LATE NIGHT SERENADE - WDR - Informationen und ... ... 6 7 LATE NIGHT SERENADE LATE NIGHT SERENADE...

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  • FR 7. JULI 2017 AACHEN, ST. JAKOB 20.00 UHR

    SA 8. JULI 2017 KÖLN, FUNKHAUS WALLRAFPLATZ 21.00 UHR

    LATE NIGHT SERENADE

  • 2

    PROGRAMM

    LATE NIGHT SERENADE

    Norwegian Traditional * Sweet melting / Journey of Life Tander/Gustavsen/Nillesen WDR Rundfunkchor Köln Benita Borbonus Sopran

    Christopher Theofanidis aus »Messages to Myself«: God picks up the reed-flute WDR Rundfunkchor Köln

    Tord Gustavsen/Jalalod-din Rumi/ Coleman Barks Hans Leo Hassler/Paul Gerhardt What Was Said To The Rose – Befiehl du deine Wege Tander/Gustavsen/Nillesen WDR Rundfunkchor Köln

    Tord Gustavsen/Kenneth Rexroth I Refuse Tander/Gustavsen/Nillesen

    Edvard Grieg I folketone op. 71,1 für Klavier (Arrangement für Vokalstimmen) WDR Rundfunkchor Köln

    Edvard Grieg Våren (Der Frühling) Dong-Hi Yi Sopran WDR Rundfunkchor Köln

    Norwegian Traditional * Sorrow And Joy (Sorgen og gleden) Tander/Gustavsen/Nillesen

    Montgomery-Cederhielm * Imagine The Fog Disappearing Tander/Gustavsen/Nillesen

    Gjendine Slålien/ Gunnar Eriksson(arr.) Gjendines bådnlåt (Gjendines Wiegenlied) WDR Rundfunkchor Köln

    PROGRAMM

  • 4 5

    PROGRAMM MITWIRKENDE

    Eric Whitacre Water Night WDR Rundfunkchor Köln

    Simin Tander/Tord Gustavsen (arr.) Shadowprint Tander/Gustavsen/Nillesen WDR Rundfunkchor Köln

    Simin Tander Little Song Tander/Gustavsen/Nillesen

    Norwegian Traditional * Castle In Heaven Tander/Gustavsen/Nillesen WDR Rundfunkchor Köln Benita Borbonus Sopran

    Simin Tander/Tord Gustavsen (arr.) Qudus Tander (Text) De Kor Arman Tander/Gustavsen/Nillesen WDR Rundfunkchor Köln Benita Borbonus Sopran

    * Die traditionellen Hymnen werden in Paschtu gesungen. Die Hymnentexte wurden editiert von Tord Gustavsen und Simin Tander, übersetzt in Paschtu von B. Hamsaaya, Language Consulting: Naqib Sermelwall.

    Auf den Seiten des WDR Rundfunkchors

    unter wdr-rundfunkchor.de finden Sie

    fünf Tage vorher das Programmheft zum

    jeweiligen Konzert.

    SENDETERMIN WDR 3 DO 13. JULI 2017, 20.04 UHR

    HÖREN SIE DIESES KONZERT AUCH IM WDR 3 KONZERTPLAYER: WDR3.DE

    Simin Tander Gesang und Moderation Tord Gustavsen Piano, Elektronik und Arrangement Etienne Nillesen Schlagzeug WDR Rundfunkchor Köln Stefan Parkman Leitung

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    LATE NIGHT SERENADE LATE NIGHT SERENADE

    Sie singt auf Englisch, Französisch, Spanisch, Afghaani (Paschtu) und sogar auf Fantastisch. Simin Tander ist ein Sprachtalent. Die Jazz- sängerin macht gemeinsam mit den Musikern Tord Gustavsen (Klavier und Elektronik) und Etienne Nillesen (Schlagzeug) Sprache zum Zentrum ihrer Kunst: »Sprache war für mich immer schon total wichtig; etwas, was mich inspiriert und interessiert hat. Ich bin vor al- lem vom Klang der Sprache fasziniert«, erklärt die Künstlerin. Daher gibt es auch Passagen in ihrem Gesang, die niemand verstehen kann – eine fremde Sprache, die sie nicht mal selbst übersetzen kann – es sind Fantasiewörter, im- provisierte Laute, die keinen wortwörtlichen Sinn, sondern eine Stimmung transportieren. Doch in dieser Unübersetzbarkeit liegt für sie »Raum für den ganz eigenen Ausdruck, die eigene Stimme«.

    Wenn Simin Tander zum Singen ansetzt, dann passiert viel mehr, als dass sie ihre Stimm- bänder zum Schwingen bringt – ihr Gesang wird gehaucht, gefleht, geformt, geflüstert. Dabei horcht sie tief in sich hinein, als würde sie ihre Seele befragen – rau, rauchig und zugleich zart und durchlässig. Besonders wenn

    sie die kehligen Paschtu-Laute formt, werden die Laute zur puren Poesie. Die afghanische Sprache ist für sie ein Nachspüren ihrer Wur- zeln. Ihr Vater kam Ende der 1960er-Jahre aus Afghanistan nach Köln, arbeitete als Journalist, und schrieb außerdem auch Gedichte und Erzählungen. Nach seinem Tod spürt Simin Tander seiner Kunst nach, durchlebt in seinen Gedichten eine Identitäts suche und begibt sich auf Spuren suche: in der afghanischen Sprache – in Paschtu –, in der auch die Poesie ihres Vaters geschrieben ist. Und so baut Simin Tander Brücken zwischen abendlän- dischem Jazz und orientalischer Folklore, zwischen Songwriting und intimer Ballade.

    Dieser kulturelle Brückenschlag wird auch in der Zusammenarbeit mit dem weltweit renommierten, norwegischen Pianisten Tord Gustavsen deutlich: Auf ihrem 2016 erschie- nenen Album »What was said« (dort im Trio mit dem Schlagzeuger Jarle Vespestad) inter- pretieren Tander und Gustavsen neben eige- nen Kompositionen zur Sufi-Dichtkunst des persischen Mystikers Rumi und einem Gedicht des Beat-Poeten Kenneth Rexroth vor allem traditionelle norwegische Hymnen, deren Texte nach intensiver Bearbeitung und Trans- formation ins Paschtu übersetzt wurden.

    ZWISCHEN DEN KLANGWELTEN

    Durch den gemeinsamen Prozess der Über- setzung und Interpretation, der Auseinan- der setzung mit der eigenen Identität und Her kunft, mit verschiedenen Kulturen und Religionen entstand ein ganz besonderer Kanon an Texten und Musik mit hoher Spiri- tualität, ohne jemals die zugrunde liegenden Wurzeln zu verstecken. Mit dieser ungewöhn- lichen Herangehensweise zeigt das Trio, dass menschliche Gefühle universal wirken und nicht an Herkunft und Sprache gebunden sind. Die drei Künstler spielen mit dem reiz- vollen Wechsel von Verstehen und Nicht- Verstehen, von Fremde und Vertrautheit und siedeln die traditionellen Stücke neu an – das norwegische Kirchenlied im geheimnisvoll- orientalischen Paschtu und die persische Poesie übersetzt in englische Popkultur.

    In diesen neu verorteten kulturellen Räumen siedelt sich auch der WDR Rundfunkchor an. Mit Werken von Edvard Grieg, Nils Lindberg, Christopher Theofanidis und Eric Whitacre verspricht das musikalische Aufeinandertref- fen von klassischem Chorgesang mit dieser Jazz-Künstlerin und ihren Musikern ganz neue musikalische Impres sionen.

    Eine weitere Facette dieses besonderen Pro- jekts besteht in der Zusammenarbeit mit dem Dirigentenforum des Deutschen Musikrats: So haben bei der Probenarbeit zur »Late Night Serenade« junge Nachwuchstalente unter der künstlerischen Anleitung des Chefdirigenten Stefan Parkman die Werke mit den Profi- Sängerinnen und -Sängern einstudiert.

    Elfi Vomberg

  • 8 9

    GESANGSTEXTE GESANGSTEXTE

    GESANGS- TEXTE

    Edvard Grieg (1843 – 1907)

    VÅREN / DER FRÜHLING

    (TEXT: AASMUND OLAVSSON VINJE (1818 – 1870)

    Enno ein Gong fekk eg Vetren at sjå for Våren at røma: Heggen med Tre som der Blomar var på, eg atter såg bløma. Enno ein Gong fekk eg Isen at sjå frå Landet at fljota. Snjoen at bråna og Fossen i Å at fyssa og brjota. Graset det grøne eg enno ein Gong fekk skoda med Blomar; enno eg høyrde at Vårfuglen song mot Sol og mot Sumar.

    Ein gong eg sjølv I den vårlege Eim, som mettar mit Auga, ein gong eg der vil meg finna ein Heim og symjande lauga. Alt det, som Våren i møte meg bar og Blomen, eg plukkad’, Federnes Ånder eg trudde det var, som dansad og sukkad’. Derfor eg fann millom Bjørkar og Bar i Våren ei Gåta; derfor det Ljod I den Fløyta eg skar, meg tykktes at gråta.

    Einmal noch konnte ich schaun, wie im Lenz der Winter muß fliehen, einmal noch sah ich den Wildkirschenbaum im Frühling erblühen. Einmal noch sah ich, vom Eise befreit, die Bergbächlein fließen, hörte den brausenden Schmelzwasserstrom ins Tal sich ergießen Einmal noch sah ich die Blumen im Grün der blühenden Wiesen, hörte die Drossel mit jubelndem Sang den Sommer froh begrüßen.

    Einst werd’ ich selber ein Teil sein von all dem Blühen und Schäumen, werde mich laben am kühlfrischen Hauch in glücklichem Träumen. Was mir der Frühling nur jemals geschenkt im blühenden Kranze, hat mir die Geister der Väter erweckt, ihr Seufzen, ihr Tanzen. Fand ein Geheimnis des Frühlings im Tann, so wollt’ es mir scheinen; war mir, als ob meine Flöte begänn ganz leise zu weinen.

    Die Gesangstexte sind nicht in chrono logischer Reihenfolge abgedruckt.

  • 10 11

    GESANGSTEXTE GESANGSTEXTE

    Gjendinbån Barnet legges I vuggen ned stundom grader og stundom ler. Sove nu sove nu I Jesu navn, Jesus bevare barnet.

    Gjendinbån Min mor hun tok meg pa sitt fang danse med meg frem og tilbake.

    Danse I Jesu navn. Danse så med de små Danse så. Så skal barnet danse.

    Gjendinkind Das Kind wird in die Wiege gelegt, manchmal weint es, manchmal lacht es. Schlafe, schlafe in Jesu Namen, Jesus bewahre das Kind.

    Gjendinkind Meine Mutter nahm mich auf ihren Schoß, tanzt mit mir hin und her.

    Tanze in Jesu Namen. Tanze mit den Kleinen, tanze jetzt. Tanzen soll das Kind.

    Übersetzung: Susanne Ockelmann

    Gjendine Slålien (1871 – 1972), Arr. Gunnar Eriksson (*1936)

    GJENDINES BÅDNLÅT / GJENDINES WIEGENLIED

    (TEXT: PETER MATHISSON)

    MESSAGES TO MYSELF

    (TEXT: RUMI 1207 – 1273)

    All day and night, music, a quiet, bright reed-song. If it fades, we fade. God picks up the reed-flute world and blows. Each note is a need coming through one of us, a passion, a longing pain. Remember the lips where the wind breath originated and let your note be clear. Don’t try to end it.

    Christopher Theofanidis (*1967), aus: »God picks up the reed-flute«

    Be your note. Be your note. I’ll show you how it’s enough. Go up on the roof tonight In this city of the soul. Let everyone climb on their roofs And sing their notes! Sing loud.

    WATER NIGHT

    (TEXT: OCT