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  • Chronologie Ludwig II.

    Ludwig II. Chronologie 1869

    1869 AllgemeinZu Beginn des Jahres 1869 fate der Knig den Entschlu, im Wettersteingebirge ein Berghaus errichten zu lassen, das "Schachenhaus".

    Der Knig erwirbt das Gebiet, auf dem heute das Schlo Neuschwanstein steht.

    Die Landtagswahlen ergaben eine starke ultramontane Mehrheit. Energisches Auftreten des Knigs gegenber dem Landtag. Trotz der fr das Ministerium ungnstigen Wahlergebnisse entlt der die Regierung nicht, sondern beruft lediglich einen neuen Kultusminister anstelle dessen unbeliebten Vorgngers. berparteiliche Stellung des Knigs.

    Januar 1869Aus einem Brief Ludwigs an Frau von Leonrod:

    "... Am 23. Dec. kehrte ich vom Gebirge, wo mir der Aufenthalt sehr gut that, nach der Stadt zurck, wo ich mit Geschften berhuft bin, zumal da der Landtag leider wieder hier versammelt ist; o die ist stets eine ernste, sorgenvolle Zeit! Wrde doch dieses Jahr ein durch ungetrbten Frieden gesegnetes! Mgen wir noch lange, lange Zeit von den Strmen des Krieges verschont bleiben. Unser Verhltni Preuen gegenber ist besser als im vergangenen Jahre, man fngt an einzusehen, da es doch mit der Lust der sddeutschen Staaten, die Selbstndigkeit zu verlieren, nicht weit her ist; Bayern und Wrttemberg halten fest, leider kann man die von Baden nicht behaupten, wo die Regierung alles aufbietet, um den im Volke zweifellos vorhandenen guten Kern zu zerstren und zu ertten. - Wie freue ich mich darauf, Dir meine Zimmer zu zeigen, die Beiden vollendeten sind herrlich ausgefallen, leider kann ich die obere Wohnung nicht vor Mrz beziehen, da das Arbeitszimmer und der rothe Salon so spt erst fertig werden. Der kleine Wintergarten, den Du kennst, wird whrend des kommenden Sommers vergrert werden durch den maurischen Kiosk, die Felsengrotte und das im Hintergrund zu malende Bild, einen orientalischen Garten mit Teich, Kiosk Schwan, Pfau und Kahn, darstellend, so da man in Oberons Feengrten sich versetzt glauben soll; an den Vorarbeiten zur neuen Burg wird fleiig gearbeitet; sie wird im romanischen Styl ausgefhrt werden; ohnweit des Linderhofes bei Ettal, lasse ich ein kleines Palais bauen und einen Kunstgarten anlegen, im Renaissance-Styl, das Ganze soll die Pracht athmen und den imponierenden Stempel des Knigssitzes von Versailles tragen. O es nothwenig, sich solche Paradiese zu schaffen, solche poetischen Zufluchtsorte, wo man auf einige Zeit die schauderhafte Zeit, in der wir leben, vergessen kann. Nun mu ich schlieen. Tausend herzliche Freundesgre von Deinem stets getreuen Ludwig."

    01.01.1869Telegramm des Knigs an Wagner:

    "H. Richard Wagner in Triebschen bei Luzern. Empfangen Sie meine aufrichtigsten Wnsche fr Ihr Wohl zum neuen Jahre. Mge es ein segensreiches werden fr Ihr knstlerisches Wirken und die Kunstwelt mit dem langersehnten Werke erfreuen. Dieses wnsche ich aus ganzem Herzen; ich schreibe Ihnen sobald als mglich. Ludwig."

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  • Chronologie Ludwig II.

    Cosima schreibt in ihr Tagebuch: "... Nach Tisch ging er (Wagner) wie gewhnlich spazieren, nachdem er eine Depesche vom Knig und eine von Euch (den Kindern) empfangen. Letztere ergriff ihn wie mich, mein Herz war schwer bis zum Bersten, da ich euch nicht da hatte, ein Blick auf ihn aber trstete und ermutigte mich, ich blickte in eine frohe Zukunft. ..."

    02.01.1869Mnchen: Der Knig unterschreibt die Verordnung betr. Erleichterung des Dienstes in der Landwehr lterer Ordnung (Brgerwehr).

    Der Knig besucht das Schauspiel "Iphigenie auf Tauris" von Johann Wolfgang von Goethe.

    04.01.1869Der Knig besucht das Schauspiel "Katharina Howard" von Rudolf Gottschall.

    06.01.1869Der Knig besucht die Oper "Johann von Paris" von Francois Boieldieu.

    07.01.1869Der sterreichische Gesandte Graf Ingelheim meldet nach Wien:

    "Der Knig hat die Petersburger Reise aufgegeben, da ihm zu Ohren gekommen, da man ihn dort allgemein als Brutigam der Grofrstin-Tochter der Kaiserin anshe."

    Cosima schreibt in ihr Tagebuch: "... Richard brachte zwei Nummern der Sddeutschen Presse herauf, welche ihm von unbekannter frecher Hand zugeschickt worden waren: sie enthielten einen lngeren Aufsatz von Frbel ber "Oper und Drama". Ich kann den Ekel gar nicht beschreiben, der mich bei der Durchlesung erfllte. Gott erspare euch, meine Kinder, es jemals zu erfahren, was ihr liebt, ehrt und glaubt, in Schmutz getreten zu sehen. Hier ist von keinem Kampfe die Rede, wo man mutig dem Gegner sich stellt, selbst nicht von einem Mrtyrertum, das freudig erlitten wird, um Zeugnis abzulegen. Hier ist nur Besudelung, gegen die nicht zu streiten ist und deren Duldung von keinem Erfolg fr die Sache ist! ..."

    Brief des Knigs an Frau von Leonrod:.....Wie freue ich mich darauf, Dir meine Rume zu zeigen, die beiden vollendeten sind herrlich ausgefallen, leider kann ich die obere Wohnung erst im Mrz beziehen, da das Arbeitszimmer u. der rothe Salon so spt erst fertig werden......

    09.01.1869Handschreiben des Knigs an Hofsekretr Dfflipp:

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  • Chronologie Ludwig II.

    "Lassen Sie baldigst den von mir geerbten Schund wegtragen u. verkaufen; machen Sie, da ich eine Summe von 30,00 fl davon baldigst gewinne. - Ludwig."

    10.01.1869Handschreiben des Knigs an Hofsekretr Dfflipp:

    "Wenn Sie mir die Knigin in etwa 14 Tagen nicht nach Ausenstadt(?) od. Italien u. Genua (?), ohne da sie wei, da es von mir aus geht, bringen, so schreibe ich Ihnen da ich Mnchen sogleich wieder verlassen werde! Meine Ruhe hngt davon ab. Ich verlasse mich fest auf Sie! Ludwig."

    Cosima schreibt in ihr Tagebuch: "... Hernach mit Richard zu Tisch, Ankunft der Fortsetzung des Frbel'schen Aufsatzes ber "Oper und Drama", R. verbrennt ihn zwar, bevor wir ihn gelesen, doch verstimmt der bloe Gedanke an die Nichtswrdigkeit der Menschen. Das Schweigen des Knigs ist auch merkwrdig und unschn. Groe Niedergeschlagenheit R.'s in Bezug auf seine Arbeiten, am liebsten gbe er die musikalische Vollendung der Nibelungen auf..."

    11.01.1869Handschreiben des Knigs an Dfflipp:

    "Verschaffen Sie mir bald die anderen Mnzen mit den Bildnissen od. Begebenheiten aus dem Leben franzsischer Knige; auerdem mchte ich den Plan, oder sollte ein solcher nicht vorhanden sein, so doch die Maae der Gemcher des Knigsbaues baldigst erhalten, besonders der Zimmer des Knigs u. der Knigin. Ludwig.Lassen Sie sogleich den "mercure galant" genau durchsuchen u. die Hauptstellen herausziehen. - L."

    Wagner schreibt an Nohl im Hinblick auf die bestehende Verstimmung zwischen ihm und dem bayerischen Knig wegen seines Verhltnisses mit Cosima von Blow:

    "...Ich sage Ihnen aufrichtig, da ich auf mein ferneres Wirken in Mnchen und zwar durch die Gunst des Knigs nicht die mindeste Hoffnung mehr setze, ja da ich mich selbst sehr ernstlich darauf gefat mache, mich eines Tages jedes Schutzes und jeder Wohltat von dort beraubt zu sehen. ..."

    12.01.1869Der Knig schreibt an Dfflipp:

    "... Die neu gezeichneten Plne gefallen mir sehr gut; ich werde demnchst Alles darauf bezgliche mit Ihnen besprechen. Gott gebe, da recht, recht bald das herrliche Unternehmen begonnen werden kann, mir liegt sehr viel daran, ich habe hier leider den ganzen Tage nichts als Verdrielichkeiten zu erleben. Dehalb will ich mich durh die Schaffung solcher Paradiese dafr entschdigen, wo mich kein Erdenleid erreichen soll..."

    Ein Schreiben des Kammerdieners Lipowsky's an Dfflipp: Mnchen, Jnner 1869 (12. Januar)Hochgeehrtester Hofrath! Seine Maj. wnschen da das photographische Bildni der Frau Dahn Hausmann als Knigin in Don Carlos (ziemlich gro im Rahmen) durch Ihre Leute in der Wohnung der Frau Dahn Hausmann abgeholt u. zur Einsicht Sr. Maj. vorgestellt werde. Frau Dahn ist hiervon verstndigt. - Herr Prsident der kk. Kammer Freiherr Stauffenberg empfiehlt eine

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  • Chronologie Ludwig II.

    Untersttzung fr einen zweiten Mener aus (.....)burg, welchen Sie zu instruiren haben. Mit freundlichstem Dank Iht ergebenster Lipowsky.

    Der Knig besucht das Schauspiel "Medea" von Franz Grillparzer.

    13.01.1869Handschriftlicher Vermerk des Knigs (wahrscheinlich fr Dfflipp):

    "Melden Sie mir morgen den Inhalt Ihrer Unterredung mit Sauer, erst dann soll entschieden werden. Treiben Sie sogleich Schraub(?), damit er schleunigst die Bilder (Schlafgemach Louis XIV. u. das Bild von Carl X.) sende. Ich sende Major ..........(Rest fehlt)"

    14.01.1869Der Knig besucht die Oper "Iphigenie in Aulis" von Christoph Willibald Gluck, in der Bearbeitung von Richard Wagner.

    15.01.1869Der bayerische Gesandte in Karlsruhe, Freiherr von Riederer, berichtet an Ludwig II., der badische Groherzog habe ihm bei mehreren Gelegenheiten den Wunsch ausgedrckt, mit Knig Ludwig ber die politische Lage Deutschlands in einen persnlichen Gedankenaustausch zu treten.

    17.01.1869Der Knig besuch das Schauspiel "Ein Sommernachtstraum" von William Shakespeare, mit der Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

    18.01.1869Der Knig beruft Maximilian Graf von Holnstein vom 6. Infanterie-Regiment zu sich unter Befrderung zum Hauptmann 1. Klasse zu seinem Flgeladjudanten.

    Handschreiben des Knigs an Dfflipp: "Bieten Sie alles auf, um recht bald den Erls, den ich aus dem von Knig Ludwig Geerbten erwarte, mir senden zu knnen. Ludwig."

    20.01.1869Der Knig empfngt eine Deputation der Mnchner Knstler-Genossenschaft.

    Tagebucheintrag des Knigs:ber Ludwig XIV. gelesen Heil u. Kraft gefunden, Carne Dangeau..

    Cosima schreibt in ihr Tagebuch:

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