Rohstoffreport Bayern 2012

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  • Rohstoffreport Bayern 2012

    Die aktuelle Rohstoffsituation der bayerischen Industrie

    Industrie- und Handelskammernin Bayern

  • Inhalt

    1. Zusammenfassung der Ergebnisse 3

    2. Aktuelle Rohstoffsituation in den Unternehmen 4

    3. Manahmen der Unternehmen im Bereich Rohstoffbeschaffung 6

    4. Wie kann die Politik die Unternehmen im Bereich 8 Rohstoffbeschaffung untersttzen?

    5. Manahmen der Unternehmen im Bereich Substitution, Rohstoffeffizienz, 10 Recycling und FuE

    6. Wie kann die Politik die Unternehmen im Bereich Substitution, 12 Rohstoffeffizienz, Recycling und FuE untersttzen?

    7. Forderungen an die IHKs 13

    8. Datenbasis und Auswertung 14

    Impressum

    Bayerischer Industrie- und Handelskammertag (BIHK) e.V.80323 MnchenTelefon: 089 5116-0E-Mail: ihkmail@muenchen.ihk.dewww.muenchen.ihk.de

    Verantwortlich: Monika Nrr, Andreas Gruber, IHK fr Mnchen und Oberbayern

    Redaktion: Thomas Kippes, Andreas Gruber, IHK fr Mnchen und Oberbayern

    Gestaltung: Word Wide KG, Mnchen

    Bildnachweis: S.1: Thomas Becker, Sulabaja, Pixelwolf, Martin Kreutz, psychoschlumpf, focus finder, concept w -Fotolia; S.3: Thomas Becker - Fotolia; S.4: crimson - Fotolia; S.6: Claudia Holzmann - Fotolia; S.9: flytoskyft11 - Fotolia; S.11: Thomas Siepmann - Fotolia; S.12: djama - Fotolia; S.14: LE image - Fotolia

    Druck: K. Fell GmbH, Am Kirchenhlzl 12, 82166 Grfelfing

    Stand: Oktober 2012

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    InHalt | ImpReSSum

  • 1. Zusammenfassung der ergebnisseIm Rahmen des Jahresthemas 2012 Energie und Rohstoffe fr morgen hat der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) bei bayerischen Betrieben des verarbeitenden Gewer-bes nachgefragt: Welche Rohstoffe kommen in bayerischen Unternehmen zum Einsatz? In welchen Bereichen drohen Versorgungsengpsse und bei welchen sind die Preise deutlich gestiegen? Welche Manahmen ergreifen die Betriebe und wie kann sie die Politik dabei untersttzen?

    Rohstoffpreise und Rohstoffbeschaffung bereiten unternehmen zunehmend Sorgen Die Ergebnisse zeigen die neuesten Entwicklungen auf und festigen zum Teil bereits gewonnene Erkenntnisse aus vorange-gangenen Studien. So haben die Unternehmen auf breiter Front mit steigenden als auch stark schwankenden Rohstoffpreisen zu kmpfen. Zudem gestaltet sich die Rohstoffbeschaffung zu-nehmend schwieriger. Die Hlfte der Betriebe, welche Metalle der Seltenen Erden verarbeiten, klagt ber Versorgungsengps-se. Besser gestaltet sich die Versorgung mit Industriemineralen, Steinen und Erden als auch Edelmetallen wie Gold und Silber. Hier sind jeweils nur etwa 10 % der Befragten mit Versor-gungsschwierigkeiten konfrontiert.

    Betriebe ergreifen zunehmend langfristige manahmenDie Unternehmen ergreifen vielfltige Manahmen, um auf die sich verndernde Rohstoffsituation zu reagieren. Kurzfristige Manahmen wie Optimierung der Lagerhaltung, Lieferquellen-

    diversifizierung und langfristig angelegte Liefervertrge stehen im Vordergrund.

    Aber auch bei langfristiger angelegten Manahmen in den Be-reichen Substitution, Rohstoffeffizienz und Recycling werden die Unternehmen zunehmend aktiver. Fast die Hlfte gestaltet ihre Produktionsprozesse effizienter, 31 % nutzen Reststoffe im Betrieb, 22 % verwenden vermehrt Recyclingmaterialien und bereits 27 % substituieren kritische Rohstoffe.

    Freie mrkte gefordert politik soll gegen Handelsbeschrnkungen vorgehenVon der Politik erwartet sich die Mehrzahl der Betriebe laut Umfrage strkeres Vorgehen gegen Wettbewerbs- oder Handelsbeschrnkungen. Eine weitere Forderung sind mehr bilaterale Partnerschaften mit rohstoffreichen Lndern. Als wichtig erachten die Befragten auch den Bereich Innovation. Demnach wnschen sich jeweils 37 % die Entwicklung von neuen Recycling-Technologien sowie die Strkung der For-schungsinstitute im Bereich Rohstoff-Substitution.

    IHKs sollen Beratungs- und Informations-angebot ausbauenVon den bayerischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) erhofft sich fast die Hlfte der Befragten mehr Informationen und Beratungsangebote zum Thema Rohstoffe und Materialef-fizienz.

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  • 2. aktuelle Rohstoffsituation in den unternehmen

    Die BIHK-Rohstoffumfrage vom Juni 2012 basiert auf 782 Ant-worten bayerischer Industrieunternehmen. Sie nimmt Bezug auf die aktuelle Rohstoffsituation, speziell bezglich der Preis-entwicklung sowie der Versorgungssituation. Dazu wurden die Unternehmen zu betriebsintern ergriffenen Manahmen sowie erhofften Schritten seitens der Politik befragt. Abbildung 1 zeigt, welche Rohstoffe bzw. rohstoffintensiven Vorprodukte die befragten Unternehmen verwenden. 60 % der Unter-nehmen nutzen Basismetalle wie Eisen, Aluminium, Kupfer, Blei, Zinn oder Zink. Bei 25 % der Firmen werden Steine und Erden1 verarbeitet. Fast in jedem fnften Unternehmen finden Stahlveredler2 Verwendung. Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin, Palladium, Iridium, Osmium, Rhodium, Ruthenium verarbeiten 13 % der Befragten. Industrieminerale3 und die gerade fr die Zukunftstechnologien wichtigen Hochtechnologiemetalle4 werden bei 12 bzw. 10 % der Firmen genutzt. Die 17 Elemente der Seltenen Erden finden bei 8 % der befragten Unternehmen Eingang in Produkte.

    Basismetalle

    Steine und Erden

    Stahlveredler

    Edelmetalle

    Industrieminerale

    Hochtechnologiemetalle

    Seltene Erden

    keine Angabe 17%

    8%

    10%

    12%

    13%

    19%

    25%

    60%

    abb. 1: Rohstoffverwendung in den unternehmen

    1 Kies, Sand, gebrochene Natursteine, Tone, Lehme, Quarzsand, Gips, Anhydrit2 Chrom, Cobalt, Mangan, Molybdn, Nickel, Vanadium, Wolfram, Niob3 Steinsalz, Kalisalz, Feldspat, Kaolin, Bentonit, Graphit, Phosphat, Schwefel, Baryt, Fluorit, Gips, Graphit, Glimmer4 Indium, Magnesium, Titan, Germanium, Lithium, Beryllium, Bismut, Cadmium, Gallium, Indium, Niob, Rhenium, Tantal, Selen, Silizium, Tellur u.a.

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  • Basismetalle

    Steine und Erden

    Stahlveredler

    Edelmetalle

    Industrieminerale

    Hochtechnologiemetalle

    Seltene Erden 49%

    24%

    10%

    8%

    11%

    26%

    13%

    86%

    79%

    71%

    84%

    88%

    67%

    82%

    steigende Preise bei Verwendung Versorgungsengpsse bei Verwendung

    Steigende preise machen den unternehmen zu schaffen

    Steigende Rohstoffpreise belasten die Unternehmen auf breiter Front. In Abbildung 2 sind die Antworten der Unternehmen erfasst, welche die entsprechenden Rohstoffe selber verwen-den. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Unternehmen bei allen Rohstoffen mit steigenden Preisen konfrontiert sind. Dies betrifft insbesondere die Stahlveredler (88 %) und die Seltenen Erden (86 %). Hier ist vor allem die Elektrotechnik-branche betroffen. Steigende Preise verzeichnen hier acht von neun Unternehmen, die Metalle der Seltenen Erden verwenden. Allerdings geben auch zwei Drittel der Firmen, welche Steine und Erden verwenden, an, dass die Preise gestiegen sind. Im Vergleich zu frheren Erkenntnissen aus dem Frhjahr 2012 erachten mehr Befragte der bayerischen Industrie die Rohstoff-preise als deutlich gestiegen.5

    Versorgungsprobleme bei Seltenen erden

    Die Versorgungssituation gestaltet sich im Gegensatz zu den Rohstoffpreisen sehr unterschiedlich. Lediglich 8 % der Unternehmen, welche Edelmetalle verwenden, haben mit Versorgungsengpssen zu kmpfen. hnlich verhlt es sich bei Industriemineralen (10 %), den Stahlveredlern (11 %) und auch bei den Basismetallen (13 %). Ein breites Versorgungsproblem

    ist hier derzeit nicht zu erkennen. Im Gegensatz dazu ist fast jedes zweite Unternehmen, welches Seltene Erden bezieht, mit Versorgungsengpssen konfrontiert. Mageblich sind hier die steigende Nachfrage sowie die quasi Monopolstellung Chinas und die deutlich gekrzten Exportquoten. So wurden die chi-nesischen Exportquoten auf Seltene Erden zwischen 2004 und 2011 um 55 % gesenkt. Die Lnderkonzentration, das begrenzt ausweitbare Angebot und die stark gestiegene Nachfrage fhren dazu, dass bei den Hochtechnologiemetallen wie z. B. Gallium jedes vierte Unternehmen Versorgungsschwierigkeiten hat. Der stark steigende Bedarf fr Zukunftstechnologien wie Elektromobilitt oder erneuerbare Energien wird die Situation zuknftig voraussichtlich weiter verschrfen. Daten der Deut-schen Rohstoffagentur (DERA) und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zufolge lag die globale Frde-rung von Gallium im Jahr 2010 bei 182 Tonnen, der Bedarf wird im Jahr 2030 jedoch bei geschtzten 6006 Tonnen liegen. Dazu kommt die Problematik, dass viele der Hochtechnologiemetalle nur gekoppelt mit anderen Ressourcen vorkommen und ledig-lich als Nebenprodukt abgebaut werden. Gallium beispielsweise fllt als Nebenprodukt in Aluminiumerzen an, die Frdermenge von Gallium kann also nicht ohne weiteres erhht werden.

    abb. 2: Rohstoffpreise und Versorgungssituation in den unternehmen

    5 Vgl. IHK [Hrsg.] (2012): Konjunkturumfrage Frhjahr 2012, Mnchen.6 Vgl. DERA [Hrsg.], DIHK [Hrsg.] (2012): Rohstoffchart des Monats Februar. Hochtechnologiemetalle.

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  • 3. manahmen der unternehmen im Bereich Rohstoffbeschaffung

    Wie diverse Studien belegen, so etwa der Konjunkturbericht der Bayerischen Industrie- und Handelskammern vom Jahres-anfang 2012 7, ergreifen die Unternehmen vielfltige Ma-nahmen, um auf die sich verndernde Rohstoffsituation zu reagieren. Entscheidend ist, dass die Unternehmen sich ber die Risiken von Versorgungsproblemen bewusst sind. Hierzu sollten die Unternehmen im ersten Schritt die Risiken der Roh-stoffversorgung analysieren und im zweiten Schritt individuelle Strategien entwickeln. Im Bereich der Rohstoffbeschaffung verwenden die Unternehmen diverse Instrumente sehr unter-schiedlich. In Abbildung 3 sind die Manahmen der befragten verarbeitenden Betriebe dargestellt.

    unternehmen setzen au