Ein König hat Geburtstag

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    05-Mar-2016
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Booklet der CD "Ein König hat Geburtstag – Bachs Weihnachtsoratorium für Kinder". Die Marienkantorei Osnabrück, Concerto con Anima und Solisten unter der Leitung von KMD Carsten Zündorf. KAL6303-2

Transcript of Ein König hat Geburtstag

  • Ein Knig hat Geburtstag

    J.S.BACHWeiHnACHtSorAtorium

    fr Kinder

  • Ein Knig hat Geburtstag

    JoHAnn SeBAStiAn BACH (16851750) WeiHnACHtSorAtorium BWV 248

    Eine musikalische Erzhlung der Weihnachtsgeschichte

    aus den Kantaten 1,2,5 & 6

    fr Kinderund Erwachsene

  • Producer: Carsten ZndorfIdee, Konzept & Text: Majka Wiechelt & Carsten Zndorf

    Aufnahmen (Live): 19. Dezember 2006, St. Marien-Kirche OsnabrckRecording Producer / Tonmeister: Jens F. MeierArtwork & Text-Layout: Jens F. Meier, Kaleidos media & artsCoverfoto: Thomas Kerzner; Kinder- & Instrumentenfotos: Photocase.comKnstlerfotos: privat; Foto (A. Kunze): Karsten Michaelis; Konzertfoto: Tilo Gliesche

    Herausgeber: Ev.-Luth. Kirchengemeinde Osnabrck www.musikanmarien.deExecutive Producer: Jens F. Meier, Kaleidos media & arts www.musik-kunst-medien.dep & c 2007 Kaleidos Musikeditionen www.musikeditionen.de

    2. Auflage (2010): KAL 6303-2

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    DD D

    TRINE WILSBERG LUND SopranELISABETH GRAF AltGERD TRK TenorTHOMAS LASKE BassACHIM KUNZE Erzhler

    MARIENKANTOREI OSNABRCKCONCERTO CON ANIMAKonzertmeisterin: Ingeborg Scheerer

    CARSTEN ZNDORF Leitung

  • 4CHOR, PAUKEN, TROMPETENTnet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!

    aus 1. Coro Jauchzet, frohlocket!

    2 ERZHLERTnet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten! Ja, mit solch pompsen Klngen feiert man gebhrend den Geburtstag eines Knigs!Johann Sebastian Bach hat diese strahlende Musik vor fast 300 Jahren komponiert, fr den

    Geburtstag einer Knigin: Und diese Knigin hie: Maria Josepha - Knigin in Polen, Kurfrs-tin in Sachsen. Und als der Geburtstag der K-nigin vorbei war, hat er dieselbe Musik direkt noch einmal fr den Geburtstag eines ande-ren Knigs verwendet, fr den Sohn von Maria und Joseph, diesmal aber mit einem anderen, mit einem neuen Text. Und das ist die Musik, die wir heute als das Weihnachtsoratorium kennen.Die Trompeten waren damals einem Knig vorbehalten. Den Chor, die Pauken und die Fanfaren der Trompeten haben wir gerade schon mit ihren kniglichen Klngen gehrt. Jetzt jubeln auch die Streichinstrumente mit rasant schnellen Tnen: Tnet, ihr Pauken! Er-schallet, Trompeten! Klingende Saiten, erfllet die Luft!

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  • 5ERZHLERDas ist doch ganz anders als das, was wir eben von den Trompeten gehrt haben. Und das alles soll nun zusammen passen und schn klingen? Dieses quirlige Durch-einander? Die Trompeten und Pauken spie-len doch viel lauter als die Streicher und die wieder viel schneller! Und der Chor? Ist der dann berhaupt noch zu hren? In der Partitur, die Bach geschrieben hat, sieht das ganz wild aus und doch: Alles ist fein geordnet auf den Linien. Linien fr Linien sind die Partien, die Gruppen des Orchesters und der Chor sorgfltig bereinander angeordnet, so dass alles gut zusammen klingt, aufeinander abge-stimmt ist. Und wenn alle richtig zusammen spielen, kommt dabei eine unglaublich festliche Musik heraus.

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    STREICHERaus 1. Coro Jauchzet, frohlocket!

    FLTEN & OBOENaus 1. Coro Jauchzet, frohlocket!

    ERZHLERDa! Die Flten und Oboen, die spielen auch noch mit!

  • 6ERZHLERSo festlich beginnt Bach die musikalische Erzhlung von der Geburt Jesu Christi, des Sohnes Gottes.Aber ganz so festlich geht es nicht weiter, sondern ganz bescheiden, ja rmlich, in einem Stall. Davon berichtet uns jetzt der Evangelist. Er ist der Erzhler der Weihnachtsgeschichte.Damit man seine Worte gut versteht, singt er mit hoher und schlanker Stimme und wird nur von ganz wenigen Instrumenten begleitet: von dem Cello und der Orgel.

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    7CHOR, ORCHESTERaus 1. Coro Jauchzet, frohlocket!

    Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage,rhmet, was heute der Hchste getan!

    Lasset das Zagen, verbannet die Klage,stimmet voll Jauchzen und Frhlichkeit an!

    [...]

    TENOR, BASSO CONTINUO 2. Recitativo, 6. Recitativo

    Es begab sich aber zu der Zeit, da ein Gebot von dem Kaiser Augusto

    ausging, da alle Welt geschtzet wrde. Und jedermann ging, da er sich schtzen

    liee, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galila, aus der Stadt Nazareth, in das jdische Land zur Stadt David, die da heiet Bethlehem; darum, da er von dem Hause und Geschlechte David war; auf da er sich schtzen liee mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger.

    Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, da sie gebren sollte.

    Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippen,

    denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

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  • 7Groer Herr , o starker Knig !

    BASS, ORCHESTERaus 8. Aria

    Groer Herr, o starker Knig,liebster Heiland, o wie wenigachtest du der Erden Pracht!

    [...]

    ERZHLERDas arme Kind! Gerade geboren muss es in einer Krippe, also in einem Futtertrog fr Tiere liegen, auf Heu und Stroh schlafen? Das scheinen doch sehr rmliche Verhlt-nisse zu sein. Wollten wir heute nicht vom Geburtstag eines Knigs hren? Eines Knigs, zu des-

    sen Ehren voller Pomp und Pracht die Trompeten erschallen!?

    Was ist das fr ein Knig, dem gerade an seinem Geburtstag nicht all der Glanz und der Reichtum zukommt, der ihm gebhrt?Das fragt auch der Snger, den ihr jetzt kennen lernt, in seiner Arie. Er singt mit tief-er und wrdevoller Stimme.Und als Zeichen dafr, dass das Kind im ar-men Stall wirklich ein Knig ist, wird er nicht nur von den Streichinstrumenten und der Flte, sondern auch von der Knigstrompe-te begleitet.

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  • 8ERZHLERIn der Nhe dieses Stalls sind Hirten auf dem Felde, sie wachen bei ihren Schafen. Johann Sebastian Bach malt uns ein musika-lisches Bild von der Hirtenszene und verwen-det dazu die Instrumente, die auch die Hirten gespielt haben: Flten und Schalmeien. Na ja, genauer gesagt Oboen, aber die sind mit den Schalmeien zumindest eng verwandt.Gemeinsam mit den Streichern spielen die Hirteninstrumente eine Musik in einem wie-genden Takt: eine Pastorale, eine Hirtenmu-sik, denn Pastor bedeutet nichts anderes als Hirte.

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    ORCHESTERaus 10. Sinfonia

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  • 9Du H irtenvolk ,erschrecke n icht !

    ERZHLERDie Hirten hten also in der Dunkelheit ihre Schafe. Doch pltzlich erscheint ihnen ein helles Licht und der Engel Gottes kommt zu ihnen. So berichtet uns der Evangelist Lukas weiter. Hrt mal, wie hoch er singt, wenn von dem Engel und dem Licht die Rede ist; und wie tief die Melodie nach unten steigt, als die

    Hirten sich erschrecken. Man sieht fast, wie sie sich vor lauter Furcht zu Boden ducken.

    Dann singt endlich noch einmal der Chor: Du Hirtenvolk, erschrecke nicht!, damit die ngstlichen Hirten die Botschaft der En-gel berhaupt vernehmen knnen.Und dann spricht der Engel selber. Das heit, er singt natrlich, und als Zeichen dafr, dass er vom Himmel gekommen ist, singt er mit hoher Stimme. Und er ist von einem Lichterglanz, von einem Heiligen-schein umgeben, den die Streichinstru-mente, die Himmelsinstrumente, mit zarten Tnen darstellen. Der engelsgleiche Lichterglanz ist so hell, dass man denken knnte, es brche schon ein neuer Tag an!

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    TENOR, BASSO CONTINUO 11. Recitativo

    Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hrden,

    die hteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Herren Engel trat zu ihnen,

    und die Klarheit des Herrn leuchtet um sie, und sie furchten sich sehr.

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    16CHOR, ORCHESTER 12. Choral

    Brich an, o schnes Morgenlicht,und la den Himmel tagen!

    Du Hirtenvolk, erschrecke nicht,weil dir die Engel sagen,

    da dieses schwache Knbelein soll unser Trost und Freude sein,

    dazu den Satan zwingen und letztlich Friede bringen!

    TENOR, SOPRAN, ORCHESTER 13. Recitativo

    Und der Engel sprach zu ihnen: Frchtet euch nicht, siehe, ich

    verkndige euch groe Freude, die allem Volke widerfahren wird. Denn euch ist heute

    der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt David.

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    TENOR, BASSO CONTINUO 16. Recitativo

    Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln

    gewickelt und in einer Krippe liegen.

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    CHOR, ORCHESTER 17. Choral

    Schaut hin, dort liegt im finstern Stall,

    dess Herrschaft gehet berall!Da Speise vormals sucht ein Rind,

    da ruhet jetzt der Jungfraun Kind.

    ERZHLERDie Hirten sind schon auf dem Weg nach Bethlehem und finden dort alles so vor, wie der Engel es ihnen gesagt hat. Voller Verwunderung, leise und vorsichtig blicken sie in den Stall. Drinnen ist es dun-kel und warm. Bach drckt die Wrme und Dunkelheit des Stalles, aber auch die Armut, in die der neue Knigssohn geboren wird, in dem fol-genden Choral durch die tiefe Tonart aus und wir sehen, wie sich alles wie in einer tiefen Hhle abspielt.

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    ERZHLERIm Stall sitzt Maria, wiegt ihr Kind in den Armen. Sie singt ihm ein Schlaflied vor und die langen Tne ihrer Melodie beruhigen das Kind.

    ALT SOLOaus 19. Aria

    Schlafe, mein Liebster, geniee der Ruh...

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    Ehre se i Gott in der Hhe und Fr iede a

    uf Erden!

    ERZHLERDie Bassinstrumente spielen den wiegenden Rhythmus zu ihrem Lied.

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    OBOE DAMORE, OBOE DA CACCIA aus 19. Aria

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    24BASSO CONTINUOaus 19. Aria

    25 ERZHLERUnd die Hirten haben natrlich ihre Instru-mente von den Feldern mitgebracht und begleiten Marias Gesang.

    27 ERZHLEREin einzelner Hirte spielt Marias Melodie auf seiner Flte mit. Ruhig, warm und trstlich klingt ihr Wiegenlied.

    ALT, ORCHESTER aus 19. Aria

    Schlafe, mein Liebster, geniee der Ruh,wache nach diesem vor aller Gedeihen!

    [...]

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