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  • Endbericht

    Littering in Salzburg – eine Situationsanalyse 2017 im Rahmen der Flurreinigungsaktion „Sauberes Salzburg“

    Wien, Juli 2017

  • Littering in Salzburg – eine Situationsanalyse 2017

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    Impressum

    Auftraggeber Amt der Salzburger Landesregierung Abteilung 5 Umweltschutz und Gewerbe, Dienststelle: Referat Abfallwirtschaft und Umweltrecht Michael-Pacher-Straße 36, Stock 3.OG, A-5020 Salzburg Ansprechpartner: Wilfried Mayr

    AutorInnen

    Philipp Hietler Gabi Bernhofer Christian Pladerer pulswerk GmbH, Beratungsunternehmen des Österreichischen Ökologie-Instituts, Seidengasse 13/3, A - 1070 Wien

    pulswerk wurde 2012 vom Österreichischen Ökologie-Institut gemeinsam mit neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegründet. Das Ökologie-Institut forscht für eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft, pulswerk berät Unternehmen und Politik bei der Planung und Umsetzung nachhaltiger Lösungen.

  • Littering in Salzburg – eine Situationsanalyse 2017

    Seite 3 von 30

    Inhalt 1 Zusammenfassung .................................................................................................................................... 4

    2 Hintergrund, Ausgangssituation und Ziel .................................................................................................. 5

    3 Vorgangsweise und Stichprobe ................................................................................................................. 7

    3.1 Stichprobenumfang ............................................................................................................................ 7

    3.2 Auswahl und Abholung der Stichprobe .............................................................................................. 7

    3.3 Abfallsortieranalyse ............................................................................................................................ 8

    4 Ergebnisse der Sortieranalyse ................................................................................................................. 10

    4.1 Ergebnisse der Littering-Abfälle........................................................................................................ 10

    4.1.1 Getränkeverpackungen .......................................................................................................... 10

    4.1.2 Papier und Zigaretten als Littering-Abfälle ............................................................................. 11

    4.1.3 Sonstige Ergebnisse der Littering-Abfälle ............................................................................... 12

    4.1.4 Ergebnisse aller Fraktionen der Littering-Abfälle ................................................................... 12

    4.2 Gesamtergebnis aller sortierten Fraktionen ..................................................................................... 13

    5 Schlussfolgerungen und Empfehlungen .................................................................................................. 15

    5.1 Schlussfolgerungen bezüglich Littering-Abfälle ................................................................................ 15

    5.2 Allgemeine Schlussfolgerungen ........................................................................................................ 16

    6 Anhang .................................................................................................................................................... 17

    6.1 Fotodokumentation .......................................................................................................................... 17

  • Littering in Salzburg – eine Situationsanalyse 2017

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    1 Zusammenfassung

    Unter Littering versteht man das achtlose Liegenlassen und Wegwerfen von Abfällen (Verpackungen, Zeitungen, Zigarettenstummel usw.) an ihrem Entstehungsort im öffentlichen Raum, ohne die dafür vorgesehenen kostenlosen Entsorgungsmöglichkeiten (öffentliche Abfalleimer) zu nutzen. Typische Littering- Abfälle gehen Hand in Hand mit sehr kurzlebigen Konsumgütern und Take-Away-Produkten. Die Produkte werden konsumiert (meist unterwegs) und die übriggebliebenen Verpackungen oder auch Zigarettenstummeln werden an Ort und Stelle weggeworfen. Littering hat nicht zu vernachlässigende Folgen für Natur, Mensch und Umwelt.

    Jährlich wird im Bundesland Salzburg in zahlreichen Gemeinden die Flurreinigungsaktion „Sauberes Salzburg“ durchgeführt. Dieses Jahr hat Salzburg als erstes österreichisches Bundesland die Littering-Abfälle untersuchen lassen, damit weitere Lücken in der Forschung geschlossen und gezielte Maßnahmen ergriffen werden können.

    Die diesjährige Flurreinigungsaktion fand im Zeitraum von 1. März bis 30. Juni 2017 statt. Es wurden in Summe 1.950 60-Liter-Säcke in 50 Gemeinden gesammelt. An der Aktion nahmen 5.900 Personen teil und sammelten in etwa 8.000 kg (+/-0,3 %) an Abfällen ein, wobei lose sehr schwere Materialien (z.B. Autoreifen) nicht eingerechnet sind. In Summe leisteten die freiwilligen und ehrenamtlichen TeilnehmerInnen 36.700 Stunden Arbeit. Grob geschätzt und ohne Maschinenstunden sowie Materialien miteinzurechnen entsprach dies einer Arbeitsleistung im Ausmaß von ca. 385.000 Euro1 an Personalkosten.

    Die Hauptfraktion der Getränkeverpackungen (GVP) weist die höchsten prozentuellen Masseanteile der typischen Littering-Abfälle mit 23 % (+/-1,8 %) auf. Werden diese im Detail betrachtet, zeigt sich, dass die Glasflasche mit 13,4 % (+/-1,5 %) den höchsten Masseanteil besitzt, gefolgt von PET-Flaschen mit 4,9 % (+/- 0,6 %) und Getränkedosen (Alu- und Eisengetränkedose) mit 4 % (+/-0,7 %). Bei Betrachtung der Getränkeverpackungen anhand der Stückzahlen wird ersichtlich, dass Dosen mit ca. 20 % Anteil an gelitterten Verpackungseinheiten am häufigsten in den öffentlichen Raum geworfen werden, gefolgt von PET mit ca. 11 % und der Glasflaschen mit 5 %.

    Bei Littering-Abfällen sind oftmals die Stückzahlen der Abfälle aussagekräftiger als das Gewicht, da diese in der Landschaft bzw. im öffentlichen Raum weggeworfen werden. Die Anzahl bzw. Häufigkeit der weggeworfenen Stücke der Getränkeverpackungen ist ausschlaggebend für die Sichtbarkeit im öffentlichen Raum, nicht das Gewicht. Auf eine Verpackungseinheit gerechnet besitzen Glasflaschen ein viel höheres spezifisches Gewicht als Dosen oder PET-Flaschen und daher den höchsten Masseanteil bei den Getränkeverpackungen. Allerdings zeigt sich, dass die einzelnen Glasflaschen im Vergleich zur Dose und PET- Flasche viel weniger häufig achtlos im öffentlichen Raum weggeworfen werden.

    Typische Littering-Abfälle umfassen die Fraktionen Getränkeverpackungen, Take-Away, Papier, Zigarettenstummel sonstige Kunststoffverpackungen, Metallverpackungen sowie Lebensmittelreste. In Summe haben diese Littering-Abfälle einen Anteil von 38,9% (+/-2,3%) und somit den höchsten der Gesamtmengen.

    Die übrigen Fraktionen wie z.B. Sonstiges, Kunststoff-Nichtverpackungen, Metall-Nichtverpackungen oder Problemstoffe bestehen aus den unterschiedlichsten Gegenständen bzw. Materialien (bspw. Regenschirme, Trinkgläser, Textilien, Begrenzungspfeiler oder Eisenschrott). Diese Abfälle entsprechen nicht typischen Littering-Abfällen, sondern können eher einer illegalen Entsorgung zugewiesen werden. Weitere Gründe für die Entstehung dieser Abfälle sind z.B. Autounfälle oder Windverwehungen.

    1Die Berechnung der Personalkosten basiert auf einem Mindestlohn von 8,5 Euro brutto pro Stunde und der Lohnnebenkosten.

  • Littering in Salzburg – eine Situationsanalyse 2017

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    2 Hintergrund, Ausgangssituation und Ziel

    Littering ist das achtlose Liegenlassen und Wegwerfen von Abfällen (Verpackungen, Zeitungen, Zigarettenstummel usw.) an ihrem Entstehungsort im öffentlichen Raum, ohne die dafür vorgesehenen kostenlosen Entsorgungsmöglichkeiten (öffentliche Abfalleimer) zu benutzen. Der Begriff Littering stammt aus dem Englischen: „Litter“ heißt Überreste oder Abfälle, „to litter“ bedeutet wegwerfen, verstreuen. Littering kann aus Unachtsamkeit passieren oder absichtlich geschehen. Es unterscheidet sich klar von der illegalen Entsorgung von Haushaltsabfällen oder Sperrmüll, da diese Abfälle im Haushalt entstehen und erst später in den öffentlichen Raum transportiert und dort abgelagert werden.

    Während beim Littering Unachtsamkeit oder Bequemlichkeit im Vordergrund stehen, ist es bei der illegalen Entsorgung die bewusste Umgehung der Abfallgebühren (Heeb, 2006)2.

    Typische Littering-Abfälle gehen Hand in Hand mit sehr kurzlebigen Konsumgütern oder mit Take-Away- Produkten. Diese werden konsumiert (meist unterwegs) und die übriggebliebenen Verpackungen oder auch Zigarettenstummel an Ort und Stelle weggeworfen.

    Littering hat nicht zu vernachlässigende Folgen für Natur, Mensch und Umwelt. Das augenscheinlichste Problem ist die optische Verunreinigung von öffentlichen Plätzen bzw. Landschaften und die dadurch einhergehende qualitative Minderung von Lebens- und Erholungsräumen.3

    Littering-Abfälle können auch ganz konkrete gesundheitliche Gefahren für Menschen und Tiere bringen. Zerschnittene oder zerrissene Metalldosen sind eine potenzielle Gefahrenquelle für den Menschen, der sich an Dosen schneiden oder sogar eine Infektion einfangen könnte. Tiere, wie beispielsweise Kühe, Fische oder Vögel könnten Littering-Abfäll