Rechnungswesen & Controlling 03/12

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    11-Mar-2016
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Fachzeitschrift des grössten Schweizer Verbandes in Rechnungslegung und Controlling veb.ch

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  • &rechnungswesen

    Man muss lesen knnen.

    controlling 312

    Das ofzielle Organ des veb.ch, des grssten Schweizer Verbandes fr Rechnungslegung, Controlling und Rechnungswesen

    Manchmal passt es einfach: Auf meine Ferienzeit hin habe ich von Conrad Meyer sein neuestes Werk erhalten: Accounting Ein Leitfaden fr das Verstndnis von Finanzberichten (Schriftenreihe der Treu-hand-Kammer/ISBN 978-3-908159-96-4). Schon lange habe ich kein Fachbuch mehr von vorne bis hinten gelesen. Aber bereits der Einstieg hat mich begeistert, da ich seit Jahren selbst berzeugt bin: Es ist eine weit verbreitete Illusion, dass Accounting eine exakte Wissenschaft sei. Die Aufbereitung der Daten ist subjektiv geprgt. Trotz anerkannter Grundstze und Standards der Rechnungslegung verbleibt ein erheblicher Spielraum.

    Das Buch ist spannend, dank den vielen illustrativen Beispielen gut verstndlich und leicht lesbar. Es ist ein ausgezeichne-tes Werk fr den Praktiker, eine aktuelle Standortbestimmung der Rechnungsle-gung, ein Vergleich der wesentlichen Un-terschiede von Swiss GAAP FER, IFRS und US GAAP, ein gelungener Wieder-holungskurs in Konsolidierung und eine Aufbereitung fundamentaler Themen. In-teressant ist auch der kreative Teil: Die aktive Gestaltung der Ergebnisse (ear-nings management) zur Nachahmung nicht empfohlen.Fr den Schweizer Praktiker, der mit internationalen Rechnungslegungsstan-dards noch wenig in Berhrung gekom-men ist, sind beispielsweise die Erlu-terungen zum Eigenkapitalnachweis mit seiner wachsenden und zentralen Bedeutung und diejenigen zum Seg-mentreporting interessantes Neuland. Im Gegensatz dazu hat sich die Geld-ussrechnung durchgesetzt, denn: Pro-

    t is an option but cash is a fact. Eine solche Rechnung korrekt zu erstellen, scheint aber nicht so einfach zu sein, liegt sie doch seit einigen Jahren an ers-ter Stelle der Beanstandungen bei an der Schweizer Brse kotierten Gesell-schaften. Cashow-Komponenten sind brigens auch zunehmend Bestandteile von Kennzahlen, beispielsweise wenn es um die Finanzkraft eines Unterneh-mens geht, Schulden in den nchsten Jahren zurckzuzahlen.Am Schluss des Buches listet der Autor akribisch erkannte Schwachstellen im Accounting kotierter Unternehmen auf; insbesondere werden die durch die SIX (Schweizer Brse) festgestellten Versts-se in der Berichterstattung dargestellt, die in der Regel mit Verweisen oder Bus-sen geahndet werden.Meine Empfehlung: Buch kaufen lesen! Gerne fge ich an dieser Stelle ein paar eigene Gedanken zur Entwicklung der in-ternationalen Rechnungslegung an. Dass es Standards fr die Rech-

    nungslegung braucht, bestreite ich nicht; sie sorgen unter anderem fr wertvolle Vergleichbarkeit und Trans-parenz im Interesse der verschiede-nen Stakeholder. Nehmen sie aber ein Ausmass wie die prinzipienorien-tieren IFRS mit ca. 3000 Seiten oder die auf Einzelfallregelungen basierten US GAAP mit ber 25000 Seiten an, muss ich an die Aussage von Rudolf Augstein denken: Die Zahl derer, die durch zu viel Informationen nicht mehr informiert sind, wchst. Lei-der fhrt Regulation oftmals dazu, dass man nicht mehr denkt, sondern funktioniert. Immerhin scheint der

    Schweizer Rechnungsleger noch zu funktionieren, weist Swiss GAAP FER doch nur einen Umfang von ca. 200 Seiten aus. Kein Wunder, wechseln viele Schweizer Unternehmen, sofern sie nicht an der Hauptbrse kotiert sind, auf den einheimischen Stan-dard, mit dem berdies noch kreativ Bilanzpolitik betrieben werden kann. Und hier sei etwas ketzerisch an-gefgt: Ihre unternehmerische Leis-tung bleibt mindestens so gut wie vorher mit IFRS die Kosten und die Management Attention auf das Ac-counting sind sogar geringer. Und ich glaube auch nicht, dass fr die nan-zielle Fhrung der Unternehmen trotz einfacherem Standard Informationen fehlen hchstens, dass die unter-schiedlichen Anstze der Bewertung zu Missverstndnissen fhren knnen.

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  • veb.ch I Lagerstrasse 1 Postfach I 8021 Zrich043 336 50 30

    veb.ch grsster Schweizer Verband fr Rechnungslegung, Controlling und Rechnungs-wesen. Seit 1936.

    veb.ch gratuliert seinen JubilarenJeder Verband freut sich ber treue Mitglieder. So auch wir, und darum danken wir heute 141Jubilaren gerne und ganz ofziell fr zusammen 4355 Jahre Mitgliedschaft bei veb.ch.

    Dieses Jahr auf unserem Kalender:

    25 Jahre Baur Bruno | Bechtiger Andreas | Beck Jrgen | Beerli AndreBegert Susi | Bigler Thomas | Bchel Horst | Christen Peter | Derungs Marco | Donada Bruno | Fischer Nikolaus | Frei Rolf | Fritsche Beat | Gehring Urs | Gisler Marcel | Grbel Rene | Guntli Pius | Gygax Hanspeter | Gysin CarloHaller Kurt | Hubschmid Rene | Inderbinen Barbara | Jauch Armin | Kaufmann Martine | Koch Markus | Leu Werner | Limacher Paul | Lthi-Zrcher MariettaMann Herbert | Maurer Rudolf | Meier Heiner | Meier Hans-Peter | Meier MarianneMercanton Eric | Moser Titus | Moser Jrg | Neff Hans | Ottenburg Guido | RauerArmin | Rostetter Andrea Christian | Schaller Oscar | Schrli Josef | Schmidt Claudia | Steiner Jrg | Suppiger Kurt | Tanner Elisabeth | Widmer Rudolf | Wipf Andreas | Wolf Hans

    30 Jahre Antenen Peter | Bachmann Kurt | Baumann Kurt | Baumann Beat | Betschart Peter | Binkert Peter | Blum Toni | Bhler Rudolf | BroennimannWalter | Caviezel-Seglias Margrith | Felder Hans-Peter | Germann Josef | GisigerRoland | Glaus Marie-Rose | Gobbo Gallus | Graf-Ganz Rolf | Habisreutin-ger Kurt | Hfeli-Wiederkehr Hans | Holzer Martin | Huwyler-Hrlimann Karl C.Inderkum Michel Ursula | Isler Paul | Jamb Walter | Jeker Erich | Kaufmann Walter | Kaufmann Kurt | Kaufmann-Wachuda Suse | Kobelt Peter | Kohler Hanspeter | Kreiliger Urs | Kreis-Hofer Suzanne | Kummer Urs | Kndig HerbertKurmann Hans-Ruedi | Lemm Josef | Lisser Walter | Mader Alfred | Mathieu Roland | Maurer Rolf | Rosser Ueli | Rdisli Stefan | Regg Jean | SchdlerRobert | Schmalzl Marlis | Schwarz Willi | Schwarzenbach Robert | Senn Hans | Spori Alfred | Sprri Stanislaus | Steck Robert Michel | Stettler Beat | Stritmatter Bernhard | Tschni Thomas | Vogel Urs | Wlti Jrg | WegenerAlex | Weiss Hans Peter | Wohlkinger Norbert | Wrmli Karl | Zandonella RolandZegg Dietmar | Zellweger Jakob | Zuruh Erwin

    40 Jahre Aregger Bernhard | Bermann Rolf | Besmer Bruno | Egli Fred | FingerMarkus | Geiser Edgar | Hochuli Hans | Kuhn Josef | Kurz Ulrich | Mder Peter | Mangold Peter | Moser Eugen | Oehrle Fritz | Schwaninger WernerSpuhler Josef | Suter Josef | Suter Reinhard | Vogelsang Ernst | Wagner AlfredWlchli Willy | Walser Kurt | Wirczakowski Karl-Heinz

    50 Jahre Gloor-Kopp Erwin | Schmid Guido | Schmid Ernst | Stebler RudolfZaugg Peter | Zrcher Heinz

    60 Jahre Mosimann-Meyer Hans

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    sind, der Absatz stockt. Aber die Swiss Life interessiert immer noch das Geschwtz von gestern: Der Erwerb der AWD Holding AG fhrte 2008 zur Erfassung des Markenna-mens AWD mit unbegrenzter Nut-zungsdauer im Wert von CHF 120 Millionen. Es wird erwartet, dass die Markennamen Proventus und AWD fr unbegrenzte Zeit Mittel-zusse generieren werden, ohne rechtliche oder hnliche Beschrn-kungen. Meines Erachtens sind substantielle Abschreibungen auf Goodwill und Marke schon lngst

    die unterschiedliche Handhabung von Bewertungen der verschiedenen Standards. Dies lsst sich sehr schn am Beispiel des Goodwills aufzei-gen. Von der direkten Saldierung mit dem Eigenkapital und Fhrung einer Schattenrechnung (immerhin muss da irgendwo in der Nhe ein Licht leuchten) ber die planmssige Ab-schreibung bis zu Impairmenttests ist vieles mglich, mit entsprechenden, unterschiedlichen Auswirkungen auf Kapital, Erfolg und Kennzahlen. Und dabei segeln alle Standardsetter unter true and fair!

    Persnlich habe ich mit diesen Impair-menttests meine Mhe. Die Gefahr ist gross, dass das herauskommt, was fr das Management zu bewei-sen war. Aber ob ich warme Luft mit 10% oder mit 5% abzinse, warme Luft bleibt immer warme Luft. Ein interes-santes Beispiel nde ich Swiss Life mit ihrer Beteiligung AWD. Viele Aussen-stehende fragen sich, ob der anfng-lich mit rund 1,3 Mrd. Fr. verbuchte Goodwill werthaltig ist. Ich biete Ihnen hier zwei berlegungen an:a) Finanzjournalist: Umso erfreulicher

    ist, dass anlsslich der Bilanzme-dienkonferenz nher erlutert wor-den ist, warum die Revisionsgesell-schaft PwC auch Ende 2011 die Werthaltigkeit fr gesichert befun-den hat. Ende Jahr sei gegenber dem Buchwert von AWD eine po-sitive Bewertungsmarge von rund 270 Mio. Fr. ermittelt worden; wenn AWD in den nchsten fnf Jahren das Betriebsergebnis (Ebit) es betrug letztes Jahr bereinigt 54,2 Mio. um jhrlich 6% steigere, liege alles im grnen Bereich. Laut den abgegebenen Unterlagen, welche die sicherlich komplexe Berech-nungsmethode nur kursorisch wie-dergeben knnen, wird infolge der gesunkenen Zinsen mit Kapitalko-sten von noch 9,4% (frher: 10,7%) kalkuliert.

    b) Mattle: Segmentergebnisse AWD: 2008 -41 Mio. / 2009 -92 Mio. / 2010 43 Mio. / 2011 13 Mio. // Ertrag AWD: 2008 767 Mio. / 2009 804 Mio. / 2010 760 Mio. / 2011 698 Mio.Aus der Finanzpresse entnehme ich seit Monaten, dass der Vertrieb und die Marke in einigen Lndern stark beschdigt ist, Prozesse hngig

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    InhaltsverzeichnisAusgabe 3.12 / September 2012

    Controlling

    Abbildung von Konzernherstellkosten 5

    Rechnungslegung

    IFRS aktuell 7

    Internationale XBRL-Konferenzen 9

    Steuern

    MWST 10

    Steuerwettbewerb in der Schweiz 11

    Informatik

    Software aus der Cloud 12

    Ausbildung

    Weiterbildung im Risikomanagement 17

    Prfungssekretariat 19

    Aus der Controller Akademie 21

    Persnlich

    Interview mit Rico Roth 23

    Swisco

    XBRL, in concept novateur 26

    veb.ch