Niveaubeschr Primar

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Dresden

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  • Deutsch als Zweitsprachefr die Primarstufe

    Niveaubeschreibungen

    SCHSISCHESBILDUNGSINSTITUT

    Herausgeber und Redaktion:Schsisches BildungsinstitutDresdner Strae 78 c | 01445 RadebeulTelefon: +49 351 8324-374E-Mail: kontakt@sbi.smk.sachsen.dewww.saechsisches-bildungsinstitut.de

    Auflage:10.000 Exemplare

    Gestaltung und Satz:Stoba-Druck GmbH

    Druck:Stoba-Druck GmbH

    Redaktionsschluss:31.05.2013

    Bezug:Diese Druckschrift kann kostenfrei bezogen werden bei:Zentraler Broschrenversand der Schsischen StaatsregierungHammerweg 30, 01127 DresdenTelefon: +49 351 2103671Telefax: +49 351 2103681E-Mail: publikationen@sachsen.dewww.publikationen.sachsen.de

    Bildnachweis:Titelfoto: Andr Forner

    Verteilerhinweis:Diese Informationsschrift wird vom Schsischen Bildungsinstitut imRahmen der ffentlichkeitsarbeit herausgegeben. Sie darf weder vonParteien noch von deren Kandidaten oder Helfern im Zeitraum vonsechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbungverwendet werden. Dies gilt fr alle Wahlen.

    W i r B e W e g e n

    B ldungB e w e g t u n s

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    Inhaltsverzeichnis

    Vorwort Seite | 03

    Wissenschaftliche Vorbetrachtungen

    Zur Einfhrung in die Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache fr die PrimarstufeHans H. Reich Seite | 05

    Das Instrument Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache fr die PrimarstufeAufbau und Handhabung, Entwicklung, Erprobung und empirische Evaluation,Einfhrung der Lehrkrfte in die AnwendungMarion Dll Seite | 11

    Beschreibungen der Niveaustufen Seite | 16

    A. Weite der sprachlichen Handlungs- und Verstehensfhigkeit im Deutschen als Zweitsprache Seite | 16Private Gesprche Seite | 16Unterrichtsgesprche Seite | 16Strategien zur berwindung von Ausdrucksnot und Verstehensproblemen Seite | 17Freude und Interesse am Sprechen Deutsch und Herkunftssprache Seite | 18

    B. Wortschatz Seite | 19Verstehenswortschatz Seite | 19Mitteilungswortschatz Seite | 19

    C. Aussprache Seite | 20Deutlichkeit Seite | 20Sprechflssigkeit Seite | 20

    D. Lesen Seite | 21Verstehen Seite | 21Techniken und Strategien der Texterschlieung Seite | 21Vorlesen Seite | 21Strategien zur berwindung von Verstehensproblemen Seite | 22Freude und Interesse am Lesen deutsche und herkunftssprachliche Texte Seite | 23

    E. Schreiben Seite | 24Textproduktion Seite | 24Strategien zur berwindung von Ausdrucksnot beim Schreiben Seite | 24Orthografie Seite | 25Interpunktion Seite | 25

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    F. Grammatik mndlich und schriftlich Seite | 26Verbstellung Seite | 26Satzverbindungen Seite | 26Prpositionen Seite | 27Formen des Verbs Seite | 27Formen des Nomens Seite | 28

    Beobachtungsbogen Seite | 29

    Autorenverzeichnis Seite | 32

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    Vorwort

    Sehr geehrte Schulleiterinnen, sehr geehrte Schulleiter,sehr geehrte Fachlehrerinnen, sehr geehrte Fachlehrer,

    sprachliche Bildung in allen Fchern setzt hohe Mastbe fr alle Schularten. Sie entscheidet mit ber Schul- und Bil-dungserfolg und damit ber Lebenschancen. Die sprachliche Bildung von Schlerinnen und Schlern ist ein Kontinuum,das vom einfachen mndlichen Austausch ber das Verstehen von Sach- und Erzhltexten und das Hervorbringen zu-sammenhngender mndlicher Darstellungen bis zur Aneignung von Textfhigkeiten im Schriftlichen und zu fachlicherVortrags- und Argumentationsfhigkeit, d. h. bis zu ausgebildeter bildungssprachlicher Kompetenz, reicht. Die Kon-tinuitt der Sprachbildung muss als bewusst zu bearbeitende professionelle Aufgabe in jeder Schulart gesehen wer-den, die u. a. eine differenzierte Kenntnis der Sprachentwicklung jeder einzelnen Schlerin/jedes einzelnen Schlers vor-aussetzt.

    Der Freistaat Sachsen hat sich im Rahmen des Bundesmodellprogramms Frderung von Kindern und Jugendlichen mit Mi-grationshintergrund FrMig diesen Themenbereichen intensiv gewidmet und u. a. ein Instrument zur prozessbegleitendenpdagogischen Diagnostik entwickelt die Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache fr die Primarstufe. Mit dieserinnovativen Entwicklung wird der den schsischen Lehrplnen innewohnende Anspruch Sprachliche Bildung ist Aufgabejedes Faches mit einem praxistauglichen und empirisch geprften Beobachtungsinstrument untersttzt.

    Die Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache fr die Primarstufe wurden wie die Niveaubeschreibungen Deutschals Zweitsprache fr die Sekundarstufe I auf Initiative des Schsischen Staatsministeriums fr Kultus in Anlehnung an dieBildungsstandards Deutsch der Kultusministerkonferenz und den schsischen Lehrplan Deutsch als Zweitsprache entwickelt.

    Mit diesem Diagnoseinstrument ist es Ihnen mglich, systematisch und durch Kriterien geleitet, spezifische Informationenber den individuellen Sprachbildungsprozess aller Schlerinnen und Schler, nicht nur fr jene mit Migrationshintergrundzu erhalten. Sowohl gezielte sprachdidaktische Manahmen als auch die durchgngige Gestaltung eines bildungssprachfr-derlichen Fachunterrichts knnen die sprachliche Entwicklung untersttzen.

    Wir mchten Sie ermutigen, Ihre eigenen Erfahrungen mit den Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache zu machenund wnschen Ihnen viel Erfolg fr eine gelingende professionelle sprachliche Bildung an Ihren Schulen.

    Dr. Dorit StenkeDirektorin des SchsischenBildungsinstituts

    Angela BachmannAbteilungsleiterin Bildungsgrundlagen undQualittsentwicklung

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    Zur Einfhrung in die NiveaubeschreibungenDeutsch als Zweitsprache fr die PrimarstufeHans H. Reich

    Die Niveaubeschreibungen sind ein Instrument fr die fortlaufende differenzierte Einschtzung des Sprachstandes vondeutschlernenden Schlerinnen und Schlern, das ihrer individuellen sprachlichen Bildung dient. Die Fassung fr die Pri-marstufe bezieht sich auf die Jahrgangsstufen 3 und 4. Die Zielniveaus orientieren sich an den Bildungsstandards im FachDeutsch, betreffen aber gleichermaen den Gebrauch der deutschen Sprache in allen anderen Fchern.

    Zur differenzierten Einschtzung sprachlicher Entwicklungen

    Dem unbefangenen Blick erscheint die Aneignung von Sprache zunchst wie die stetige Zunahme einer kompakten Kompe-tenz. Erst bei nherem Zusehen gibt sie sich als Geflecht von Aneignungsprozessen in unterschiedlichen Teilbereichen zu er-kennen. Diese Prozesse hngen zwar miteinander zusammen daher der Eindruck eines kompakten Vorgangs sie verlaufenaber nicht synchron und nicht nach den gleichen Kriterien.

    Was fr Teilbereiche sind das? In der Sprachwissenschaft wird gewhnlich zwischen den Teilbereichen der Laute und Buchstaben(Phonematik, Graphematik) einerseits und den Teilbereichen der Wrter (Lexematik, Semantik) und deren Fgungen zu Wort-gruppen und Stzen (Morphematik, Syntax) sowie dem Bereich der Texte unterschieden. Die Sprachdidaktik sieht eher nachden sprachlichen Ttigkeiten des Hrverstehens (einschlielich des Hr-Seh-Verstehens), des Sprechens, Leseverstehens undSchreibens. Die Sprachpsychologie fgt die Dimensionen der sprachbiographischen Entwicklung, der Verbindung von Spracheund Person (Emotionen, Kognitionen) und der Handlungsbedeutung sprachlicher uerungen (Sprachpragmatik) hinzu.

    In jedem dieser Teilbereiche vollziehen sich spezifische Aneignungsprozesse (vgl. Ehlich/Bredel/Reich 2008): Die sprachlich-kommunikativen Fhigkeiten entfalten sich im Sinne zunehmender kognitiver und sozialer Kompetenz. So wird Lesen in denNiveaubeschreibungen als Ausbildung von Verstehensfhigkeit verstanden, die zur Bewltigung zunehmend schwierigererTexte fhrt analog dazu Schreiben als Textproduktionsfhigkeit, die die Herstellung von Textzusammenhang und den Auf-bau textsortenspezifischer Strukturen zum Ziel hat. Die Aneignung von Wortschatz verluft im Sinne einer Akkumulationvon Elementen, die mit einer qualitativen Ausdifferenzierung von Bedeutungen einhergeht. Eng daran gekoppelt ist in denAnfangsphasen die Aneignung der lautlichen Erscheinungen einer Sprache. Die Flexion von Wrtern und die Fgung vonWrtern zu Stzen werden in Prozessen der formalen und semantischen Regelbildung angeeignet, die sich ber zunehmendgrere sprachliche Einheiten erstrecken. Strategien des Umgangs mit Sprache entwickeln sich als bernahme mehr undmehr bewusster Kontrollen bei der Bedeutungserschlieung und der Ausdruckssuche. Einen eigenen Status haben dieTeilbereiche Sprech- und Lesefreude, die nicht als sich entwickelnde Kompetenzen, sondern als bedingende Persnlichkeits-faktoren zu verstehen sind.

    Sprachdiagnostische Fragestellungen knnen sich grundstzlich auf alle diese Aneignungsprozesse richten, wenn es aber umkonkrete unterrichtliche Zwecke geht, ist eine zielbewusste Auswahl angesagt. In diesem Sinne richten die Niveaubeschrei-bungen Deutsch als Zweitsprache ihr Augenmerk auf die Prozesse, die bei der Aneignung des Deutschen fr die Zweckeschulischen Lernens im Vordergrund stehen, und bewerten sie im Hinblick auf die zu erreichenden Standards. Es geht umdie Deutlichkeit der Aussprache und die Rechtschreibung, um den Reichtum des Wortschatzes, die Vielfalt der Formen vonVerben, Nomen und Adjektiven, die Grundstrukturen des deutschen Satzes und ihre Erweiterungen durch Prpositionalgrup-pen und Satzverbindungen, um das gemeinsame Handeln in Gesprchen, um den erfolgreichen rezeptiven und produktivenUmgang mit der Schriftsprache, um die Sprechflssigkeit, um die Beherrschung von Strategien zur Bewltigung von Sprach-und Sprachlernproblemen, um die Sprechfreude und die Freude und das Interesse am Lesen.

    Die Schlerinnen und Schler durchlaufen diese Prozesse in unterschiedlicher Geschwindigkeit und mit unterschiedlichen Erfol-gen und dabei knnen Geschwindigkeit und Erfolg auch noch von Teilbereich zu Teilbereich unterschiedlich sein. Ein Kind kann in

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    einem bestimmten Zeitraum in einem Teilbereich rascher vorankommen, in einem anderen langsamer; es kann in einem Teilbereicheine persnli