Fachhochschule M£¼nster Fachbereich Oecotrophologie ... Seminar zum Praktikum...

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  • Seminar zum Praktikum Ernährungsmedizin, Wintersemester 2006/2007 Seite 1

    Fachhochschule Münster Fachbereich Oecotrophologie Wintersemester 2006/2007 Seminar zum Praktikum Ernährungsmedizin (J. Gardemann) (Protokoll: Stephanie Adam, Antje Brand, Inga Ebeler, Helena Funke, Claudia Gehre, Simone Haag, Ulrike Reichelt, Simona Schmedemann, Mariana Stimoli, Natalie Tang) Verbindliche Endversion vom 21. Januar 2007 Das Blut Erythrozyten: rote BK (Anisocytose = Erythrozyten sind unterschiedlich groß) Granulozyten: weiße BK (sind diese übersegmentiert, sind sie älter) Vitamin B12: - am Aufbau von Zellstrukturproteinen beteiligt (Mangel = perniziöse Anämie: wenige Leukozyten und übersegmentierte Granulozyten; Ursache ist mangelhafte Proteinsynthese, es werden weniger neue Erythrozyten mehr gebildet, stattdessen werden große Erythrocyten gebildet, um Zellwandmaterial einzusparen. Die Resorption von Vitamin B 12 erfolgt im terminalen Ileum

    Die Fließeigenschaften des Blutes Blut ist eine „Nicht-Newton-Flüssigkeit“ und viskos Es gibt 2 Arten von Nicht- Newton- Flüssigkeiten: 1. thixotrope Flüssigkeiten: die Flüssigkeit nimmt mit steigender Geschwindigkeit zu: - werden flüssiger, je schneller sie sich bewegen - werden erst durch Bewegung flüssig (z.B. Blut und Ketchup; das Blut wird umso fester, je ruhiger es ist, z.B. lange Flüge mit Thrombose- Gefahr (die Erythrozyten lagern sich in den Venen hintereinander, vgl. mit Geldrollen) 2. rheopexische Flüssigkeiten: werden fester, je schneller sie sich bewegen (z.B. Kartoffelstärke in Wasser)

  • Seminar zum Praktikum Ernährungsmedizin, Wintersemester 2006/2007 Seite 2

    Normalwerte des Blutes: Mann Frau Hämoglobin 14-18 mg/dl 12-15 mg/dl Erythrozyten 4,6-5,9 Mio./mm³ 4,0-5,2 Mio./mm³ MCV (mittleres celluläres Volumen)

    80-100 µm³ pro Erythrozyt 80-100 µm³ pro Erythrozyt

    MCH (mittleres celluläres Hämoglobin)

    27-34 pg pro Erythrozyt 27-34 pg pro Erythrozyt

    die Erythrozyten sind durch ihre Form gut verformbar und gelangen somit auch durch kleinste Kapillaren, außerdem ist ihre Oberfläche vergrößert. Vitamin B12- Anämie = die Erythrozyten sind vergrößert (schlechter Blutfluss) Blutabnahme: das Vollblut wird unterteilt in: Serum (in vitro = im Reagenzglas) Definition: Serum = Plasma ohne Gerinnungsfaktoren das Blut gerinnt, danach wird es zentrifugiert. Serum (= Blutflüssigkeit nach der Gerinnung) Plasma: (in vivo = im Leben) darin sind alle Blutbestandteile enthalten = die gesamte Blutflüssigkeit Pulsfrequenz Arterieller Teil des Kreislaufs Der Arterienpuls (Blutzufluss) kann überall dort gemessen werden, wo eine oberflächlich verlaufende Arterie gegen einen harten Untergrund (z.B. Knochen, Knorpel) gedrückt werden kann. Z.B. Halsschlagader, Schläfen, Handgelenk, Oberarm, Leistenarterie... Venöser Teil des Kreislaufs Der Venenpuls zeigt den Abfluss des Blutes. Er ist schwächer als der Arterienpuls. In der Vene unter dem Schlüsselbein ist der Druck sogar negativ. Bei einer Verletzung saugt das Herz durch diese Vene Luft an, es bildet sich Schaum im Herz und das Blut gerinnt. Der Puls kann Indikator für Krankheiten sein: z.B. Bluthochdruck, Blutverlust (flacher, schneller Puls, kaum fühlbar)

  • Seminar zum Praktikum Ernährungsmedizin, Wintersemester 2006/2007 Seite 3

    Blutdruckmessung Definition Blutdruck: Steighöhe des arteriellen Blutes in Wassersäule in cm. (vgl. Infusion (tief gehalten): Blut steigt in Schlauch/Flasche (direkte oder blutige Blutdruckmessung) Riva Rocci ist der Erfinder der indirekten Blutdruckmessung ohne Blutabnahme. Es wird nicht der direkte Arteriendruck gemessen, sondern indirekt der Druck, den man zur Komprimierung der Arterie benötigt). Da Quecksilber schwerer als Wasser ist, ist die verwendete Quecksilbersäule Platz sparender (Einheit = mm Quecksilbersäule). Das Blut fließt normalerweise geräuschlos. Wird aber ein Gefäß gepresst (Querschnitt nicht mehr rund, sondern oval), kann das Blut nicht mehr laminar fließen und ein Rauschen ist hörbar. Wird ein Gefäß vollständig zugepresst, fließt gar kein Blut mehr und das Rauschen verschwindet. In Arterien herrscht ein hoher Druck, in Venen und Kapillaren ein niedrigerer. Blutdruckmessung nach RR: Manschette aufpumpen bis kein Rauschen mehr hörbar ist. Das Gefäß ist platt und undurchlässig. Langsam Luft ablassen bis erstes Geräusch hörbar, das Blut fließt wieder.

    Durchblutungssörungen: „Weißer Infarkt“: z.B. durch Hochhalten der Hand und Aufpumpen der Manschette. Die Hand wird weiß, blutleer, kribbelt und ist kraftlos. „Blauer Infarkt“ (vgl. Strangulation): Blut fließt in Hand, aber nicht wieder hinaus (Blutstau). Die Hand wird dick und färbt sich dunkel bis bläulich. Blutentnahme

  • Seminar zum Praktikum Ernährungsmedizin, Wintersemester 2006/2007 Seite 4

    Prinzipiell kann überall Blut abgenommen werden, sogar direkt aus dem Herzen. Allerdings ist die Entnahme aus Arterien riskant. Die Gefäßwände sind dick und muskulös und können verkrampfen, was zu einer Thrombose führen kann. Arterien liegen tiefer als Venen (Ausnahme: Säugling) und sind somit schwerer zugänglich. Eine verletzte Arterie kann sehr stark bluten (Blutung im Notfall durch Abdrücken der Arterie nahe der Wunde stillen). Daher ist die Blutentnahme aus den Venen sicherer und wird häufiger durchgeführt. Für bestimmte Blutanalysen wird allerdings arterielles Blut benötigt. Eher selten wird heute Blut mit Spritzen abgenommen. Bei Kleinkindern kann auch nur eine Nadel verwendet werden, da nur eine geringe Blutmenge vorhanden ist. Mit Butterflysonden können mehrere Röhrchen nacheinander mit Blut befüllt werden. Wird aber eine sehr feine Nadel verwendet, besteht die Gefahr, dass durch den negativen Druck Blutzellen platzen (Hämolyse) und das Blut unbrauchbar wird. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Monovetten (Praktikum). Nach §§ 223 ff StGB ist und bleibt die Blutabnahme eine Körperverletzung, wird aber nicht strafrechtlich verfolgt wenn sie aus medizinischen Gründen durchgeführt wird (aber: Piercing etc.?) Serum: enthält keine Gerinnungsfaktoren enthält die Antikörper (Tierisches Serum wurde zum Herstellen von Impfseren verwendet, deshalb auch „Heilserum“) Labor: Bestimmung der Blutwerte meist aus dem Serum Blutgerinnung: Die Blutgerinnung ist eine Meisterleistung des Organismus. Dass Blut muss fließen und gleichzeitig bei Verletzungen der Blutadern, an der Verletzungsstelle gerinnen. Dies wird deutlich bei dem Beispiel des Schockzustandes. Das Blut steht in den Gefäßen, der Körper muss erkennen, dass das Blut jetzt nicht gerinnen darf. Sonst würde es zur Thrombusbildung im gesamten Gefäßsystem kommen. (Deshalb Herzdruckmassage bei der Wiederbelebung: „Blut wieder in Bewegung bringen!“) Die Blutgerinnung ist insgesamt ein sehr kompliziertes System. Es besteht aus einem endogenen (Erkennen der verletzten Endotheloberfläche) und einem exogenen (Aktivierung des Prothrombin zu Thrombin und dadurch Fibrinogen zu Fibrin) System. Die Gerinnung kann außerdem durch einen Sauerstoffmangel, eine sehr raue Endotheloberfläche (bei Plaque) unter Vermittlung von Calciumionen eingeleitet werden. Der Prozess, den Thrombus wieder aufzulösen (Fibrinolyse) ist genauso kompliziert, wie ihn zu bilden. Verletzung der Blutader (Vene/Arterie/Kapillare) Gefäßreaktion: Blutgefäß reagiert mittels Vasokonstriktion (Zusammenziehen der Ader selbst) Blutstillung: Thrombozyten erkennen die verletzte Stelle im Endothel und lagern sich dort an (Endogene Aktivierung) Gerinnung: die Thrombozyten bilden einen Thrombozytenpfropf, dadurch wird die Vernetzung von Fibrin und Erythrozyten in den Thrombozytenpfropf eingeleitet, der nun Thrombus genannt wird (exogene Aktivierung)

  • Seminar zum Praktikum Ernährungsmedizin, Wintersemester 2006/2007 Seite 5

    Vernarbung: danach lagern sich Bindegewebszellen ein, sie vernarben die Verletzungsstelle Auflösen des Thrombus Aus diesem Prozess wird die Bedeutung der „Heparinspritzen“ nach Operationen, bei langer Bettlägrigkeit, usw. deutlich. Wer sich wenig bewegt, aktiviert den Blutfluss nicht, es kann zur Geldrollenbildung der Erythrozyten kommen. Dort kann die Gerinnung einsetzen. Heparin verhindert nun die Umwandlung von Firbrinogen in Fibrin, durch die Hemmung des Thrombins, greift also ins exogene System der Blutgerinnung ein. Exsikkose: Zu weinig Flüssigkeit im Körper (auf Grund von Durchfall, hohem Fieber entsteht ein massiver Wasserverlust), dadurch wird das Blut dicker. Besonders gefährlich bei Kindern, da das Herz es nicht mehr schafft, das dicke Blut durch den Kreislauf zu pumpen, sie können bei Wassermangel an Herzversagen sterben. Blutbestandteile: In 5-6 Litern Blut ist enthalten: Plasma 58% Wasser 90% Proteine 8% Ionen, Glucose, Kreatin, Harnstoff, ... 2% (alles, was wir im Blut untersuchen) Blutkörperchen = 42% 7,5 μm („Werthers Echte“) Erythrozyten ca. 5 Mio / μl Erythropoese (Bildung der Erythrozyten): Proerythroblast - Retikuloblast - Erytrhozyt Aufgabe: Sauerstofftransport Thrombozyten ca. 200.000 / μl Thrombopoese (Bildung der Thrombozyten): Megakaryoblast – Megakaryocyt - Thrombozyt Aufgabe: Blutgerinnung sehr