Feldmusik Sarnen Mitteilungsblatt

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    03-Feb-2022
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07 Besetzungsliste
13 Persönlich
16 Die kleine Geschichte des «Marcia a Sarnen»
18 Rückblick Eidgenössisches Musikfest 2011
20 Interview mit Heini Portmann
22 Feldmusik Sarnen / Hinweis Muisigbeizli
23 Jungmusik Sarnen/Kerns – Impressionen 2011
27 Gratulationen
31 Konzerthinweise
Redaktion: Barbara Stocker Rohrer und Team Inserateverwaltung/Gestaltung/Druck: von Ah Druck AG, Kernserstrasse 31, 6060 Sarnen Gestaltung Flyer und Plakat: Erich Moser Erscheint halbjährlich: Mai/Juni und Dezember/Januar Siehe auch unter www.feldmusik.ch
Programm Winterkonzert 2012
Scenes from Childhood kit turnbull (*1969)
i. Changing the guard ii. Ballet Shoes and tutus iii. the Circus troupe iV. magic Lamps and Flying Carpets V. the toyshop Pause
Symphony no. 2 ”the golden age“ Bert appermont (*1973)
i. misterioso — allegro misterioso ii. maestoso — moderato – tempo di valse iii. adagio espressivo iV. Presto con fuoco — adagio con amore — grandioso
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Flöte/Piccolo Abächerli Monika Dillier Urs Halter Karin Jakob Annette Kirch Esther Läubli Svenja Schumacher Linda
Oboe Murer Nicole Watanabe Kazu
Fagott Imfeld Lucia Minder Rahel
Klarinette Achermann Walter Burch Renato Burri Barbara Fallegger Ramon Furrer Matthias Grimm Franz Kaufmann Andrea Molin Sara Portmann Heini Riebli Silvia Ruckstuhl Emanuel Ryser Simone Schönbächler Michèle Schumacher Carola Stocker Barbara Viganó Luigi von Bergen Andrea
Wallimann Urs Weber Désirée
Saxophon Amstalden Marita Gasser Ruedi Koller Markus Meier Priska Meierhans Thomas Müller Sabine Venuti Mario von Wyl Martina
Harfe Schnider Vera
Piano Keller Gaby
Trompete Abächerli Martin Abächerli Rolf Abächerli Ruedi Bucher Helen Imfeld Roland Kiser Norbert Moser Mauro Stampfli Jaqueline Weber Guido Wieland Fabian Wyttenbach Barbara
Horn Abächerli Florian Dillier Beda Dillier Walter Grimm Silja Lehmann Claudio
Reinhard Arthur Sieber Gabriel
Posaune Abächerli Remo Disler Manuel Dubach Ines Imfeld Dominik Schönbächler Michael Schwob Ueli
Tuba Aeschlimann Christian Camenzind Primus Läubli Cajus Läubli Kevin
Percussion Berchtold Michael Ettlin Beat Kaufmann Urs Surek Hans Vogler Marcel Weber Mario
Cello Jungo Nicolas Kuhn Christoph
Kontrabass Koichi Kosugi
Besetzungsliste Winterkonzert 2012
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Die Feldmusik Sarnen präsentiert im Winterkonzert 2012 wiederum ein mu- sikalisch anspruchsvolles und sehr hö- renswertes Programm. Unser Dirigent Rolf Schumacher und die Musikkom- mission haben mit drei ganz unter- schiedlichen Werken ein interessantes Programm zusammengestellt.
Celebration Im Jahr 2012 feiert die Feldmusik Sar- nen ihr 175-jähriges Bestehen. Grund genug, um dies auch musikalisch zu feiern. Mit «Celebration» fordert der Komponist Philip Sparke die Virtuo- sität des Orchesters und gleichzeitig auch eine enorme Fähigkeit im Zu- sammenspiel. Das Stück beginnt mit einer Fanfare der Blechbläser. Diese wird von den Holzbläsern wiederholt. Allmählich wird diese dünner und eine Soloflö- te beginnt mit einem neuen, sanften Thema. Dieses hält sich in der ganzen Band bis die Originalfanfare wieder erscheint. Jedoch verliert diese ihre Si- cherheit und wird von den Trompeten, die ein unheimliches Thema einfüh- ren, verdrängt. Das «Presto» beginnt mit einer Brass Figur, die von der Eröffnungsfanfare herkommt. Eine robuste Trompete führt das Thema des Presto ein. Es wird von der ganzen Band übernommen und eine Brückenpassage aus Elementen dieses Themas führt zu einem Höhe- punkt, nachdem die Hörner eine neue Fanfare gefolgt von den Trompeten
eingeführt haben. Die Brückenpassage führt uns zurück, um das Hauptthema des Presto zu rekapitulieren. Das Werk «Celebration» wurde im Som- mer 1992 durch das Tokyo Kosei Wind Orchester in Japan uraufgeführt.
Scenes from Childhood – Kinderszenen. Der Komponist dieses Werkes, Kit Turn- bull, nahm für sein Werk Schumanns «Kinderszenen» zum Vorbild. «Kin- derszenen» von Robert Schumann ist ein Zyklus bestehend aus 13 kurzen Klavierstücken. Kit Turnbull erwähnt in der Partitur: «Auch wenn dieses Werk nicht autobiographisch ist, so beinhaltet es doch einzelne Elemente, die sich auf persönliche Erfahrungen und Er- lebnisse berufen.» Das Stück besteht aus 5 verschiede- nen Szenen aus der Kindheit.
Changing the Guard – Wachablö- sung. Dieser Satz bezieht sich auf die Wachablösung in London am Bucking- ham Palast. Jeden Tag um 11 Uhr findet diese Wachablösung statt, auch der Komponist besuchte als Kind dieses Spektakel oft mit seiner Mutter. Er sah dabei viele andere Kinder, welche wie Soldaten über die Strassen marschier- ten und auch gerne zur Wachablösung vom königlichen Palast gehört hätten.
Programmnotizen Interview mit Bert Appermont
Ballet Shoes & Tutus – Balletschuhe und Röcke. Die Spieldose öffnet sich und sogleich ertönt eine zarte Melodie, die tanzende Ballerina dreht sich dazu im Kreis. Viele kleine Mädchen haben den Traum eine Ballerina zu werden. Die Musik in diesem Satz repräsentiert die Bewegungen der Ballerina, die sich in der Box dreht und dreht und dreht.
The Circus Troupe – Die Zirkustruppe. Dieser Satz wurde inspiriert durch eine alte Fotografie, entstanden zu Zeiten König Edwards VII Anfang des 20. Jahr- hunderts. Das Bild zeigt eine Gruppe Akrobaten, Jongleure und Clowns in ihren Kostümen. Der Komponist ver- sucht zu beschreiben, wie Kinderau- gen diese lebhafte Szene beobachten.
Magic Lamps & Flying Carpets – Wunderlampen und fliegende Teppiche. Nach dem Besuch des Theaters «Aladin und die 40 Räuber» spielen die Kinder zu Hause sicherlich mehrere Tage die prägnanten Szenen nach: Sie wünschen
sich ihre Wünsche mit der Wunderlam- pe und fliegen mit dem fliegenden Tep- pich durch die Welt. Kit Turnbull will eine exotische und mystische Atmosphäre kreieren, eine Atmosphäre, die uns bekannt ist aus den Märchen aus dem Fernen Osten.
The Toyshop – der Spielzeugladen. In diesem alten Spielzeugladen fin- det sich, was das Kinderherz begehrt. Spiele, Puppen, auch Zinnsoldaten, Ballettschuhe und Wunderlampen. Deshalb bezieht sich der Schlusssatz thematisch auf die ersten vier Sätze. Das Werk «Scenes from Childhood» wurde 2008 in Minneapolis uraufge- führt.
Symphony Nr. 2: The Golden Age Das eindrückliche Werk des jungen bel- gischen Komponisten Bert Appermont darf man durchaus als Höhepunkt des Winterkonzertes 2012 der Feldmusik Sarnen bezeichnen. Nach der Urauf- führung durch das «aulos Blasorches- ter» ist die Feldmusik Sarnen nun das zweite Orchester, welches dieses Werk in der Schweiz präsentieren darf. Im Unisono, der Schweizer Zeitschrift für Blasmusik, gibt Bert Appermont einen Einblick in sein Schaffen:
Bert Appermont, worum geht es in dieser neuen Symphonie? Ist sie ähnlich wie die erste? Ich habe Gilgamesh geschrieben, um die Möglichkeiten eines symphoni- schen Blasorchesters aufzuzeigen und auszureizen. Seine Orchestrierung, der Gebrauch der Instrumente und der Technik machen aus ihm ein spezielles Stück für diese Zeit. Während der letz-
Bert Appermont
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ten Jahre habe ich mich als Komponist entwickelt. Nachdem ich ein Oratorium und eine Oper geschrieben habe, bin ich nun reifer. Jetzt will ich beim Kom- ponieren auf der Ebene des Ausdrucks weiter gehen. Dies ist der grosse Unter- schied. The Golden Age hat viele unter- schwellige emotionale und psychologi- sche Elemente, die es zu entdecken gilt. Ich benutzte weniger kompositorisches Material, aber entwickelte es mehr. Wenn man sich Mühe gibt, diesen ver- steckten Sinn zu finden, ist es sehr tiefe Musik. Bezüglich des Inhalts nahm ich mir viel Zeit, um eine Entscheidung für einen bestimmten Blickwinkel zu fäl- len. Schliesslich entschied ich mich ein Stück zu machen, welches einen Spiegel der turbulenten Zeit, in der wir leben, darstellt. Der Titel bezieht sich auf das goldene Zeitalter der Freude und des Glücks, worüber der alte griechische Poet Hesiod geschrieben hatte. Die Sym- phonie ist eine Art Metapher für dieses Paradies oder die Verbindung mit dem Göttlichen, die wir einst kannten und nun scheinbar aber komplett vergessen haben. Während allen vier Sätzen lässt die Musik den Zuhörer auf einer tiefen Ebene erleben, was es heisst, Mensch zu sein. Ich versuchte, dem Geheimnis unserer Existenz auf den Grund zu ge- hen (1. Satz), aber auch dem Wahnsinn der Welt, welchen wir kreiert haben (2. Satz), der tiefen Bedeutung aller Din- ge (3. Satz) und den Herausforderungen der Zukunft (4. Satz).
Wie anspruchsvoll ist die Symphonie für das Orchester? Welchen Musikstil können wir erwarten? Technisch gesehen ist es schwierige Musik. Ich benutzte die gesamte Band-
breite des symphonischen Blasorches- ters wie zum Beispiel Kontrafagott, Kontrabassklarinette, Harve, Klavier und Celli. Aber die grösste Heraus- forderung liegt wahrscheinlich in der Art und Weise, wie das Stück gespielt wird, darin, die richtige Atmosphä- re zu bilden und die expressive Kraft des Werks zu entfalten. Der komposi- torische Stil ist schwierig zu beschrei- ben. Es ist eine Mischung aus tonalen, modalen und atonalen Elementen, je nachdem, welche atmosphärische Spannung gerade benötigt wird. Es beinhaltet Elemente minimalistischer Musik (an einer Stelle), und es ist auch von Mahler, Strawinsky und Schosta- kowitsch beeinflusst. Trotzdem ist es sehr persönliche und ausdrucksvolle Musik, von der ich überzeugt bin, dass sie dem Publikum zusagen wird.
Wir bedanken uns bei der Koordi- nation des Unisono, Herrn Bernhard Lippuner, für die Möglichkeit, Teile des Interviews im Mitteilungsblatt abzudrucken.
Quellen • «Unisono» Zeitschrift
Persönlich
Michael Berchtold Ich wurde am 8. Juni 1991 geboren und wohne in Giswil. Im Sommer 2011 habe ich meine Lehre als Hochbauzeichner abgeschlossen. Ich arbeite nach wie vor bei der Architekturwerk AG in Sarnen, meinem ehemaligen Lehrbetrieb. Vor zehn Jahren habe ich mit dem Schlag- zeug-Unterricht begonnen. Unter ande- rem bei Pascal von Wyl und Hans Patrick
Surek. Lange Zeit spielte ich in der Jung- musik Giswil-Lungern und seit 2006 auch in der Musikgesellschaft Giswil. Ich durfte schon das eine oder andere Mal in der Feldmusik Sarnen als Aushilfe einspringen und habe soeben die Rek- rutenschule in der Militärmusik absol- viert. Ich freue mich sehr auf die kom- mende Zeit mit der Feldmusik Sarnen.
Fabian Wieland Wohnhaft bin ich im schönen Giswil und dies nun schon seit 19 Jahren. Ich besuche derzeit die sechste Gymnasi- alstufe im Gymnasium St. Klemens in Ebikon, werde also nächsten Frühling die Reifeprüfung ablegen. Was nach- her folgen wird, kann ich noch nicht mit Bestimmtheit sagen…
Begonnen mit dem Trompetenspiel habe ich mit 9 Jahren unter der fach- kundigen Betreuung von Norbert Kiser, welcher auch heute noch die Rolle meines Instrumentallehrers einnimmt. Neben der Tätigkeit in der Feldmusik Sarnen, welche mir neue, motivieren- de Anforderungen stellt, spiele ich auch in der Musikgesellschaft Giswil und habe schon im Nationalen Ju- gendblasorchester mitgewirkt.
Jacqueline Stampfli Ich heisse Jacqueline Stampfli und wohne in Kerns. Vor 10 Jahren begann ich bei Guido Weber Trompetenunter- richt zu nehmen. Er begleitete mich engagiert bis zur Musikmatura diesen Sommer.
Zurzeit absolviere ich ein Praktikums- jahr bei der Finanzverwaltung Obwal-
den, bevor ich im September 2012 mein Studium der Betriebsökonomie in Luzern aufnehme. Neben dem Musi- zieren verbringe ich meine Freizeit ger- ne mit Tennis spielen.
Ich freue mich nun auf die bevorste- henden Herausforderungen als Mit- glied der Feldmusik Sarnen.
Linda Schumacher Mein Name ist Linda Schumacher. Ich bin 19 Jahre alt, wohne in Sarnen und besuche die 6. Klasse der Kantons- schule Obwalden. Vor fast 10 Jahren habe ich mit dem Querflötenunterricht bei Barbara Walter begonnen.
Ich mag das Musizieren mit andern und stelle mich mit dem Beitritt zur Feldmusik gerne einer neuen Heraus- forderung. Meine zweite Leidenschaft neben der Musik sind die Pferde. Mehr- mals in der Woche gehe ich reiten und nehme an Springkonkurrenzen teil.
Im 2012 darf die Feldmusik auf ge- schichtsträchtige 175 Jahre zurück- schauen. Im Jubiläumsjahr stehen eini- ge Höhepunkte an, welche schon heute einen Eintrag in den Kalender verdient haben. Es wäre schade, wenn man ei- nen Anlass verpassen würde und dafür weitere 25 Jahre bis zum nächsten Jubi- läum warten müsste…
Galakonzert – Konzert und Feier Am Samstag, 23. Juni 2012, wird das Galakonzert zum Jubiläum in der Aula Cher stattfinden. Dieses Gemeinschafts- konzert mit zahlreichen ehemaligen wie auch dem aktuellen Dirigenten der Feld-
musik darf als Höhepunkt der Feierlich- keiten angesehen werden. Zudem wird eine Auftragskomposition von Stephan Hodel uraufgeführt. Nach dem Konzert verwandelt sich das Areal um die Aula Cher in ein grosses Festgelände. Ein abwechslungsreiches gastronomisches und musikalisches Programm bietet allen Besuchern einen gelungenen Abend. Neben dem mediterran ange- hauchten Restaurant stehen ein Bier- zelt, eine Whisky- und Zigarrenlounge und eine Bar den Gästen zur Verfügung. Eine Ausstellung zur Geschichte der Feldmusik mit attraktivem Wettbewerb lässt sich ebenfalls besichtigen.
175 Jahre Feldmusik Sarnen
Jubiläumsreise – Erlebnis und Gesellschaft Nach den anstrengenden Festivitäten soll sich die Feldmusik entspannen können. Als Geburtstagsgeschenk steht eine 3-tägige Reise (5. – 7. Oktober 2012) nach Meran im Südtirol auf dem Programm. Als geschichtsträchtige und kulturell hochstehende Region mit atemberaubender Landschaft ist das Südtirol definitiv eine Reise wert
Workshop – Musik und Bevölkerung Das Jubiläumsjahr soll mit einem mu- sikalischen Workshop beendet werden, welcher an einem Wochenende im Frühjahr 2013 stattfinden wird. Diverse Dirigenten und Profimusiker wie auch die Mitglieder der Feldmusik Sarnen
werden daran teilnehmen. In Kleinfor- mationen und in Gesamtproben wird das Zusammenspiel gefördert und die Spielweise auf dem eigenen Instrument verbessert. Nach intensiver Probearbeit stehen anschliessend verschiedene Konzerte im Dorf Sarnen auf dem Pro- gramm.
Das Jubiläums-OK unter Dominik Imfeld (OK-Präsident), Matthias Furrer (Finan- zen, Sponsoring), Helen Bucher (Gast- ronomie), Benno Dillier (Infrastruktur), Miranda Comeaux und Barbara Wytten- bach (beide Werbung, Musikreise) freut sich auf unvergessliche Anlässe im Jubi- läumsjahr.
Matthias Furrer
Jeder Ortschaft ihren eigenen Marsch. Dies könnte man beim Lesen typi- scher Kompositionsnamen wie Berner Stadtschützen-Marsch, Gruss an Alp- nach, Zuger-, Solothurner- oder Zo- finger-Marsch denken. Auch Sarnen hat seinen Marsch, den Marcia a Sar- nen – und dies ist seine Geschichte:
An der Sarner Lindenstrasse stand ein vierstöckiges Haus, in welchem in den 1950er und 60er Jahren die Familien Dillier und Viganó über die Stockwerke zwei, drei und vier verteilt lebten. Ein Zuhause, in dem die beiden Familien zusammen von früh bis spät musizier- ten – dies nicht immer zur Freude des im Parterre wohnenden nichtmusizie- renden Mieters. Auf sein Besenstiel-De- ckenklopfen folgte meist jedoch nur ein Fussstampfen von oben als Antwort.
Schon bald wurde dieses Haus unter den Dorfbewohnern «Konservatorium Unterdorf» genannt und entwickelte sich zu einem Musiktreffpunkt – der Wohnbereich der Familie Dillier wurde zum Übungsraum und jener der Familie Viganó zum Restaurationsbetrieb – da- mals genannt «Kaffee Tschingg» – wo vor allem Rina die Musizierenden mit ihrer italienischen Gastfreundschaft ver- wöhnte.
Natürlich waren die Musiker der Fami- lien Dillier und Viganó auch Mitglieder der Feldmusik Sarnen, die damals
noch zwei Mal pro Woche unter der Leitung von August Wirz probte. Um präziser zu sein muss man hier an- fügen, dass beide Familien nicht nur Mitglieder, sondern wichtige Stützen des Vereins waren, die ihre ganze Frei- zeit der Musik und auch der Feldmusik widmeten.
Eines Abends 1965 nach der Probe gin- gen die Feldmusikanten, wie es eben so üblich war, zusammen mit Giovanni Viganó zu ihm nach Hause und liessen sich im «Kaffee Tschingg» von seiner Frau Rina verköstigen und zusammen den Abend ausklingen. Auch Gusti Wirz war dabei und klagte Giovanni seine Sorge, er müsse für das Jubiläumsfest «150 Jahre Zugehörigkeit von Engelberg zum Kanton Obwalden» einen Marsch komponieren, es wolle ihm aber keine geeignete Melodie einfallen.
Daraufhin schlug Giovanni vor, ihm eine Hörprobe seines kürzlich kompo- nierten Marsches zu geben. Giovanni weckte seinen Sohn Luigi in den frü- hen Morgenstunden, und zweistim- mig trugen sie Gusti Wirz den neuen Marsch auf der Klarinette vor. Mit ge- senktem Kopf hörte Gusti zu, war sehr begeistert und arrangierte innert zehn Tagen den Marsch für eine komplette Blasmusikbesetzung.
Giovanni komponierte diesen Marsch aber für Sarnen und wollte ihn deswe-
Die kleine Geschichte des «Marcia a Sarnen»
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Höhepunkt: Auf der Strecke Hans Heus- ser gewannen wir in der Kategorie Para- demusik mit dem Marcia a Sarnen von Giovanni Viganó den Wettbewerb! Die Freude war riesig, besonders bei sei- nem Sohn, unserem Klarinettisten Luigi.
Luigi, herzlichen Dank noch einmal für die grossartige Spaghettata, zu der du die ganze Feldmusik nach dem Para- demusik-Erfolg eingeladen hast!
Sara Krummenacher
gen gerne Marcia a Sarnen nennen. Doch Gusti entgegnete, sein Kompo- sitionsauftrag sollte eine Widmung an Engelberg sein. Und so ist es gekom- men, dass wir das Werk bis heute in den Feldmusik-Marschmusikbüchlein je nachdem unter dem Titel «Marcia a Sar- nen» oder «Hochtal Engelberg» finden.
Am eidgenössischen Musikfest in St. Gallen am 19. Juni 2011 traten wir mit «unserem» Marsch gegen die Konkur- renz an und es kam zu einem weiteren
Rückblick Eidgenössisches Musikfest 2011
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Lieber Heini, als Erstes herzlichen Dank für dein Engagement in der Feldmusik Sarnen! Nebst einigen Aufgaben, die du in unserem Verein übernommen hast, bist du bis vor nicht allzu langer Zeit jeden Freitag von deinem damaligen Arbeitsort Genua nach Sarnen zur Probe ge- fahren – super Einsatz!
Seit einem Jahr bist du im wohl- verdienten Ruhestand… doch von Ruhe kann bei dir gar keine Rede sein. Zwei deiner Projekte sind uns bekannt, über die wir unseren Lese- rinnen und Lesern gerne berichten möchten: JazzMusik in Sarnen und das CVT-Projekt in Myanmar.
JazzMusik in Sarnen ist ein Verein, der in Lokalen in und um Sarnen seit mittlerweile elf Jahren Jazz-Konzerte organisiert.
Wann hast du das Präsidium dieses Vereins übernommen? War dies ein Projekt für die Zeit nach Genua? Heini: Seit einem Jahr bin ich Präsident, jedoch bin ich ein Gründungsmitglied und war während den ersten zehn Jah- ren als Revisor und Controller tätig.
Wie wird die jährliche Konzertreihe finanziert? Nebst den Kollekten werden wir von den Veranstaltungsorten, der Kultur- kommission, der OKB und von über- nommenen Patronaten unterstützt.
Der Verein bietet jungen Musikern aus Sarnen und Umgebung gleicher- massen Auftrittsmöglichkeiten wie bereits bekannten Musikern aus der ganzen Schweiz.
Wie findet ihr diese Künstler? Unser Verantwortlicher für die Program- mierung ist Joël Kuster, selbst Jazz-Gi- tarrist und somit direkt verbunden mit der Schweizer Jazz-Szene. Ausserdem ist die Konzertreihe JazzMusik in Sarnen mittlerweile unter den Musikerinnen und Musikern der Schweiz bekannt und beliebt, so, dass wir auch Demo-Auf- nahmen zugesandt erhalten, womit sich Bands um eine Auftrittmöglichkeit bei uns bewerben. Wer für die Konzertreihe Herbst 2011 engagiert wurde, kann unter www.jazzmusikinsarnen.ch eingese- hen werden.
Das Myanmar-Projekt: Im Jahr 2002 wurde das Center of Vocational Trai- ning CVT von Max-O. Wey gegrün- det. Wie kam es dazu? Max war zuvor für eine Aids-Stiftung in Myanmar unterwegs. Durch seine Ar- beit vor Ort gewann er die Erkenntnis, dass für die jungen Menschen noch Weiteres getan werden muss und so begann er mit dem Aufbau des Cen- ters. Das Ziel war, in Myanmar eine Berufsschule nach Schweizer Konzept aufzubauen. Zurzeit werden Schreiner, Elektriker, Metallbearbeiter, kaufmänni- sche Angestellte und Gastroassistenten ausgebildet.
Interview mit Heini Portmann
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von Ministerien und Berufsverbänden zur Verfügung gestellt. Gegenwärtig werden die Schulen noch weitgehend aus der Schweiz finanziert. Einer- seits sucht der Förderverein des CVT Gönner und Sponsoren, andererseits gibt es Schweizer Firmen und Institu- tionen, die das Projekt unterstützen. Der jährliche Etat, der benötigt wird um das Funktionieren der Schulen zu gewährleisten, bewegt sich zwischen 450’000.– und 500’000.– Dollar. Das Ziel ist, auch ein lokales Fundraising aufzubauen.
Wie bist du zur Funktion des Finanz- controllers und Revisors beim CVT gekommen? Im Sommer 2010 wurde ich vom Träger- verein angefragt, ob ich die Nachfolge des in Thailand lebenden, pensionier- ten Controllers übernehmen würde. Im Januar 2011 besuchte ich die Organisa- tion zum ersten Mal und nachdem ich auch diesen Sommer wieder dort war, möchte ich den Rhythmus von jährlich zwei Besuchen beibehalten und die Or- ganisation weiterhin unterstützen. Wir Schweizer, die für das Projekt aus der Ferne arbeiten, tun dies unentgeltlich. Denn das Ziel ist, dass möglichst viele Mittel direkt nach Myanmar fliessen.
Lieber Heini, herzlichen Dank für das interessante und aufschlussreiche Gespräch. Wir wünschen dir weiter- hin viel Erfolg und grosse Freude bei all deinen Engagements!
Für weitere Informationen siehe www.cvt-myanmar.org
Sara Krummenacher
Zudem ist im Jahr 2007 auch eine Ori- entierungsstufe gegründet worden, diese als weiterführende Schule nach den vier obligatorischen Grundschul- jahren– die E4Y (Education for Youth). Danach steht den Absolventinnen und Absolventen der Weg an die CVT- Berufsschule offen oder aber auch der Besuch einer weiterführenden Schu- le ausserhalb der Organisation. Das Programm wird durch Schweizer Lehr- kräfte aus der Primarschule in Giswil begleitet. Nach einer Aufbauphase führen die burmesischen Mitarbeiter die Schule zunehmend selbständig.
Von wie vielen Beschäftigten spre- chen wir da ungefähr? Lehrpersonen und Direktion sind ca. 40 Personen, ungefähr 100 Schülerinnen und Schüler sind an der Orientierungs- stufe und über 400 Berufsschüler ab- solvieren die Lehrzeit. Inzwischen sind alle Angestellten Einheimische, die von Schweizer Fachleuten in Form von Ex- pertenwissen noch unterstützt werden. Wir haben auch Lehrer, die ihren Beruf früher selbst am CVT erlernt hatten.
Erfährt die Organisation auch lokale Unterstützung, z.B. durch den Staat? Zurzeit erhalten wir noch keine finan- zielle Unterstützung durch den Staat, jedoch werden uns Räumlichkeiten
Feldmusik Sarnen
Träffpunkt Muisigbeizli Gluschtigs us dr‘ Chuchi vom Damäturnverein Sarnä
SA 14.1.2011 ab 19 Uhr und SO 15.1.2011 ab 12 Uhr in der Aula Cher, Sarnä
Ständchen Weisser Sonntag, Juni 2011
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Im Dezember 2011 sind keine run- den Geburtstage bekannt.
Januar Am 10. feiert Michael Dillier junge 35 Jahre. Helen Bucher-Beeler, Trompe- te, im OK 175-Jahr-Jubiläum, feiert am 19. junge 30 Jahre. Sabine Müller, Sa- xophonistin und Archivarin Musiklite- ratur, feiert am 25. runde 40 Jahre.
Februar Franz Studer, früher unser langjähri- ger «Hofschneider» und Uniformen- verwalter, kann am 3. hohe 85 Jahre feiern. Wir wünschen dem Jubilar «viel Gfreits und gioti Gsundheit!» Zwei Tage später, am 5. wird Barbara Burri, Klarinette, jugendliche 25 Jahre feiern. Dominik Imfeld, Posaunist und unser OK-Präsident 175-Jahr-Jubi- läum, wird am 26. ebenso jugendliche
25 Jahre feiern können. Und am glei- chen Tag wie Dominik feiert auch Ines Dubach-Krummenacher, Posaunistin und Vorstandsmitglied, junge 35 Jah- re. Am 29. wird Carola Schumacher- Böhler, Klarinette, runde 40 Jahre fei- ern können.
März Hanswerner Müller kann am 3. runde 70 Jahre feiern. Kevin Läubli, Tuba, feiert am 9. junge 25 Jahre. Ebenso junge 25 Jahre feiert am 20. Matthias Furrer, Klarinette, im OK 175-Jahr-Jubi- läum und Redaktion Mitteilungsblatt.
April Ruedi Gasser, Saxophon, feiert am 6. junggebliebene 55 Jahre. Am 14. feiert Otto Läubli, Euphonium, runde 60 Jahre. Markus Spichtig kann am 19. den wohlverdienten Ruhestand feiern.
Gratulationen Runde Geburtstage von Januar bis Juni 2012
Josef Berwert AG Bauunternehmung, 6062 Wilen, Sarnen
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Mai Sara Krummenacher, Redaktion Mit- teilungsblatt, feiert am 4. junge 35 Jah- re. Einen Tag später kann Mario Weber, Perkussion und Redaktion Mitteilungs- blatt, auf jugendliche 25 Jahre ansto- ssen. Hubert Wili feiert am 21. runde 50 Jahre. Claudio Lehmann, Waldhorn, wird am 23. jugendliche 25 Jahre feiern können. Einen Tag später wird Urs Kaufmann, Perkussion, junggebliebe- ne 45 Jahre alt. Veronika Roos feiert am 31. runde 40 Jahre.
Juni Am 1. wird Urs Wallimann, Klarinette, junggebliebene 45 Jahre feiern kön- nen. Ebenso junggeblieben ist Silvia Riebli, Klarinette, Mitglied Musikkom- mission, mit ebenso 45 Jahre. Unsere neue Kandidatin, Linda Schumacher, Flötistin, wird am 17. jugendliche 20 Jahre feiern können. Die Feldmusik Sarnen wird am 23. geschichtsträchti- ge 175 Jahre feiern. Am 25. wird Katha- rina Egli runde 40 Jahre feiern. Eben- so nach der Geburtstagsfeier 175 Jahre Feldmusik Sarnen, wird Primus Ca- menzind, Tuba, am 28. den verdien- ten Ruhestand feiern können.
Wir gratulieren euch allen ganz herzlich zum Geburtstag und wünschen für die Zukunft alles Gute!
Zwei Muisigchindli meeh... Ines und Peter Dubach-Krummena- cher freuen sich über die Geburt von Anouk vom 12. Juni 2011. Miranda und Steve Comeaux-Disler freuen sich zusammen mit Eric über die Geburt von Joshua vom 17. Novem- ber 2011.
Herzlichen Glückwunsch und alles Gute den jungen Familien!
Berufliche Erfolge Mario Weber, Perkussion und Redak- tion Mitteilungsblatt, hat das dreijähri- ge berufsbegleitende Studium an der Höheren Fachschule Bank und Finanz HFBF mit Erfolg abgeschlossen. Herzli- che Gratulation zum Dipl. Bankwirt- schafter HF!
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Wir freuen uns, wenn Sie an diesen Daten mit uns dabei sein können:
SA, 14. Januar 2012, 20.00 Uhr Feldmusik Sarnen, Winterkonzert, Aula Cher, Sarnen
SO, 15. Januar 2012, 10.30 Uhr Feldmusik Sarnen, Winterkonzert, Aula Cher, Sarnen
SO, 15. April 2012 Feldmusik Sarnen, Ständchen Weisser Sonntag, Pfarrkirche Sarnen
SA, 12. Mai 2012 Feldmusik Sarnen, Ständchen Muttertag, Dorfplatz Sarnen
SA, 12. Mai 2012 Jungmusik Sarnen/Kerns, Ständchen zum «Tag der Musik», Dorf Kerns
SO, 13. Mai 2012 Jungmusik Sarnen/Kerns, Matinéekonzert, Aula Cher, Sarnen
MI, 6. Juni 2012 Jungmusik Sarnen/Kerns, Sommerkonzert, Dossenhalle, Kerns
DO, 7. Juni 2012 Feldmusik Sarnen, Prozession Fronleichnam, Pfarrkirche-Dorfkirche retour
SA, 23. Juni 2012, 19.30 Uhr Feldmusik Sarnen, Jubiläumskonzert 175 Jahre, Aula Cher, Sarnen (siehe auch Informationen dazu in diesem Heft)
Konzerthinweise