K¶nnen statt M¼ssen

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    14-Feb-2017
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  • / BERN-JURA-SOLOTHURN INFOS AUS IHRER KIRCHGEMEINDE > SEITE 15

    BILD

    :MAR

    COFR

    AUCH

    IGER

    BERN

    Christengegen AKWMANIFEST.Whrend sichder Synodalrat zumAtom-ausstieg nur kleinlaut ussert,haben Kirchenleute anPfingsten in Bern die rascheAbschaltung von Mhleberggefordert. > Seite 2

    GEMEINDESEITE. Juli ist Hoch-saison fr Sommerlager und Frei-luftgottesdienste.Wo und wanndraussen gepredigt wird, erfah-ren Sie auf Seite 9 und in IhrerGemeindebeilage > ab Seite 15

    KIRCHGEMEINDEN

    EVANGELISCH-REFORMIERTE ZEITUNG FRDIE DEUTSCHE UNDRTOROMANISCHE SCHWEIZ

    NR. 7 | 24. JUNI 2011WWW.REFORMIERT.INFO

    Wissenschaftin zehnMinutenADRIAN SUTER. DerWett-kampf heisst Science-Slamund besteht darin, dassForscher auf der Bhne einemLaienpublikum kurz, ver-stndlich undmglichst un-terhaltsam ein wissenschaft-liches Thema prsentieren.Einer von ihnen ist der christ-katholische Theologe AdrianSuter. > Seite 14

    PORTRT

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    IGER

    SCHWEIZ

    KirchlicheKampagnezum GlckREFORMIERTE. Die Kantonal-kirchenAargau, Bern, Solo-thurn und Zrich bringen EndeAugust 400000 Rubbelloseunters Volk.Wer gewinnt, kannden Betrag einem Projektder rtlichen Kirchgemeindespenden. Ziel der Kampagne:zeigen, was die Kirche allestut. > Seite 3

    Von den Lilien aufdem Felde.Undvisionren Ideen.VISION. Ein bedingungsloses Grund-einkommen fr alle? Ob dieseIdee je finanziert und gerecht ausge-staltet werden kann, weiss ich nicht.Ich hoffe aber, dass die geplanteInitiative zustande kommt. Allzu oftwerden ja visionre Plne schonvon vornherein als utopisch abgetan.Dabei lohnt sich das Nachdenkenber unkonventionelle Vorschlge,die an Grundfeste rhren. Wennsich der Wert eines Menschen nichtmehr ber dessen Erwerbsttig-keit definiert, wenn er zur Lilie aufdem Felde (Mt. 6, 2829) werdendarf, nicht arbeitet und spinnt unddoch wertvoll ist was hiesse dasfrs Zusammenleben?

    TRADITION. Die schweizerische Ge-sellschaft identifiziert sich starkber Leistung und Einkommen. Wernicht mithalten kann, wird zwarmitgetragen, steht aber unausgespro-chen in der Schuld der Erfolgrei-chen. Die Sozialversicherungen ge-raten zunehmend unter Druck, dieZukunft des Arbeitsmarkts ist unge-wiss. Unbezahlte Arbeit in Familieund Nachbarschaft wird immer not-wendiger. Jeder Denkanstoss, wiedas soziale Gleichgewicht bewahrtwerden kann, ist deshalb sinnvoll.

    DISKUSSION. Die Idee eines Grund-einkommens fordert mich auchpersnlich heraus. Wre ich bereit,mein Geld mit der Nachbarin zuteilen, die gemtlich auf dem Balkonsitzt, wenn ich spt von der Arbeitnach Hause komme? Wenn ja wreich es auch, wenn sie Migrantinist? Und was kostete es mich, wennsie ihren alten Vater nicht selberpflegte? Es tut gut, die eigenen Werteab und zu auf den Prfstand zustellen zum Beispiel mit der Frage,wie konkret das Gleichnis der Lilienfr mich selbst werden darf.

    KOMMENTAR

    CHRISTAAMSTUTZist reformiert.-Redaktorin in Zrich

    DOSSIER

    StadtklosterBerlin: Innehaltenin der MegacityRCKZUG.Mal durchatmen.Zur Ruhekommen. Sich abkoppeln von der irr-sinnig schnell sich drehendenWelt. DasHandy ausschalten, unerreichbar sein,dafr ganz bei sich selbst.Viele Klstertragen demwachsenden Bedrfnisnach Ruhe und Rckzug Rechnung undffnen Stillesuchenden tageweise dieTore.Auch reformiert. hat sich frsDossier ins Kloster zurckgezogen nichtin die Idylle von Hauterive oder Grand-champs allerdings, sondern in die Mega-city Berlin, wo Schweizer Reformiertemitten imTrubel ein Stadtkloster betrei-ben. > Seiten 58

    STAD

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    N:11/00

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    BERN

    Knnen statt MssenGRUNDEINKOMMEN/ Entschlackter Sozialstaat, freieBrger auch in der Arbeitswelt das versprichtdie Initiative Grundeinkommen. Alles nur ein Traum?

    Die Idee ist simpel: Jeder Mensch vom Baby biszum Greis und unabhngig davon, was er leistet erhlt einen Sockelbetrag, der so bemessen ist,dass er zum Leben reicht. Niemand msste mehrarbeiten, bloss um die Existenz zu sichern, sondernweil er in der Arbeit Erfllung findet.

    Das Bestechende am bedingungslosen Grund-einkommen: Das heute usserst komplexe Sozial-system wrde drastisch vereinfacht. Hinzu kommt,dass uns in Zeiten rasanten Automatisierungs-fortschritts langsam die Arbeit ausgeht mit demGrundeinkommen wrde das Einkommen von derArbeit entkoppelt.

    BESTECHEND. Schon der franzsische Staatstheo-retiker Montesquieu (16891755) forderte, jedemBrger mit einem staatlich garantierten Lebensun-terhalt dieselben Ausgangsbedingungen einzuru-men. Heute findet sich das Konzept des existenzsi-chernden Grundeinkommens im Parteiprogrammder SP und in der Wahlplattform der Grnen. Aberauch marktliberale konomen der ehemaligeUBS-Chefkonom Klaus Wellershoff oder ThomasStraubhaar vom Hamburger Weltwirtschaftsinsti-tut zhlen zu denFrsprechern desGrundeinkom-mens.Dass sich die Idee also nicht imLinks-Rechts-Schema verorten lsst, macht sich nun eine Grupperund um den Basler Unternehmer Daniel Hnizunutze: Sie will 2012 eine Initiative lancieren.

    BEZAHLBAR. Natrlich kursieren auch schon Zah-len: 2500 Franken monatlich knnte ein Erwachse-ner erhalten, 1250 Franken ein Kind. Und es wirdrege ber die Finanzierung diskutiert: Umlage-rung der Sozialversicherungsbeitrge, Erhhungder Mehrwertsteuer, negative Einkommenssteuer.Der langjhrige Bundesratssprecher Oswald Sigg,einer der Initianten der Idee, mchte allerdings

    derzeit weder Zahlen noch Finanzierungsmodelleskizzieren. Er rt, den Abstimmungstext offen zuformulieren: Der Bund errichtet ein bedingungs-loses Grundeinkommen. Das Nhere bestimmt dasGesetz.

    Fr den Sozialethiker und Theologen HansRuh, auch er ein Verfechter der Idee, liegen diegenannten Betrge jenseits aller realpolitischenVernunft. Ruh fordert, die Kinder frs Erste vomGrundeinkommen auszuschliessen, auchwenn ihmein Begrssungsgeld fr die Kinder auf dem Pla-neten Erde sympathisch ist. Und er will auch keinbedingungsloses Grundeinkommen, sondern eins,das verknpft ist mit einem obligatorischen Sozial-dienst aller Brger. Fr Ruh ist dies nebst den um-geleiteten Sozialversicherungsbeitrgen eines derElemente, die das Grundeinkommen finanzierbarmachen. Gleichzeitig ist fr Ruh klar: Das Grund-einkommen kann den Sozialstaat nicht ersetzen;die Betreuung und Begleitung problematischer Ju-gendlicher, Behinderter oder Suchtkranker brauchees weiterhin.

    BEDENKLICH. Hier setzt die Kritik von Carlo Knp-fel ein, Mitglied der Geschftsleitung von CaritasSchweiz. Der konom wirft den Initianten vor, dieStimmbrger imUnklarendarber lassen zuwollen,welchesModell sie favorisieren: einesmit oder ohneSozialstaat. Tatschlich will das an den neolibera-len Vordenker Milton Friedman angelehnte Modellalle Leistungen der Sozialversicherungen und derArbeitslosenversicherung durch dasGrundeinkom-men ersetzen. Das Resultat, so frchtet Knpfel,wre ein Minigrundeinkommen, welches wohl dasVerhungern der Bedrftigen verhindere, aber einLeben in Wrde kaum ermgliche. DELF BUCHER

    www.grundeinkommen.ch

    Impressionen aus der Grossstadt: reformiert.-Reporterin Anouk Holthuizen im Stadtkloster Berlin

    BILD

    :ANNET

    TEBO

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    LLIER

  • 2 Region reformiert. | www.reformiert.info | Nr.7/24.Juni 2011

    nachRichten

    EklatMission 21. Der seit Lngerem schwelende Konfliktbeim evangelischen HilfswerkMission 21, das von der Basler Mission, der HerrnhuterMission, der EvangelischenMission im Kwango undder SdafrikaMission getragen wird, ist eskaliert: Diegrsste Partnerin des Werks,die Basler Mission, beantragtdie Abberufung des Vorstands. ber den Antrag ent

    schieden wird an der Abgeordnetenversammlung,die vom 16. bis 18. Juni stattfindet (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe). Gemss Antrag soll keine Nachwahl in den Vorstand stattfinden, sondern vorbergehend ein Sachwaltervorstanddie strategische Leitungbernehmen. Die Grnde frdas Misstrauen, das nunzum Eklat gefhrt hat: diebereits im Mai eingereichteKndigung des Direktorsvon Mission 21, Martin Breitenfeldt, und der wenigspter erfolgte Entscheid derSdafrikaMission (SAM),aus der Mission 21 auszutreten.Mit der Herrnhuter Missionstellt eine weitere Trgerorganisation an der Abgeordnetenversammlung Antrgeauf berprfung der Arbeitssituation und der daraus entstandenen Unruhe im Werkund bei den Spendern. PD/RJ

    JubilumBRot fR allE. Das Hilfswerk Brot fr alle wird fnfzig Jahre alt: 1961 riefendie Abgeordneten desSchweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK)die Aktion Brot fr Brder insLeben. Gefeiert wird dasJubilum mit einem Geburtstagsgottesdienst (11.September), einem ffentlichenFest in Bern (11.November)sowie der Herausgabe einesBuchs der Solidaritt zusammen mit dem katholischenPartnerwerk Fastenopfer. PD

    fusionsplneGRauBnDEn. Die evangelischreformierte Kirche desKantons Graubnden willschlankere Strukturen schaffen: Die heute 120 Kirchgemeinden sollen zu nur nochneunzehn fusioniert werden.Weiter soll kantonsweit eineinheitlicher Steuersatz eingefhrt und das Kirchenparlament von hundert aufsechzig Mitglieder reduziertwerden. PD

    Bild:z

    vg

    Sitz von Mission 21 in Basel

    Licht lschen? Ja.Aber AKW abstellen?Synode/ Die Atomdebatte im Kirchenparlamentendete mit dem Ausschalten der Deckenlampen.Nicht aber mit einem Bekenntnis zum Ausstieg.

    Die AKWDiskussion im Parlament der reformierten Kirchen BernJuraSolothurnfandamVormittagdes25.Maistatt Stundenbevor derBundesrat seinNein zur Kernkraftbekannt gab. Zwanzig Synodale hatten vom Synodalrat(Exekutive) wissen wollen,wie er zum AKW Mhlebergstehe und wie er seine Haltung im SchweizerischenEvangelischen Kirchenbund(SEK) einbringe. Synodalratsprsident Andreas Zeller liesssich kein Bekenntnis abringen: Theologisch habedieBewahrung der Schpfung zwarhchste Prioritt, aber dieAusstiegs