberösterreich, Kaisertum Oesterreich v. 14.01.1855 an Conrad Nüscheler, K.K. Oberleutnant bei der Depot-Kompanie des 10. Jägerbataillons

  • 8) Brief von Zürich nach Vicenza, Veneto, Kaisertum Oesterreich v. 29.03.1855 an Conrad Nüscheler, K.K. Oberleutnant 10. Jägerbataillon

    9) Brief von Zürich nach Bruc