Kosten- und Leistungsrechnung · PDF file Kosten- und Leistungsrechnung Die Kosten- und...

Click here to load reader

  • date post

    08-Jul-2020
  • Category

    Documents

  • view

    9
  • download

    0

Embed Size (px)

Transcript of Kosten- und Leistungsrechnung · PDF file Kosten- und Leistungsrechnung Die Kosten- und...

  • Kosten- und Leistungsrechnung Die Kosten- und Leistungsrechnung soll betriebliche Entscheidungen unterstützen.

    Die Entscheidungen können betreffen:

    • Angebotspreise (z.B. Bauindustrie, Anlagenbau)

    • Produktionsmengen (in Betrieben, die standardisierte Güter herstellen, für die die Preise sich an einem vollkommenen Markt bilden)

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog1

    • Stillegung von Anlagen, Ausbau von Anlagen

    • Einstellung von Produktionen, Aufnahme von Produktionen

    • Entscheidung zwischen Fertigung und Bezug (Make-or-buy-Entscheidungen)

    • Entscheidung zwischen Produktionsverfahren, Produktionsanlagen

    • Entscheidung zwischen Standorten

  • Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog2

    www.pearson-studium.de

  • Kostenarten

    Der Begriff Kostenarten wird für eine Kostengliederung nach den verbrauchten Gütern verwendet.

    Beispiele: • Lohnkosten • Materialkosten • Energiekosten

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog3

    Ein Vergleich der Kostenarten ist über die Zeit sinnvoll (Zeitvergleich), weil der Ursache für Veränderungen der Kosten nachgegangen werden kann. Beispiel: Wie weit ist der Anstieg der Gesamtkosten auf den Lohnkostenanstieg zurückzuführen? Sinnvoll ist aber auch ein Vergleich zwischen betrieblichen Einheiten (Kosten- stellen) oder auch zwischen Betrieben. Beispiel: Warum sind die Energiekosten der Stelle A deutlich niedriger als die der Stelle B, obwohl die gleichen Leistungen erbracht werden?

  • Kostenstellen

    Der Begriff Kostenstelle wird für eine betriebliche Untereinheit verwendet, die eine sinnvolle Einheit für die Kontrolle und die Verrechnung von Kosten darstellt. Meist Teilbereiche der Produktion bzw. Leistungserstellung. Oft sind auch Gesichtspunkte der Verantwortung maßgebend (Abteilungen).

    Der Kostenstellenleiter ist für die Kosten verantwortlich. Die Kostenstellen- rechnung soll helfen, in den Kostenstellen die Kosten im Sinne des Unternehmens zu beeinflussen.

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog4

    Die genaue Bezeichnung der Kostenstellen ist betriebsindividuell.

    Die Kostenstellenleiter bekommen oft in regelmäßigen Abständen eine Kostenübersicht (Kostenstellenvergleichsbogen), der ihnen einen Vergleich der Kosten ihrer Stelle gegliedert nach Kostenarten über die Zeit ermöglicht.

    Die Erfassung der Kosten nach Kostenstellen dient u.a. der innerbetrieblichen Verrechnung. Beispiel: Verrechnung der Leistungen des Fuhrparks für die Stellen, die die Transportleistungen in Anspruch genommen haben.

  • Kostenträger

    Als Kostenträger werden die Produkte bezeichnet, für deren Erstellung die Kosten aufgewandt wurden. Endkostenträger sind die Produkte, die der Betrieb verkauft.

    Eine Kostenträgerrechnung ist folglich eine Rechnung, bei der versucht wird, die Kosten zu ermitteln, die die Produktion eines Gutes (Dienstleistung,

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog5

    die Kosten zu ermitteln, die die Produktion eines Gutes (Dienstleistung, Auftrag) verursacht hat.

  • Istkosten - Plankosten

    Die Kostenrechnung ist als eine der Entscheidungsunterstützung dienende Rechnung weitgehend zukunftsorientiert, wenngleich Daten oft aus der Vergangenheit gewonnen werden müssen.

    Als Istkosten bezeichnet man die „tatsächlichen“ Kosten, die bei einer Produktion oder in einer Periode angefallen sind.

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog6

    Produktion oder in einer Periode angefallen sind.

    Als Plankosten werden die Kosten bezeichnet, die aufgrund der Kosten- Rechnung für eine zukünftige Produktion oder ggf. auch eine zukünftige Periode geschätzt werden.

  • Stückkosten - Periodenkosten

    Als Stückkosten werden auf eine Produktionseinheit bezogene Kosten bezeichnet, also z.B. Kosten pro Hektoliter Bier, Kosten pro Tonne Stahl u.s.w.. Die Produkteinheiten sind die Kostenträger.

    Als Periodenkosten werden auf eine Periode bezogene Kosten bezeichnet.

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog7

    bezeichnet.

  • fixe Kosten – variable Kosten Die Stückkosten sind oft abhängig von der Ausbringungsmenge eines Produktes bzw. der Auslastung (Beschäftigungsgrad) der Produktionsanlage.

    Oft verursacht allein die Produktionsbereitschaft Kosten. Es ent- stehen also Kosten, obwohl keine einzige Einheit produziert wird. Diese Kosten werden als fixe Kosten bezeichnet.

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog8

    Die Kosten, die sich mit der Produktionsmenge bzw. der „Be- schäftigung“ verändern, werden als variable Kosten bezeichnet.

    Ob Kosten als fix oder variabel angesehen werden können/müssen ist oft vom Zeithorizont abhängig. Langfristig sind deutlich mehr Kosten als variabel anzunehmen als kurzfristig.

    Beispiel: Ein Fahrzeug verursacht fixe Kosten (Steuern, Versicherung) und variable Kosten (Treibstoff, nutzungsabhängige Wartung).

  • Kostenabhängigkeiten

    Kosten können in unterschiedlicher Weise von der Ausbringungsmenge bzw. Beschäftigung abhängig sein:

    K

    Gesamtkosten/ Stückkosten

    k

    K Gesamtkosten/ Stückkosten k

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog9

    Menge

    K

    Menge

    k

    Menge

    k

    Menge

    k

    Gesamtkosten/ Stückkosten

    Gesamtkosten/ Stückkosten

    K

    K

  • K

    proportionale Kosten

    x x

    k

    k, K´

    Ausbringungsmenge

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog10

    Proportionale Kosten steigen linear mit der Ausbringungsmenge.

    Dadurch sind die Durchschnittskosten und die Grenzkosten konstant.

    Beispiele sind besonders bei einfachem Verbrauchsmaterial zu finden.

    Steht im Wald der Huber Posten, nennt man das variable Kosten.

  • überproportionale Kosten

    K

    x x

    k K´

    k

    Ausbringungsmenge

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog11

    Im Falle überproportional mit der Ausbringungsmenge steigender Kosten steigen auch die Durchschnittskosten und die Grenzkosten.

    Beispiele treten auf bei Produktionen, bei denen die Produktivität der Faktoren sinkt, wenn der Einsatz erhöht wird. Das ist u.U. bei Arbeit der Fall, weil entweder die Erschöpfung Tribut fordert oder die Leistung zusätzlich eingestellter Arbeitskräfte geringer ist als die der Stammkräfte.

  • K

    unterproportionale Kosten

    x x

    k

    k K´

    Ausbringungsmenge

    K

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog12

    Steigen die Kosten unterproportional mit der Ausbringungsmenge, dann sinken auch die Durchschnittskosten und die Grenzkosten.

    Es gibt viele Beispiele, da sehr viele Produktionen durch den Einsatz eines fixen und eines variablen Faktors charakterisiert sind. Wird dann die Produktion ausgedehnt, steigen die Kosten unterproportional.

  • regressive Kosten

    K

    x x

    k

    k

    Ausbringungsmenge

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog13

    Bei regressiven Kosten sind die Grenzkosten negativ und die Durchschnittskosten sinken.

    Es gibt wenig praktische Beispiele: Bewachungskosten Lehrbuchbeispiel: Heizkosten im Kino

  • K

    sprungfixe Kosten

    x x

    k

    Ausbringungsmenge

    K

    k

    Das Revier von Förster Lutz steht jetzt unter strengem Schutz. Es fließt sein Lohn in Permanenz - das nennt man Kostenremanenz.

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog14

    Bei sprungfixen Kosten sind die Grenzkosten gleich 0 und die Durchschnittskosten verlaufen sägezahnartig.

    Beispiele findet man, wenn zur Ausdehnung der Produktion Faktoren nicht kontinuierlich in höherer Menge eingesetzt werden können (nicht beliebig teilbare Faktoren), sondern in größeren Einheiten bereitgestellt werden müssen.

  • x x Ausbringungsmenge

    K

    K k

    k

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog15

    Bei fixen Kosten sind die Grenzkosten gleich 0 und die Durchschnittskosten sinken.

    Es gibt sehr viele praktische Beispiele: Mietkosten für Räume, zeitbezogene Abschreibungen etc.

    Hilft alle Müh´zu sparen nix, so sind die Kosten alle fix.

  • Vollkosten - Teilkosten

    Als Vollkostenrechnung wird eine Kostenrechnung bezeichnet, deren Ziel es ist, die Kosten eines Produktes vollständig zu ermitteln bzw. zu schätzen.

    Da dieses Vorhaben wegen der Unmöglichkeit der Zurechnung vieler Kosten auf die Produkte (Mehrproduktbetrieb, Kuppelproduktion) oft nicht durchführbar ist bzw. die Ergebnisse stark von willkürlichen

    Lehrstuhl für Forstliche Wirtschaftslehre Prof. Dr. Martin Moog16

    oft nicht durchführbar ist bzw. die Ergebnisse stark von willkürlichen Zurechnungen geprägt sind, wird auf die Zurechnung aller Kosten oft verzichtet.

    Kostenrechnungen, bei denen nur die kausal zurechenbaren Kosten berücksichtigt werden, nennt man Teilkosten