Sprachgeschichte der Deutsche Sprache

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    14-Nov-2015
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Muy buen resumen de historia de la lengua alemana, en alemán.

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    Sprachgeschichte Die deutsche Sprache geht auf frhere Formen zurck, die selbst aus frheren Sprachstufen entstanden sind. Wie Sprache verndert wird, ist aber ungewiss. Jede natrliche Sprache ist heterogen (untersch. ausgeprgt). Es gibt nicht DAS Deutsche, sondern verschiedene Schichten (Varietten), die entweder nach ruml. Ausdehnung (Dialekte) oder gesellschaftlicher Verwendungsweise (Soziolekte) unterschieden werden: Standardsprachen (keine einheitliche, sondern mehrere 4-5, weite ruml. Ausdehnung) Umgangssprachen (meist von groen Stdten ausgehend, weniger ruml. Ausdehnung) Verkehrsdialekte (wieder weniger ruml. Ausdehnung, z.B. Wiener Becken) Basisdialekte (geographisch beschrnkt) Zur Zeit Jacob Grimms wurde festgestellt, dass die normale Sprachform nicht die Schriftsprache ist und das Gesprochene nur Dialekte davon, sondern dass Dialekte das Ursprngliche sind, whrend die Verschriftlichung erst spter stattfand. Die Sprachwissenschaft gibt der gesprochenen Sprache Vorzug gegenber der geschriebenen. Sprachgeschichte, Dialektologie und Namensforschung sind etwa gleich alt, ihre Begrnder sind Jacob Grimm (Deutsche Grammatik), Johann Andreas Schmeller (Bayrisches Wrterbuch) und Ernst Wilhelm Frstemann (Altdeutsches Namensbuch). Die Unterschiede zwischen den Standardsprachen sind stark regional geprgt. Bis Anfang 20. Jhdt. gab es berhaupt keine Norm, erst 1901 eine Norm der dt. Rechtschreibung, die jedoch nur den amtlichen Schriftverkehr betraf. Die Grammatik ist (bis heute) nicht geregelt, auch wenn der Schulunterricht dies suggeriert geht jedoch nur von Schulen selbst aus. Je weiter man zurckgeht, desto mehr Probleme ergeben sich bzgl. der Varianz. Die Standardsprache ist erst im Laufe des Frhneuhochdeutschen entstanden (zw. 16.-18. Jhdt.), und zwar ber den Dialekten, die wie gesagt das Ursprngliche bilden. Die Umgangssprache wurde Ende 19. Jhdt. entdeckt, jedoch gibt es keinen Beleg dafr, wann sie entstanden ist. Es wird angenommen, dass sie sich durch Industrialisierung und daraufhin entstehende Menschenansammlungen in den Stdten neu geformt hat. Unterschiede zwischen Dialekt und Hochsprache: Dialekt

    o familir-intim, rtlich, am Arbeitsplatz, mndlich o untere Schichten (Bauern, Arbeiter, Handwerker, Angestellte, geringe Schulbildung) o orts- und raumgebunden, landschaftsspezifisch o begrenzte, minimale Reichweite, geringster Verstndigungsradius

    Hochsprache o ffentlich, berrtlich, mndlich & schriftlich, Literatur, Kunst, Wissenschaft, bei feierlichen Anlssen, in Gottesdienst & Schule o Mittel- & Oberschicht (hhere Beamte & Angestellte, Unternehmer, Akademiker, hohe Schulbildung) o rumlich nicht begrenzt, nicht landschaftsspezifisch o unbegrenzte, optimale kommunikative Reichweite, grter Verstndigungsradius

    sprachl. Schichtenmodell

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    Im Mittelalter gab es zwei Sprachformen: Oberschichtige Sprachform: in Quellen erhalten, z.B. Verkaufsurkunden (Verkauf = Handel wohlhabend) Unterschichtige Sprachform: Mangel an Belegen; je frher, desto weniger Bis ins 17./18. Jhdt.: Lesen = Privileg Durch Verschreibungen bei Abschriften kann man auf gesprochene Sprache schlieen besonders bei Reimformen (frher nur reine Reime akzeptiert Rckschluss, was in Gebieten jeweils unter reinem Reim verstanden wurde). Beispiele: Evangelienharmonie: Otfried von Weienburg versuchte, Evangelien zu zusammenhngendem Text umzuformen; besonders: O-Handschrift erhalten, in der Autor selbst Anmerkungen/Korrekturen zugefgt hat Hildebrandslied: in Kloster Anfang 9. Jhdt. von Mnch auf Pergamenteinband aufgeschrieben, der den Text erhalten wollte; da Text jedoch abrupt abbricht berhmte Theorie, dass er dabei erwischt wurde, heidnischen Text abzuschreiben und gezwungen war, aufzuhren; Thema: Zusammentreffen von Vater und Sohn uneinig Kampf Vater ttet Sohn (jedoch nicht schriftlich festgehalten); Text ist langobardischen Ursprungs, wurde erst ins Bairische, dann ins Altniederhochdeutsche bersetzt. Man findet aber auch frnkische Spuren damals verschiedene sprachl. Fassungen, heute Mischform erhalten

    Sprachforschung: am besten erforscht: Laut relativ gut erforscht (morphologische Besonderheiten): Wort nicht gut erforscht: Satz wenig untersucht (junge Disziplin): Text

    Hauptaugenmerk der Vorlesung: Herausbildung der Neuhochdeutschen Schrift Gliederung der Sprachgeschichte: Problem, da sich jede natrliche Sprache verndert jeder Periodisierungsversuch nur Vorschlag; man kann unterschiedliche Merkmale dazu anwenden, Epochen herauszufiltern anhand denen man die Sprachgeschichte gliedert (lautlich Lautverschiebung, kulturgeschichtl. Buchdruck,...) Stammbaumtheorie: 2. Hlfte 19. Jhdt.; nach Schleicher, der sich bemhte, hochwissenschaftliche Anschauungen Darwins auf Sprachwissenschaft zu bertragen; Schematisierung nach Lauten (phonetisch-nonverbal); indogermanisch = Epoche, wurde im 19. Jhdt. fr homogen gehalten indogermanisches Volk, von dem sich Teile abspalteten, verzogen und sich mit neuen Vlkern vermischten Sprachvernderung; jedoch: naiv!, man denkt nationalistisch, 1 Volk, 1 Sprache gab es jedoch nicht; indogermanisch = nur Rekonstruktion, nicht belegt; Stammbaumtheorie geht davon aus, dass eine Sprache Vorfahren & Nachkommen haben kann 1 einheitliche Ursprache, alle anderen haben sich durch Abwanderung gebildet Probleme:

    man fand heraus, dass die Rekonstruktion nicht eingehalten werden kann (kein einheitliches Volk, sondern Unterschiede) einheitliche Ursprache vorausgesetzt existiert jedoch nicht nicht erklrt, wie sich synchrone Sprachen gegenseitig beeinflussen knnen (z.B. Deutsch-Ungarisch)

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    unklar, wann ltere Sprache aufhrt, wann neue beginnt (hngt von absetzenden Kriterien ab; Ursprache msste komplett homogen sein keine Sprache ist das) Definition von Verwandtschaft unklar (da der Grad der Verwandtschaft schwankt, je nachdem, welche/wie viele Kriterien man auswhlt) Die klassische Periodisierung geht jedoch von einem einheitlichen Indogermanisch aus, das ab etwa 3000 v.Chr. zerbrach Teile wanderten ab Indogermanisch 4000-3000 v.Chr. Auseinanderbrechen des indogerm. Sprachraums 3000-2000 v.Chr. Vorgermanisch 2000-1000 v.Chr. Ur-/Gemeingermanisch 1000-300 v.Chr. Frhgermanisch ab ca. 300 v.Chr. Vorgermanisch nicht belegt, erst ab Ur-/Gemeingermanischen erste Zeugnisse; v.a. Namen sind erhalten; In den Jhdt. v.Chr. werden germanische Wrter immer mehr belegt (z.B. Caesar, Germania von Tacitus); Ostgermanisch starb aus, unser Deutsch kommt vom Westgermanischen (wie Friesisch, Englisch) woraus sich folgende Variationen bilden: Germanische Grogruppen ab etwa 2./3. Jhdt. Althochdeutsch 600/7501050 Mittelhochdeutsch 1050-1350 Frhneuhochdeutsch 1350-1650 Neuhochdeutsch 1650-heute immer Schritte von 300 Jahren (100 Jahre Anfang, 100 Jahre Blte, 100 Jahre Niedergang) geht auf Germanisten Karl Mhlenhof und seinen Schler Wilhelm Scherer zurck (2. Hlfte 19. Jhdt.); Problem: Forschen formen zuerst Theorie und suchen erst dann nach Belegen Altniederdeutsch/Altschsisch 800-1200 Mittelniederdeutsch 1200-1650

    Frhmittelniederdeutsch 1200-1370 Mittelniederdeutsche Schriftsprache 1370-1530 Sptmittelniederdeutsch 1530-1650 danach bergang zur hochdeutschen Schriftsprache nach 1650 geht Niederdeutsch unter Hanse-System, niederdt. Schriftsprache wird nicht mehr verwendet Oberschicht bernimmt Hochdeutsch einheitl. Schriftsprache aktuelle Epoche oft Gegenwartsdeutsch unpassender Begriff (Gegenwart verndert sich immer) Ernst schlgt Normdeutsch vor Die moderne Sprachwissenschaft beginnt in den ersten Jahrzehnten des 19. Jhdt. man verglich Sprachen und fand zu viele bereinstimmungen, als dass dies Zufall sein konnte; als erster wissenschaftlich betrachtet: William Jones (1785: These, dass alle Sprachen auf einen gemeinsamen Ursprung zurckgehen jedoch nicht belegt)

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    Ursprache (indogermanisch) indisch persisch germanisch Ursprache = indogermanisch (nach sdl. + nrdl. Zweig);

    Stammbaumverbindung: 1. sprachl. Rekonstruktion: Sprachvergleich = mglichst alte Belege + massenhaft Vergleiche (keine haltlosen Behauptungen, Beweise unbedingt notwendig!) 2. Rekonstruktion der Vlker: viele Theorien ber Volk und Heimat der Indogermanen, keine eindeutig bewiesene Rekonstruktion mglich; jedoch durch Fehlen einer Bezeichnung fr Baum z.B. kann man auf Steppe o.. als Wohngebiet schlieen; Nutztiere: einheitl. Bezeichnung, aber keine fr Esel/Katzen sesshaft, Ackerbau & Viehzucht; ber versch. Pflanzennamen wollte man Heimat genauer rekonstruieren, jedoch viel zu viele Theorien; am anerkanntesten: zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer Kentum und Satem-Unterscheidung: man wies Kentumsprachen den Westen, Satemsprachen den Osten zu wurde jedoch widerlegt; indogermanisch ist nicht einheitlich, es gab viele sich weiterentwickelnde Dialekte; nur Germanisch ist tatschlich belegt Kentum:

    Anatolische Sprachen (ausgestorben) Tocharisch (ausgestorben) Griechisch Italische Sprachen Keltisch Germanisch

    Satem: Indische Sprachen Iranische Sprachen Armenisch Albanisch Baltische Sprachen Slawische Sprachen

    nicht klassifizierte indogermanische Sprachen (ausgestorben): Illyrisch, Messapisch, Thrakisch, Phrygisch,... nicht-indogermanische Sprachen in Europa: Baskisch, Finno-Ugrisch (Ungarisch, Finnisch, Estnisch, Karelisch, Lappisch,...), Turksprachen, Semitisch (Maltesisch) Methoden der Sprachgeschichtsschreibung:

    Sprache als Organismus: Grimm, Bopp; romantische Sprachauffassung; Periodisierung der 300 Jahre (Anfang, Blte, Niedergang); Reste dieser berzeugung noch heute zu finden in starke/schwache Flexion, Wurzel,...; berhmte Aussage Humboldts Sprache ist nicht ergon (produ