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GZW-JOURNAL

Nachrichten aus dem Gesundheitszentrum Wetterau

www.gz-wetterau.de Ausgabe 3/2018

BAD NAUHEIM/FRIEDBERG/SCHOTTEN/GEDERN

Schwerpunktthema:

Moderne Immun therapie

Krebs eine Diagnose, die jede(r) frchtet, die das Leben verndert, es in etlichen Fllen sogar vllig auf den Kopf stellt. Dennoch gibt es inzwischen in allen Bereichen der Krebsmedizin enorme Verbesserungen, die zu einem grundlegenden Wandel gefhrt ha-ben: Selbst fortgeschrittener Krebs ist nicht mehr zwingend tdlich, sondern fr viele zu einer zwar chronischen, aber langfristig beherrschbaren Erkran-kung geworden.

Am Hochwaldkrankenhaus Bad Nau-heim hat in den vergangenen zehn Jahren Privatdozent Dr. med. G.-Andr Banat, MBA, den hmatologisch-on-kologischen Schwerpunkt des GZW aufgebaut. Ab 1. Oktober erhlt er Verstrkung von Prof. Dr. med. Johan-nes Atta, der als Sektionsleiter Hma-tologie und Infektiologie das hmato-logisch-onkologische Team des GZW erweitern wird.

Verstrkung fr das hma to-logisch-onkologische Team

Prof. Atta studierte Medizin, daneben Philosophie und Klassische Philologie an den Universitten Wrzburg und Frankfurt, an der University of Western Australia sowie an der Harvard Medi-cal School in Boston/USA. Er war wis-senschaftlicher Assistent an der Medi-zinischen Klinik III der Universittsklinik Frankfurt (Direktor: Prof. Dr. D. Hoel-zer), in leitenden Funktionen als Ober-arzt an der Abteilung fr Hmatologie und Onkologie der Universitt Gieen (Leiter: Prof. Dr. M. Rummel) sowie an der Medizinischen Klinik II der Univer-sittsklinik Frankfurt (Direktor: Prof. Dr. H. Serve). Seit Ende 2016 leitete erdas Tumortherapie-Center im Institut frBildgebende Diagnostik in Offenbachsowie die dort unter seiner klinischenLeitung aufgebaute Einheit zur Herstel-lung und Anwendung von mesenchy-

malen Stammzellen (MSC) als regene-rative Therapie chronisch degenerati-ver Erkrankungen. Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft fr Hmatolo-gie und Onkologie (DGHO) sowie der American Society of Clinical Oncolo-gy (ASCO).

Immer hufi ger: zielgerichtete Therapien

Die meisten Krebstherapien greifen die Krebszellen direkt an: Strahlung wird auf den Tumor gerichtet, Chemothera-pie wirkt im ganzen Krper gegen Tu-morzellen, und bei einer Operation wird das Tumorgewebe mglichst voll-stndig entfernt.

Immer hufi ger werden jedoch in der Krebsbehandlung Diagnostik und The-rapie speziell auf den Patienten und seine individuelle Erkrankung ausge-richtet, personalisiert. Ihre Wirkung entfalten diese zielgerichteten Thera-pien auf zwei unterschiedlichen We-gen. Eine Gruppe, die der Biomar-ker-basierten Therapeutika, bekmpft eine molekulare Vernderung, die un-kontrolliertes Zellwachstum auslst und

beispielsweise bei Leukmiepatienten zustzlich das Absterben von Leuk-miezellen verhindert.

Die zweite innovative Krebstherapie zielt ab auf die Strkung des krper-eigenen Immunsystems. Einzelheiten und neue Forschungsergebnisse zum Thema Immuntherapie erfahren Sie in diesem Heft.

Forschung und Wissen-schaft machen rasante Fort-schritte, doch die Therapie von Krebserkrankungen bleibt eine Herausforderung fr die Medizin. Weltweit steigt die Zahl der Erkrankungen, auch, weil die Diagnosemglichkeiten immer besser werden. Rund

um den Erdball erhalten jeder fnfte Mann und jede sechste Frau eine Krebsdiagnose, jeder achte Mann und jede elfte Frau sterben daran Krebs. Pro Jahr wird die Zahl der krebsbedingten Todesflle auf 9,6 Millionen weltweit geschtzt. Die meisten Todesflle werden dabei durch Lungen-, Darm-, Magen-, Leber- und Brustkrebs verursacht.

Europa stellt neun Prozent der Weltbevlkerung, nach Angaben der Internationalen Agentur fr Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation WHO aber mit 23,4 Prozent der Krebsdiagnosen und gut 20 Prozent der tumorbedingten Todesflle einen jeweils berdurchschnittlich hohen Anteil. Dies mag auch darin begrndet sein, dass in reicheren Lndern mit ihrer besseren Infrastruktur allgemein mehr Krebsflle diagnostiziert werden als in rmeren in jedem Fall gibt es fr Forschung und Medizin noch viel zu tun!

Am GZW bestehen mit dem zertifi zierten Brustzent-rum, dem zertifi zierten gynkologischen Krebszent-rum und dem von Dr. Banat am Hochwaldkranken-haus Bad Nauheim etablierten Schwerpunkt Hma-tologie/Onkologie bereits magebliche Einrichtungen fr Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen. Mit der Verpflichtung von Prof. Dr. Johannes Atta als neuem Sektionsleiter Hmato-logie und Infektiologie strkt die GZW gGmbH ihre Kompetenz in diesem Bereich, dessen Bedeutung noch weiter (und rasant) zunehmen wird.

Prof. Atta ist ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Immuntherapie. Gemeinsam mit ihm knnen wir Ihnen, den Menschen dieser Region, knftig noch besser und umfassender modernste Untersuchungen und Behandlungen anbieten. Ein-zelheiten dazu lesen Sie in diesem Heft.

Dr. Dirk M. FellermannGeschftsfhrer

Editorial

Impressum Herausgeber: Gesundheitszentrum Wetterau gGmbH Chaumontplatz 1, 61231 Bad NauheimTel.: 06032 702-1106, Fax: 06032 702-1151info@gz-wetterau.de, www.gz-wetterau.de

Konzeption/Redaktion: Hedwig Rohde, Verbalegium, Bad Nauheim

Layout/Gestaltung: Schaper Kommunikation, Bad Nauheimwww.schaperkommunikation.de

Druck: Brhlsche Universittsdruckerei, Gieenwww.bruehlgiessen.de

Gesamtaufl age: Ca. 215.000 Exemplare

2 Ausgabe 3/2018GZW-Journal 3

InhaltEditorial ............................................................... 2

Krebstherapie am GZW ......................................... 3

Was ist eine Immuntherapie? .................................. 4

Wie funktioniert eine Immuntherapie? ...................... 4

Das Immunsystem des Menschen eigentlich eine

Erfolgsgeschichte .................................................. 4

Wann ist eine Immuntherapie sinnvoll? .................... 6

Wie reagiert der Krper auf die Immuntherapie? ...... 7

Wie wird die Zukunft aussehen? ............................. 7

Krebstherapie am GZW

Prof. Dr. Johannes Atta, Sektionsleiter Hmatologie und Infektiologie am GZW

Abwehrzellen, die so genannten T-Zellen (hier in blau dargestellt), attackieren eine Krebszelle.

Das Immunsystem des Menschen ist ein im Lauf der Evolution entstandenes, ausgefeiltes natrliches Abwehrsystem. Es be-kmpft Bakterien und andere Krankheitserreger, die meist von auen in den Krper gelangen, mit groem Erfolg. Gegen Krebszellen ist es allerdings oft zunchst einmal machtlos, da diese sich tarnen und so vor dem Immunsys-tem verstecken knnen, das Immunsystem sie also nicht als Feind identifi zieren kann.

Die Idee, Krebszellen mithilfe des eigenen Immunsystems zu bekmpfen, ist mehr als einhundert Jahre alt. Bereits in den 1860er-Jahren berichtete der Bonner Chirurg Wilhelm Busch von einer Frau, deren Tumor nach einer absichtlich herbeigefhrten Infektion schrumpfte. Doch die Erkenntnisse ber die vielfltigen Wechselwirkungen zwischen Krebszellen und dem Immunsystem sind erst heute gut genug erforscht, um neue Wege in der Krebstherapie zu beschreiten.

Eine Immuntherapie ist grundstzlich jede Therapie, die das Immunsystem nutzt, um eine Erkrankung zu bekmp-fen. Im Falle von Krebserkrankungen soll die Immuntherapie bewirken, dass das krpereigene Immunsystem der Patienten die Krebszellen erken-nen und auch angreifen kann.

Damit reagiert die Forschung auf einen Umstand, der die Bekmpfung von Krebserkrankungen lange Zeit be-sonders schwierig gemacht hat: Krebszellen verfgen ber unter-schiedliche Mechanismen, um die Im-munabwehr zu bertlpeln.

Erste Variante: Weil Tumorzellen aus Krperzellen hervorgehen, werden sie vom Immunsystem hufi g nicht als fremd erkannt; ihnen fehlen jene Molekle (Antigene), die blicherwei-se auf der Oberfl che von Krankheits-erregern sitzen und diese als fremd kennzeichnen. Die Antigene der Krebszellen weisen diese jedoch als Teil des Krpers aus; folglich werden sie nicht als Feind erkannt und auch nicht bekmpft. Sie bleiben unent-deckt. Dazu kommt ein anderes Spezifi kum

der Krebszellen: Im Gegensatz zu in anderer Form erkrankten oder ber-alterten Zellen, die von alleine abster-ben, erleiden Krebszellen nicht den programmierten Zelltod, im Gegen-teil: sie teilen sich immer weiter, ver-drngen zunehmend gesundes Ge-webe der Tumor entsteht.

Zweite Variante: Manche Krebszellen werden vom Immunsystem erkannt. Ih-nen gelingt es jedoch, das Immunsys-tem zu manipulieren oder zu schw-chen, indem sie die so genannten T-Zellen tuschen. Die zytotoxischen T-Zellen knnen, wie oben bereits er-whnt, krankhaft vernderte Zellen anhand ihrer Antigene erkennen, an-greifen und zerstren. Manche Krebs-zellen besitzen nun die Fhigkeit, auf ihrer Oberfl che Signalmolekle zu platzieren, die auf T-Zellen hemmend wirken und diese am Angriff hindern.

Wie funktioniert eine Immun-therapie?

Da Krebszellen unterschiedliche Me-chanismen benutzen, um die Immun-abwehr auszutricksen, verfolgt auch

die Forschung unterschiedliche Anst-ze. Wichtig fr die Bekmpfung von Krebserkrankungen ist es deshalb, die zytotoxischen T-Zellen zu aktivieren. Eine Immuntherapie setzt auf die An-regung der weien Blutkrperchen, die Krebszellen unschdlich zu ma-chen: T-Zellen und natrliche Killerzel-len sollen den Krebs auf die gleiche Weise bekmpfen, wie sie dies sonst mit eindringenden Krankheitserregern tun. Dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen.

ZytokineZytokine sind Botenstoffe, die im menschlichen Krper die Aktivitt des Immunsystems regulieren. Sie lassen sich knstlich nachbauen, steuern das Immunsystem des Krpers allerdings ganz allgemein, nicht zielgerichtet auf einen bestimmten Tumor

Monoklonale AntikrperAntikrper sin