ICD - Aktuell - defibrillator- ICD Aktuell/18.ICD Zeitung Mai 2015.pdf · PDF fileICD -...

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  • ICD - Aktuell Newsletter Ausgabe 18 Mai 2015

    Jahrestagung 2015 in Rotenburg a. d. Fulda

    Am Freitagnachmittag trafen die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur alljährlichen Jahrestagung des Bundesverbandes Defibrillator (ICD) Deutschland e. V. ein. Groß war bei vielen die Wiedersehensfreude, bei manchen erstmaligen Besuchern war aber auch eine gewisse Anspannung erkennbar.

    Am Samstagmorgen wurde eine ökumenische Andacht in der Kapelle des Herz- und Kreislaufzentrums Rotenburg a. d. Fulda durch den Klinikseelsorger, Herrn Diakon Johannes Wiegard, angeboten. Dr. Stefan Steiner hat auf der Orgel diese Andacht musikalisch begleitet. Es bestand Übereinstimmung darin, dass die zum 2. Mal angebotene ökumenische Andacht fester Bestandteil der Jahrestagungen wird.

    Matthias Kollmar, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Defibrillator (ICD) Deutschland e. V., konnte zur 9. Mit- gliederversammlung und Offenen Jahrestagung der Defi (ICD) Selbsthilfegruppen am 14. und 15. März 2015 in Rotenburg a. d. Fulda 59 Teilnehmerinnen und Teilneh-

    mer begrüßen. An der Tagung nahmen wieder Mitglieder aus 21 Defi-Selbsthilfegruppen aus 10 Bundesländern teil. Dies ist ein höchst erfreuliches Ergebnis, wenn man berücksichtigt, dass in den Landesverbänden Bayern, Branden- burg, Sachsen und Hessen eigene Regionalversammlungen stattfinden. In Baden-Württemberg ist auch geplant, jähr- lich eine Regionalversammlung durchzuführen. Leider mussten 7 angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer wegen Erkrankung kurzfristig absagen. Matthias Kollmar wünschte allen Erkrankten alles Gute und baldige Genesung. In seinem Rechenschaftsbericht stellte er sichtlich zufrieden fest, dass sich der Bundesverband kontinuierlich weiter entwickelt. Zurzeit sind dem Defibrillator (ICD) Deutschland e. V. immerhin 58 Defi-Selbsthilfegruppen und 202 Einzel- mitglieder angeschlossen, die etwa 1.700 Betroffene repräsentieren. Weiter unterstützen derzeit 18 Kliniken und 6 Kardiologie-Praxen die Arbeit des Bundesverbandes. Im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, die auch substantiierte Anregungen enthielten. Der Vorstand wird sicher einige in seiner weiteren Arbeit aufgreifen. Beeindruckend waren die Berichte aus den Landesverbänden. Leider konnten der Sprecher des Landesverbandes Baden-Württemberg, Helmut Laue und der Sprecher des Landesverbandes Sachsen, Hans-Peter Kühn ihre Berichte wegen Erkrankung nicht selbst vortragen. Im Ergebnis konnte man erkennen, dass die Regionalisierung der Arbeit vor Ort, wie die Unterstützung bestehender und Gründung von neuen Selbsthilfegruppen, die Weiterentwicklung unseres Bundesverbandes signifikant gestärkt hat. Die Gründung von weiteren Landesverbänden sollte fortgeführt werden. Die Tagungsteilnehmer hatten gleich zu Beginn der Offenen Jahrestagung ausgiebig Gelegenheit sich gegenseitig vor- zustellen, ihre ganz persönlichen Erfahrungen in der Arbeit mit und in den Selbsthilfegruppen einzubringen. Hier wur- den die individuellen und äußerst unterschiedlichen Probleme und Lösungsansätze in den einzelnen SHG`s deutlich.

  • Jahrestagung 2015Seite 2

    Herzlichen Dank an Dr. Klaus Edel, ärztlicher Koordinator im Vorstand unseres Bundesverbandes, der mit seinem Vortrag „Fritz, die Fettzelle – Freund UND Feind“ eingesprungen ist, da die im Programm angekündigte Referentin

    Frau Dr. Ischinger kurzfristig absagen musste. Herr Dr. Edel hat die Erwartung eines informati- ven, aber auch unterhaltsamen Referates nicht enttäuscht. Nachfolgende Informationen haben mich nachhaltig beeindruckt:

    1. Fett essen ist nicht verboten, aber bitte auf die Energiedichte achten Fett hat den größten Energiegehalt! 1 g Fett hat 9 kcal 1 g Kohlenhydrat hat 4 kcal 1 g Eiweiß hat 4 kcal 1 g Wasser hat 0 kcal

    Von daher ist es vernünftig, Mahlzeiten mit einer geringen Energiedichte zu essen. Daumenregel: viel Gemüse und Salat, da damit das Sättigungsgefühl schneller erreicht wird und die Energiedichte gesenkt werden kann!Dr. Klaus Edel

    2. wasserreiche Lebensmittel (Gurke, Tomate) bevorzu- gen, aber frisch vor Konserve. Beispiel: für eine eingelegte saure Gurke können Sie vom Salzgehalt her 35 Salatgurken vertilgen, oder eine kleine Büchse Erbsen (250 gr) entspricht 20 Kilo tief gefrorener Erbsen.

    3. Ballaststoffe senken die Sterblichkeit und … Machen satt OHNE Kalorien Regulieren die Darmfunktion Senken den Cholesterinspiegel

    Besonders ballaststoffreiche Lebensmittel: Vollkornbrot und Haferflocken Gemüse, Salat, Kartoffeln, Obst (Beerenfrüchte)

    4. „Nimm 5“, ab und zu einen Schlankmacher-Tag einlegen Es ist einfacher als man denkt: Frühstück: 1 Glas Saft Vormittags: 1 Apfel Mittags: eine Portion Gemüse Nachmittags: ein paar Aprikosen Abends: Brot mit Tomate

    5. Energiebilanz negativ halten Bedeutet weniger Kalorien essen als sie der Körper verbrennen kann + 30 Minuten leichte Bewegung pro Tag. Damit sind 500 gr./Woche Gewichtsreduktion möglich und gesundheitlich zu vertreten

    6. Die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesell- schaft für Ernährung sind überholt, denn: 50% des täg- lichen Kalorienbedarfs aus Kohlenhydrate zu decken macht dick.

    7. Übergewicht - Ursache = eine chronisch positive Ener- giebilanz

    • Die üblichen Verdächtigen: Genetik, zu wenig Beweg- ung, zu viel Fett

    • Die neuen Verdächtigen: zu wenig Schlaf, zu geringe Muskelmasse, Vererbung (Genetik), falsche Bakterien im Darm; hohe Fruchtzucker-Zufuhr, geringe Eiweiß- Zufuhr, zu hohe Energiedichte der Ernährung

    • Der Mensch ist ernährungstechnisch noch immer auf das Nahrungsangebot der Steinzeit eingestellt, als wir noch Sammler und Jäger waren. Gewissermaßen irren wir mit knurrendem Magen auf der Suche nach Beeren, Wurzeln, Wild und Aas durch den Supermarkt.

    Quelle: www.drstrunz.de/news/2014/02/140213_der_steinzeitmensch.php

    8. Fettverbrennung ankurbeln: Erhöhte Eiweiß-Zufuhr fördert Sättigung und Sattheit und senkt damit das Risiko einer überhöhte Energie- aufnahme. Die Fettverbrennung setzt sofort bei jeder Art von Bewegung ein. Die Fettverbrennung steigt mit der Belastungsdauer. Darauf kommt es an. Die Fettverbrennung lässt sich altersunabhängig ankur- beln.

    9. Der optimale Fettverbrennungspuls ist INDIVIDUELL verschieden! Daumenregel für Fettverbrennungstraining: den Puls beim Training ca. 20% über dem Ruhepuls halten (zügiges Gehen, gemütliches Nordic Walking).Wenn Sie diese Regel täglich 6 Wochen lang für etwa eine Stunde befolgen MUSS Ihr Bauchfett schmelzen!

    Der PowerPoint-Vortrag von Dr. Klaus Edel, Ärztlicher Direktor des Reha-Zentrums Bayrisch Gmain-Klinik Hochstaufen in Oberbayern ist auf unserer Website unter Vorträge zu finden: www.defibrillator-deutschland.de

    Wenn Sie weiter Tipps vom Fachmann wollen dann schauen Sie auf die Homepage der Klinik oder nehmen mit dem Landessportarzt von Hessen direkt Kontakt auf: Tel.: 08651 771161 | Fax.:+49 8651 771640 [email protected] www.rehaklinik-hochstaufen.de

    Das Referat wurde mit viel Beifall bedacht. Inwieweit die neuen Erkenntnisse beim anschließenden Abendessen- buffet die Teilnehmer(innen) bei der Speisenauswahl berücksichtigt haben, entzieht sich meiner Erkenntnis. Jedenfalls bin ich überzeugt, dass beim gemütlichen Ausklang am Abend noch eifrig diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht wurden.

  • Jahrestagung 2015

    Dieses Thema, das viele Defi-Patientinnen und- Patienten bewegt, wurde in den Referaten unter drei Gesichtspunkten behandelt:

    1. Aus der Sicht der Fahrerlaubnis-Behörde Referentin: Karin Schulze, Regierungspräsidium Kassel

    Frau Schulze beschreibt ihre Aufgabe in der in Hessen zuständigen Verwaltungsbehörde als Verpflichtung des Schutzes der Allgemeinheit vor ungeeigneten Fahrzeugführern. Grundlage hierfür sei das Straßenverkehrsgesetz (StVG) in Verbin- dung mit der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). § 46 der FeV greift den Grundgedanken des StVG wie-

    der auf: Erweist sich der Inhaber einer Fahrerlaubnis als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen, hat ihm die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis zu entziehen. Mit der Entziehung erlischt die Fahrerlaubnis. Bei Patienten mit Herz- und Gefäßkrankheiten greife die Anlage 4 Nr. 4 der FEV (www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/fev_2010/gesamt.pdf Herz- und Gefäßkrankheiten S. 72 Wichtig ist dabei die Unterscheidung je nach Führerscheinklasse. Werden der Behörde Tatsachen bekannt, die Zweifel an der Eignung begründen, kann diese die Beibringung eines ärztlichen Gutachtens anord- nen. Überraschend war die Aussage, dass die FeV nur den Herzschrittmacher, aber nicht den ICD kennt. Weitergehende umfangreiche Definitionen finden sich in den „Begutach- tungsleitlinien zur Kraftfahreignung“ Frau Schulz verweist darauf, dass diesen Bereich der Verkehrsmediziner und der Verkehrspsychologe weiter ausführen werden.

    Der PowerPoint-Vortrag von Frau Schulze ist auf unserer Website zu fin- den: www.defibrillator-deutschland.de/inhalt/vortraege.html

    2. Aus der Sicht der Sicht des Verkehrsmediziners Referent: Dr. med. Andreas Nachtmann, Chefarzt Neurologie, Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg

    Dr. Nachtmann stellte gleich an den Beginn seines Referates einen schockierend bebilderten Zeitungs- bericht mit der Schlagzeile: „Schlaganfall am Steuer - Auto rast in Fußgänger!“

    Das zu verhindern, übertragen u. a. auch ihm, die Vorschriften des StVG in Verbindung mit den darauf

    fußenden Ausführungsbestimmungen (FEV und insbesondere die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung).

    Weiter stellte er seinen Ausführungen voraus, dass • die Fahrerlaubnisverordnung keine medizinische