INSTITUT FUR STATISTIK - Produkten z ahlen die Variable Annuities. 2 Einf uhrung: Variable Annuities

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  • INSTITUT FÜR STATISTIK DER LUDWIG–MAXIMILIANS–UNIVERSITÄT MÜNCHEN

    Seminararbeit

    Variable Annuities

    Manuela Hölzlwimmer

    Dozenten: PD Dr. Christian Heumann

    Sebastian Kaiser

    Betreuer: Ulrich Nögel

    Abgabetermin: 31. August 2010

  • Inhaltsverzeichnis

    1 Lebensversicherungen zur Altersvorsorge 3

    2 Einführung: Variable Annuities 3

    2.1 Lebensversicherungsprodukte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

    2.2 Garantieformen in VAs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

    2.3 Geschichte der VAs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

    2.4 Vor- und Nachteile von VAs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

    3 Pricing von VA-Policen 11

    3.1 Optionen in VA-Garantien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11

    3.2 Modellierung des Zinses und der Volatilität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13

    4 Absicherung der Garantien 16

    4.1 Absicherung durch Hedging . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17

    4.2 Absicherung durch Produktgestaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

    5 Ausblick 20

    2

  • 1 Lebensversicherungen zur Altersvorsorge

    ” By providing financial protection against the major 18th and 19th century risk of

    dying too soon, life insurance became the biggest financial industry of that century...

    Providing financial protection against the new risk of not dying soon enough may

    well become the next century’s major and most profitable financial industry.“

    Peter Drucker, ” Innovate or Die“, The Economist, September 1999

    Laut einer Umfrage von Axa Equitable aus dem Jahr 2007 sind in Deutschland 54% der be-

    fragten Personen in der Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen der Meinung, dass das staatliche

    Rentensystem nicht mehr existieren wird, wenn sie 75 sind. Bei den 35- bis 44-Jährigen sind es

    bereits 66% (vgl. Condron: 2008). Ähnliche Zahlen erhält man für die USA und Großbritannien.

    Die Menschen leben außerdem immer länger. Laut statistischem Bundesamt betrug die durch-

    schnittliche Lebenserwartung für einen 65-jährigen Mann im Jahr 2008 noch 17 Jahre und für

    eine Frau gut 20 Jahre. Um den Lebensstandard auch im hohen Alter zu halten, gewinnt die

    private Altersvorsorge zunehmend an Bedeutung. Gerade zur Absicherung gegen Langlebigkei-

    trisiken stellen Versicherungsprodukte im Moment meist die einzige Möglichkeit dar. Allerdings

    verlieren konventionelle Produkte aufgrund der niedrigen Zinsen in den letzten Jahren zusehends

    an Attraktivität, da sowohl die garantierte Verzinsung als auch die Überschussbeteiligungen im-

    mer geringer ausfallen. Andererseits sind auch die Aktienmärkte von starken Schwankungen und

    insbesondere drastischen Kursstürzen geprägt, was ein Fondsinvestment für die Altersvorsorge

    relativ riskant macht. Dagegen waren verschiedene fondsgebundene Produkte mit eingebauten

    Garantien sehr erfolgreich (vgl. Ruß: 2008). Da der Lebensversicherungsmarkt in den letzten

    Jahren ein recht geringes Wachstum verzeichnet hat, hofften die Versicherungen, mit neuen

    Garantieprodukten wieder höhere Verkaufszahlen erzielen zu können. Zu solchen neuartigen

    Produkten zählen die Variable Annuities.

    2 Einführung: Variable Annuities

    Da es sich bei Variable Annuities um Lebensversicherungsprodukte handelt, wird im ersten

    Schritt etwas genauer auf die verschiedenen Produkte eingegangen, die aktuell auf dem Lebens-

    versicherungsmarkt zu finden sind.

    3

  • 2.1 Lebensversicherungsprodukte

    Bei einer Lebensversicherung ist der Versicherungsfall definiert als das Erleben eines bestimm-

    ten Zeitpunkts (Erlebensfall) oder als Tod des Versicherten während der Versicherungsdauer

    (Todesfall). Die Leistung kann die Auszahlung eines Kapitalbetrags oder einer Rente sein (vgl.

    Gabler Verlag).

    Lebensversicherungen können weiterhin in verschiedene Kategorien unterteilt werden. So gibt

    es auf der einen Seite die klassische Rentenversicherung und auf der anderen Seite fondsgebun-

    dene Versicherungen. Bei der klassischen Rentenversicherung zahlen alle Versicherungsnehmer

    in einen Topf ein. Dieses Geld wird in den Deckungsstock investiert. Dem Versicherungsnehmer

    wird eine bestimmte Mindestverzinsung für seine Beiträge garantiert, die eventuell noch durch

    eine Überschussbeteiligung ergänzt wird. Die lebenslangen Rentenzahlungen werden über den

    Ausgleich im Kollektiv gewährleistet. Versicherungsnehmer, die früher versterben, finanzieren

    die Rentenzahlungen von Menschen, die überdurchschnittlich lange leben.

    Auf der anderen Seite stehen die fondsgebundenen Lebensversicherungen. Hierbei werden die

    Beiträge des Kunden in einen Fonds investiert, welcher allein dem Versicherungsnehmer gehört.

    Dadurch hat der Versicherungsnehmer die Möglichkeit, an den Entwicklungen am Aktienmarkt

    zu partizipieren, was in der Vergangenheit bei einem ausreichend langen Anlagehorizont in den

    meisten Fällen zu einer höheren Rendite geführt hat als eine Investition in festverzinsliche Pro-

    dukte.

    Die fondsgebundenen Lebensversicherungen lassen sich wiederum in Produkte mit Garantie

    und Produkte ohne Garantie unterscheiden. Bei Lebensversicherungen ohne Garantie trägt der

    Kunde das komplette Risiko. Falls der Wert des Fonds zum Ende der Laufzeit gesunken ist,

    erhält der Kunde entsprechend geringere Auszahlungen. Im Rahmen von staatlich geförderten

    Rentenplänen wie der Riester-Rente oder im Bereich der betrieblichen Altersversorgung sind

    jedoch Kapitalgarantien vorgeschrieben. Außerdem sind viele Menschen risikoavers und wollen

    ihre Verluste begrenzen. Daher gibt es zahlreiche fondsgebundene Lebensversicherungsprodukte

    mit Garantien, zu denen neben den Variable Annuities auch Garantiefonds und Hybridprodukte

    gehören. Bei Höchststandgarantiefonds erhält der Kunde die Garantie, dass er bei Fälligkeit

    mindestens das investierte Geld zurückerhält. Außerdem erfolgt zum Beispiel einmal im Monat

    die Festlegung eines neuen Höchststandes, falls der aktuelle Kurs des Garantiefonds die bisheri-

    gen Höchststände übersteigt. Dieser Wert wird dann zum Laufzeitende garantiert. Eine solche

    Garantie wird gewährleistet, indem bei fallenden Aktienkursen so viel in festverzinsliche Pa-

    piere umgeschichtet wird, dass durch die festen Zinsen die gegebenen Garantien erfüllt werden

    können. Dadurch besteht ein sogenanntes Monetarisierungsrisiko. Es kann nämlich bei stark

    sinkenden Aktienkursen passieren, dass ein großer Teil des Guthabens oder im Extremfall sogar

    4

  • der gesamte Anlagebetrag in sichere Produkte investiert ist, was die Rendite auf den Zinssatz

    für festverzinsliche Papiere beschränkt.

    Ein weiteres Garantieprodukt sind Hybridprodukte. Bei statischen Hybriden wird ein Teil des

    Kundengeldes in konventionelles Sicherungsvermögen investiert, um die Garantie zu gewährleisten.

    Das restliche Geld wird dann in risikantere Anlagen wie zum Beispiel Aktienfonds investiert.

    Dieser Anteil kann jedoch sehr klein sein, wenn die Zinsen auf risikolose Produkte niedrig sind.

    Folglich besteht auch nur eine geringe Chance für eine überdurchschnittliche Rendite. Neben

    den statischen Hybridprodukten existieren noch einige andere Varianten wie dynamische Hybri-

    de oder Hybridprodukte mit Garantiefonds (vgl. Ruß und Kling: 2009d).

    Schließlich gibt es noch die zumindest in Deutschland relativ neue Form der Variable Annuities.

    Hierbei werden die Gelder des Kunden vollständig in einen Fonds investiert und der Kunde

    kann gegen Gebühr verschiedene Garantieleistungen hinzukaufen. Diese Garantien werden je-

    doch nicht wie bei den anderen Garantieprodukten in der Anlage selbst erzeugt, sondern werden

    unabhängig davon vom Versicherungsunternehmen gegeben. Diese Vorgehensweise garantiert ei-

    ne hohe Transparenz und Flexibilität. So kann der Kunde jederzeit über sein Geld verfügen

    und (in einem gewissen Rahmen) selbst entscheiden, in welche Fonds sein Geld investiert wird.

    Außerdem sieht der Kunde genau, wie viel er für welche Leistung bezahlt, da zu Beginn so-

    wohl die Garantie- als auch die Managementgebühren in Prozentpunkten des Fondsvermögens

    festgelegt werden. Die Begleichung der Gebühren erfolgt dann über den jährlichen Verkauf von

    Fondsanteilen. Im Gegensatz dazu wird bei den anderen Garantieprodukten in der Regel keine

    explizite Gebühr angegeben. Stattdessen gibt es eine indirekte Gebühr in Form geringerer Ren-

    diten, die durch die Garantieerzeugung entstehen. In Deutschland gibt es Variable Annuities

    gegen Einmalzahlung oder gegen laufende Prämienzahlung. In den USA, wo Variable Annuities

    zuerst vertrieben wurden, existieren nur Policen gegen Einmalzahlung. Da in Europa allerdings

    laufende Zahlungen üblicher sind, gibt es bei den VAs in Deutschland beide Varianten (vgl. Ruß

    und Kling: 2009a).

    2.2 Garantieformen in VAs

    Variable-Annuity-Policen können prinzipiell in vier wesentliche Garantieformen untertei