Publikation: Pendleratlas Region Aachen · PDF file8 > einleitung einleitung Der...

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  • Pendleratlasregion aachenanalyse der Pendlerstrme und deren wirtschaftliche relevanz im Kammerbezirk aachen

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    IMPRESSUM

    herausgeber:Industrie- und Handelskammer AachenTheaterstrae 6 1052062 AachenInternet: www.aachen.ihk.de

    Verantwortlich:Jrgen Drewes, IHK AachenMonika Frohn, IHK Aachen

    redaktion:Benjamin Haag, IHK AachenBoris Linden, IHK AachenChristian Drewes, AGIT mbH

    gestaltung:bro G29, AachenNils Jagnow, IHK Aachen

    Fotonachweis:Seite 5 von Ludwig Krfer Titelbild, Seite 7, 11, 45, 51 von Fotolia

    Aachen, Januar 2011

  • Pendleratlasregion aachenanalyse der Pendlerstrme und deren wirtschaftliche relevanz im Kammerbezirk aachen

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    Vorwort

    Das Mobilittsverhalten der Menschen hat sich in den zurckliegenden Jahrzehnten grundlegend verndert.

    Die vorliegende Untersuchung belegt auch fr die Region Aachen einen enormen Anstieg bei der Zahl der tglichen Ein- und Auspendler. Wohn- und Arbeitsort liegen heute immer seltener in derselben Gemeinde.

    Der Pendlerverkehr verursacht einerseits erhebliche Kosten fr die Pendler und belas-tet Umwelt und Infrastruktur. Pendeln wird andererseits in einem flexiblen Arbeits-markt immer unverzichtbarer und politisch und gesellschaftlich eingefordert.

    Auch die planungspolitisch gewollte Trennung von Wohnsiedlungs-, Gewerbe- und Industriegebieten fhrt zur Zunahme der Pendlerstrme.

    Hinzu kommen Suburbanisierungstendenzen, die das rumliche Auseinanderfallen von Arbeiten und Wohnen ebenfalls begnstigen.

    Ein Blick in die Zahlen fr den Kammerbezirk Aachen macht schnell deutlich: Diese Entwicklung ist auch an uns nicht vorbeigegangen. Rund 436.000 Pendler ber Gemeindegrenzen sind tglich auf den Straen- und Schienenwegen innerhalb des Kammerbezirkes sowie in und aus benachbarten Regionen unterwegs. Hinzu kom-men 431.000 innergemeindliche Pendler, bei denen der Arbeits- auch der Wohns-tandort ist.

    Die vorliegende Untersuchung gibt wichtige Hinweise fr die weitere Entwicklung der Region. Zum einen geht es um die bedarfsgerechte Entwicklung der Verkehrsin-frastruktur und -verbindungen, die idealerweise den Pendlerstrmen folgen sollten. Zum anderen ermglicht sie eine Bewertung der wirtschaftsstrukturellen Entwick-lung in den zurckliegenden drei Jahrzehnten.

    Heute pendeln mehr Menschen zu ihrer Arbeit aus dem Kammerbezirk Aachen aus als in selbigen ein. Der schon im Jahre 1987 negative Pendlersaldo hat sich in knapp 20 Jahren um ber 80 Prozent erhht. Die zu Beginn der 80er Jahre begonnene Wirtschaftsfrderungspolitik mit einem starken Fokus auf technologieorientier-ten Grndungen und Ansiedlungen war insgesamt wirksam, aber regional jedoch unterschiedlich. Das Oberzentrum Aachen hat deutlich an Arbeitspltzen gewonnen. Die Ausrichtungen der Kreise Dren und Heinsberg bleiben weiterhin bipolar, bzw. tripolar.

    > Vorwort

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    Die Anziehungskraft Aachens als Oberzentrum auf die angrenzenden Teile dieser Kreise ist jedoch wider Erwarten nicht geschwcht worden. Fr die Kreise Heinsberg und Euskirchen sind Suburbanisierungseffekte zu beobachten, die den Pendlersaldo deutlich beeinflusst haben drften. Angesichts dessen sind die Entwicklungen in den Kreisen Euskirchen und Heinsberg zwar nicht ermutigend, aber auch nicht besorgnis-erregend. Besonderes Augenmerk gilt der Entwicklung des Kreises Dren, der nicht nur bei der Entwicklung der Pendlerstrme und Salden, sondern auch bei anderen wichtigen Kriterien, beispielsweise der Arbeitsplatzdeckung, im Vergleich zu den anderen Kreisen eher schwache Ergebnisse aufzeigt.

    Insgesamt ist es dringend erforderlich:

    > die Wirtschaftsfrderungsbemhungen deutlich zu verstrken, um einer weiteren Verschlechterung des Pendlersaldos entgegenzuwirken;

    > die Zusammenarbeit mit denjenigen Regionen besonders zu forcieren, mit denen intensive Pendlerverflechtungen bestehen, auch auerhalb des eigenen Bezirkes;

    > die Region Aachen als mageblichen Teil einer Metropolregion Rheinland zu positionieren;

    > den Kammerbezirk Aachen grenzberschreitend in eine sich formierende Metropolregion Euregio-Maas-Rhein einzubringen;

    > die Zukunftsinitiative Eifel mit den Eifelgemeinden unserer Region und denjenigen aus Rheinland-Pfalz zu intensivieren sowie

    > die Entwicklung der Innovationsregion Rheinisches Revier mit den Abbau- flchen der Braunkohle und den Kraftwerksstandorten im Zentrum und den angrenzenden Entwicklungspolen in Aachen und an der Rheinschiene, wie im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung NRW vorgesehen, zu einer Chancenregion in Europa zu entwickeln.

    Vorwort einleitung

    einleitung

    Der Pendleratlas der Region Aachen (Stadt Aachen, ehem. Kreis Aachen, Kreis Dren, Kreis Euskirchen, Kreis Heinsberg) zeigt die Entwicklung des Pendlerverhaltens in den Jahren 1987 bis 2006 in der Region. Die Daten ermglichen eine Beurteilung der regionalen Entwick-lung von Arbeitsmrkten und Standortbedingungen, woraus sich wichtige infrastrukturelle und wirtschafts-politische Problemstellungen ableiten lassen.

    Dabei wird der Pendlerbegriff vom Landesbetrieb fr Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) zu Grunde gelegt. Pendler in diesem Sinne sind Berufspendler und Ausbildungspendler. Berufspend-ler sind alle abhngig Beschftigten, selbststndige Gewerbetreibende und Landwirte, Freiberufler, unbe-zahlte mithelfende Familienmitglieder, Auszubildende, Beamte und Beamtenanwrter sowie Soldaten. Zu den Ausbildungspendlern zhlen Studenten an Hochschulen und Schler an allen ffentlichen und privaten Schulen einschlielich der Berufskollegs. Im Folgenden werden, falls nicht explizit erwhnt, die Gesamtpendler zugrun-de gelegt, also die Berufs- und die Ausbildungspendler. Unregelmige Fahrten, wie Geschftsreisen, werden in den verwendeten Statistiken nicht erfasst.

    Die Zahlen von IT.NRW basieren auf der Volkszhlung von 1987 und danach auf dem aktualisierten Mikro-zensus fr das Jahr 2006. Der Vergleich dieser beiden Jahre ist besonders aussagekrftig. Aktuellere Zahlen wren aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise weni-ger zielfhrend gewesen.

    Statistische Unstimmigkeiten wurden durch eigene Berechnungen bereinigt. Dies war insbesondere bei der Ermittlung der Grenzpendler erforderlich.

    Um Entwicklungen bewerten zu knnen, wurden Ver-treter aller Stdte und Gemeinden der Region gebeten, die sie betreffenden Ergebnisse zu kommentieren. Die Antworten haben wichtige Hinweise gegeben, die in die derzeitigen berlegungen zur Ausgestaltung der Wirt-schaftsfrderungsstruktur, zu den Rollen der Akteure und zur Verteilung der Finanzlasten einflieen knnen.

    Im Betrachtungszeitraum ist die Bevlkerungszahl der Region um 15 Prozent und damit deutlich strker als im NRW-Schnitt (+8 Prozent) auf 1,29 Millionen Ein-wohner gestiegen. Bei der Beschftigungsquote bleibt die Region jedoch hinter dem Landesschnitt zurck.

    Abbildung 1: Modal Split 2008 Berufspendler nach dem fr die lngste Wegstrecke benutzten Verkehrsmittel

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    Die gestiegene Zahl der Erwerbsttigen geht selbst-redend mit einer gesteigerten Zahl an Pendlern einher. Dieses gestiegene Pendlervolumen erfordert ein modernes Mobilittskonzept fr eine nachhaltige Verkehrsentwicklung. Die Aachener Region als innova-tiver und technologieorientierter Wirtschaftsstandort muss den Anspruch haben, als Region fr pendelnde Arbeitnehmer interessant zu bleiben und entsprechen-de Verkehrsinfrastrukturen zur Verfgung zu stellen. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wan-dels und der damit verbundenen Herausforderung der Fachkrftesicherung also dem Jahresthema 2011 der IHK-Organisation unter dem Motto Gemeinsam fr Fachkrfte spielen Fragen nach der Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes fr die Beschftigten, die Unterneh-men und die Kommunen eine immer grere Rolle.

    Hauptverkehrstrger des Pendlerverkehrs ist die Strae. Von den ber 11,3 Millionen Pendlern (6,6 Millionen innergemeindliche Pendler und 4,7 Millionen Pendler ber Gemeindegrenzen)1 in NRW nutzen etwa 60 Prozent das Auto fr den Weg zur Arbeit. Der Anteil derer, die den ffentlichen Personennahverkehr (PNV) als Transportmittel fr den tglichen Weg zur Arbeit whlen, ist mit knapp 13 Prozent gegenber der 56,1 Prozent2 des motorisierten Individualverkehrs (MIV) im-mer noch gering. Es mssen noch mehr Anstrengungen

    unternommen werden, um den Modal Split zu Gunsten des PNV zu verschieben.

    Wie aktuelle Manahmen (z.B. die Bemhungen der IHK zur strkeren Nutzung von Job-Tickets) sich in Zukunft auf die Wahl des Verkehrsmittels auswirken, bleibt abzuwarten. Der Anteil der Pendler, die das Rad als Transportmittel whlten, stieg im selben Zeitraum um 0,9 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent, wohingegen die Zahl der Fugnger von 10,6 Prozent auf 9,5 Prozent zurckfiel.

    Abbildung 2 zeigt die durchschnittlich zurckgelegte Wegstrecke zur Arbeit. Auffallend ist, dass sich die zurckgelegte Distanz zum Arbeitsort in den letzten Jahren vergrert hat.

    Ein angemessener Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen innerhalb des Kammerbezirkes ist erforderlich, sowohl was die Schiene als auch die Strae betrifft. Auch die Transitfunktion der Region zwischen den groen europischen Wirtschaftszentren und die Nhe zu den wichtigen See- und Binnenhfen machen diesen Aus-bau der Infrastruktur ntig. Um den Anteil des PNV weiter zu erhhen, bedarf es neben einem Ausbau der Schienenverkehrsinfrastruktur gut getakteter Verbin-dungen.

    1Datenbasis IT.NRW, eigene Berechnung2Datenbasis DESTATIS

    einleitung einleitung

    Die vorhandenen Netze mssen auch strker auf die Pendlerbedrfniss