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    19-Mar-2016
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Das Kulturmagazin der Christoph Merian Stiftung. Schwerpunkt Kreativwirtschaft

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  • Koji Morimoto, Ausschnitte aus EXTRA, Aquarell auf Papier, Fineliner auf transparenter Folie, Bleistift

    auf Papier, Copic Marker, 1995 Beyond C, Tokyo / R & S Records, London / Sony Music. Ent., Tokyo

    Koji Morimoto, Hintergrund fr EXTRA, Line-Overlay: Aquarell auf Papier und Fineliner auf transparenter

    Folie, 1995 Beyond C, Tokyo / R & S Records, London / Sony Music. Ent., Tokyo

    Koji Morimoto, Auszug aus dem Storyboard fr Dimension Bomb, Bleistift und Copic Marker auf Papier,

    2009 Koji Morimoto, 2009, Studio 4C, Tokio

    gg

    g

    b

    EDiTORiAL

    Ein Shortcut, liebe Leserin, lieber Leser, ermglicht im iT-

    Bereich per Tastenkombination oder via Link einen direkten

    Zugang zu gewnschten Applikationen und informationen.

    Shortcut heisst auch das neue Kulturmagazin der Christoph

    Merian Stiftung. Der Name ist Programm. Shortcut soll Sie ohne

    Umwege mit der Christoph Merian Stiftung kurzschliessen.

    Mit diesem Link mchten wir Sie darber informieren, was

    die Stiftung im Kulturellen tut und warum. Shortcut berichtet

    ber die Kultur frderpraxis und setzt einzelne Projekte in den

    Zusammenhang der Stiftungsfrderpolitik. Das Magazin will

    Hintergrnde beleuchten und einen Blick in den Backstage-Be-

    reich ermglichen, sowohl bei der klassischen Projektfrderung

    als auch bei den stiftungseigenen Projekten und Kulturplayern

    wie dem Christoph Merian Verlag, dem Cartoonmuseum Basel

    und dem Austauschprogramm iaab. Jede Ausgabe enthlt ei-

    nen thematischen Schwerpunkt. Wir beginnen mit der Kreativ-

    wirtschaft.

    Shortcut erscheint von nun an regelmssig und ergnzt damit

    unseren monatlichen Veranstaltungsnewsletter, den Kultur-

    kalender.

    *

    Wir wnschen ihnen viel Vergngen bei der Lektre!

    Beat von Wartburg,

    Leiter Abteilung Kultur der Christoph Merian Stiftung

    FALLBEiL FR GNSEBLMCHEN

    Seit neun Jahren fhrt der

    Christoph Merian Verlag in Zu-

    sammenarbeit mit dem Schwei-

    zer Radio SRF Hrbcher im

    Programm. Der Schwerpunkt der

    gemeinsamen Hrbuchedition

    liegt dabei auf inszenierten Hr-

    spielen. Daneben erschienen im-

    mer wieder Hrbcher ausserhalb

    dieser Reihe, oft in Zusammen-

    arbeit mit anderen institutionen

    wie dem Robert Walser Archiv

    und dem Migros Kulturprozent

    oder mit den Autoren selbst (so

    Urs Widmer und Franz Hohler).

    Eine weitere langjhrige Koope-

    ration besteht mit der Stiftung

    Radio Basel. Sie vergibt seit 2007

    den internationalen Featurepreis

    an herausragende Produktionen

    von ARD, ORF und SRF. Das

    Gewinnerfeature wird jeweils auf

    CD verffentlicht und erscheint

    im Christoph Merian Verlag.

    Radio-Features sind Reportagen,

    die Elemente des Hrspiels und

    der Dokumentation miteinander

    verbinden. Ein gut gemachtes

    Feature fesselt den Hrer, lsst

    ihn in die (wahre!) Geschichte

    eintauchen und spielt virtuos mit

    den Stilmitteln des Radios.

    Fallbeil fr Gnseblmchen

    Gewinner des internationalen

    Featurepreises 2012 ist ein

    solches Feature. Zu hren sind

    ausgewhlte Ausschnitte aus ei-

    nem Gerichtsprozess in Ostberlin

    zur Zeit des Kalten Krieges Mitte

    der 1950er-Jahre. Der Westspiona-

    ge angeklagt sind Elli Barczatis

    (Deckname Gnseblmchen),

    Sekretrin des DDR-Ministerpr-

    sidenten Otto Grotewohl, und ihr

    Geliebter, der westdeutsche Agent

    Karl Laurenz. Die ffentlichkeit

    ist bei diesem Gerichtsprozess

    ausgeschlossen, die Staatssicher-

    heit schneidet die Verhandlung

    mit.

    ber ein halbes Jahrhundert sind

    seit diesem Prozess vergangen,

    der nach der Wiedervereinigung

    ein juristisches Nachspiel hatte.

    Maximilian Schnherr hat die

    Bnder der Stasi entdeckt und

    daraus fr den WDR ein Radio-

    feature erstellt, das unter die Haut

    geht. Das bisher unverffentlichte

    Originalmaterial erzhlt viel ber

    das Funktionieren einer Diktatur

    und ist ein packendes Zeitzeug-

    nis, das den deutsch-deutschen

    Konflikt in einem scharfen Licht

    darstellt.

    Obwohl die einst berzeugte

    Genossin Elli Barczatis keine

    wirklich wichtigen informationen

    an Westdeutschland geliefert hat,

    zeigt sich das Gericht gnadenlos.

    Die Angeklagten sind ohne

    Verteidiger, das Urteil scheint fest

    zu stehen, noch bevor die Ver-

    handlung begonnen hat, Gericht

    und Staatsanwalt arbeiten Hand

    in Hand. Die perfide Rhetorik

    und die Fangfragen des Richters

    sind schwer zu ertragen, und

    selbst heute, knapp sechzig Jahre

    nach der Verhandlung, fhlt man

    die Bedrohung fast krperlich.

    Auch die komplexe Beziehung

    der Angeklagten zu ihrem Gelieb-

    ten ist erschtternd. Schliesslich

    steuert der Prozess auf das unver-

    meidliche Ende zu: die Verkn-

    digung des Todesurteils, das zwei

    Monate spter vollstreckt wurde.

    Als Hrbuch im Christoph

    Merian Verlag erschienen, fand

    das Feature grosse Aufmerksam-

    keit. Es war unter anderem auf

    der renommierten Bestenliste des

    Hessischen Rundfunks notiert,

    war Hrbuch der Woche im

    Bayerischen Rundfunk und wird

    bereits im Geschichtsunterricht

    eingesetzt.

    Oliver Bolanz

    www.merianverlag.ch

    DiGiTAL DURCH DiE BASLER VERGANGENHEiTDas zeitgeschichtliche Webportal baslerchronik.ch neu auch fr Mobilgerte

    Dass sich die Medienwelt rasch und immer rascher ndert, ist eine Binsenweisheit. Die Digitali-sierung unseres Alltags hat schon lange eingesetzt. Fr das 1879 begonnene Basler Stadtbuch und die darin eingegliederte Basler Chronik begann die neue Zeit-rechnung im Jahr 2000. Erstmals konnten dann alle Artikel und alle Autorinnen und Autoren beim Christoph Merian Verlag auch online abgerufen werden, et-was spter auch alle Chronikein-trge. Seit 2011 geht die Chronik als Website baslerchronik.ch ihren eigenen, nun rein digitalen Weg. Film- und Tondokumente von

    Telebasel und Regionaljournal sowie eigens in Auftrag gegebene Fotos sorgen fr die multimediale Anreicherung.

    Die Firma Hinderling & Volkart hat die Website von Beginn an sehr ansprechend und fortschritt-lich entwickelt. Allerdings hatte baslerchronik.ch den Haken, fr den Arbeitsplatzcomputer ausgelegt zu sein und nicht fr Smartphones oder fr Tablets, die sich in den letzten zwei Jahren enorm verbreitet haben. Seit Ende Januar 2013 ist deswegen eine fr Mobilgerte und deren Touch-screen optimierte Parallelwebsite aufgeschaltet. Die Bedienung

    geschieht intuitiv und spielerisch. Zudem hat die bisherige Website ein Update erhalten, indem die Suchfunktion verfeinert und das Ansteuern bestimmter Daten erleichtert worden sind.

    Was heutzutage nicht im Web erscheint, stirbt aus dem ffentli-chen Bewusstsein weg. Mit dem zeitgeschichtlichen Webportal baslerchronik.ch sichert und erweitert die Christoph Merian Stiftung eine wichtige Recherche-mglichkeit ber das Basel der vergangenen 130 und der noch kommenden Jahre.

    Andr Salvisberg

    iAAB WiRD JETZT FRANZSiSCHDiE STADT MULHOUSE iST PROJEKTPARTNER VON iAAB

    Was die bildende Kunst mit derjenigen des Vinifizierens verbindet, hat die Basler Knst-lerin Rene Levi einmal festgehalten, sei der Prozess des Komprimierens und das Stadium der Grung, knnte man noch hinzufgen. So entwickelt etwa ein guter Gewrztrami-ner aus dem Elsass seine Finesse und seine mineralische Struktur erst nach drei Jahren Flaschenlegung, und wenn er sich dann noch zwei Jahre im Holzfass entspannen kann, dann blhen die verwandelten Trauben buchstb-lich zu einem reichen Strauss an Aromen und Dften auf.

    Auch Kooperationen im Kunstbereich kn-nen manchmal die Stadien des Reifens mit Gewinn durchlaufen. So hat sich die Zusam-menarbeit zwischen dem Knstleraustausch-programm iaab und den elsssischen institu-tionen auf der Strecke von Mulhouse nach Basel in traminischen Dimensionen entfaltet, sie hat lange Zeit gegrt, ist dann mehrfach im Barrique gewendet und verkostet worden bis sie sich jetzt mit einem umso berraschende-ren und hinreissenden Bouquet prsentiert: Seit Mai 2013 ist die Stadt Mulhouse gemein-sam mit der Kunsthalle Mulhouse Teil der iaab-Trgerschaft. Dabei hat iaab, dank dem intensiven Engagement und dem standhaften Einsatz von Kunsthallendirektorin Sandrine Wymann, mit Mulhouse einen ganz beson-ders vielfltigen und engagierten Partner ge-winnen knnen; denn die Stadt untersttzt das Stipendienprogramm nicht nur jhrlich mit einem finanziellen Beitrag, sie bringt mit der Kunsthalle Mulhouse auch einen agilen Partner mit ins Boot, der wiederum eng mit der neu fusionierten Haute-Ecole des Arts du Rhin zusammenarbeitet. Diese elsssische Hochschule fr Gestaltung und Kunst ver-bindet seit Kurzem knstlerisch die Stdte Mulhouse und Strasbourg.

    So wird die Kunsthalle in Zukunft durch die Kooperation mit iaab jeweils pro Jahr zwei Gastknstler bzw. Gastdesigner aus indien be-herbergen, deren Arbeit der Geschichte, der Fabrikation und/oder dem Design von Texti-lien gewidmet ist und die whrend ihres Auf-enthalts in der einstigen Textilhochburg Mul-house unter anderem von der Haute-Ecole des Arts du Rhin, dem Muse de limpression sur Etoffes sowie der Ecole Nationale Suprieure dingnieurs Sud Alsace begleitet werden. im Gegenzug knnen sich professionelle Knstle-rinnen und Knstler, die im Elsass leben oder arbeiten, fr ein iaab-Auslandsstipendium be-werben.

    Somit ist denn iaab zum ersten Mal in sei-ner 27-jhrigen Geschichte trinational veran-kert, und sein Einzugsgebiet erstreckt sich nun m